YFU Switzerland

Schwedenleben

Nun bin ich schon bei Nahe einen Monat im Norden zu Hause. Ich bin mir noch nicht gewöhnt Schweden mein Zuhause zu nennen, aber ich fühle mich auf jedenfall bei meiner Gastfamilie zu Hause! Sie haben es mir auch sehr leicht gemacht, sie sind super herzlich und offen, ich kann einfach mich sein. Auch mit meiner Klasse komme ich super gut zu recht, obwohl sie recht scheu sind. Es hat mich darum auch überrascht, als ich von meinen Austauschfreunden, die rund um Stockholm wohnen, gehört habe, dass nach ihrem Erlebnissen die Schweden überhaupt nicht scheu sind. Ich muss dies euch leider anders berichten, sie sind ziemlich scheu, es liegt vor allem daran, dass sie sich nicht getrauen Englisch zu sprechen, obwohl sie drei Jahre länger Englisch haben als ich. Ich denke, dass mit der Schüchternheit verbessert je mehr man sich einer der Grossstädte Stockholm, Göteborg oder Malmö nähert. Das ist vielleicht einer der Gründe auf dessen es meine Freunde rund um Stockholm einfacher haben. Mittlerweile habe ich jedoch auch ein paar nette Schweden gefunden, mit denen ich immer wieder Sachen unternehme. Ich muss sagen, ich bin jedoch ein bisschen einversüchtig, wenn ich die Fotos von den Austauschschüler in Stockholm sehe und ich merke, dass sie sich schon paar mal gesehen haben. Ich kann da nicht ganz so gut mithalten. Ich habe jedoch schon Mirell aus Estland gesehen, mit der ich mich super verstehe und welche nur eine Stunde von mir entfernt in Falun lebt und Kalian aus Bulgarien, sie lebt beim Bruder meiner Gastmutter in Karlstad.

Ich und meine neuen Freunde

Ich und meine neuen Freunde

Ich habe auch schon ziemlich viel erlebt, von manchen möchte ich euch hier erzählen. Zu allererst ich bin immer wieder beeindruckt von der Schönheit Schweden. Die Wälder sind endlos (so gross, dass man im Wald kein Handyemfpang hat) und überall, manchmal ist es fast ein bisschen „gfürchig“ in den grossen Wäldern, vor allem wenn die Gasteltern berichten, dass es möglich ist beim Joggen im Wald einen Elch zu sehen. Ich hoffe schwer, ich bleibe von diesem Erlebnis verschont, denn die Elche sind ziemlich gross, ich würde nach dieser Begegnung einen Rekordlauf hinlegen. Es ist jedoch auch mein grosser Traum einen Elch in freier Wildbahn zu sehen, es wurde mir auch gesagt, man sehe die ziemlich oft. Meine Gastfamilie hatte sogar mal einen in ihrem Garten. Aber jetzt mal zu den Erlebnissen in letzter Zeit. Letztes Wochenende war ich am Samstag nach dem Mittag mit meiner Gastschwester in der Stadt, die Läden am aushecken, leider hab ich so ziemlich nichts Gescheites gefunden. Ich muss umbedingt mal shoppen gehen nach Borlänge, denn Ludvika ist einfach zu klein. Um vier Uhr Nachmittag fuhren wir los Richtung Rättvik, dort besuchten wir ein Firwerkerikonzert. Das Konzert war in einer unglaublichen Location angelegt und zwar in einem alten Steinbruch mit einem kleinen See. Die Musik war auch okay, aber die Location übertrumpfte wirklich alles, es wurde nur noch besser, als gegen Schluss jeder, die erhaltene Kerze anzündete und zur Musik ein Feuerwerk (Firwerk) gezündet würde. Atemberaubend!

Steinbruch Dalhalla

Steinbruch Dalhalla

So sah es aus, als wir alle unsere Kerzen anzündeten

So sah es aus, als wir alle unsere Kerzen anzündeten

Am Sonntag fuhr ich mit meiner Gastschwester nach Örebro, dass ist eine Stunde mit dem Zug. Die Züge sind hier ziemlich anders als in der Schweiz nicht so gemütlich aber die Natur, an der man vorbeifährt ist einfach wunderschön Schwedisch ;). Ich gingen dort Softball und Discgolf spielen. Kein Problem, wenn ihr nicht wisst, was dies ist, ich wusste es auch nicht. Softball ist Baseball auf einem kleinerem Feld und Discgolf ist eine Art Frisbee Minigolf und es ist wirklich sehr lustig. Discgolf ist zudem sehr populär in Schweden, und in der Schweiz kennt es niemand. Am Abend bin ich dann todmüde ins Bett gefallen. Am Montag hatte ich erst um 10.00 Schule. In der Schule angekommen, erfuhr ich, dass meine beiden anderen Klassen nicht stattfinden werden, so hatte ich den ganzen Tag frei. Als ich, dies am nächsten Tag einem Mädchen meiner Französischklasse erzählte, lachte sie und meinte: „Willkommen in der schwedischen Schule“. Ich denke, dies sagt alles über die schwedische Schule. Es wirklich ziemlich easy hier, auch der Stoff ist nicht schwer und vor allem das Mathelevel ist grauenhaft tief. Sie nehmen gerade Prozent durch und dies in der 10.Klasse, eben willkommen in Schweden. Ich habe nur zwei Fächer nicht in meiner Klasse und zwar Schwedisch für Ausländer und Französisch. Was auch oft vorkommt, dass die Lehrer nicht da sind, komischer Weise ist die Entschuldigung oft, dass sie zum Arzt müssen. Ich habe nicht gewusst, dass Schule so gesundheitsgefährdend ist 😉
Diese Woche hatten wir auch noch eine Debatte in der Schule, da nächstes Wochenende in Schweden die grossen Wahlen sind. Aus jeder grossen Partei kam ein Vertreter, alle ziemlich jung, was mich erstaunt hat, an die Schule. Ich wünschte, ich hätte mehr von der Debatte verstanden, es wäre sehr interessant gewesen. Am Freitag kam auch noch, zu unser allen Überraschung, eine der wichtigsten Politikerin der Region in unsere Schule. Meine Gastschwester erklärte mir, sie sei super erfolgreich und eine Topkandidatin für die Wahlen. Es sei eine grosse Ehre, dass sie an unsere Schule kam. Am selben Tag bin ich noch mit meinen Freunden von der Klasse Fika essen und trinken gegangen, es war toll, denn ich hatte das Gefühl dazu zugehören und dass hat man Anfangs als Austauschschüler nicht oft.

Ich bin immer noch auf der Suche nach ein paar neuen Hobbys. Ich bin Teil eines Streichorchester und einer Musicalgruppe hier. Ich suche vor allem noch was sportliches. Ich hoffe ich find, noch was, denn im Winter kann ich nicht in den Wald joggen gehen, zu viel Schnee 🙂

Gestern sind wir nach Karlstad gefahren, Kalina aus Bulgarien besuchen gegangen. Kalina lebt beim Bruder von meiner Gastmutter. Karlstad liegt am grössten See Schwedens, dem Vänern. Am Nachmittag machten wir einen kleinen Ausflug dorthin und es wirklich wunderschön! Am Ufer des See gab es Fika mit selbstgerechten Kuchen, jammi! Es war super schön, das Einzige, das störte waren die Mücken, die es in dieser Gegend zu Tausenden gibt.
Der Tag wurde noch besser, mein Traum ging in Erfüllung. Wir sahen einen Elch, nein nicht nur einen sondern eine Mutterkuh mit ihrem Kleinen. Es war einfach genial! Ein wenig später sahen wir noch einen dritten. Drei Wochen Schweden und drei Elche wahnsinnig!

Kalina und ich am Vänern

Kalina und ich am Vänern

Vänernsee

Vänernsee

Heute hab ich mir eine schönen Tag zu Hause verbracht. Einfach mal nichts tun ist auch gut 🙂

Nichtstun im schönen Schweden

Nichtstun im schönen Schweden

Bis bald, vi ses

Vivian