YFU Switzerland

Mein erster Monat in China (9. August – 8. September)

大家好!

 

Ich bin bereits einen Monat in China, davon vier Wochen in meiner Gastfamilie – die Zeit geht extrem schnell vorbei. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass ich länger in China bin. Auch wenn ich nur einen kleinen Ausschnitt vom „chinesischen“ Leben und der Umgebung gesehen habe, ist mein Kopf bereits ziemlich gefüllt mit Eindrücken. Zeit also für einen Rückblick.

 

In der Familie habe ich mich inzwischen eingelebt. Mein selbstständiger Bewegungsbereich rund um die Wohnung ist zwar ziemlich beschränkt, doch angesichts der Verantwortung, die meine Gasteltern tragen, kann ich das verstehen. Die Gastfamilie gibt sich aber Mühe, mir viele verschiedene Orte und Dinge zu zeigen. So waren wir vor drei Wochen (19.8) in der „Ancient City“. Ich bin nicht ganz sicher, ob es so hiess und ob es original oder nachgebaut ist, jedenfalls sind es alte, traditionelle Häuser, in denen kleine Läden sind, die allerlei verkaufen. Mein Gastvater schenkte mir dort einen Fächer, und wir assen verschiedene Süssigkeiten. Letzten Sonntag (3.9) gingen wir in einem Stadion etwas ausserhalb von Tianjin Kunstturnen schauen. Das weil im Moment in Tianjin die chinesischen Meisterschaften stattfinden. Es ist ein grosser, bedeutender Anlass, der jeweils alle vier Jahre stattfindet, wobei die Austragungsorte wechseln. Man kann alle möglichen Sportarten sehen. 

 

Auch mein Gastbruder nimmt mich mit, zusammen mit seinen Freunden spielten wir vor zwei Wochen (26.8.) Kartenspiele. Dazu mieteten sie einen kleinen Raum. Ich verstand zwar nichts, doch es war unterhaltsam. Diesen Freitag (9.9.) gingen wir, wieder mit seinen Freunden ins Kino. Zu meinem Glück war der Film auf englisch mit chinesischen Untertiteln. Allgemein ist es in grösseren Gruppen immer sehr laut.

 

Mein Gastbruder nimmt mich aber nicht nur mit in die Stadt, sondern hilft mir auch sonst in fast allen Belangen: Schule, Freizeit und vor allem mit der Sprache. Auch wenn es mit meinem Chinesisch manchmal für ganz einfache Gespräche reicht, wäre ich ohne seine Übersetzungen ziemlich verloren.

 

Der Gastvater übersetzt häufig mit seinem Handy Chinesisch auf Englisch, und ich probiere dann, auf Chinesisch zu antworten, es funktioniert aber nicht immer. Nach der Schule hilft er mir gelegentlich beim „Voci“-Lernen, in dem er die Schriftzeichen überprüft und korrigiert. Zu Hause schreibt er selber oft Schriftzeichen (Kalligrafie), und so legt er bei mir viel Wert auf korrekte, schöne Schriftzeichen.

 

Das Essen in der Familie ist sehr gut und abwechslungsreich. Fleisch, Gemüse, Früchte, Teigwaren, Suppen und viel Reis: Es gibt ziemlich alles. Im Gegensatz zum Essen in meiner Schweizer Familie sind die Gerichte fast nur chinesisch und viel weniger international. Zudem essen wir hier zwischendurch viele Früchte, aber nur selten irgendetwas Süsses.

 

In der Schule finde ich langsam Anschluss, nicht im Unterricht, dort beschäftige ich mich selber, sondern während der Mittagspause, wenn ich mit Mitschülern zusammen esse. Sie fragen mich jeweils aus, über die Schweiz, meine Familie und und und… Oft sind es auch eher komische Fragen, weshalb ich dann lachen muss.

 

Diese Aufzählung hier ist eigentlich noch nicht beendet, doch irgendwo muss ich einen Punkt setzen. Allgemein geschehen hier so viele kleine lustige Sachen, die die störenden Punkte für mich überwiegen.

 

再见