YFU Switzerland

Die Schule

Mitllerweile habe ich mich mehr oder eniger an die Schule, meine Klassen und Fächer gewöhnt und gehe auch einigermassen gerne zur Schule. Am Morgen komme ich mit meiner Gastmutter und Carolin mit dem Auto und einem Stück zu Fuss zu Schule. Die Schule ist nur zwei Minuten vom Stadtzentrum, der Uni und dem „Treffner“, Carolins Schule entfernt. Meine Schule ist sehr klein (bloss 220 Schüler, glaube ich, von denen ich die allermeisten vom sehen und recht viele sogar beim Namen kenne) und modern, da sie erst in den letzten Jahren ronoviert wurde. In allen Klasenzimmern gibt s mindestens ein Klavier und wenn man üben möchte, kann man sich einfach einen Raum mieten (sogar am Wochenende!).
Ich bin morgens um acht in der Schule obwohl meine erste Lektion erst 9.50 beginnt, was mir genügend Zeit lässt um Geige und Klavier zu üben sodass ich nicht am Wochenende kommen muss.
Morgens haben wir die normalen Fächer wie Naturwissenschaften, Mathe, Geschichte, Englisch und Estnisch (zwei Lektionen mit der Klasse, eine alleine) und nachmittags die Musikfächer. Lara und ich haben zwei Stunden Musikgeschichte mit der Klasse und eine Lektion Solfeggio. In Estland bekommen schon die Sechsjährigen, die gerade angefangen haben, ein Instrument zu spielen, Solfeggiounterricht und lernen das Gleiche, wie wir jetzt. Zusätzlich haben wir zwei Stunden Musiktheorie für Anfänger mit zwei Sängerinnen.
DIe Lektionen dauern 45, Doppelstunden 90 Minuten. Leider haben wir nicht wirklich eine Mittagspause aber nach Doppelstunden haben wir immerhin 20 Minuten Pause. Meistens esse ich dann zwischen 2 und 4 Mittagbrot mit Lara und manchmal auch mit anderen Schülern. Die Cafeteria der Schule ist klein und niedlich und das Essen ziemlich lecker.
Wieviel ich im Unterricht verstehe, hängt ganz vom fach ab. In Mathe und Chemie kann ich relativ gut folgen, da die Matheaufgaben sehr einfach sind und in Chemie viele Wörter ähnlich sind. Ich bin überrascht, wie einfach der Englischunterricht ist, da ich gehört habe, dass Esten sehr gut Englisch können. Leider lernt man in der Musikschule keine zweite Fremdsprache, der Vorteil ist jedoch, dass ich mich mehr auf Estnisch konzentrieren kann.
In Musikgeschichte, Geschichte und Bio verstehe ich allerdings fast gar nichts und in Literatur und Estnisch darf ich selber Estnisch lernen oder Kinderbücher lesen.
Zwei Dinge im Unterricht, die ich immer noch komisch finde : Man nennt den Lehrer nicht bei Namen sondern sagt einfach „õpetaja“, was „Lehrer“ heisst, und man meldet sich nicht (!!). Sehr verwirrend und auch ein bisschen nervig.
Ich habe drei Gigenstunden pro Woche und eine Klavierlektion und Klavierspielen macht mir superviel Spass und ich glaube, wir kommen schnell voran. Dafür habe ich etwas Mühe mit der Geige, da ich noch kein Stück sondern bloss zwei Etüden, Tonleitern, Arpeggios und Septakkorde spiele. Ich hoffe, dass ich nach meinem ersten Violinexam im November ein Stück bekomme.
Ich be noch gar nicht von einer estnischen Tradition erzält: Rebaste. (Rebaste=Fuchs, Rebaste=“Fuchsung“). Es ist ein Tag (in manchen Gebieten auch eine Woche), an dem die neuen Zehntklässler machen müssen, was die älteren Schüler wollen.
Zum Glück haben die älteren Schüler uns von den schlimmsten Dingen verschont (ich habe von anderen Austauschschülern sehr eklige und schlimme Sachen gehört) und es hat eigentlich Spass gemacht. Nach der Reabste und einem Schwur (den ich nicht verstanden habe) ist man ein richtiger Teil der Schule.
Das ist im Moment erst mal alles über die Schule, bis bald !