YFU Switzerland

Das Ende

Liebe Leserinnen und Liebe Leser,

 

Es ist eine ganze Weile her, seit dem ich mich gemeldet habe. In der Zwischenzeit bin ich bereits wieder zu Hause, hier in der Schweiz. Aber ich erzähle euch jetzt trotzdem noch den Rest der Geschichte.

Im April, zur Zeit des letzten Eintrages, war ich noch immer am College und belegte diverse Kurse. Aber im April ging es schon auf das Ende des Schuljahres zu, denn am 21. Mai waren dann auch die Abschlussprüfungen fertig. Ich war anfangs Mai sehr beschäftigt, die Kurse abzuschliessen und mich auf die Prüfungen vorzubereiten. Es hat mir aber unglaublich Spass gemacht, denn ich konnte alle Kurse selbst wählen und sie waren auch jeweils meinem Niveau angepasst. Geologie schloss ich mit der Höchstnote ab und das freute mich sehr, denn ich fange nun im September mit Erdwissenschaften an der ETH an. Es war auch weitaus der spannendste Kurs von allen. Die tolle Professorin hat den Unterricht total super gestaltet und immer viel Bildmaterial bereitgehalten.

Am 10. Juni bin ich auf einen grossen ROAD TRIP mit meinem eigenen Auto. Quer durch den Südwesten und Westen hat mich meine Reise geführt. Sämtliche Nationalparks habe ich gesehen und Städte durchquert habe ich auch. Angefangen haben wir mit der langen Fahrt nach New Mexico, die knapp 3 Tage in Anspruch nahm. In New Mexico haben wir die weissen Sanddünen und eine Höhle besucht. Weiter ging es nach Arizona in den Grand Canyon, der ohne Diskussion spektakulär war (auch wenn die folgenden Nationalparks schöner waren). Dann verbrachten wir eine kurze Zeit in Las Vegas, aber es war so heiss…! Danach ging es mit dem Auto weiter nach Utah wo wir den Zion National Park besuchten und im Fluss wanderten. Dann folgte der Bryce Canyon National Park mit den wunderschönen Hoodoos. Wieder zurück im nördlichsten Zipfel von Arizona waren wir im Antelope Canyon. Dann kam für mich der beste Nationalpark, der Canyonlands National Park. Da war natürlich auch Arches nicht zu verfehlen. Diese Parks waren sooooo toll. Weiter ging es nach Salt Lake City, wo wir im Salzsee schwebten und das wunderschöne Zentrum genossen haben. Dann kam Yellowstone National Park und Grand Teton National Park. Teton NP hat mich stark an die Alpen erinnert, aber es war trotzdem wunderschön. Yellowstone war nicht zu toppen. Die Hotsprings und die Bakterien im Wasser, die alles einfärbten, waren so wunderschön. Am besten war der Südwestliche Teil des Parkes inklusive des berühmten Old Faithful Geysir. Der NOrden des Parkes (Mammoth Hot Springs) lohnte sich eher weniger zu sehen. NAtürlich erstaunte uns auch das viele WIldlife. Von Wölfen über Koyoten, Elche, Rehe und wunderschöne Vögel haben wir alles gesehen. Sogar Buffalos konnten wir sehen und auch einen Bären!!! Das war sooooooo cool. Nach dem Yellowstone ging es wieder Richtung Osten und in South Dakota waren wir noch am Crazy Horse und natürlich am Mount Rushmore! Die sind super! Dann folgte Minneapolis mit der grössten Mall Amerikas und dann waren wir wieder in Wisconsin, wo ich das Jahr über lebte. Ich packte meine Sachen und bald ging es weiter nach Chicago, wo wir die letzten Tage verbrachten. Die Chicago Bean war toll und ebenfalls der Willis Tower, wo man 400 Meter über dem Boden auf die Stadt herabschaut. Navy Pier war am Abend wunderschön. Am 25. Juli ging es dann ab nach Hause!! Und seit einer knappen WOche bin ich wieder in der kleinen Schweiz!

Ich geniesse jetzt das wunderschöne Sommerwetter, die Cervelats vom Grill, das kühle Mineralwasser und das knusprige Brot und nicht zuletzt mein Zimmer.

 

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Macht’s gut!!

 

Tanja

Zusammenfassung von Anfang Jahr bis Jetzt

Es ist nun Mitte April und nur knappe fünf  Wochen geht es noch bis ich fertig bin mit dem College. Die Zeit ist so schnell vorbei gegangen und die Reise nach Hause kommt nun näher und näher mit jedem Tag. Zum einen kann ich nicht warten heimzugehen aber andererseits möchte ich hier bleiben. Irgendwie baut man sich ein ganz neues Leben auf hier in der Ferne und dann fällt es auch irgendwie wieder schwer, das zurückzulassen.

 

Acht Monate ist es nun her, dass ich unserer geliebten Schweiz den Rücken zugekehrt habe. Ein neues Land und eine neue Welt hat mich mit offenen Armen empfangen und mein Leben für immer verändert. Die Ansicht und Meinung zu vielen Dingen änderte sich und man lernt so viel mehr als man gewöhnlich in der Schule lernt. Von Kultur über tägliche Sprache und Sitten einer ungewohnten Kultur. Ich habe alle Aspekte dieser Veränderung genossen. Es macht mir so viel Spass eine neue Kultur auf diese Art und Weise zu entdecken. Ich lernte im Amerikanischen Verkehr zu fahren. Ich lerne, dass man auch bei roter Ampel rechts abbiegen kann. Ich lerne mit dem Tempomat zu fahren, der hier weitaus wichtiger ist als bei uns in der Schweiz. Alles ist so anders. Man fährt und fährt und kreuzt kein Mensch und keine Seele. Alles ist Natur mit einer Strasse mitten durch. Viele Strassen sind kaum befahren und manchmal auch in etwas kritischen Zustand. Einzelne Häuser passiert man von Zeit zu Zeit, manchmal kleine Dörfer.

 

Nach meiner Ankunft hatten wir am College eine zweiwöchige Orientierung. Ich erinnere mich noch genau daran. Die Advisor und internationale Studenten, die schon länger da waren. haben uns geholfen sich an den neuen Alltag zu gewöhnen. Wir bekamen so viel Informationen über Lebensstyle, was zu tun und was man nicht tun soll und wie man den Collegealltag meistert. Sie haben uns den Collegealltag näher gebracht denn in allen anderen Ländern geht es etwas anders zu. Hier ist es ganz normal, mit den Professoren plaudern zu gehen. Man kann durchaus ganz einfach bei dessen Büro vorbeischauen und plaudern. Das ist irgendwie gewöhnungsbedürftig. Wir haben ja in der Schule normalerweise nur nach und vor Schulstunden mit den Lehrern kommuniziert. Wir haben auch unseren eigenen Stundenplan gestalten können. Man stellt sich hier eine grosse Varietät von Kursen zusammen. Diese sind eingeteilt in Kategorien. Geologie wäre Wissenschaften, Mathe und Englisch sind sowieso nötig und zu erledigen und die ganzen Fächer wie Soziologie und Psychologie wären dann „Humanities“. Ich habe dann Klassen wie Spanisch, Geologie, Englisch, Kunstgeschichte und Astronomie belegt.

 

Die Klassen sind hier auch etwas unterschiedlich. Man wandert über den Campus und wechselt das Zimmer für jede Klasse. Jeder Professor hat seine Zimmer mit den speziellen Ausrüstungen. Beamer werden hier weniger gebraucht. Kommt aber auch die Klasse an. In Geologie haben wir jede Stunde eine Power Point Präsentation mit vielen Bildern und Statistiken.

 

Durch diese zwei Semester bin ich nun ziemlich nahe gekommen mit meiner Geologieprofessorin. Sie ist eine etwa 50 Jahre alte Dame, die ihre Klassen spannend gestaltet und auch oft lacht. Dieses Semester habe ich eine Geologieklasse speziell über Naturkatastrophen. Zur Zeit schauen wir gerade Tornados und Hurrikans an. Es ist spannend die Unterschiede und Facts zu lernen, da diese Katastrophen in Europa praktisch unmöglich sind. Hier ist das jeweils durch den Frühling und Sommer ein grosses Thema und die meisten wissen, was zu tun ist im Notfall.

 

In Astronomie lerne ich nicht gerade viel. Bis jetzt hat er viel darüber gesprochen, wieso wir Jahreszeiten auf Erden haben uns über unseren Mond und das haben wir doch alle in der Bez gelernt. Deshalb ist es ziemlich langweilig. Aber es könnte ja schlimmer sein.

 

Englisch hatte ich letztes Semester. Ich habe den Test machen müssen und qualifizierte mich für Englisch 101, was hier die zweitletzte Englischklasse ist für die Muttersprachigen. Wir mussten dort viel schreiben und hier haben sie auch ein ganz spezielles Layout für die Essays, das man anwenden lernen muss. Der ganze Aufbau von einem Aufsatz musste man ganz genau beachten. Da gibt es viele Dinge. Das sagt euch wahrscheinlich nicht viel, aber man muss eine Thesis formulieren und die Absätze jeweils mit einem Topic Sentence beginnen. Das Layout eines fünf Paragraph Essay, den man in der Kanti lernt, ist hier höchst unwillkommen.

 

Spanisch ist eigentlich gleich wie Fremdsprachenklassen in der Schweiz. Da haben wir von neuem begonnen mit der Grammatik und dem Vokabular, deshalb war das für mich Kalter Kaffee letztes Semester. Ich musste mich nur daran gewöhnen, Spanisch auf Englisch zu lernen. Das Vokabular lerne ich nun Spanisch – Englisch und nicht Spanisch – Deutsch aber man gewöhnt sich schnell daran. Die Lehrerin dort ist auch ziemlich cool und weiss wovon sie spricht. Ihre Aussprache ist nicht die beste aber Amerikaner generell haben mühe Spanisch auszusprechen, wieso auch immer.

 

In den einmonatigen Winterferien führte es mich nach Florida. Mit dem Auto sind wir die ganzen 2,000 Meilen in den Süden gefahren. Von kalten und weissen Wisconsin und Illinois führten die Interstates (Autobahnen) durch das grüne Tennessee und Kentucky bis ins mehr trockene und warme Georgia und dann Florida. Die Zeit in Miami war eine Zeit zum Relaxen am Strand. Neujahr verbrachten wir an der Bayside in Miami, wo Livebands spielten und viele Restaurants ihre Türen geöffnet hatten. Wir sahen wundervolles Feuerwerk und genossen deliziöse Hamburger in echtem Ciabattabrot. Die Reise nahm uns dann weiter auf Abenteuer in Orlando. Der Universal Vergnügungspark hatte viele Überraschungen bereit. Die Fahrt zurück war etwas weniger interessant. Es ging wieder zurück in das superkalte Wisconsin. Die Wochen danach reichten die Temperaturen bis -20 Grad Celsius.

 

Dann ging es los ins zweite Semester. Neue Professoren, neue Lehrer, neue Klassenkameraden. Aber auch hier gewöhnt man sich schnell an alles. Am Campus sind wir insgesamt 35 internationale Studenten von den total 500. Eine beträchtliche Anzahl. Das macht das Leben hier so viel einfacher.

 

Automatisch als internationaler Student an der UW-Richland Universität ist man ein Mietglied im International Club. Jeden Monat haben wir einen Ausflug unternommen. Wir gingen Kanu fahren, nach Chicago, Skifahren, und im Mai folgt dann Campen. Chicago war natürlich super. Wir hatten Zeit für uns und konnten selbst auf Entdeckungstour gehen.  Das war wirklich toll. Kanufahren war im Oktober und deshalb schon etwas kalt, aber es ist sehr berühmt hier in Wisconsin. Viele haben ihre eigenen Kanus und die Träger dafür um sie aufs Auto zu laden. Skifahren war eher lahm. Das Skigebiet ist ein Hügel mit vielleicht drei kurzen Sesselliften und die Mietskis liefen nicht besonders gut.

 

Die Supermärkte hier sind ja überdimensional gross. Hier in Richland Center hat es einen Walmart. Die gleichen bei uns in der Schweiz den grossen Migros. Walmart verkauft so ziemlich alles was mach braucht. Food, Technische Geräte, Gartenabteilung, Haushalt, Papeterie, Küchen- und Badzimmersachen, Stoffe, und noch vieles mehr. Man geht sogar dorthin um sein Auto zu flicken. Autobatterien kann man kaufen und dann montieren sie die gerade danach. Ganz praktisch. Es gibt dann auch so Einkaufswägeli mit Sitz und Motor für die Leute die nicht wirklich gut gehen können (welche natürlich meist einfach fette Leute sind).

 

Amerika ist ein anderes Land als die Schweiz und deshalb auch kulturell verschieden. Viele mögen denken, es sei ähnlich zur Schweiz, aber das ist irgendwie nicht wirklich wahr. Auch die ganze Szene der Country Musik hier ist gross. Speziell die jungen hören die Country Musik. Das wäre bei uns in der Schweiz doch total uncool. Aber ich habe nun begonnen, diese Musik auch zu mögen. Es gehört hier irgendwie auch zum Alltag.

 

Sich ein neues Leben in einem fremden Land aufzubauen ist schwer. Vor allem sich mit den Amerikanern anzufreunden fällt schwer, da diese immer schon in Gruppen sind. Deshalb sind die meisten meiner Kollegen auch internationale Studenten. Die sind natürlich auch in der selben Situation. Die Amerikaner sind einfach meine Klassenkollegen und während den Stunden spreche ich mit ihnen aber Aktivitäten ausserhalb des Colleges gehen irgendwie nicht. Für das müsste man im Studentenwohnheim wohnen. Die Internationals, die dort leben, haben es dadurch einfacher. Aber ich habe dafür eine Familie und dessen Bekannte, die ich kennenlernte.

 

Aber durch das Jahr wird man auch so viel stärker eben weil man sich ein neues Leben praktisch ohne Hilfe aufbauen muss. Man kennt niemanden und muss sich anpassen können. Ist für mich ja kein grosses Problem. Am Anfang schien es, als dass meine Gastfamilie okay sei aber trotzdem musste ich durch den langen Prozess gehen im Dezember, die Familie zu wechseln. Ich war am Anfang glücklich, aber dann hat es irgendwie aufgehört zu funktionieren. Meine Gastmutter war sehr unflexibel und erlaubte mir kaum, mit Freunden weg zu gehen oder bei meinem Freund zu schlafen. Deshalb war ich froh, dass ich dann wechseln konnte. Das ging dann auch eher schnell und einfach. Die Situation mit meiner Ex-Gastfamilie ist nun gleich zero. Ich sage hallo, wenn ich sie sehe und das ist etwa alles. Sie waren halt auch sehr, sehr religiös und das gab auch ein paar Konflikte. Ich wäre bereit gewesen, etwas auszuarbeiten Aber als ich mit meiner Exgastmutter sprach am College zusammen mit der Advisorin, kam gar nichts von ihrer Seite und dann war klar, dass ich wechseln konnte. Meine jetzige Gastfamilie ist besser und auch flexibel. Ich habe mit ihnen Weihnachten und Ostern gefeiert und hatte viel Spass. Beide Familien meiner Gasteltern sind riesig. Viele Geschwister und deshalb auch viele Leute. Aber die waren alle sehr nett und aufgeschlossen. Meine Gastfamilie betreute über die letzten Jahre auch immer Studenten die in den Studentenwohnheim wohnten und wussten, was zu Tun ist.

 

Nun bin ich schon bei der dritten Seite. Es gäbe so viel zu erzählen und zu berichten. Aber ich denke ich lasse es nun mal gut sein.

Valentinstag und mehr

Hallo Liebe Leserinnen und Leser,

 

Es ist eine Weile her seit ich mich gemeldet habe. Heute ist ein kalter Tag hier in Wisconsin mit gemessenen -15 Grad Celsius respektiv 5 Grad Fahrenheit, wie man hier die Temperatur üblicherweise ausdrückt. Der Schnee bedeckt noch immer die ganze Landschaft, auch wenn er dabei ist zu schmelzen.

 

Ich hatte Semesterferien von Mitte Dezember bis Ende Januar und ich war mit Freunden vom College in Florida. Da ich mein eigenes Auto habe, sind wir runtergefahren und haben jeweils in Motels übernachtet. Diese gibt es hier wie Sand am Meer. Der Schock kam dann bei der Rückfahrt. Vom 30 Grad warmem Florida zurück in das -15 Grad kalte Wisconsin in nur zwei Tagen…!!

 

Das zweite Semester hat nun auch begonnen. Ich belege Astronomie, Spanisch, Geologie und Kunstgeschichte. Ich kann meine Fächer frei wählen und meinen eigenen Stundenplan zusammenstellen. Ganz toll! Ich hatte auch Mathe aber der Kurs war so einfach, dass ich ihn wieder gestrichen habe.

 

Am Sonntag geht es auf einen Ausflug mit allen Internationals hier am College. Jeder Monat findet ein Ausflug statt. Am Samstag Skifahren, im März Mall Of America und danach ist noch nichts klar. Ich freue mich allerdings!!

 

Macht’s gut!

 

Tanja

Christmas

Hallo Liebe Leserinnen und Leser,

Das erste Semester hier an der University of Wisconsin Richland ist für mich nun schon zu Ende gegangen. Die kommende Woche sind nun noch Abschlussprüfungen und dann sind endlich Ferien.

Der Stundenplan für das zweite Semester habe ich mir schon zusammengestellt. Ich werde Geologie, Mathe, Spanisch und Astronomie belegen und belege damit 16 Kreditpunkte, der Durchschnitt liegt bei 15, das Maximum bei 18.

Für die einmonatigen Semesterferien plane ich mit weiteren YFU Studenten der UW Richland einen Roadtrip nach Florida. Wir freuen uns alle riesig, denn hier in Wisconsin ist es nun schon wirklich kalt.

Ich habe eine ziemlich turbulente Zeit hinter mir da ich die Gastfamilie wechselte. Meine ursprüngliche Familie hat mir kein eigenes Zimmer geboten und ich hatte keinen Ort wo ich für mich in Ruhe lernen konnte. Nach Diskussionen mit meinen Advisors und meiner ehemaligen Gastmutter, konnte ich die Familie nun problemlos wechseln. Die ursprüngliche Familie hat auch einen sehr unordentlichen Haushalt gehabt, womit ich Mühe hatte. Die Familie wechseln ist etwas das passieren kann und auch nicht weiter schlimm ist. Manchmal passt es einfach nicht und dann steht einem Wechseln eigentlich nichts im Wege. Für mich wurde innerhalb von einer Woche eine neue Familie gefunden.

Nun warte ich bis Weihnachten kommen und dann gehts ab nach Florida!

Viele Grüsse aus Amerika,

Tanja

Chicago

Liebe Leserinnen und Leser,

Ich bin vor ein paar Stunden von einem Trip nach Chicago zurückgekehrt. Mit dem Bus ging es am frühen Samstagmorgen ab nach Chicago Downtown. Wir logierten Mitten im Zentrum und konnten alles zu Fuss erreichen. Die Chicago Bean hat vor der Skyline und unter dem wolkenlosen, blauen Himmel ein solch gutes Bild gemacht und auch Navy Pier, am Lake Michigan, war angenehm. Wir genossen das etwas hektischere Grossstadtleben, da Richland center doch sehr klein ist mit 6000 Einwohnern. Zudem hatten wir ganz viel Spass im Kino und auch beim Pizzaessen in einem richtig typischen Pizzarestaurant aus den 70ern.

Am College neigt sich das erste Semester bereits dem Ende zu. Es sind noch etwa 5 Wochen übrig… Das ging alles so schnell. Nun müssen wir uns schon für die Kurse für das Frühlingssemester einschreiben. Ich nehme weiterhin Spanisch, melde mich neu für 2 Kunstkurse an, belege Astronomie und Trigonometrie sowie English. Das gibt ein gesamt von 18 Kreditpunkten, was schon sehr viel ist. 15 wäre der Durchschnitt, 12 das Minimum.

Liebe Grüsse,

Tanja

Es wird langsam Winter

Liebe Leserinnen und Leser,

Der Herbst neigt sich langsam dem Winter zu. Es wird deutlich kühler und der Schnee kann nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Bäume haben sämtliche Blätter verloren, das Laub liegt lediglich auf der Strasse.

All Studenten am College machen sich bereit für den Winter. Die internationalen Studenten, die sich nicht an Schnee gewöhnt sind, decken sich mit Winterkleidern ein und auch die Autos werden langsam winterfest gemacht. Ich habe jetzt hier mein eigenes Auto, da es schwer ist, sonst irgendwo hin zu kommen. Öffentliche Verkehrsmittel existieren gar nicht hier in Richland Center, Wisconsin. Alle Collegestudenten pendeln mit dem Auto oder wohnen in den Studentenheimen. Letzte Woche nahm ich an einem Student Panel teil, eine Veranstaltung, wo wir Studenten über das Leben am Campus erzählten und zukünftige Schüler überzeugen konnten. Ich habe dabei die ganze Community der internationalen Studenten vertreten und erzählt, wie ich den Campus erlebe als Nicht-Amerikanerin. In den nächsten zwei Wochen sind weitere Student Panels geplant und ich wurde angefragt, wieder zu sprechen.

Ansonsten geht das Collegeleben normal weiter. Halloween sorgte für viel Aufregung. Süssigkeiten wurden verteilt, die Professoren kamen verkleidet in ans College. Meine neunjährige Gastschwester ging von Tür zu Tür und kam mit einem ganzen Sack Süsses nach Hause. Sie hat mir einen Teil davon geschenkt, der mir wohl bis Weihnachten reichen wird.

Ich melde mich bald wieder!

Tanja

Herbst in Amerika

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

Die Zeit hier in den USA vergeht so unglaublich schnell. Das Semester rückt mehr und mehr voran und diese Woche finden alle Mid-Term Exams statt. Das halbe Semester ist also schon um. Kaum zu glauben. Die Blätter sind bereits fast vollständig von den Bäumen gefallen, es ist Herbst und bis wir den ersten Schnee sehen hier in Wisconsin, kann es auch nicht mehr all zu lange dauern.

Das College gefällt mir nach wie vor super. Es geht nun langsam darum, die Fächer für das nächste Jahr auszusuchen und den Stundenplan zu erstellen. Man kann völlig neue Fächer wählen und alles ganz neu zusammenstellen jetzt wo man die Insiderinfo hat, welche Kurse und Professoren gut sind und welche nicht. Ich schreibe mich wahrscheinlich für Geologie, Astronomie, Spanisch, Englisch und Mathe ein. Das wird ganz schön viel, aber die Kurse hier sind höchst spannend.

Im International Club sind wir daran, einen Trip nach Chicago zu planen. Wir sind alle höchst aufgeregt! In diesem Klub sind auch viele amerikanische Studenten dabei. Man konnte sich letzte Woche freiwillig einschreiben, eine Präsentation über sein Heimatland zu halten. Ich habe meinen Namen in die Tabelle eingefüllt und hatte meine Präsentation heute. Ich bekam viele Feedbacks wie: „I didn’t know Switzerland is that beautiful. It’s definitely one of my dream destinations now.“ Es tut unglaublich gut, solche Feedbacks zu bekommen. Da sieht man, wie viel kultureller Austausch auf beiden Seiten herrscht. Die Einheimischen lernen von den Internationalen und umgekehrt.

Es ist momentan super spannend hier mit den Wahlen. Meine Region ist ziemlich gespalten. Heute Mittag hat bei uns in der Kafeteria eine riesige Wahlveranstaltung stattgefunden. Alles war dekoriert in Blau, Rot und Weiss und tonnenweise gratis Essen und Snacks waren erhältlich, was für Collegestudenten immer attraktiv ist. Auf dem Campus ist immer was los und das geniessen hier alle, vor allem jetzt, wo die Tage kürzer werden und wo es um 6 schon eindunkelt.

Bis bald! Grüsse aus den USA!

Tanja

Collegealltag

Hallo liebe Leserinnen und Leser in der Schweiz,

Es ist wieder so weit. Ich melde mich aus den USA mit vielen Eindrücken vom Collegeleben!

Es ist nun schon Woche drei des Collegelebens. Die ersten Prüfungen und Quizzes sind schon vorbei, die Klassen werden härter und strenger. Das schöne ist, dass ich hier am College diese Kurse belegen kann, die ich will. Man stellt sich seinen Stundenplan selbst zusammen. So kommt es, dass ich Spanisch habe. Eine Klasse, die für mich eher einfach ist. Amerikaner und Fremdsprachen lernen ist etwas spezielles. Sie müssen zuerst mal lernen, dass es auch eine Höflichkeitsform gibt. Meine Englischklasse, die auf akademischem Schreiben und Lesen basiert, ist super. Wir schreiben und diskutieren sehr viel, was mir super gefällt. Am meisten Spass habe ich in der Geologie. Wir schauen Vulkane, Erdbeben und die Plattentektonik an. Es geht sehr in die Tiefe und ist deshalb hochspannend. In jeder Klasse sind viele amerikanische Studenten, die ich immer besser kennenlerne. Es kann am Anfang schwer sein, amerikanische Freunde zu finden. Man ist eben sehr viel mit den Internationalen Studenten unterwegs, die ich in der zweiwöchigen Orientierung kennengelernt habe. Aber es kommt mit jedem Tag besser! Im Chor haben wir viel Zeit zu quatschen, wenn der Dirigent mit den einzelnen Gruppen arbeitet. Dort habe ich schon viele Leute kennengelernt. Und als Internationaler Students ist man was spezielles, da schiessen Fragen hervor, die man täglich mehrmals hört: „Wie gefällt es dir hier?“, „Welche Klassen besuchst du?“, „Woher kommst du?“, und, und, und…! Aber es macht unglaublich Spass. Die Professoren am College sind total anders als in der Schweiz. Die Beziehung die du zu ihnen hast, ist mehr auf einer „ich bin dein Kollege“ Basis, als auf einer typischen Professoren Beziehung. Es ist ganz normal, dass man während den Bürozeiten bei den Professoren vorbeischaut, um ein bisschen zu quatschen. Das macht unglaublich viel Spass und man lernt seine Lehrer sehr gut kennen. Zudem spricht man die Professoren meistens mit dem Vornamen an. Das wirkt persönlicher. Ich habe neulich mit meiner Geologieprofessorin gesprochen und wir haben viel über Reisen geredet. Ich habe dabei bemerkt, dass ich schon viele für Geologen interessante Plätze gesehen habe.
Ich bin hier an einem etwas kleineren College, das so um die 500 Studenten fasst. 50 davon sind international. Auf dem Campus hier gibt es viele verschiedene Klubs, denen man beitreten kann. So gibt es einen „International Club“, wo nicht nur die Austauschstudenten beitreten können, aber auch alle Amerikaner, die die internationalen Studenten kennenlernen wollen. Wir werden mit diesem Klub viele Ausflüge machen. So gehen wir im November nach Chicago, im Februar gehen wir Ski fahren und im März ist ein Trip zur Mall of America geplant. Am Samstag gehen wir hier in der Nähe Kanufahren, was sicher lustig, wenn auch ein bisschen kühl, werden wird.

Bis bald!!

 

Eure Tanja

Goodbye Switzerland and Hello America!

Liebe Leserinnen und Leser,

Bevor ich mit dem Erzählen der eigentlichen Erlebnissen beginne, möchte ich kurz einige Informationen über mich preisgeben. Mein Name ist Tanja und ich stamme aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Baden im Aargau. Ich bin 19 und habe im Juni im Juni mein Maturitätszeugnis an der Kantonsschule Baden erhalten. Demzufolge nehme ich nicht am normalen YFU High School Programm Teil sondern in einem speziellen Programm, das YFU ebenfalls anbietet. Es ist das Community College Programm, für Schüler die über 18 sind. Anstatt an einer High School studiere ich an einem College, wo ich meine Fächer selbst wählen kann.

Es ist nun fast drei Wochen her seit ich die Schweiz verlassen habe. Nach einem ganzen Jahr Wartezeit ging es endlich los! Der Abflug war nur noch Stunden entfernt, die Koffer gepackt und bereits aufgegeben. Dann folgte aber der schwerste Teil, der Abschied von der Schweiz, von meinen Verwandten, Freunden und meiner Familie. Die Vorfreude war aber mindestens genauso gross wie die Traurigkeit, Abschied zu nehmen.
Ich machte mich also auf dem Weg zum Terminal E am Flughafen Zürich. Noch realisierte ich nicht, dass ich ein Jahr weg sein werde. Als das Flugzeug, eine Boeing 767 der United Airlines, endlich abhob, wurde ich langsam ein bisschen nervös, da wusste, dass in Washington DC nur zwei Stunden zum Transfer blieben. Aber schlussendlich war alles  viel einfacher. Das Flugzeug landete eine gute halbe Stunde zu früh und es hatte nur sehr geringe Warteschlangen bei der der Immigration und beim Security Check, also ging alles gut voran. Von Washington DC nahm ich die nächste Maschine nach Chicago von wo ich mit einem kleinen Flugzeug nach Madison, Wisconsin flog.
Ich rechnete damit, meine Ankunftsfamilie am Flughafen zu sehen aber alles kam anders. Am Freitag vor meiner Abreise hatte das College mir eine definitive Gastfamilie gefunden, die mich dann am Flughafen abholte und herzlich begrüsste. Von Madison ging es eine gute Stunde mit dem Auto bis ich in meinem neuen Zuhause ankam. Ein kleines Städtchen Namens Richland Center würde mein Wohnort sein für die nächsten 10 Monate. Es war kurz nach zehn Uhr Abends als ich ankam, es war dunkel und deshalb konnte ich nicht wirklich viel sehen.

Einen Tag Zeit liess man mir zum mich einleben, bevor die International Student Orientation am College begann. Die University of Wisconsin Richland, wo ich nun für ein Jahr studiere, gefällt mir super. Die ersten zwei Wochen hatte ich wie gesagt die Einführung zusammen mit den 40 anderen internationalen Studenten meines Colleges. Wir hatten unglaublich viel Spass in diesen zwei Wochen. Unsere Kursleiter, die teilweise auch Professoren des Colleges sind, haben viele Aktivitäten geplant, um uns den Start ins Collegeleben zu erleichtern. In diesen zwei Wochen habe ich so viele nette Leute aus aller Welt kennengelernt. Wir sind eine unglaublich tolle Gruppe und verstehen uns. Man spricht viel über sein eigenes Land, die eigene Kultur und erfährt viel über die Herkunftsländer der anderen internationalen Studenten. Wir sind zu viert, die mit YFU an die UW Richland gekommen sind. Ein Junge aus den Niederlanden, ein Mädchen aus Belgien, eine Südkoreanerin und ich. Zudem hat es viele Studenten von anderen Ländern, die aber das ganze Studium hier machen. Mein College unterstützt zudem noch ein Austauschprogramm, das Nahoststudenten ein Austauschjahr in den USA ermöglicht. Folglich haben wir zwei aus Pakistan, ein Junge aus Kazachstan und ein Mädchen aus Georgien. Ich habe in diesen zwei Einführungswochen so viel Spass gehabt wie schon lange nicht mehr. Für das International Dinner, das an einem Abend stattfand, backte ich einen Tirolercake (Haselnüsse und Schokoladenwürfel). Ich habe so viel Lob erhalten, dass ich mir vornahm bald wieder zu backen oder kochen. An einem Sonntagabend veranstalteten die Organisatorinnen der International Orientation eine Pool-Party, wo wir alle unglaublich Spass hatten! Aber neben spassigen Aktivitäten blieben trotzdem ein paar wenige Lectures, die wir überstehen mussten. Wir erhielten viel Informationen betreffend Visa, Bankaccount in den USA eröffnen und Inputs über die Kultur hier. Emery, die Ansprechsperson für alle internationalen Studenten und Organisatorin der International Orientation, hat einen super Job gemacht und uns für denCollegestart supergut vorbereitet.

Bevor das College anfing, feierten wir schon den ersten schulfreien Tag, den Labour Day. Grundsätzlich gönnte ich mir diesen Tag um erstmals richtig mit meiner Familie in der Schweiz zu telefonieren.

Am 4. September fing dann das eigentliche Collegeleben an, das ganz anders ist als das Gymnasium in der Schweiz. Die Professoren spricht man hauptsächlich mit dem Vornamen an und man kann in ihre Büros hineinschneien und sich über Gott und die Welt unterhalten. Mein College fasst nur an die 500 Studenten und von dem her kennt man ziemlich bald viele Gesichter. Ich habe eine English Writing Class zusammen mit den amerikanischen Studenten, das wird nicht einfach, da mitzuhalten aber es wird wenigstens challenging! Zudem habe ich Spanisch, Chor und Geologie. Dazu kommt, dass ich ein Mitglied im International Club bin. Also bin ich ganz schön beschäftigt auf dem Campus, aber ich melde mich ganz bald wieder!

Eure Tanja