YFU Switzerland

24.08.-30.08.

Im Bus nach Tartu stieg die Aufregung enorm. Ich war sogar aufgeregter meine Gastfamilie zu treffen als vor dem Abflug. Nach einem kleinen Picknick sind wir, die Eltern, Carolin und Kati in mein neues zu Hause gefahren, wo ich dann auch die Oma Helja kennengelernt habe.
Am nächsten Tag mussten wir auf ein Amt, um mich in Tartu anzumelden und zur Schule, um mit dem Rektor zu reden. Er hat eine Stunde lang mit meiner Gastmutter nur auf Estnosch geredet und ich habe bloss Zahlen, Tage und ein paar Fächer verstanden, das war ganz schön anstrengend.
Danach haben Carolin und eine Freundin von ihr mir die Schule gezeigt. Sie ist nicht sonderlich gross, aber sehr modern und in jedem Klassenzimmer steht ein Klavier.
Am Samstag waren wir auf zwei Geburtstagsfeiern: Die erste war die von Heljas Schwester und die zweite von zwei Cousinen (glaube ich zuminddest) von Carolin und Kati. Das war auch ganz schön ermüdend aber auch sehr lustig und interessant, die ganze Familie zu treffen.
Am nächsten Tag fand eine weitere Familienfeier statt, ich glaube es war ein Hochzeitstagjubiläum, aber ich bin nicht mitgegangen weil ich unbedingt Geige üben musste. Der Rektor hat mir nämlich am freitag gesagt, dass ich am Montag etwas vorspielen soll, damit ein Lehrer für mich ausgesucht werden kann. Ich entschied mich dafür eine Tonleiter vorzubereiten und Obertass Mazurka I von Wieniawski zu spielen. Lara, die andere Austauschschülerin spielte vor mir ihre zwei Stücke vor und dann erwarteten sie anscheinend von mir, dass ich auch zwei Stücke vorbereitet hatte und waren gar nicht begeistert, dass ich bloss eins hatte.
Nach meinem Vosrpiel mussten Lara und ich noch eine Solfeggioprüfung ursprünglich schreiben doch dann hiess es, wir sollen sie doch lieber mündlich ablegen. Es war ganz schön schwer, da keine von uns jemals Solfeggiounterricht hatte. Dass wir zusammen durchmussten und die Prüferin sehr nett war machte das Ganze zumindest erträglich.
Am Nachmittag wurden wir, die neuen Zehntklässler willkommen geheissen. Wir haben die Nationalhymne und die Schulhymne gesungen und die beiden Fahnen gehisst und jeder hat Rose bekommen. Danach habe ich meinen Geigenlehrer getroffen, und ihm die obligatorische Blume überreicht. In Estland bringt man nämlich immer am ersten Schultag seinem Klassenlehrer (bei uns Instrumentallehrer) eine Blume mit.
Am Abend hatten wir auch schon die erste Orchesterpribe und ich muss sagen, dassdass Schulorchester richtig, richtig gut ist. Wir spielen zwei ziemlich schwere Stücke: Beethovens 1.Symphoie und ein Stück, das sich „Ooperieksitus“ nennt und ich als“Mashup“ von verschiedenen berühmten Opern bezeichnen würde.
Die Schultage in der ersten Woche waren immer gleich: Am Morgen zwei Lektionen Musik am Computer, am Nachmittag eine Vorlesung über Organisaationskram in der Schule und am Abend manchmal eine Orchesterprobe.
Das ist erst mal genug für den Moment, ,bis bald !