YFU Switzerland

Halbzeit

5 Monate lebe ich nun in Schweden. Manchmal kommt es mir immer noch nicht wirklich vor und ich muss mich daran erinnern, dass ich nicht in meinem Bett in der Schweiz liege und träume sondern dass ich wirklich hier bin. Weitere 5 Monate werde ich in Schweden verbringen. Es scheint unwirklich, dass die Hälfte vorbei ist, da es mir vorkommt als wäre vor zwei Wochen August gewesen. Die Zeit geht so schnell und ehe ich mich versehen werde, wird Juni sein und die Zeit zu gehen steht vor der Tür. Ich möchte bis dahin jedoch alles noch genau so geniessen wie im ersten Teil. Das Ziel ist, dass 2015 das beste Jahr meines Lebens 2014 übertreffen wird. Ich nehme die Herausforderung aufjedenfall an.

Seit dem letzten Eintrag ist einige Zeit vergangen, es war damals November und da knüpfe ich auch wieder an.
Der November ist der Hassmonat der Schweden, da es dunkel ist, schlechtes Wetter und oft noch keinen Schnee hat. Es war fast so wie eine kleine Novemberdepression gerade unter meinen Freunden. Man sass zu Hause und wollte nicht an die Dunkelheit draussen denken. Mich hat dies jedoch nicht gestört, denn ich wollte diese dunkle Zeit erleben, die es bei uns in der Schweiz nicht so richtig gibt. Mir gefiel es, dass es um 15.00 dunkel wurde und erst um 9.00 hell. Die Zeit war jedoch nicht nur dunkel sondern auch hell. Erleuchtet haben es die Lichter die in jedem Fenster eines Hauses stehen. Ich wünschte, ich könnte euch die Gefühle zeigen, die diese Lichter erwecken. Aber ich glaub für dies müsst ihr selbst nach Schweden reisen, es ist unbeschreiblich. Im November begannen natürlich auch die Vorbereitungen für Weihnachten. Wir sehnten uns alle nach dem Dezember und Weihnachten.

Endlich kam der Dezember und somit auch mehr Programm. Weihnachtsdeko aufhängen, Geschenke kaufen und was alles sonst noch dazu gehört. Am 13. Dezember ist Lucia-Tag in Schweden. Ein Mädchen wird Lucia und trägt eine Lichterkrone auf dem Kopf, dabei hat sie ein paar Gefolgsleute mit Kerzen in den Händen. Dabei werden Lucia Lieder gesungen. In jedem Dorf und in jeder Schule gibt es eine Lucia und es wird natürlich auch mit Lussekatter, Safrangebäck, gefeiert. Lussekatter sind typisch für Advents- und Luciazeit.

Lucia an der Schule

Nach Lucia ging es dann Richtig los mit Weihnachtsgefühle. Wir haben auch innerhalb der Klasse ein Wichteln gemach und an einem Abend wurde anschliessend die Geschenke ausgeteilt. Wir hatten typischen schwedisches Weihnachtsessen, was lecker war und Julknäck (Süssigkeiten). Es war ein wunderbarer Abend mit meinen liebgewonnen Freunden.

Julbord, schwedisches Weihnachtsessen

Julbord, schwedisches Weihnachtsessen

Julknäck

Julknäck

Anschliessend habe ich bei dieser Freundin auch noch übernachtet.
Unter der Weihnachtszeit habe ich neben schwedischen Traditionen auch noch die guten Schwizergüezli gebacken, die den Effekt hatten, dass es mir fast wie zu Hause vorgekommen ist. In der letzten Schulwoche wurde nicht mehr viel gemacht und am Freitag mussten wir nur noch für eine Stunde in die Schule gehen und dann begannen die langersehnten Weihnachtsferien, 3 Wochen. Am gleichen Abend kam eine andere YFU Austauschschülerin zu uns. Sie kommt aus Deutschland und wohnte bei uns über Weihnacht, da ihre Gastfamilie in den Ferien waren.

Weihnachtsbaum mit Geschenken

Weihnachtsbaum mit Geschenken

Endlich war der Abend vor Weihnachten da und ich war ziemlich gespannt wie alles sein wird. Es gibt ein paar Unterschiede zwischen schwedischen und Schweizer Weihnachten. Es wird zwar am gleichen Tag gefeiert jedoch anders. Die Schweden haben das grosse Festessen über den Mittag und Geschenke auspacken am Nachmittag, wobei wir Weihnachten am Abend feiern. Aber jetzt wie der Tag wirklich war. Wir gingen zuerst an die Weihnachtsmesse in der Kirche und danach schnell wieder nach Hause, so dass das Essen fertig wurde. Die Schweden haben nicht ein Gericht für Weihnachten, sondern es sind viele verschiedene wie Weihnachtsschinken, Lachs, Köttbullar und Prinskorv, gefüllte Eier, Randensalat, Kartoffelsalat und Gratin.

Auf ein Panoramafoto hats gepasst ;)

Auf ein Panoramafoto hats gepasst 😉

 

Man wurde ziemlich schnell satt. Um 15.00 Uhr sassen wir zusammen für die wohl komischste Weihnachtstradition vor dem Fernseher und zwar um „Kalle Anke och hans vänner önskar god jul“ (Donald Duck und seine Freunde wünschen frohe Weihnachten) zu sehen. Es sind kurze Ausschnitte aus Disneyklassikern und es ist schlechthin das Highlight an Weihnachten. Ich glaube dieses Programm hat die höchste Einschaltquote des ganzen Jahres. Wirklich jeder schaut dies, ich behaupte wenn nicht, dann ist man kein richtiger Schwede. Danach wurden Geschenke geöffnet und Julknäck gegessen. Am Abend ist man ziemlich müde und satt. Wir sassen nur noch auf dem Sofa und haben geredet. Um 23.00 rafften wir uns noch ein letztes Mal auf um an die Mitternachtsmesse in der grossen Kirche zu gehen. Es war eine tolle Erfahrung Weihnachten für einmal anders zu feiern und dies zu erleben.

Am Tag nach Weihnachten kamen noch die Familie vorbei und alles ging nochmals von vorne los einfach ohne Kalle Anke und Mitternachtsmesse. Die Tag nach Weihnachten habe ich mit Verdauen verbracht, nein Scherz. Wir waren oft draussen auf dem zugefroren See Schlittschuh laufen. Da der Schnee nach Weihnachten verschwunden war, war es perfekt um Schlittschuh zu laufen und es war reiner Spass.

Das Eis auf dem See mit Sonne im Gesicht

Meine Gastschwestern und Ich beim Schlittschuhlaufen

Meine Gastschwestern und Ich beim Schlittschuhlaufen

Dann war das  Jahr 2014 auch schon wieder vorbei, es ging wahnsinnig schnell. Den Abend des letzten Tages im alten Jahr habe ich zuerst mit meinen Freunden verbracht und gerutscht bin ich dann anschliessend mit meiner Gastfamilie. Es war alles perfekt. Danach habe ich mich in neue Jahr eingelebt und meine Ferien genossen.

Letztes Wochenende war Zeit für die Mid-Year orientation von YFU in Falun. Da es in Falun war, durften wir die bekannte Mine besichtigen gehen. Es ist eine der ältesten und grössten in der Welt und es war ziemlich imponierend. Ein paar Eindrücke..

über der Erde

über der Erde

Unter dem Berg

Unter dem Berg

Nach diesem Wochenende fing die Schule wieder an und mit ihr das zweite Schulsemester. Ich bin gespannt, was es alles bringen wird