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Frühlingsfest (15. Februar)

你们好 !

 

Am Donnerstag vor zwei Wochen (15. Februar) war das chinesische Frühlingsfest. Es ist das wichtigste chinesische Fest im Jahr. Da es jeweils am ersten Tag eines neuen Mondjahres ist, wird das Fest auch chinesisches Neujahr genannt (und nach dem „richtigen“ Neujahr am 1. Januar wünschte man sich deshalb gegenseitig erneut ein gutes neues Jahr). In der chinesischen Astrologie hat jedes Mondjahr eines von total zwölf Tiersternzeichen, und nun hat das Jahr des Hundes begonnen.

 

Die Gastfamilie ging mit mir bereits am Abend davor zu den Verwandten aufs Land. Die Mutter arbeitete und stiess deshalb erst zwei Tage später zu uns. Viele Chinesen gehen für diese Tage zu ihren Verwandten, die ausserhalb der Städte oder in anderen Provinzen leben. Folglich ist das Verkehrsaufkommen gross – wir waren selber zwar nicht betroffen, doch ich hörte es überall. Es gehen aber nicht alle Chinesen weg: Ich hörte von vielen Austauschschülern, dass sie mit ihren Gastfamilien in den Städten blieben und teilweise gar nicht speziell feierten.

 

Am 15. Februar selber wurde ich früh geweckt. Wir dekorierten die Häuser der Verwandten: An die Eingangstore zu den Innenhöfen und an die Türen klebten wir Plakate mit aufgedruckten chinesischen Göttern, ergänzt mit Spruchbändern. An die Fenster kamen kleine Wimpel. Die Grundfarbe dieser Dekorationen ist immer rot. Wir hingen diese Sachen ausschliesslich aussen auf – in den Räumen innen veränderten wir nichts. Alle anderen Häuser waren auch dekoriert, wobei sich der Schmuck immer stark ähnelte oder gleich war. Die „typischen“ Lampions sah ich aber eher selten.

 

Links das Haus der Verwandten auf dem Land; rechts die Wohnungstür meiner Gastfamilie in der Stadt.

 

Durch den ganzen Nachmittag wurden Jiaozi gemacht. Jiaozi sind vergleichbar mit Ravioli, sie haben aber eine etwas andere Form. Sie werden mit Knoblauchzehen und Essig gegessen und gehören traditionell zum chinesischen Neujahr dazu. Während viel Essen nur noch aufgewärmt oder online bestellt wird (die Kinder können die Mikrowelle bedienen, kochen können sie nicht), macht meine Gastfamilie die Jiaozi selber von Hand. (Ich sah bisher nur selten gekaufte Jiaozi.) Bereits um halb sechs assen wir dann Znacht (dauerte nicht einmal 15 Minuten) und anschliessend gingen wir nach draussen. Zu Fuss besuchten wir während etwa drei Stunden Verwandte, die nahe wohnen. Überall erhielt man verschiedene Kerne und Tee angeboten.

 

Auf diesem Bild fehlen noch eine Menge Knoblauchzehen und ein kleiner Kanister Essig.

 

Unterwegs nach dem Znacht.

 

Besonders an diesem, aber auch an den anderen Tagen ‚klepfte‘ es andauernd. Es wurde extrem viel Feuerwerk abgelassen, dies auch durch den Tag, wenn man absolut nichts davon sehen konnte. Meistens war es vor allem laut und nicht unbedingt schön. Oft, wenn jemand aus der Familie irgendetwas abliess, wurde das von niemandem auch nur beachtet – ich fand das amüsant.

 

An den folgenden Tagen kamen entweder Freunde und Verwandte zu uns oder wir gingen zu ihnen. So sah ich einige Zuhause und wie die Leute leben, was ich interessant fand. Es wurde weiterhin viel gegessen und die Erwachsenen spielten untereinander verschiedene Glückspiele (oftmals Majiang, das ich aber nicht begriff).

 

Die Tische sind fast immer so voll mit verschiedenem Essen und es gibt deshalb auch jedes Mal Resten.

 

新年快乐 !