YFU Switzerland

Recepción

Hola 😀

 

Ich bin (oder war) ja wie schon in vorherigen Blogs erwähnt, in der Abschlussklasse meiner Schule. Somit heisst das, ich konnte die „Recepción“ also die Abschlussfeier miterleben. Darüber werde ich euch in diesem Blog berichten.

Zuerst jedoch: Bei mir haben die Ferien begonnen. Diese dauern bis Anfangs März.. Jedoch beginnen sie nicht für jeden gleich. Hat man ein Fach nicht bestanden, muss man nach Ferienbeginn jeweils für die Stunden dieses Fachs weiter zur Schule und einen Test schreiben. Besteht man de, ist man frei. Wenn nicht, muss man weiter zur Schule. Das ist halt ganz anders als bei unserem Schulsystem.

Am Donnerstag 4. Dezember war mein letzter Schultag. Eigentlich hätten wir den am Freitag gehabt, aber am Donnerstag haben wir erfahren, dass die Schule freitags ausfällt. Somit wurden alle Pläne des letzten Schultags über den Haufen geworfen und wir konnten ihn gar nicht richtig geniessen.

Da wir am Freitag frei hatten, ging (beinahe) die ganze Klasse zu einer Mitschülerin um zu Mittagessen. Wir haben noch die letzte Zeit zusammen genossen und hatten einen sehr schönen Tag.

 

Am 13. war dann die Abschlussfeier. Diese brauchte einige Vorbereitungszeit. Im Voraus musste der Eintritt bezahlt und Schuhe gekauft werden. Mein Kleid hatte ich schon, da ich es aus der Schweiz mitgenommen hatte. Es mussten auch die Entscheidungen getroffen werden, mit wem man sich präsentiert und zu welcher Musik. Da ich erst sehr kurzfristig erfahren habe, dass auch ich mich präsentieren werde, ist meine Familie nicht zur Recepción gekommen. Somit konnte ich mich nicht wie die meisten mit meinen Eltern präsentieren. Somit begleitete mich an diesem Abend ein Mitschüler. (Genaueres später) Als Musik habe ich „Bitte hör nicht auf zu träumen“ von Xavier Naidoo gewählt. Am Samstagabend ging ich zu meiner einen älteren Schwester, die mir meine Haare frisierte. Danach hat mich meine andere Schwester geschminkt. Schliesslich habe ich mein Kleid angezogen und noch die letzten Änderungen vorgenommen. Dann bin ich mit dem Taxi zu einer Freundin gefahren, um dann mit ihr und einer andern Freundin zum Salon zu fahren. Zuerst gingen wir jedoch noch in ein sehr schönes Haus einer ihrer Tanten um Fotos zu schiessen. Dieses „Fotoshooting“ hat viel Spass gemacht. Wir haben vor dem Pool, sitzend, stehend, usw. posiert. Als wir mit unseren Fotos zufrieden waren, fuhren wir weiter zum Salon.

Beim "Fotoshooting"

Beim „Fotoshooting“

"Fotoshooting"

„Fotoshooting“

 

Dort warteten schon einige unserer Mitschüler, andere kamen etwas später. Es waren alle wunderschön angezogen. Alle Jungs im Anzug und die Mädchen in langen Abendroben. Die Recepcion hätte eigentlich um 22:00 angefangen, aber typisch Argentinien wurde es natürlich etwas später 😀 Als es dann wirklich los ging, stellten wir uns dem Alphabet nach auf und nacheinander wurden unsere Namen aufgerufen. Hörte man seinen Namen, verliess man den Vorbereitungsraum. Die ausgewählte Musik wurde abgespielt und man ging langsam, alle Augen der Gäste auf sich eine Treppe hinunter. Unten angekommen, wartete die ausgewählte Begleitperson. Mit dieser spazierte man dann eine Runde im Saal und dabei wurde immer noch das Lied gespielt. Schliesslich stellte man sich an den Tisch der Abschlussklasse und wartete auf die andern. Dieser Part hat mir sehr gefallen.

Danach wurde ein Walzer mit der Begleitperson und später mit andern Familienmitglieder und Freunden getanzt. Da ich mich mit einem Freund präsentiert habe, und dieser schliesslich auch mit seiner Familie tanzen wollte, tanzte ich mit dem Bruder meiner Freundin, später mit dem Padre (Pfarrer der sogleich mein Religionslehrer ist) und schliesslich mit einem Freund meiner Schwester. Dann gab es ein Dinner. Es gab Asado und Salat. Da der Asado nur Rind war und mir dieses Fleisch nicht besonders schmeckt, habe ich nicht viel gegessen. Die letzte offizielle Aktivität des Anlasses war das Anstossen der Abschlussklasse auf die Torte. Alle haben ein Glas Champagner bekommen und vor der riesigen Torte gemeinsam angestossen.

Mit meinen besten Fruenden

Mit meinen besten Freunden

Meine (Ex-)Klasse

Meine (Ex-)Klasse

 

Dann ging die Fiesta (Party) los. Es wurde getanzt und gefeiert. Fast alle meiner Freundinnen haben ihre Schuhe ausgezogen und Barfuss getanzt, da die hohen Schuhe halt nicht sehr geeignet sind zum Tanzen und ausserdem geschmerzt haben. So auch ich 😉 Hie in Argentinien wird an einer Party andes getanzt als in der Schweiz. Die Musik ist meistens Cumbia und so wird auch dazu getanzt. Diesen Tanzstil kann ich nicht gut erklären. Was ich dazu sagen kann ist, dass man zu zweit tanzt. Dabei haben die Füsse schön am Boden geklebt, dank den ausgeleerten Getränken. Um 5 Uhr Morgenswar die Party dann zu Ende.

Die Gäste sind um diese Zeit nach Hause gefahren. Wir fuhren jedoch in eine „quinta“ mit Pool um dort weiter zu feiern. Das nennt man hier „After“. Also dass man nach der Party noch irgendwo weiter feiert. Zum Glück habe ich noch andere Kleider in meine Handtasche gestopft. Denn waärend dem After wurde ich mehrere Male in der Pool geworfen.. Jetzt kann man sagen: wenn sie das Kleid angehabt hätte, hätten sie sie sicher nicht in den Pool geworfen.-> oh doch! Zwei meiner Mitschülerinnen landeten mit ihren schönen, teuren Abendroben im Pool und die meisten Jungs in ihrem Hemd und den Anzugshosen. Um ca. 10:30 sind wir dann nach Hause gegangen. Und zu meiner Überraschung war ich gar nicht müde und konnte nur 2 Stunden schlafen..

 

Das war jetzt ein Monstertext 😀 Aber ich möchte halt, dass ihr euch dieses Ereignis vorstellen könnt. Denn es ist für die Leute hier sehr wichtig und es wird ziemlich viel Geld für diesen einen Abend ausgegeben.

 

Ganz liebe Grüsse aus Argentinien. Ihr hört bestimmt schon bald wieder von mir.

 

Sina