YFU Switzerland

Schweizer Essen in China (7. Oktober)

你们好

 

Heute vor zwei Monaten bin ich in Peking gelandet – unglaublich, wie schnell die Zeit bis jetzt vergangen ist. Nach dem mich meine Gasteltern in den letzten Wochen mehrmals gefragt hatten, ob ich etwas „Schweizerisches“ kochen könne, beschloss ich, (mit der Unterstützung meiner Schweizer Familie) Rösti zu kochen.

 

Beim Kochen lief nicht ganz alles nach Plan – ich hatte die „Härdöpfu“ spontan gekocht, allerdings nicht ganz „ling“ (wie es natürlich kommen musste). Ich war aber positiv überrascht, dass meine Gastfamilie überhaupt eine (Rösti-)Raffel hatte. Mit der Hilfe meines Gastbruders kam es dann gar nicht so schlecht heraus, so dass der Vater die Rösti als 非常好 (ausserordentlich gut) bezeichnete. Sie war natürlich nicht so gut wie sie bei meiner Grossmutter wäre, doch für eine Rösti „made in China“ war ich zufrieden.

 

 

 

Mein Gastvater hat bereits angekündigt, dass wir an einem Wochenende gemeinsam irgendein Rindfleisch kochen werden – ich bin gespannt, ob wir ein gutes „Grillmeister-Team“ sind.

 

再见

Ein abwechslungsreicher Sonntag (24. September)

你们好

 

Dieser Sonntag (24. September) war sehr vielfältig: Am Morgen waren wir am schulinternen „Art Festival“, am Mittag hatten wir Besuch und das „Znacht“ war für mich speziell.

 

Am letzten Freitag bin ich ziemlich zufällig in ein Schülerorchester gerutscht und durfte dann gleich beim Auftritt am Sonntag am „Art Festival“ mit dem Horn mitspielen. Während unser einziges Stück in der Probe am Freitag noch ziemlich abenteuerlich klang, war es beim Auftritt dank der Verstärkung von einigen Studenten gar nicht so schlecht. Anschliessend wurde ich gebeten, etwas auf Chinesisch zum Publikum zu sagen, zum Glück hatte dieses nicht allzu hohe Ansprüche. Nach unserem kurzen Auftritt gab es verschiedene Tänze zu sehen und Songs zu hören. Auch wenn das ganze Programm vielseitig war, fand ich die Dauer von über zwei Stunden etwas lange. Es war aber eine schöne Erfahrung!

 

Das Orchester, eine Tanzgruppe und das abschliessende Foto aller Teilnehmenden

 

Am Mittag kam ein Verwandter der Mutter zu Besuch, und wir gingen mit ihm auswärts „Hot-Pot“ essen. „Hot-Pot“ ist „unserem Fondue chinoise ähnlich – man sitzt an einem runden Tisch, und in der Mitte ist ein Topf mit einer kochenden Brühe. Die Brühe ist in einen scharfen und einen milden Teil zweigeteilt, worin man dann tellerweise Fleisch, aber auch Gemüse und Pilze, legt und kochen lässt. Ich bevorzuge die milde Brühe, denn die gekochten Stücke können vor dem Essen noch in eine Sauce gelegt werden, und zusammen mit der Sauce ist es für mich bereits genügend scharf.

 

 

Zum „Znacht“ gab es zu Hause Krebse, und zwar kamen diese ganz auf den Tisch, man musste sie also noch auseinandernehmen. Für mich war es das erste mal, dass ich Krebse ass, und deswegen nicht gerade einfach. Zum Glück halfen mir die Eltern, denn wenn ich einmal essen konnte, fand ich das Krebsfleisch fein.

 

 

Das einzig negative an diesem Tag war aus meiner Sicht die abgelehnte Rentenreform. Ich stelle mich bereits darauf ein, gegen die Neuauflage der Altersvorsorge der politisch rechten Seite Unterschriften für das Referendum zu sammeln.

 

Ich hoffe, dass es hier in China so weitergeht – jetzt haben wir noch eine Woche Schule, und danach haben alle wegen dem chinesischen Nationalfeiertag eine Woche Ferien.

 

再见

Besuch bei Verwandten (17. September)

你们好

 

Als ich mir diesen Sonntag (17. September) am Morgen gerade Gedanken machte, was ich durch den Tag tun könnte, rufte mich mein Gastbruder, dass wir ziemlich sofort in die „Hometown“ gehen. Wir als Familie fuhren also eineinhalb Stunden mit dem Auto, ziemlich lange waren wir auf einer Autobahn. Am Anfang war noch alles dicht bebaut, doch nach kurzer Zeit sah man keine grossen Häuser mehr. Dafür gelegentlich Abschnitte von Eisenbahnbrücken der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tianjin-Peking, mit der ich vor gut einem Monat nach Tianjin fuhr. Jedenfalls wurde mir gegen Ende der Fahrt klar, dass ich das Wort „Hometown“ nicht ganz verstanden hatte: Ich wusste die genaue Bedeutung nicht und dachte deshalb nicht an ein Heimatdorf, sondern mehr an eine Heimatstadt.

 

Im Haus eines Onkels in einem ländlichen Gebiet verbrachten wir dann einige Stunden. Als ich hereinkam, wurden mir sofort Früchte und getrocknete Kerne gebracht – als Gast verhungert man hier wirklich nicht! Später assen wir auch „Zmittag“. Es waren ziemlich viele Verwandte dort – Grosseltern, Tanten, Onkel, Kinder… Da es auf dem Land (noch) genügend Platz hat, sind die Häuser einstöckig. Um jedes Haus hat es eine Mauer, durch ein Tor kommt man in einen Innenhof, und von dort in die Wohnräume. Das besuchte Haus hat 4 Zimmer, die durch den Tag zum Leben gebraucht werden, in der Nacht dann aber zu Schlafzimmern werden. Im Innenhof hat es auch Platz für einen kleinen Garten, und rundherum (an der Mauer entlang) sind die sanitären Räume, bei diesem Haus auch ein kleiner Stall mit einigen Ziegen. Etwas später nahm mich ein anderer Onkel mit zu sich nach Hause, auch dort war die Einrichtung und Anordnung etwa ähnlich. Je nach Vermögen ist die Ausstattung etwas verschieden.

 

Blick in den Innenhof des Hauses des „ersten“ Onkels, hinten rechts die Wohnräume

 

Mit dem „zweiten“ Onkel ging ich dann zu einem nahen See. Ich sah keinen einzigen „Touri“, dafür waren viele Einheimische dort, einige fischten. Der Onkel probierte mir zu erklären, welche Techniken sie einsetzen – ziemlich jede erdenkliche Art. Einige fischten mit Netzen ganz kleine Fische heraus – ich verstand aber nicht, ob zum Essen oder grosssziehen gedacht. Mir gefiel diese Gegend sehr.

 

 

Was mir auffiel: Von den Strassen aus sah ich sehr viele Maisfelder. Sehr grosse, aber auch rund um die Häuser wird teilweise jeder Quadratmeter für Maispflanzen genutzt – seit dem Moment, als ich einen Kompost sah, gehe ich davon aus, dass es (mindestens) ein wichtiges Grundnahrungsmittel für die Landbewohner ist.

 

(falls man es nicht erkennt: Alle Kompostringe sind voll mit abgegessenen Maiskolben)

 

Dies war mein erster Ausflug aufs Land, und ich genoss es. Es ist in vielen Belangen komplett unterschiedlich zum Leben in der Stadt, aber genau gleich interessant. zum Beispiel kann man auf den Strassen laufen, ohne in dauernder Lebensgefahr zu schweben… Um den chinesischen Nationalfeiertag am 1. Oktober werde ich aber erneut einige Tage dort verbringen – ich freue mich darauf!

 

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Mein erster Monat in China (9. August – 8. September)

大家好!

 

Ich bin bereits einen Monat in China, davon vier Wochen in meiner Gastfamilie – die Zeit geht extrem schnell vorbei. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass ich länger in China bin. Auch wenn ich nur einen kleinen Ausschnitt vom „chinesischen“ Leben und der Umgebung gesehen habe, ist mein Kopf bereits ziemlich gefüllt mit Eindrücken. Zeit also für einen Rückblick.

 

In der Familie habe ich mich inzwischen eingelebt. Mein selbstständiger Bewegungsbereich rund um die Wohnung ist zwar ziemlich beschränkt, doch angesichts der Verantwortung, die meine Gasteltern tragen, kann ich das verstehen. Die Gastfamilie gibt sich aber Mühe, mir viele verschiedene Orte und Dinge zu zeigen. So waren wir vor drei Wochen (19.8) in der „Ancient City“. Ich bin nicht ganz sicher, ob es so hiess und ob es original oder nachgebaut ist, jedenfalls sind es alte, traditionelle Häuser, in denen kleine Läden sind, die allerlei verkaufen. Mein Gastvater schenkte mir dort einen Fächer, und wir assen verschiedene Süssigkeiten. Letzten Sonntag (3.9) gingen wir in einem Stadion etwas ausserhalb von Tianjin Kunstturnen schauen. Das weil im Moment in Tianjin die chinesischen Meisterschaften stattfinden. Es ist ein grosser, bedeutender Anlass, der jeweils alle vier Jahre stattfindet, wobei die Austragungsorte wechseln. Man kann alle möglichen Sportarten sehen. 

 

Auch mein Gastbruder nimmt mich mit, zusammen mit seinen Freunden spielten wir vor zwei Wochen (26.8.) Kartenspiele. Dazu mieteten sie einen kleinen Raum. Ich verstand zwar nichts, doch es war unterhaltsam. Diesen Freitag (9.9.) gingen wir, wieder mit seinen Freunden ins Kino. Zu meinem Glück war der Film auf englisch mit chinesischen Untertiteln. Allgemein ist es in grösseren Gruppen immer sehr laut.

 

Mein Gastbruder nimmt mich aber nicht nur mit in die Stadt, sondern hilft mir auch sonst in fast allen Belangen: Schule, Freizeit und vor allem mit der Sprache. Auch wenn es mit meinem Chinesisch manchmal für ganz einfache Gespräche reicht, wäre ich ohne seine Übersetzungen ziemlich verloren.

 

Der Gastvater übersetzt häufig mit seinem Handy Chinesisch auf Englisch, und ich probiere dann, auf Chinesisch zu antworten, es funktioniert aber nicht immer. Nach der Schule hilft er mir gelegentlich beim „Voci“-Lernen, in dem er die Schriftzeichen überprüft und korrigiert. Zu Hause schreibt er selber oft Schriftzeichen (Kalligrafie), und so legt er bei mir viel Wert auf korrekte, schöne Schriftzeichen.

 

Das Essen in der Familie ist sehr gut und abwechslungsreich. Fleisch, Gemüse, Früchte, Teigwaren, Suppen und viel Reis: Es gibt ziemlich alles. Im Gegensatz zum Essen in meiner Schweizer Familie sind die Gerichte fast nur chinesisch und viel weniger international. Zudem essen wir hier zwischendurch viele Früchte, aber nur selten irgendetwas Süsses.

 

In der Schule finde ich langsam Anschluss, nicht im Unterricht, dort beschäftige ich mich selber, sondern während der Mittagspause, wenn ich mit Mitschülern zusammen esse. Sie fragen mich jeweils aus, über die Schweiz, meine Familie und und und… Oft sind es auch eher komische Fragen, weshalb ich dann lachen muss.

 

Diese Aufzählung hier ist eigentlich noch nicht beendet, doch irgendwo muss ich einen Punkt setzen. Allgemein geschehen hier so viele kleine lustige Sachen, die die störenden Punkte für mich überwiegen.

 

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Meine erste Schulwoche (28. August – 1. September)

你们好

 

Diese Woche hat an meiner Schule der Unterricht wieder begonnen. Wie in der Schweiz herrscht auch hier in China im Bezug auf den Schulstart ein bisschen der „Kantönligeist“ – je nach Stadt und Schule unterscheidet er sich um Wochen und Tage.

 

Kurz noch eine Rückblende auf den letzten Sonntag (27. August): Am Mittag erhielt ich eine Meldung, dass die Übertragung zum „Unspunnen“-Schwingfest begonnen hat. Ich probierte den Stream aus, und er funktionierte. Ich war ziemlich überrascht, denn fast alle Videos (Liveübertragungen, Interviews, …) beim Sport sendet SRF nur innerhalb der Schweiz. Ausgerechnet Schwingen ist also in aller Welt verfügbar – ein Deal von SRF mit der SVP wegen der No-Billag-Initiative? Ich zeigte und erklärte das Schwingen meinem Gastbruder, doch dieser war nur beschränkt begeistert – Schwingen ist eigentlich auch nicht so mein Sport.

 

Zurück zum Schulalltag: Nach zehnminütiger Autofahrt sind wir jeweils bereits vor dem Öffnen der Schultore um 6:45 dort. Das Schulgelände ist von einem Zaun umgeben, man kommt nur durch ein Tor hinein und hinaus. Das Tor ist für die Schüler aber nur ganz am Morgen, am Mittag und am Abend offen. Es wird von Sicherheitskräften überwacht. Als Austauschschüler darf ich beim Lehrerbuffet „Zmorge fassen“ (ich nehme jeweils verschiedene Brötchen) – die anderen Schüler*innen kaufen oder nehmen etwas zum Essen mit – und dann esse ich es zusammen mit den rund 40 Schüler*innen meiner Klasse im Schulzimmer. Zu Hause in der Gastfamilie esse ich nichts, bevor wir zur Schule gehen. Um etwa 7:15 beginnt die erste Lektion, und bis um 12 Uhr, wenn die Mittagspause beginnt, finden total 5 Lektionen statt. Das Mittagessen wird wie das Morgenessen im Klassenzimmer gegessen. Beim Lehrerbuffet gibt es immer Reis, dazu Fleisch, Gemüse und Suppe. Am Nachmittag habe ich mit einer Chinesischlehrerin Einzelunterricht, das läuft ziemlich gut. Anschliessend muss ich noch bis zum Schulschluss 17:30 zurück in die Klasse. Für den Heimweg nehmen wir grundsätzlich den Bus, wenn mein Gastbruder aber viele Hausaufgaben hat, nehmen wir ein Taxi. Noch total ungefähr 12 Stunden sind wir wieder zurück zu Hause.

 

In den Lektionen vertehe ich eigentlich nichts (ich lerne meistens für mich Chinesisch), in einer Lektion fand ich nicht einmal das Fach heraus. Im Englisch komme ich meistens mit, es ist aber ziemlich auf Grammatik ausgerichtet. Im Math und Physik würde ich das Thema wahrscheinlich verstehen, doch die Sprache ist zu wenig universell, als dass ich nachkommen würde. Es gibt zwar einen Stundenplan, doch gelegentlich kommen unerwartet Lehrer, die Aufgaben zurückgeben oder etwas verkünden. Die Schule hat in China einen ganz anderen Stellenwert, als in der Schweiz: Alle sind konzentriert, machen während Pausen Aufgaben oder sprechen mit Lehrern, und es „motzt“ niemand. Da sie aber wirklich viel Hausaufgaben haben, sind sie oft müde.

 

Jeden Montag wird morgens auf dem Sportplatz die ganze Schule versammelt (4000 Schüler*innen) und zur Nationalhymne die chinesische Flagge aufgezogen. Am Nachmittag habe ich bisher zwei Mal die Übungen (ebenfalls auf dem Sportplatz zu Musik) miterlebt. Sonst gibt es gelegentlich die „Augenmassage“. 

 

Ich bin mir bewusst, dass ich hier alles „so ungefähr“ schreibe. Ich kann aber nach dieser ersten Woche, in der fast alles neu für mich war, nur wenig bestimmt sagen. Zudem fällt es mir bei meiner riesigen Auswahl an Eindrücken ziemlich schwer, die „richtigen“ herauszusuchen. Ich hoffe trotzdem, das ich hiermit einen ersten Eindruck vermitteln konnte.

 

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Chinesischunterricht in Tianjin (14. – 25. August)

大家好!

 

In den vergangenen zwei Wochen hatte ich jeweils von Montag bis Freitag zusammen mit den anderen YFU-Austauschschüler*innen, die in Tianjin wohnen, Chinesischunterricht.

 

Das „Abenteuer“ begann eigentlich immer bereits eine Stunde vor dem Unterricht: Dann nämlich, wenn ich das Haus verliess und zum Bus ging. Ich sehe, bemerke und rieche jedes Mal neue Dinge. Besonders spannend in dieser Hinsicht ist die anschliessende Busfahrt: Während ungefähr 50 Minuten pro Weg bin ich in einem Doppelstöcker-Bus unterwegs und geniesse die spektakuläre Aussicht. Genauso unterhaltsam ist auch der Verkehr, doch dazu werde ich später einen Beitrag schreiben.

 

Der Chinesichunterricht hier in Tianjin war anders, als ich es vom Unterricht in Bern gewohnt war: Er war verhältnismässig monoton und wir begannen mit dem Chinesisch wieder von 0. Zudem hätte ich gerne Hörverstehen (oder etwas in dieser Art) geübt. Nach einigen Tagen verbesserte sich aus meiner Sicht der Unterricht, die Lehrerin ergänzte das Lernmittel mit eigenen Beiträgen. Der ganze Unterricht wurde für alle verkompliziert, da wir sechs Austauschschüler*innen verschiedenste Niveaus hatten – von (Fast-)Muttersprache bis fast gar nichts.

 

In der Mitte und am Ende des Kurses gab es je einen Test über den Stoff.

 

Jedenfalls ist der täglich 3.5 Stunden dauernde Unterricht nun vorbei und ich bin auf die Schule gespannt, die nächste Woche definitiv beginnt.

 

再见

Xiangqi (ab 13. August)

你们好!

 

Am zweiten Tag in meiner Gastfamilie stellte mir mein Gastbruder das „chinesische Schach“ (象棋 Xiangqi) vor, und seither spielen wir es täglich – in neun Tagen haben wir ca. 30 Partien gespielt. Mein Gastbruder und ich sind ungefähr gleich gut, und so haben wir im Total beide etwa gleich viele Siege. Die Partien zwischen uns sind jeweils eng. Einmal spielte ich gegen den Gastvater – doch ich hatte keine Chance und verlor deutlich.

 

Xiangqi ist dem Schach, das wir bei uns in der Schweiz kennen, ähnlich, es hat aber einige abgeänderte Figuren und das Spielfeld (8 x 9 Felder) ist in zwei Hälften geteilt. Zudem gibt es eine Sonderzone, Palast genannt, rund um den König (4 Felder). Ein weiterer Unterschied ist, dass sich die Figuren nicht auf den Feldern, sondern auf den Linien bewegen. Zusätzlich gibt es zwei drei Regeln, die beim Xiangqi neu sind.

 

Grundaufstellung

 

Von aussen nach innen: Wagen, Pferd, Minister, Leibwächter und der Feldherr. 2 Reihen weiter vorne sind die Kanonen, und davor die Soldaten. Der Wagen und das Pferd funktionieren genau gleich wie bei „uns“. Der Minister kann 2 Felder  diagonal fahren, muss aber immer innerhalb der eigenen Hälfte bleiben. Der Leibwächter kann nur 1 Feld diagonal fahren und darf den Palast nicht verlassen, genauso der Feldherr, der 1 Feld seitwärts oder vorwärts fahren kann. Die Kanonen können sich wie der Wagen bewegen, um eine Figur zu „fressen“ müssen sie aber eine beliebige Figur überspringen. Diese Figur macht für mich das ganze Spiel unberechenbarer. Die Soldaten können innerhalb der eigenen Hälfte 1 Feld vorwärts fahren und auch nur vorwärts „fressen“. Sind sie aber einmal in der gegnerischen Hälfte, dann können sie auch seitwärts fahren, nicht aber rückwärts. Hier gibt es einen ausfüührlichen Spielbeschrieb.

 

Mattstellung

 

Jeder Spieler hat jede Figur doppelt, ausser den Soldaten (5 Stück) und dem Feldherr.

 

Wenn ich jeweils gegen den Abend durch die kleineren Strassen gehe, dann sehe ich an den Strassenrändern viele Grüppchen. In deren Mitte sitzen jeweils zwei Spieler, die gegeneinander Xiangqi spielen. Als Tisch brauchen sie oft den Gepäckträger ihrer „Töffli“. Auch wenn diese Grüppchen meist aus älteren Männer bestehen, finde ich es schön, dass man am Abend zusammenkommt und etwas zusammen macht.

 

再见

Das bisherige Wetter (9.-17. August)

你们好!

 

Wegen der gestrigen Sintflut, und weil das „chinesische“ Wetter auch sonst einige Unterschiede zum „schweizerischen“ Wetter hat, möchte ich heute das bisherige Wetter beschreiben. Ich bin mir bewusst, dass eine Woche eigentlich nicht wirklich aussagekräftig ist, doch es ist bisher ziemlich typisch für den Sommer: Durch den Tag ist es immer so grob 30° C warm (für mich fühlt es sich wärmer an), kombiniert mit einer (jedenfalls für mich) sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Besonders krass fand ich es im Camp direkt nach der Ankunft in Peking, wo wir die Zimmer klimatisieren konnten (bei uns auf 16° C heruntergekühlt): Wenn ich aus dem kalten Zimmer nach draussen an die heisse feuchte Luft ging, war ich fast direkt nass. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit regnet es dann manchmal gegen den Abend mehr oder weniger stark (einmal fiel in der Nacht der Strom aus).

 

Gestern allerdings regnete es innerhalb von ungefähr 30 Minuten so stark, dass die Strassen knöcheltief und höher mit Wasser bedeckt waren. Während diesem Regen fuhr ich in einem Bus, und ich war erstaunt, dass der Verkehr (wenn auch verlangsamt) weiterlief. Auch die Velofahrer trotzten dem Regen, wobei ihre Füsse am untersten Punkt (beim „Tschaupe“) teilweise im Wasser schwammen.

Als ich dann aus dem Bus ausstieg, musste ich direkt durch eine „Glunge“ gehen – die Füsse waren also nass. Zum Glück kam mich meine Gastmutter abholen und brachte mir Hausschuhe mit, worin wir dann durch die wasserbedeckten Strassen wateten. Auch viele andere Leute trugen Hausschuhe – einige waren sogar barfuss unterwegs, was mir aber zu riskant wäre. Wiederum andere „juckte“ der Regen und das viele Wasser nicht – sie liefen gemütlich in ihren normalen Schuhen umher.

 

再见

Mein chinesischer Name (13. August)

大家好!Hallo zusammen! 

 

Gestern erhielt ich von meinem Gastvater einen neuen chinesischen Namen: 丁嘉瑞 (Ding Jiarui). Ding ist der Nachname meiner Gastfamilie, Jia der erste Teil des Vornamens meines Gastbruders und Rui ist der erste Teil von Schweiz (瑞士 Ruishi). Da es ein „konstruierter“ Name ist, hat er weiter keine Bedeutung.

 

 

Allgemein wird in China der Nachname immer vor den Vornahmen gestellt. Weiter behält die Frau bei einer Heirat eigentlich ihren Nachnamen. Im Gegensatz zu unserem „Namensystem“ haben die chinesischen Vornamen auf Chinesisch (meistens) direkt eine Bedeutung und müssen nicht erst noch aus anderen Sprachen hergeleitet werden (ähnlich klingende Übersetzungen ausländischer Namen oder mein Name bilden eine Ausnahme).

 

再见!Bis bald! 

Flug Zürich – Peking (8./9. August)

你们好

 

Nach gut 9 Stunden Flug sind wir heute morgen um 5 Uhr in Peking gelandet. Leider konnte ich im Flugzeug nicht schlafen, was das ganze ein bisschen mühsam machte. Ich genoss aber die schöne Aussicht, besonders in der Nacht über Russland. Es gab auch lustige Momente, beispielsweise als ich im Flugzeug das erste Mal ein chinesisches „Coci“ sah.

 

Über dem Grossraum Moskau

Nachts über Russland

Landung in Peking, im Hintergrund Tianjin

 

Am Flughafen in Peking ging es dann ziemlich lange, bis wir die YFU-Helfer trafen. Beim Warten auf die weiteren AustauschschülerInnen konnten wir den Flughafen erkunden. Dabei sprach uns eine Chinesin an, die unbedingt mit uns auf WeChat befreundet sein wollte und wir dann auch addeten.

 

再见