YFU Switzerland

Viele Feiertage und Ausflüge

Nach einem wunderbaren, nicht weissen Weihnachten mit meiner südafrikanischen Familie, vielen Geschenken, natürlich auch skypen mit meiner geliebten Familie in der Schweiz, einem Neujahrsfest mit steigenlassen von fliegenden Laternen und geniessen von dem schönen, warmen, besser gesagt heissen Sommerwetter in den Ferien, hat die Schule wieder begonnen.

Schnell hatte man sich wieder an den täglichen Rhythmus angepasst.
Doch da war in diesem ersten Quartal des Jahres auch viel Abwechslung.
So hatte unsere Schule den alljährlichen Valentinesball, bei dem wir bis spät in die Nacht getanzt haben und auch einen Strandspaziergang, bei dem wir mit Bussen an den Strand gefahren wurden und wir gemächlich laufend die Sonne und das Meer genossen haben.DSC02035

Auch sind meine Schwester und ich mit der Familie einer Freundin auf eine abenteuerliche Wanderung in einer wenig bergerigen Region Südafrikas gegangen. So haben wir zum Beispiel nach einem ganzen Tag laufen und nach einem kurzen Bad in dem Fluss der durch eines der Täler geronnen ist, in einer kleinen Höhle übernachted, um uns am nächsten Tag auf den ebenso langen und harten Rückweg zu begeben.DSC01693DSC01688DSC01709

Jetzt haben wir eine Woche Osterferien, bevor wir wieder in den südafrikanischen Schulalltag eintauchen.

Eure Saskia

 

Cape Town Tour

Endlich ist es so weit. Cape Town Tour!

Schon seit Nico, ein Freiwilliger von YFU Südafrika uns in einem unserer Orientationswochenden eine Präsentation der letztjährigen Tour gezeigt hatte, konnte ich es kaum erwarten mit den anderen Austauschstudenten eine ebenso unvergessliche Reise zu unternehmen.

An den 24 November war es dann endlich so weit. Nach drei Wochen Examen (die ich zum Glück alle bestanden habe ;)) hatten wir uns das alle endlich wirklich verdient.

Nach dreimal kontrollieren, ob ich wirklich alles eingepackt habe, vor allem Sonnencrème und Moskitosprei, schnappe ich mir noch schnell ein Kissen und meine Jacke (man weiss ja nie) und springe ins Auto meiner älteren Schwester, die mich, nach dem wir kurz in „Mister Price“, einem wirklich preiswerten Kleiderladen, den hellgrünen Blazer, in den sie sich verguckt hat, gekauft haben, bei Nicos Haus ablädt.

Dort verbringen die meisten von uns die erste Nacht, während die anderen erst früh am Morgen eintreffen um mit uns das Abenteuer zu beginnen. Doch auch so werden uns schon die Tourregeln eingetrichtert, die natürlich nur zu unserem Besten sind.
Aber zu unserer Freude bekamen wir auch den Tourplan mit einer Grobplanung der Aktivitäten, die wir auf unserer Reise erleben dürfen, die von unserer lieben Iris, der YFU-Freiwilligen, verantwortlich für PE und Umgebung zusammengestellt und organisiert wurde, was unsere Vorfreude natürlich noch steigerte.

Nachdem wir alle unser Gepäck in den kleinen Anhänger des kleinen Schulbusses, indem wir in den nächsten zwei Wochen viel Zeit verbringen werden, gepackt haben und wir uns in unseren Sitzen breit gemacht hatten, ging es endlich wirklich los und wir fuhren durch das Tor von Nicos grossem Haus auf zu unserem ersten Zwischenstopp auf dem Weg nach Cape Town. Das war in diesem Fall eine Brücke, von der sich unglücklicherweise schon viele in den Tod gestürzt haben.

Schon bald erreichen wir Jeffrey’s Bay, wo unsere Norwegerin ihr südafrikanisches zu Hause gefunden hat. Mit ihr im Bus geht es zur ersten Shopping Destination, die in ihrem Surfer Städtchen natürlich Billabong ist. Dort muss natürlich schon was gekauft werden, nur Hauptsache es steht Afrika darauf. So enden die meisten (auch ich) mit einem „Africa for Life“-Shirt in der Tasche.

Schon das Wetter des ersten Tages war ein Erfolg und mit einem Touristenprospektstrand zwei Minuten entfernt, geht es nicht lange und wir sind alle nass. Auch der Rutschen-Park direkt daneben wird noch kurz besucht.

Danach geht es weiter zu den Tsitsikamma Abenteuer Wasserfällen, wo wir unsere erste Nacht mit allen 12 Tourmitgliedern und unseren zwei Tourguides, Nico und Keegan verbringen.

Der nächste Tag zeigte uns, dass die Wasserfälle, das Abenteuer nach ihrem Namen wirklich verdient haben.
Mehr als eineinhalb Stunden rutschten wir an Stahlseilen über das, von den Baumwurzeln rot gefärbten Wassers von Plattform zu Plattform, während wir die atemberaubende grüne Natur um uns bestaunen konnten.
Doch das ungewöhnlich gefärbte Wasser nur von oben zu sehen war uns nicht genug, so wechselten wir, nachdem wir zu einem der grössten Bäume Südafrikas und auch riesigen, leider schon umgestürzten Bäume gefahren waren,
schnell in unsere Schwimmsachen und liefen hinunter zum Wasser.
Es war nicht so warm wie an dem Tag zuvor, und als wir dann das Wasser auf unserer Haut spürten, war es klar, dass die meisten umsonst die Kleider gewechselt hatten. Es war eiskalt.
Dennoch liefen ein paar, mich eingeschlossen, über einen rutschigen Steinpfad durch seichtes Wasser zur anderen Seite. Manche setzten sich hin, sodass das Wasser an ihren Beinen entlanglief, doch dann wagte sich eine schlussendlich doch ganz hinein und wenn jemand mal begonnen hat, folgen schnell die Nächsten. Auch ich fasste mir ein Herz und sprang in das um die neun Grad kalte Wasser.
Während die Meisten von den Wenigen, die sich das gewagt hatten nach weniger als zwei Minuten genug hatten, blieben die Norwegerin, zwei deutsche Mädchen und ich, das heisst alle Europäerinnen noch ein wenig im Nass. Als die Kälte dann unangenehm wurde und ich sie eigentlich mehr als brennendheiss als kalt wahrnahm, kamen auch wir wieder hinaus, mit der Überzeugung, dass wir jetzt abgehärtet gegen jedes folgende kalte Gewässer wären.

Am zweiten Abend hatten wir noch einen köstlichen Braai, bevor wir am nächsten Morgen, nachdem wir den sprechenden Vogel des Besitzers getroffen hatten, uns aufmachten zum Tsitsikamma Nature Reserve, in dem seltene Insektenarten zu finden sind, die nur dort unter speziellen Bedingungen überleben können.
Bei unserem kleinen Spaziergang durch den Park, überquerten wir auch ein paar Hängebrücken (Storms River Bridge), und wie zu erwarten hatten unsere Knaben einen Spass daran, diese zum Schaukeln zu bringen, was unerwarteter weise nicht viele störte.
Am Ende unserer Route hatte es einen grossen Felsen, der ein wenig ins Wasser hineinführte, und den wir natürlich beklettern mussten. So sassen schon bald so ziemlich alle auf diesem Stein und schauten ins schäumende Wasser hinunter, das den Klang von aneinanderschlagenden Steinen verströmte.
Man konnte beobachten, wie die Wellen die runden, relativ grossen Steine hinauf rollt und diese dann, sobald die Welle ihre Kraft verloren hat, den Steinhaufen wieder ein wenig hinunterrollen.
Zurück bei unserem Ausgangspunkt hatte es zu unserer Freude einen kleinen Sandstrand, an dem wir nicht Gefahr liefen unsere Köpfe an einem der spitzigen Felsen in der Brandung aufzuschlagen und bei dem wir ohne Probleme ins kühle Wasser waten konnten, auch wenn die Wellen sich zuerst nicht entscheiden konnten, ob sie uns jetzt weiter hinaus ziehen oder uns doch lieber zurück an den Strand spülen wollen.
Da wir dann schlussendlich die Entscheidung für sie fällten, lagen wir kurz darauf entspannt zwischen den, in diesen Art Gang hineinkommenden Wellen und genossen den wunderschönen Tag.

 

 

 

 

 

 

An der Bloukranz Brücke sahen wir, wie sich zwei mutige junge Frauen von der Brücke stürzten, natürlich nicht ohne Bungee-Seil, an dem für wenige Minuten ihr Leben hing.

Leider blieb es nur beim zuschauen…

 

Bald darauf durften wir uns aber auch in die Höhe begeben, beim „Acrobranch Obstacle course“ in Featherbed, wo wir in einem Kletterpark unsere Geschicktheit beweisen konnten. Es machte Spass die verschiedenen Hindernisse zu bewältigen.
Da ich zu den Schnelleren gehörte und wir manchmal auf die anderen Warten mussten, da Nico von uns allen gute Bilder schiessen wollte, machten wir uns am Schluss einen Spass daraus einander zu irritieren beim herumschauckeln der Hindernisse, dass, da wir uns mit Karabiner sicherten, natürlich keine Gefahr darstellte.

Der nächste Stopp war Knysna, wo wir an dessen Wasserfront ein leckeres Meeresfrüchte Mahl einnahmen, da dieser Ort berühmt für seine Austern ist und es sogar Austernwettessen gibt.
Mit einem Schiff fuhren wir ein wenig zwischen dem dicht bevölkerten und dem urwaldähnlichem Teil, auf dem diese trennenden Wasser herum, bis zum felsigen Durchgang, der ins weite Meer hinausführt, und der schon vielen Schiffen unfreiwillig den Meeresgrund gezeigt hat, weshalb dort ein kleiner Leuchtturm steht, der früher anzeigte, wann es einigermassen sicher sei, zu passieren.
Unsere Fähre legte dann bei einer kleinen Anlegestelle auf der Urwaldseite an, wo auch eine Art Restaurant stand mit einem Dach aus Baumästen, in dem wir unser Mittagessen einnahmen. Aber erst nachdem wir zu einem Aussichtspunkt transportiert wurden, wo wir ganz Knysna überblicken konnten und von dort dann mit unserer netten Begleitperson zurückgewanderten und so noch mehr von der atemberaubenden Schönheit und Geschichte Knysna’s erfuhren, die übrigens mit norwegischen Entdeckern zu tun hatte, was unsere Norwegerin natürlich dazu anstiftete noch mehr erfahren zu wollen, weshalb ich den halben Weg zurück zuhörte wie die ersten Einwohner von Knysna von der Schönheit des Gebietes davon abgehalten wurden in ihr Heimatland zurückzukehren, nachdem ihr Schiff zu Bruch gegangen war und sie bis zu dessen Reparatur gezwungen waren dort zu bleiben.

Schon bald verliessen wir Knysna, dass den Namen wirklich verdient hat, denn man spricht es „nice-na“ aus und „nice“ bedeutet in Deutsch so viel wie „schön“ und „na“ ist ein Ausdruck der so was wie „nicht wahr?“ bedeuten kann. So hat angeblicherweise jemand so was gesagt wie „schön, nicht wahr?“und schon hatte der Ort einen passenden Namen.

Weiter ging es nach Oudthoorn. Doch auf dem Weg dorthin machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei einem wunderschönen Wasserfall, was für uns alle eine Erleichterung war, da die Sonne erbarmungslos auf uns niederbrannte. Dort sprangen fast alle von einer etwa sechs Meter hohen Klippe ins erfrischend eisigkalte Wasser.
Von Oudthoorn aus, fuhren wir nach Wilgewandel. Dort erforschten wir die ‚Cango Caves‘.
Riesige Höhlen mit wunderschönen Hallen mit Stalagmiten, Stalagtiten und Säulen, die leider nicht mehr alle im Orginalzustand sind, da manche Menschen sich dachten, das so ein abgebrochenes Stück tausendjähriger Stein ein schönes Souvenir darstelle.
Weiter im Herz der Höhle, mussten wir uns durch kleine Durchgänge quetschen, um zu weiteren einzigartigen Gebilden zu gelangen.
Leider sind manche Teile der Höhle dann doch zu schwer zu erreichen, so muss man zum Beispiel durch kaltes Wasser tauchen, wozu wir leider nicht die Ausrüstung hatten…
Danach ging das Abenteuer aber anderweitig weiter. So gingen wir zu einer Ranch, wo wir auf Kamelen reiten durften und uns die Grundprinzipien und Bedeutung von Mandela näher gebracht wurden.
Um unsere Führungsqualitäten zu beweisen, mussten wir einander helfen verschiedenste Aufgaben zu erfüllen in einer Zeitspanne von 30 Minuten. So wurden wir in Dreiergruppen aufgeteilt, und weil es einfach so zu leicht gewesen wäre, wurde je eine Person in der Gruppe des Augenlichts beraubt, so auch ich. Während die anderen Aufgaben wie aus Maiskörnern Mehl zu gewinnen, ein Feuer zu machen und mit diesem aus einer bestimmten Sukkulentenart eine Medizin zu kochen, war es unsere ein Zelt zu bauen, das Platz für alle bot und zudem noch Wetterfest ist. Am Ende dieser halben Stunde waren alle Aufgaben erfolgreich erfüllt worden. Doch das war noch nicht das Ende dieses Tests. Die zwei Männer, die diesen Kurs leiteten, führten uns, nach einem kurzen Spiel in den danebengelegenen Wald, wo wir in Zweiergruppen aufgeteilt wurden. Sie banden je einen unserer Füsse aneinander und wieder erblindete je einer von uns. So mussten wir ein kleines Kletterhindernis bewältigen, indem der Sehende dem Blinden mit Anweisungen half. Danach durften wir es noch einmal auf eigene Faust beklettern. Weiter ging es im Hindernisparcour mit alleinstehenden Holzrollen, über die wir laufen mussten, ohne einmal den Boden zu berühren. Es wurde noch einmal schwieriger als wir von einer Holzrolle auf eine Wippe klettern mussten und darüber balancieren, die schmaler als mein Fuss war. Glücklicherweise schaffte ich auch dieses Hindernis, doch viele mussten spätestens bei diesem ein wenig betrügen ;), doch am Ende, nachdem wir noch alle über einen Teich an einem Stahlseil geschwebt waren und eine kurze Runde auf einer typisch südafrikanischen Eselkutsche gedreht hatten, erhielten dann doch alle ein Zertifikat, das beweist, dass wir diesen Kurs erfolgreich abgeschlossen haben.

Das nächste Ziel war eine Straussenfarm, auf der wir mehr über diese edlen flugunfähigen Vögel lernten. So zum Beispiel das Straussenleder eines der besten sei, dass sie wirklich sozusagen alles essen und das es ein Mythos ist, das diese Tiere ihren Kopf in den Sand stecken, wenn sie Angst haben.
Während zwei zu einem zahmen Strauss hineindurften, durfte ich und noch ein paar andere, die bei der Straussenlektion gut genug aufgepasst haben und eine der Fragen der Farmerin richtig beantworten konnten, doch tatsächlich auf einem Strauss reiten. Dazu mussten wir einen blauen Overall anziehen und mit der Hilfe zweier Männer auf das sattelartige Tuch auf dem Rücken des von ihnen gefangenen Strausses klettern, dessen Augen verbunden waren, um das Tier ruhig zu halten. Mit meinen Händen musste ich mich an der Stelle der Flügel festhalten, wo sie am Körper angewachsen sind. Dann ging es endlich los, doch leider war der Spass viel zu kurz. Schon nach einer Runde zogen sie mich vom Strauss hinunter, wenigstens bin ich nicht herunter gefallen, wie so mancher andere ;).
Diejenigen, die weder noch machen konnten, bekamen eine Straussenmassage. Sie bekamen eine Jacke und einen Topf voll Futter und stellten sich so vor den Zaun, der uns von den Sträussen trennte. Von hinten um den Hals pickten ihre Schnäbel in den Topf und massierten so mit ihren Hälsen den Nacken des Glücklichen. Nachdem wir noch austesten konnten, wie stabil Strausseneier eigentlich sind, indem wir ganz einfach draufstanden, besuchten wir noch den Hauseigenen Laden, indem verschiedenste Straussenartikel und Produkte zu finden waren, so auch kunstvoll bemalte Strausseneier, die leider nicht so billig sind…

Dann war es endlich so weit, wir machten uns auf, um das letzte, etwa 6 Stunden Fahrt Stück Weg, das uns von Cape Town trennte, hinter uns zu bringen. Doch zuvor machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp, um den Wildlife Park zu besuchen. Dort sahen wir alle möglichen Tiere. Von weissem Tiger, Löwe, Gebhard zu Krokodil, Nilpferd, Fischotter, Schildkröten, Affen und Vögel. Es war ein wirklich eindrücklicher Park. Man hat dort sogar die Möglichkeit einen Ferienjob zu bekommen, wo eine der Aufgaben sein wird die jungen und älteren Wildkatzen zu streicheln und putzen, um sie handzahm zu machen und zu halten.

So ziemlich das Erste, das wir von Cape Town sahen, war der Tafelberg. Gross und mächtig bäumt dieser sich neben der Stadt auf und scheint wirklich eine Tafel zu sein, mit seiner wie abgeschnittenen Spitze.
wir fuhren immer näher an ihn heran, bis wir an unserem Ziel angelangt waren. Einem Internat, indem wir in unserer Zeit in Cape Town übernachten werden. Zu unserem Glück hatte es einen Pool mit Sprungbrett direkt daneben und es kommt noch besser. Auch wenn zuerst eine Poolparty dort abgehalten wurde und eine Horde Kinder um den Pool herumrannte, sagte man uns, dass der Pool ganz unser sein werde, sobald die Party beendet ist, denn er gehört zur Schule. Doch in der Zwischenzeit fuhren wir, nachdem wir das Gepäck in unseren Räumen abgeladen hatten, zum Strand, um unseren ersten Sonnenuntergang in Cape Town mit perfekter Ferienstimmung zu erleben.
Abend wurde es dann noch ein wenig Horrormovie ähnlich. Denn die Schule machte Vieler Angst, mit ihren langen leeren Gängen, mit den vielen geschlossenen Türen und verschiedensten Geräuschen.  So machten sich die Knaben einen Spass daraus die Mädchen zu erschrecken. Doch nachdem der Krieg vorüber war, wurde uns noch ein McFlurry spendiert.

Am  nächsten Tag suchten wir die Wasserfront, den Sea- und Cape Point auf und fuhren noch zum berühmten Kap der guten Hoffnung. Danach genossen wir den Rest des Tages in der Sonne am oder im Pool, der jetzt ganz unser war, bevor wir am Abend das Kino besuchten und uns den letzten Teil der Twilight Saga bei der Wasserfront ansahen.

Robben Island, Eine Insel vor der Küste Cape Towns, die vollgepackt ist mit Geschichte, war unser nächstes Ziel. Diese war vor nicht allzu langer Zeit ein Gefängnis, in dem auch der berühmteste Mann Südafrikas, Nelson Mandela 18 seiner 27 Jahre in Gefangenschaft abgesessen hat.
Am Abend gingen wir noch bowlen. Kurz bevor wir durch das Casino daneben das Gebäude verliessen, machten ein paar vor uns noch einen Trip in einer der aufregenden Achterbahnen in einem 4D-Animator.

Später als normal startete der darauffolgende Tag, da wir alle ausschlafen durften.
Danach machten wir uns auf nach Seal Island. Wir stiegen in ein Boot, das uns dorthin bringen sollte. Über hohe Wellen, die das ganze eine Challenge für manchen Magen machte, gleitete das Schiff und schon bald kam die Insel in Sicht, oder eher, das was auf ihr lebte. Hunderte von Robben bedeckten beinahe die ganze Oberfläche. Braunes Fell überall, nicht nur auf dem Land, auch das Wasser drumherum war voller Leben. Aufgeregt wurden Fotos genommen, auch von mir. Doch dann kroch ein nicht so lieblicher Duft in meine Nase. Fäkalien von Unmengen von Robben können halt nicht wie das neuste Parfum von Chanel riechen. So war es nun die Aufgabe einer meiner Arme, meine Nase so gut wie möglich vor diesem beissenden Gestank zu beschützen, während der andere aufgrund des unruhigen Seeganges an der Reling halt suchte. Doch es dauerte zum Glück nicht allzu lange, bis der Wind den Geruch vertrieben hatte, als wir uns auf den Weg zum Pier zurück begaben. Dort angekommen hatten wir Zeit, um bei all den typisch afrikanischen Ständen am Hafen Souvenirs zu suchen, bis wir zu einem Fischrestaurant essen gingen, um danach zu Camps Bay zu fahren. Dort sollte ich erfahren, wie kalt der Atlantische Ozean wirklich ist. Nicht viele machten diese Erfahrung, doch ich und noch zwei andere, die auch schon in Tsitsikamma zu den Mutigen gehörten, wagten es. Ich kann nicht sagen, welches Wasser kälter war, dieses oder das in Tsitsikamma, doch in diesem Moment hatte ich das Gefühl, ich hätte meinen Kopf in flüssigen Schnee getaucht. Die Kälte bereitete mir sogar ein unangenehmes Kopfweh, das mich nach ein paar Minuten schnell wieder aus dem Wasser jagte. Doch ich bin froh, dass ich nun in beiden Ozeanen Südafrikas geschwommen bin.
Am Abend wurde uns allen wieder ein McFlurry von einem unseren grossartigen Tourguides spendiert.

Pinguine waren die Tiere des nächsten Tages. Leider konnten wir nicht wie geplant mit ihnen schwimmen, es war aber dennoch schön, diese kleinen Watschler zu sehen.
An diesem Tag besuchten wir auch die wohl grösste Attraktion und das Musst von Cape Town. Den Table Mountain.  Nachdem wir ein wenig in der Schlange gestanden waren, konnten wir endlich in die Seilbahn steigen, die mit einem sich drehenden Boden eine rundum Sicht ermöglichte. Oben angekommen hatten wir eine wunderbar klare Sicht hinunter auf Cape Town, das sich mir dann als grösser erwies als ich ursprünglich gedacht hatte.
Ein südafrikanischer Braai zurück bei unserer Unterkunft stand als nächstes an. So badeten und sonnten wir uns, während das Fleisch vor sich hin brätelte.
Am Abend konnten wir unsere Fahrtalente beim Go-Cart fahren beweisen. Es machte Spass dieses Gefährt so schnell wie möglich Kurve um Kurve, Runde um Runde zum Ziel zu fahren. unerwarteter weise stellte ich mich als schnell genug heraus, um im Finale mitzufahren, in dem sich die schnellsten unserer Mädchen und der Männerdominierenden Gruppe massen. Noch unerwarteter war mein Sieg, nach einem eventreichen Rennen, indem sogar ein Mitstreiter disqualifiziert werden musste.
Danach fuhren wir noch ein wenig in die Höhe, was uns eine gute Aussicht auf Cape Town bei Nacht gab. Wir hatten sogar noch live-Musik von unten, da genau an diesem Abend ein Lady Gaga Konzert im Stadion stattfand, weshalb wir sogar einer Limousine bei einem Kreisel begegneten. Später gönnten sich noch manche von uns ein nächtliches Bad in unserem Pool.

Nach Shopping besuchten wir Ratanga. Ein Abenteuerpark indem uns vor allem eine Achterbahn interessierte. In der fuhren wir so oft, dass die Aufpasser beim Einstieg wussten wer wir sind. Nach jeder Fahrt konnte man ein Bild von sich und seinem Sitznachbar bestaunen gehen. Wir planten manchmal sogar was für Gesichter wir ziehen wollten, das unsere Bilder so lustig wie möglich aussahen. Doch auch die Bahnen die Wasser involvierten bekamen unsere Aufmerksamkeit, doch leider hatten die Aufregenden, die uns besonders gefielen nicht nur uns angezogen, so musste man leider ein bisschen länger als fünf Minuten anstehen… Bei unserem Mittagessen hatten wir sogar live-Entertainment, so konnten wir einer Sänger zuhören und einem Zauberer seine Tricks bestaunen.
Am Abend besuchten wir noch ein Restaurant mit einem ganz speziell herausfordernden Menu. Ein T-Shirt und ein Platz für deinen Namen auf einer Wand winkten als Preis, wenn man erfolgreich einen Burger in 15 Minuten verspeist. Wäre nicht so schwer, wenn der Burger nicht sechs 200 Gramm Patties eingeklemmt hätte, das heisst 1.2 Kilo Schweinefleisch. Doch unsere zwei Tourguides und drei Mädchen unserer Gruppe stellten sich dieser Herausforderung, so auch ich.
Leider brachte ich nach 800 Gramm Fleisch nichts mehr hinunter, nicht einmal unsere Leiter schafften es, doch ein Mädchen ass den Burger, bis auf die Pommes erfolgreich auf, was sie offiziell zum grössten Esser machte, trotz ihrer schlanken Figur.
Leider war das unser letzter Abend hier und so packten wir am nächsten Morgen schweren Herzens unsere Sachen.

Die letzte Nacht bevor wir endgültig wieder nach Hause zurückkehrten, verbrachten wir nach einem langen Tag Busfahrt mit in einem Zughotel in Mossel Bay, direkt am Strand. Da wir an diesem Abend eine verfrühte Weihnachtsfeier abhalten würden und viele noch kein passendes Geschenk für die Person, die sie beschenken gefunden hatten, ging es noch auf einen kurzen Shopping-Tripp in Mossel Bay. Danach noch schwimmen im Meer bis zur Weihnachtsfeier.
Nach einem feinen Essen erhielt jeder noch einen Award für ein Ereignis, Talent oder Obsession, die den Leitern besonders aufgefallen sind. So erhielt ich einen Award, der mich zur Schnellsten unserer Gruppe erklärte, da ich alle im Go-Card-Fahren geschlagen habe.
Danach wurden endlich die Geschenke ausgetauscht. Ich bekam von unserer Brasilianerin  einen wunderschönen Bilderrahmen mit dem Schriftzug „Friends“ (Freunde) und Bildern auf denen wir zwei und auch die anderen zu sehen sind. Zufälligerweise hatte ich sie gezogen, so gab ich ihr im Gegenzug eine Halskette mit einer glitzernden Muschelschale in der Form von Afrika, worüber sie sich zum Glück auch sehr freute. Auch die anderen bekamen schöne Geschenke und so wurde der Abend ein richtiger Erfolg, vor allem als einer der Jungen, der in Cape Town nach Schwulen Ausschau gehalten hatte, da er gehört hatte, dass das die Hauptstadt der Schwulen in Südafrika sei, die Hasenohren und das Hasenschwänzchen mit den Netzstrumpfhosen, die er als Geschenk bekommen hatte anzog, wenn auch erst nachdem er dazu überredet wurde. Das amüsierte nicht nur uns, sondern auch die anderen Gäste.
Wir genossen den Abend am Strand noch bis spät in die Nacht, da wir am nächsten Morgen uns dann endgültig auf den Heimweg machten. Doch als Überraschung besuchten wir noch das Wasserrutschen Paradies und rutschten uns so die Müdigkeit ab, bis wir uns dann aufmachten um einen nach dem anderen unserer kleinen, aber besten Gruppe bei seinem südafrikanischen zu Hause abzuladen.

Wir alle hätten wenn möglich diese unvergessliche Tour noch verlängert, doch leider hat alles ein Ende, nur die Wurst hat zwei 🙂

Liebe Grüsse aus dem warmen Südafrika

 

 

 

 

 

Ganz viel Wasser und Schweizer

Ihr könnt es vielleicht nicht glauben, aber auch in Afrika kann es so viel regnen, dass Wasserleitungen platzen, Häuser überschwemmt und Strassen weggeschwemmt werden.
Zum Glück blieb unser Haus verschont, während schon ein paar Häuser weiter das Wasser abgepumpt werden musste. Schon ein paar Wochen zuvor hatte es heftig geregnet, und es hatte schon fast so ausgesehen als wäre es vorbei, doch wir hatten uns geirrt.

So mussten, zum Pech der 12 Schweizer Studenten, die zum grossen Zufall  im Oktober genau unsere Schule besuchen kamen,  manche ihrer Aktiwitäten dem Wetter anpassen werden.
Doch sie konnten so viel ich weiss dann doch alles machen. Der Organisator ihrer Aktiwitäten hat mir sogar erlaubt, manchen beizuwohnen, da ich ja auch ein Austauschstudent und Schweizer bin, wenn auch im Gegensatz zu den anderen aus dem Deusch- und nicht Französischsprechenden Teil, was mich dazu brachte mein nun lange ungebrauchtes Französisch wieder hervorzuholen. Doch da sie ja eigentlich herkamen um ihr Englisch zu verbessern, endete es dann doch meistens in Englischen Konversationen.

Wir besuchten die Nelson Mandela Universität und sahen viele grosse Maschienen und sogar ein solarbetriebenes Auto.
Da sie von einer Technikschule aus Neuenburg kamen, war es kein Wunder, dass wir auch die Volkswagen SA Company Fabrik und¨deren Auto Pavillon besuchten. All die grossen Roborter, die grosse Autoteile bewegten und zusammenfügten waren wirklich beindruckend, vor allem für mich, die eigentlich nicht viel von Technik versteht.
Das fertige Auto am Ende bestaunen zu können und zu wissen, was es alles braucht um es so weit zu bringen, machte mir klar wie viel Technik, Berechnung und vorallem Arbeit hinter einem für uns von Aussen betrachteten so simplen Forbewegungsmittel steckt.

Doch auch die animalistische Welt von Südafrika blieb von ihnen nicht unentdeckt.
Im Sea View Lion Park wurde uns die Möglichkeit gegeben, uns so nahe an grosse Raubkatzen zu begeben, dass wir nur die Hand auszustrecken gebraucht hätten, um über ihr Fell zu streichen. Aber auch noch nicht ausgewachsene Raubkatzen ernteten viele Blicke und manchen wurde sogar die Möglichkeit gegeben sich in das selbe Gehege zu begeben und sie sogar wirklich zu berühren.
Krokodile, Hyänen, wie auch Vögel und Erdmännchen konnten von einer sichereren Distanz betrachtet werden. In ein paar Terrarien konnten auch Schlangen bestaunt werden.

Ich glaube, dass ihre Erlebnisse in den kurzen drei Wochen, die sie in Port Elizabeth verbrachten, ihnen in Erinnerung bleiben werden.

Ein ganz normaler Tag

Da wir in einem kleinen Dorf ausserhalb von Port-Elizabeth leben und wir sozusagen jeden Tag in die Stadt müssen, ist  früh aufstehen angesagt, dass wir spätestens um sieben das Haus verlassen können. Zwei, drei Kurven nachdem wir aus dem Tor gefahren sind und schon sind wir auf der Hauptstrasse nach Port-Elizabeth, wo unsere und auch noch viele andere Schulen, umringt von einem Zaun stehen. Auf dem Weg dorthin fahren wir die meiste Zeit am Meer entlang, wo man den Hafen, die Schiffe draussen auf dem Meer, die brechenden Wellen und die Unendlichkeit des Ozeans bestaunen kann.

Mein Gast-Vater ist sehr gesprächig, so wird auf den Autofahrten oft geredet, manchmal aber auch nur gelesen oder einfach Musik gehört. Falls ein wichtiger Test ansteht, kann es auch gut sein, dass unser Gehirn schon vor der Schule auf Hochtouren arbeiten muss. J

Nach einer Weile sieht man die Stadt vor einem auftauchen, mit ihren Hoch- und dicht aneinander gebauten Wohnhäusern und Hotels, so nahe beim Meer wie möglich. Wenn es windstill ist (was relativ selten ist 😉 )kann man sogar das Ausmass der Luftverschmutzung erkennen, dann schwebt nämlich wörtlich eine gräuliche Wolke über der Stadt, was irgendwie traurig ist, wenn man es schon mit blossem Auge erkennt. Nichtsdestotrotz ist es eine schöne und mit über einer Million Einwohner die viert grösste Stadt in Südafrika.

Sobald man in die Stadt hineinfährt und bei der ersten Ampel anhält, sieht man Leute um die Autos streunen. Sie versuchen die verschiedensten Sachen zu verkaufen, meistens nur Krimskrams. Doch auch Kinder sind manchmal dabei. Manche verkaufen Zeitungen und andere auch nur meist nutzlose Dinge… Manchmal sind auch Stände an den Strassenrändern aufgestellt, wo grössere Sachen verkauft werden, so wie Spiegel, Orangen und Kartoffeln in Säcken, Flaggen… Wie ich gehört habe, brauchen die meisten dieser Leute das verdiente Geld auf eine nicht so gute Weise. Suchtmittel sind nämlich auch in Südafrika ein Thema.

Doch auch wir, die YFU Exchange-Students von Port-Elizabeth haben gebettelt, doch das aus einem guten Grund. Unsere Cape-Town Tour. Nicht alle von uns können sich dieses nicht ganz billige Vergnügen leisten, doch da wir niemanden von unserer kleinen, einzigartigen, wunderbaren Gruppe, bestehend aus Studenten aus Chile, Mexico, Brasilien,  Norwegen, Deutschland, Österreich und natürlich der Schweiz, zurücklassen wollen, haben wir uns alle die Zeit (19-20 okt) genommen für ein Sleep-over mit einem leckeren Braai und gemütlichem Beisammensein bei einem sehr gastfreundlichen YFU-Volunteer, um uns dann auf die Socken zu machen, um in geschäftigen Kreuzungen unser Glück zu versuchen. Im „schönsten“ Wetter, das uns schon nach ein paar Minütchen bis auf die Haut durchnässt hatte, liefen wir mit lustigen Klamotten und Schildern um den Hals gehängt, um so viele Blicke wie möglich auf uns zu ziehen, zwischen den haltenden und bei Grün wieder fahrenden Autos hin und her, um mit einem Becher, der eigentlich nicht zum trinken da war, doch trotzdem langsam mit Wasser gefüllt wurde so viel Geld wie möglich zu verdienen. Nach zwei Stunden wurden wir pflotschnass aber erfolgreich wieder abgeholt. Sogar unerwartet erfolgreich, denn wir haben mehr Geld im Regen erbettelt als gedacht, nur wegen der richtigen Einstellung und gutherzigen Autofahrern.

In der Schule angekommen, steigen ich und meine Gast-Schwester aus dem Auto, damit unser Vater zu seiner Arbeit im Waffenladen weiterfahren kann. Manchmal müssen wir zuerst noch den Kofferraum öffnen, um Plastiksäcke mit recyclebaren Sachen, wie Papier zu entnehmen, um sie dann in einem der Klassenräume zu deponieren, denn hier ist recycling nicht wirklich ein Thema und wird deshalb in der Gesellschaft leider nicht so eifrig ausgeführt, weshalb wir ein paar der wenigen sind…

Wenn wir nicht gerade recyceln, führt uns unser Weg direkt zur Schulbibliothek, wo wir unsere Freunde treffen, (manchmal noch schnell die Hausaufgaben erledigt werden) und auch die Pausen verbringen. Nachdem die Glocke geläutet hat, machen wir uns alle auf in unsere Klassenzimmer, wo wir als Klasse miteinander beten und je nach Wochentag auch eine Lesestunde haben. Es gab einmal einen grossen Putztag, an dem wir mit Schleifpapier die vollgeschriebenen Einzelholzbänke mit mühsamer Handarbeit sauber machen mussten, das hat gestaubt sag ich euch J.

Während dem Tag müssen wir immer wieder das Zimmer wechseln, was am Anfang nicht gerade einfach war, da sich sehr viele Räume nebeneinander in den zwei Stockwerken der Schule befinden, obwohl es mit zwei langen Gängen eigentlich recht simpel aufgebaut ist und ich mich dann schon bald alleine zurecht finden konnte.

Um zwei Uhr herum läutet die Schulglocke und die meisten Kinder werden auf dem Parkplatz von ihren Eltern abgeholt. Manche bleiben noch um Sport zu treiben. Hockey, Netzball, Kricket, Tennis oder natürlich  Rugby, der südafrikanische Nationalsport. Meistens bleiben auch wir in der Schule, um zu warten, bis mein Gastvater mit seiner Arbeit fertig ist, um uns dann mit sich nach Hause zu nehmen. Diese Wartezeit kann aber sinnvoll genutzt werden. Sei es lesen oder lernen und am Montag sogar zeichnen oder malen, in der Kunstklasse in der ich und meine Schwester teilnehmen.

Auf dem nach Hauseweg gibt es lustige Sachen zu entdecken, denn es gibt wirklich Leute, die neben einem „Autostopp-Verboten“ -Schild Autostopp versuchen. Da es sogar rote Linien an den Strassenrändern hat, die Autofahrer eigentlich gesetzlich davon abhalten, dort überhaupt anzuhalten, frage ich mich, was sie machen, wenn sie niemand mitnimmt…

Ich kann nur hoffen, dass sie bei dem Regen im Moment einen trockenen Schlafplatz gefunden haben, denn im Moment stehen sogar schon fast die Häuser in meinem Dörflein Unterwasser. Doch mir wurde gesagt, dass viel Regen einen guten Sommer bedeutet J und dass kann ja nicht mehr lange dauern.

Es hat aber schon schöne Sommertage gegeben. An einem Anfang Oktober war ich sogar schon im Meer baden, nach mehr als acht Jahren. Mit meinen neuen Schwestern, dem Freund der Älteren und dessen Kolleg. Da habe ich das erste Mal wieder pures salziges Meerwasser in meinem Mund und meinen Augen gespürt, bin von Wellen überrollt worden, habe mit einem Ball mit den Knaben zwischen Wellen gespielt und bin geschwommen. Hoffentlich wird es noch viele solcher sonniger Strandtage geben.

Viele Grüsse von der auf den richtigen Sommer wartenden Saskia

Fusion Camp „going loud“ 5-7 Oktober 2012

Fusion ist eine Jugendorganisation, die entwickelt wurde, um Jugendlichen einen Platz zu bieten, wo sie ihre spirituellen und sozialen Bedürfnisse durch inspirierende Lehre und Gottesdienst befriedigen können.

Glücklicherweise ist einer dieser Orte in Port Elizabeth. Dort wird jeden Dienstagabend so ein Treffen veranstaltet, an dem vor allem gesungen und getanzt wird mit Live- Musik von der hauseigenen Band. Doch sie organisieren nicht nur das. Dieses Wochenende hatten wir ein Camp in den Bergen (mir schienen es eher grössere Hügel zu sein ;)), aber mit einer fantastischen Aussicht.

Am Morgen früh trafen wir uns vor dem Fusion Gebäude, um dann mit zwei Kleinbussen an den Ort zu gelangen, an dem das Camp stattfinden sollte (Suurberg). Dafür mussten wir ein wenig der Grenze vom Addo-Elefant Park entlangfahren. Doch dieses kleine Stückchen hat schon gereicht, um Elefanten, Zebras, Springböcke und ein Warzenschwein bestaunen zu können, aber leider nur von Weitem. Bei solchen Aussichten wird einem wirklich bewusst, dass man in Südafrika ist.

Am Ort des Geschehens angekommen, entpackten wir zuerst alle Taschen, das mitgebrachte Essen und die Musikinstrumente, die an einem Fusion Camp natürlich nicht fehlen dürfen. Nachdem die Zimmer verteilt worden waren, gab es schon bald Mittagessen.

Danach erhielten wir Flaggen, für jede Zimmergruppe eine, um dann als nächste Aufgabe ein Gruppenmaskottchen zu gestalten. Mit dem was wir hatten, was rumlag und was die Natur zu bieten hatte. Nachdem wir  uns an dem uns angewiesenen Treffpunkt unserer Gruppe eingefunden hatten, dauerte es nicht lange, bis wir das Gerüst für unser Maskottchen entdeckten. Ein Holzstock mit langer verfranzter Rinde an einem Ende, die sofort zu Haaren erklärt wurden. Da wurden natürlich schon andere Ideen wach. Ein pinkes Haarband, ein gemaltes Gesicht, ein Hula-Röckchen aus Farn und Blumen, genug Blumen, das auch noch ihr Kopf damit geschmückt werden konnte. Angehobene, anfeuernde Arme aus Draht und zu guter Letzt fanden wir noch einen Backstein, mit einem so grossen Loch, damit sie fast perfekt hineinpasste, sodass sie aufrecht stehen konnte. Noch unsere rote Fahne in ihre eiserne Hand gedrückt und fertig war unser Kunstwerk. Nun musste nur noch ein Name her. Da wir da ein wenig weniger kreativ waren als zu Beginn, wechselten wir dann einfach die Sprache und tauften sie aufgrund ihres biologisch abbaubarem Schmuckes und meinen Französischkenntnissen „Madame de la Fleur“, was uns zu den „De la Fleur’s“ machte.

 

Am Abend, nachdem alle ihre Maskottchen vorgestellt hatten, der Gottesdienst vorbei war und wir einen leckeren Braai gehabt haben (grillieren auf südafrikanische Art ( mit viel Fleisch)), spielten wir ein sehr lustiges, Dunkelheit erforderndes Spiel. Jede Gruppe bekam einen Eimer, möglichst der Farbe ihres Fahnen entsprechend, zugeteilt. Diesen Eimer, in unserem Fall einen Roten, müssten wir uns holen, ohne von dem menschlichen Leuchtturm, der auf einer Erhöhung stand, erfasst zu werden, während dem wir uns, in möglichst dunkeln Kleider durch das Gras robbten, um unseren Eimer zu berühren. Sobald du dann doch vom Licht des Leuchtturms erfasst wirst, darfst du dich nicht mehr bewegen, denn sonst musst du wieder von vorne beginnen (sowie bei „Zeitung lesen stop“).  Das Team, in dem alle am schnellsten den Eimer berühren konnten, gewinnt. Nach einer lustigen, stillen und anstrengenden Mission gab es noch Tee und Kaffee, bevor wir uns aufmachten, um in unsere Schlafsäcke zu kriechen.

 

Am nächsten Tag kreierten wir noch einen Gruppenanfeuerungsruf, -lied, -tanz, den wir danach auf einer improvisierten Bühne aufführen durften. Danach gab es einen Gruppenwettkampf mit verschiedensten ausgefallenen Spielen, die Geschicklichkeit und Denkvermögen erforderten. Da es zu kalt war und es die vorige Nacht geregnet hatte, konnten wir das, wofür wir unsere Badesachen mitgebracht hatten leider nicht machen, doch lustige Spiele auf dem Grasfeld liessen es an nichts mangeln. Am Abend, nach Spiel und Sport, Gesang und einer von vielen guten und spannenden Predigen, von einem Mann, der mit seiner Frau extra aus Pretoria angereist war, gab es eine angenehme Gebetsrunde mit feiner Musik. Kaffee und Kuchen, aus der talentierten Küche rundeten den letzten Abend noch ab.

 

Am nächsten Morgen packten wir nach einem abschliessenden Gottesdienst unsere Sachen und fuhren wieder zurück nach Port Elizabeth, mit einem Lächeln im Gesicht, denn dieses Camp war wirklich unvergesslich. All die lieben Leute dort, Crew wie auch Teilnehmer hatten es zu einem vollen Erfolg gemacht und würde ich nicht nur ein Jahr hier bleiben, wäre ich das nächste Jahr auch wieder dabei.

 

Liefde groete uit Suid-Afrika

 

Saskia

 

National Park

Endlich habe ich wieder einmal die Zeit gefunden euch zu schreiben, was ich alles erlebe, hier so weit im Süden unserer Welt. Ich habe vor kurzem meine Gastfamilie gewechselt und lebe jetzt sozusagen neben dem Addo Elefant National Park, einem von 20 National Parks in Südafrika, wie ich in meinem neuen Fach ‚Tourismus‘ gelernt habe. Am 15 September feierte ich meinen Geburtstag. Das war der Tag, an dem ich eine neue Familientradition kennen lernte, denn um 5 Uhr in der frühe wurde ich mit Licht und einem Geburtstagsständlein geweckt und das an einem Samstag. Doch ich wurde mit einem wirklich guten Geburtstagskuchen entschädigt und mir wurde sogar Kaffee serviert. Danach durften wir alle noch einmal schlafen gehen. Doch mein Schlaf wurde schon bald durch ein misteriöses Klopfen an meinem Fenster gestört. Als ich hinaus spähte, war da niemand, doch schon als das nächste Klopfen ertönte, fand ich die kleine Ursache. Es war ein Vogel und wie mir erklärt wurde, einer der sehr revierbezogen ist. Ratet mal wer in sein Revier eingedrungen ist.
Sein Spiegelbild. Da das Fensterglas sein Abbild wiederspiegelt und er sich selbst nicht erkennt, versucht er sich selbst zu verjagen, in dem er ins Fenster fliegt. Doch das ist nicht die einzige Neuerung, denn es ist sogar möglich, dass Elefanten sich in das kleine Dorf verirren. Denn von denen besteht im Addo Elefant Park kein Mangel, wie der Name schon sagt. Inoffiziell habe ich ihn schon besucht, denn ganz in der Nähe fliesst ein Fluss, der direkt mit dem Meer verbunden ist, und schon am anderen Ufer ist Parkgebiet. Das heisst, wenn man hinüberschwimmt…J
Doch das funktioniert nur, wenn die Strömung nicht zu stark ist. Als ich das erste Mal mit meiner Schwester hinübergeschwommen bin, war die Strömung komischerweise in die falsche Richtung, nämlich vom Meer weg. Wie ich dann erfuhr hat das mit den Gezeiten zu tun und das Wasser war gerade dabei zu steigen. Schon hatte ich wieder etwas gelernt, nachdem ich schon zuvor versucht hatte Chemieformeln und Berechnungen in meinen Kopf zu kriegen, denn wir haben gerade die Quartaltests und da ich nicht das ganze Quartal da war, macht es nicht gerade einfacher. Doch das schöne Wetter macht alles wieder gut. Denn endlich ist der Frühling da und der Sommer nicht mehr weit. Da ist Glace essen dann nicht mehr ein seltenes Vergnügen. 😉

Sonnige Grüsse aus Süd-Afrika

Mein erster Schultag

Keine Angst, nicht mein allererster Schultag , nur der erste in Südafrika und der war im Nu vorbei, so wie die allererste Woche allgemein, denn nach drei Tagen Schule war langes Wochenende angesagt, da wegen dem Frauentag die Schule am Donnerstag ausfiel und da das so schön passte auch noch der Freitag zu einem freien Tag erklärt wurde. Doch am Montagmorgen war nichts mit ausschlafen, denn um 6:15 wurde ich von meinem Papa geweckt und durfte mich aus meinem warmen Bett erheben. Danach durfte ich eine komplizierte Schuluniform anziehen, das heisst langes, weisses Hemd, eine Dunkelblaue Krawatte, und weil ich so ein Talent im Krawattenknöpfe binden bin, durfte mir mein Vater dabei behilflich sein, doch das hellblaue Überziehdings ( sry, keine Ahnung wie man das richtig nennt :))  konnte ich wieder selbstständig anziehen. Und weiter geht’s: Einen dunkelblauen Rock, trotz nicht so sommerlichen Temperaturen und weil es so warm war ein Paar normale und die Schuluniformsocken, dann noch die, wie soll ich es sagen… sehr modischen und bequemen Schuhe. Zum guten Schluss noch meine schicke neue Schuljacke mit dem Schullogo. Doch nun musste ich noch meine Haare proper nach hinten binden um meinem Outfit den letzten Schliff zu verpassen und dann war es so weit, ich hatte es geschafft und  konnte endlich etwas essen.
Die Fahrt zur Schule war an diesem Morgen zu lang, auch wenn sie nur etwa zehn Minuten oder so dauerte, denn ich hatte keine Ahnung was mich erwartete. Zuerst durfte ich ins Schulsekretariat, um meine Fächer auszuwählen. Wissenschaften (Physik und Chemie), Tourismus und Biologie werde ich im nächsten halben Jahr besuchen, bis zu den grossen Sommerferien im Dezember, denn hier beginnt das neue Schuljahr mit dem neuen Jahr, das heisst das ich ein halbes Jahr die zehnte Klasse ‘repetieren‘ darf.
Ziemlich schnell begreife ich, als ich in der Klasse sitze, nachdem mich ein paar nette Klassenkameradinnen in dem irrgartenartigen Schulhaus herumgeführt hatten, dass ich hier ganz bestimmt Afrikaans und nicht nur Englisch lernen werde, denn ich bin an einer zweisprachigen Schule in einer Afrikaansklasse. Doch zum Glück beherrschen auch alle Englisch, auch die Lehrer sprechen Beginns netterweise Englisch mit mir. An diesem Tag erlebte ich etwas ganz neues, denn nach vier Stunden Schule, müssen an jedem Montag alle Schüler in die Aula, doch bevor du dort hinein kannst, musst du zeigen, das deine Nägel kurz genug sind und dann darfst du dich kurz setzen, bevor du dich für die Schulhymne erheben darfst, von der ich nicht einmal die Hälfte verstehe, da sie natürlich in Afrikaans ist. Doch danach geht es nicht lange und wir haben die letzte Stunde, nach der wir dann mit dem Auto abgeholt und nach Hause gefahren werden.
Nach einer drei Tage Woche, verreise ich mit meiner neuen Familie nach East Landon zu meinen neuen Grosseltern, die auf einer Art Farm leben, die mittlerweile sehr klein geworden ist und verbringe dort mit noch vielen anderen Familienmitglieder das Wochenende, das sogar einen schön warmen Tag bereitgehalten hat, auch wenn wir auf dem Weg dorthin sogar an Schnee vorbeigefahren sind, der natürlich inspiziert werden musste, da es ihn hier nicht unbedingt in grossen Mengen gibt .
Am Montag ging es dann wieder in die Schule, auch für meine lieben in der Schweiz ;).

Liebe Grüsse von Saskia

Eine lange Reise

Mehr als einen Tag bin ich gereist, bis ich endlich vom  Strand in Port Elizabeth den Ozean bewundern durfte. Zehn Stunden sass ich mit den anderen Austauschschülern aus der Schweiz im Flugzeug und wartete mit gemischten Gefühlen auf die Landung am Flughafen von Johannisburg. Dort angekommen erwarteten uns zwei nette Leute von YFU Südafrika mit einem Schild an dem Ausgang nach der Gepäckausgabe. Mit unseren schweren Koffern und dem Handgepäck beladen führten sie uns zu Wimpy, einem Restaurant im Flughafen, wo schon viele andere Austauschschüler aus den verschiedensten Ländern warteten. Nachdem sie uns allen ein Getränk spendiert hatten und nach und nach alle noch fehlenden Austauschschüler eingetroffen waren, trennten wir uns in Gruppen auf, um zu unseren jeweiligen Destinationen zu fahren. Als einzige Schweizerin, die in Port Elizabeth ihr neues zu Hause finden wird, stieg ich mit ca. 12 anderen Austauschschüler und unserem Reiseführer in einen Bus nach Pretoria, um danach in einem Übernachtungsbus bis hinunter nach Port Elizabeth zu fahren. Im Bus unterhielt man sich vor allem in Englisch, da es die meisten schon ziemlich gut beherrschten. Mit den anderen kommunizierte man mit Händen und Füssen. Nach einer Busfahrt, die einiges länger als der Flug gedauert hatte, tauchte vor uns endlich das endlose Meer auf. Nach einem guten Morgenessen fuhren wir noch näher zum Ozean, so dass man sogar die Boote draussen auf dem Meer genau erkennen konnte. In Bungalows verbrachten wir die Nacht nach einem langen Tag,  an dem uns die herzliche Zuständige für unseren Bezirk schon wichtige Regeln eingetrichtert hatte. Am nächsten Tag erfuhren wir mehr über Port Elizabeth und wie wir uns zu verhalten haben. Vor allem die Schule war ein grosses Thema, denn  dort herrschen strenge Kleidungsvorschriften, auch das Haar und die Nägel haben ordentlich zu sein.  Doch wie streng es wirklich sein wird werde ich am Montag erfahren, meinem ‚ersten Schultag‘, doch bevor es soweit ist, darf ich noch ein Wochenende mit meiner neuen Familie verbringen und so das Leben hier schon ein bisschen kennen lernen.

 

Die Schuluniform besorgen steht auf der Einkaufsliste am ersten Tag nach der Ankunft bei meiner Gastfamilie zu Oberst auf der Liste mit zu besorgenden Sachen. Als Zweites warme Kleider, denn ich musste am eigenen Leib erfahren, dass es auch in Südafrika eisig kalt werden kann. Wind und Wetter machen es nicht gerade besser, denn in letzter Zeit hat es so viel geregnet, dass man auf manchen Strassen durch kleine Seen fahren darf und Wasser literweise ins Meer läuft. Doch die Palmen überall lassen einem auf bessere Zeiten hoffen, und die werden kommen, dass wurde mir versichert. So freue ich mich auf den zweiten Sommer dieses Jahr und hoffe, dass der zweite Winter schnell vorbei sein wird. Bis dahin werde ich hoffentlich Afrikaans beherrschen, denn einige Wörter habe ich schon aufgeschnappt.

 

Groete van Suid-Afrika

 

Saskia