YFU Switzerland

Verkehr in China

大家好!

 

Wenn man in der Schweiz etwas aus China hört, dann geht es oft um Verkehr. Ich hörte oft vom „Verkehrschaos“ in den grossen Städten. Ich versuche nun, meine Eindrücke aus Tianjin wiederzugeben.

 

Ich bin nicht sehr oft mit dem Auto unterwegs, es ist aber sehr populär: Viele Familien haben ihr Auto. Man findet alle westlichen Autos, es hat aber auch viele chinesische Automarken, die ich in der Schweiz nie gesehen habe. Je teurer ein privates Auto ist, desto gepflegter uns sauberer sieht es aus. Das im Gegensatz zu Lastwägen oder anderen geschäftlichen Fahrzeuge, diese sehen fast immer sehr schlecht aus, haben Beulen, sind dreckig…

 

Obwohl die Hauptachsen durch die Innenstadt viele, für mich als Schweizer scheinbar genügend Fahrspuren pro Fahrtrichtung haben, kommt man nur schwer vorwärts. Dies nicht nur morgends und abends, sondern häufig auch durch den Tag und am Wochenende. Der Stau wird in solchen Situationen, kombiniert mit dem Fahrstil der Chinesen, ziemlich chaotisch: Jeder probiert, möglichst schnell vorwärtszukommen, es wird in jede noch so kleine Lücke gefahren. Dann wird links und rechts überholt, man fährt einander knapp vor dem Auto vorbei. In kuriosen Momenten wird auch in die falsche Fahrtrichtung gefahren. Manchmal bleiben die Autos auch in der Mitte der Strasse stehen, um jemanden ab- oder einzuladen. Zudem darf man immer nach rechts abbiegen, bei Kreuzungen sind 180°-Wendungen erlaubt und Fussgängern gewährt man keinen Vortritt. Bis jetzt habe ich aber „nur“ einen kleinen Unfall gesehen, was angesichts der Umstände eher überrascht.

 

(Die Luftqualität ist nicht top, doch auf den Bildern liegt es vor allem an meiner schlechten Handykamera, dass der Himmel so grau und neblig aussieht.)

 

In Tianjin hat es öV (Bus, Metro, Bahn), und dieser wird auch benutzt. Die Busse sind sehr günstig, man bezahlt unabhängig von der Fahrtdauer etwa 40 Rappen. Allerdings sind diese abhängig vom Verkehrsaufkommen, sind sehr voll und es gibt keinen Fahrplan, sie fahren etwa alle 15 Minuten. Zudem bin ich nie ganz sicher, wo die Busse genau hinfahren – alles ist auf Chinesisch angeschrieben. Die Metro ist wenig teurer als der Bus, schnell und sehr einfach zum Benutzen – alles ist mindestens doppelt auf Chinesisch und in Pinyin angeschrieben. Da meine Familie aber nicht sehr nahe einer Metrostation wohnt, benutzen wir diese selten. Die Bahn wäre ebenfalls schnell, der Ticketkauf ist aber ziemlich kompliziert. Da das Taxi ziemlich günstig ist und es meistens viele hat, ist dieses beliebt.

 

 

Um allem Stau aus dem Weg zu gehen, benutzen viele Chinesen elektrische Roller (Motorräder mit Verbrennungsmotor hat es fast keine). Diese Roller profitieren davon, dass es am Strassenrand immer noch eine Spur hat, die für die Autos gesperrt ist. Häufig sind diese kleineren Fahrzeuge für die Fussgänger gefährlicher als die Autos, da sie leise und schnell fahren und man sie nicht gut sieht. Diese freie Fahrspur wird auch von vielen Velos benutzt – es gibt zwei grosse Veloverleihe, bei denen man über eine App auf dem Handy die Velos auf- und am Ende abschliessen kann. So kann man überall ein Velo nehmen und später irgendwo wieder abstellen. Es ist nicht nur praktisch, sondern auch günstig. Es hat nicht nur gemietete Velos, sondern einige Chinesen haben auch eigene Velos – diese sind aber fast immer uralt und quietschen stark.

 

Über den Verkehr hier könnte man unzählige Seiten füllen – ich hoffe, dass ich mindestens einige Eindrücke schildern konnte. Ich wünsche Allen frohe Weihnachten!