YFU Switzerland

YFU Camp in Nanjing (6. – 10. August)

大家好 !

 

Vom 6. bis am 10. Februar fand in Nanjing ein von YFU organisiertes Camp statt. Alle YFU-Austauschschüler*innen aus China nahmen daran teil. Neben zwei Reisetagen hatten wir zwei Tage lang ‚Sessions‘ in kleineren Gruppen und an einem Tag machten wir eine Stadttour.

 

Die Hinreise auf Nanjing am Dienstag verlief gut – es gäbe zwar auch Direktzüge von Tianjin dorthin, doch YFU buchte Zugtickets für eine Verbindung mit umsteigen in Peking. So dauerte die Zugfahrt deutlich länger, dafür konnten wir mit den Austauschschüler*innen aus Peking gemeinsam reisen. Vom Zuhause bis ins Hotel war ich so total etwa sieben Stunden unterwegs. Anschliessend waren wir, abgesehen vom gemeinsamen Abendessen, frei – ich ging mit einigen zusammen Billard spielen. In China findet hat es sehr viele Billardräume, diese sind günstig: Für etwa 4-5 Franken pro Stunde kann man einen Tisch mieten. Man muss sich aber durchaus bewusst sein, dass diese Billardräume häufig geschmacklich einem Fumoir gleichen.

 

Der Mittwoch war der erste Tag mit richtigem Programm – wir verbrachten ihn in den Räumen einer Schule, die ganz nahe unseres Hotels liegt. Wir wurden in vier Gruppen unterteilt, die je von zwei ehemaligen Austauschschüler*innen geleitet wurden und sprachen über unsere Erfahrungen und Probleme des vergangenen halben Jahres. Ich fand das ziemlich gut – ich konnte nun, da ich doch einiges gelernt und gesehen habe in den vergangenen sechs Monaten, die Inputs und Ratschläge der Gruppenleiter*innen besser verstehen und habe das Gefühl, mehr davon zu profitieren als das in den bisherigen zwei YFU-Camps (eines in der Schweiz, eines direkt nach der Ankunft in China) der Fall war. Am Abend gingen wir nach dem Abendessen erneut Billard spielen – da wir dieses Mal mehr Leute waren, spielten wir hauptsächlich in Zweierteams. Ich bin eigentlich sehr schlecht in Billard, umso mehr erhöhte es für mich den Spassfaktor, dass der andere Spieler im Team, ein Deutscher, auch nicht so gut ist. Wir bildeten zusammen das Team ‚Deutschland-Schweiz‘ – am Schluss hatten wir trotzdem sogar eine positive Sieg/ Niederlage-Bilanz.

 

Am Donnerstag waren wir, gleich wie am Mittwoch, in den Gruppen. Während wir am ersten Tag eher zurückgeschaut hatten, blickten wir nun auf die verbleibende Zeit in China voraus. Wir machten mit allen zusammen ein kleines Spiel und präsentierten uns am Schluss gegenseitig etwas aus unserem bisherigen Austausch. Wir waren sehr frei in der Form: Powerpoint, Video, Fotos… Mit einem anderen Austauschschüler aus Tianjin hatteich zusammen eine Powerpoint gemacht. Wir hatten uns vorher mehrmals in Tianjin getroffen, um verschiedene Orte anzuschauen und später um daraus eine Powerpoint zu erstellen. Für die Präsentation hatten wir viel zu viel gemacht, doch wir hatten unterhaltsame Tage und ich sah neue Sachen, weshalb es sich aus meiner Sicht durchaus lohnte.

 

Am Freitag gingen wir, von YFU-Volunteers geführt, Nanjing anschauen. Zuerst gingen wir zum ‚Schwarzen Drachensee, wo wir kleine Boote mieten konnten.

 

 

Von diesem See gingen wir weiter zu einer Essensstrasse, in der wir gruppenweise das Mittagessen assen. Später spazierten wir sonst noch ziemlich zufällig in der Stadt umher – ich kann mich leider nicht mehr an die Namen der Plätze erinnern.

 

 

Die Rückreise am Samstag bot wieder einiges an Kuriosität: Wir aus Tianjin fuhren wieder über Peking, wir waren aber nicht im gleichen Zug wie die Leute aus Peking. Während wir einen Zug mit wenigen Zwischenstopps hatten und so etwa eine Stunde schneller als die Pekinger in Peking ankamen, hielt deren Zug an einigen Stationen, darunter auch in Tianjin. Das hatte zur Folge, dass wir alle deutlich unterwegs waren – ‚jäno‘,  ich nutzte die Fahrt zum Schlafen und deshalb kam mir die zusätzliche Zeit halbwegs gelegen.

 

Wenn ich so nun auf diese fünf Tage zurückblicke, merke ich, dass ich von der Stadt Nanjing selber nur wenig sah. Mir war es aber wichtiger, Zeit mit den anderen zu verbringen – und das ist mir aus meiner Sicht gelungen.

 

 

Dieses Camp ging unglaublich schnell vorbei. Es war das letzte Mal, dass YFU eine Zusammenkunft mit allen Austauschschüler*innen organisierte, was gleichbedeutend damit ist, dass ich viele von ihnen gut möglich bereits zum letzten Mal sah. Es war zwar erst das zweite Mal, dass man sich traf, doch weil alle irgendwie ein ähnliches Ziel haben, hat man sich gegenseitig schnell verstanden. Natürlich werde ich die Leute aus Peking noch sehen, vielleicht auch noch die aus Shanghai und Zufälle will ich sowieso nicht ausschliessen – doch so schwer es mir auch fällt, das hier nun zu schreiben, viele werde ich höchst wahrscheinlich nie mehr in meinem Leben sehen.

 

 

 

Am 15. Februar ist das Frühlingsfest, für das wir zu den Verwandten aufs Land gehen und dann dort einige Tage bleiben.

 

Heute Abend, als ich gerade im Zimmer am Schreiben dieses Blogbeitrages war, hörte ich plötzlich die Türen leicht ‚tschädärä‘ und mein Plastikhocker schwankte – die Erde bebte. Ich dachte von Anfang daran, dass es fast nur das sein könne, da es aber mein erstes erlebtes Erdbeben war, war ich vor allem verwirrt. Das Epizentrum lag etwa in der Mitte zwischen Peking und Tianjin (etwa 70 km entfernt) und hatte eine Magnitude von 4.4 – ich war noch nicht draussen seither, im Haus scheint aber nichts kaputt und auch das Licht funktioniert.

 

 

再见 !