YFU Switzerland

Ausflug zum ehemaligen Dagu-Fort (24. März)

你们好 !

 

Letzten Samstag gingen ein anderer Austauschschüler und ich zu einem ehemaligen Fort nahe des Meeres. Dort steht heute ein Museum, das an Gefechte zwischen Europäern und Chinesen im Rahmen der Opiumkriege erinnert.

 

(Kurzer historischer Rückblick ins 19. Jahrhundert: Chinas Wirtschaftspolitik war sehr protektionistisch, Ausländer mussten, wenn es überhaupt möglich war, über chinesische Mittelsmänner agieren, die ihrerseits damit grosse Gewinne erzielten. England hatte damals gegenüber China eine negative Handelsbilanz und um diese auszugleichen, exportierte England aus ihrer Kolonie im heutigen Indien Opium nach China. Die Handelsbilanz ‚besserte‘ sich schnell und viele Chinesen wurden abhängig. Der chinesische Kaiser verbot darauf den Opiumimport, worauf England den ersten Opiumkrieg startete und später, unterstützt von Frankreich, noch den zweiten Opiumkrieg. Beim ehemaligen Dagu-Fort mündet der aus Tianjin kommende Hai-Fluss ins Meer. Tianjin war damals ‚Pekings Hafen‘ und damit strategisch wichtig. Bevor man auf Peking erobern konnte, musste man in Tianjin durch, deshalb gab es Gefechte in Tianjin. Die Chinesen verloren beide Kriege und wurden mit ungleichen Verträgen dazu gezwungen, einerseits den Opiumimport wieder zuzulassen und andererseits das Land für ausländische Investoren, Händler, usw. zu öffnen. Damit begann in China eine Zeit des westlichen Imperialismus.)

 

Nach einer etwa zweistündigen Metro- und Busfahrt kamen wir beim ehemaligen Fort an. (Wir wohnen in der Stadt Tianjin, diese ist rund 50 Kilometer vom Meer entfernt; das ehemalige Fort liegt aber immer noch in der Provinz Tianjin.) Direkt vor dem Museum, das immerhin mit einer nationalen Bedeutungsskala geratet ist, führt eine autobahnartige Strasse (je drei Spuren pro Richtung) durch, die direkt zum nahen Hafen geht und deshalb mit vollbeladenen Lastwagen stark befahren ist. Es hat aber ’natürlich‘ keine Brücke für Fussgänger und so rannten wir gemeinsam mit einigen Chinesen über die Strasse – ich realisierte erst im Nachhinein, wie gefährlich es war.

 

 

Vom Museum selber hatte ich mir mehr erhofft. Im Innern sind viele alte Gegenstände mit Bezug zu den Gefechten ausgestellt und draussen stiegen wir auf eine der zwei verbliebenen Ruinen. (Zudem stand random ein alter Kampfjet herum.) Da heute das Gebiet um das ehemalige Fort verbaut und der Fluss kanalisiert ist, und es draussen keine Beschilderung hatte, konnte ich mir das Areal und die Vorgänge, die sich damals abspielten, vorstellen. Dafür konnte ich das Wetter geniessen: Es war den ganzen Tag sonnig und warm.

 

 

Das Wetter blieb fast T-Shirt-mässig, die nächsten Tage bleibt es rund 25 Grad warm, wobei es sich an der Sonne auch nach mehr anfühlen kann.

 

再见 !