YFU Switzerland

Heii

Viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Beitrag, und viel hab ich erlebt. Also der Sommer ist mittlerweile da und fast täglich zeigt das Thermometer um die 40 Grad Celsius an. Manchmal sind es auch nur so um die 35 Grad aber mit der grossen Luftfeuchtigkeit, fühlt es sich weitaus mehr an. Das Gefühl, wenn du im Bus fährst und du die Schweissperlen an deinen Beinen beobachten kannst, und du dich fragst wie es im Januar sein wird, der heissesten Zeit.

Meine knapp drei Monate Sommerferien haben begonnen. Jeden Morgen treffen sich viele Junge im Club um Volley zu spielen, danach gehen wir uns Sonnen und im Pool erfrischen.

Gestern war ich am „bañado“, einer Aufführung in einer sehr armen Zone Paraguays. Dort gehen meine Schwester und zwei Cousinen jeden Sonntag morgen freiwillig den Mädchen im alter von 2-6 Jahren Ballett unterrichten. Es war sehr berührend, die Kinder in ihrem Element zu sehen, glücklich und sorgenfrei. Zuerst spielten einige Musikgruppen und ein kleines Orchester, eine Theatergruppe, danach kamen die Tanzgruppen. Ballett, paraguayischer Volkstanz (mit langen Röcken, traditionell handgemacht; balancieren Körbe und Tontöpfen oder Glasflaschen auf ihren Köpfen; die Musik ist fröhlich und aufmunternd) und Modern Dance. Das ganze Dorf hat sich versammelt, um die Aufführung der Kinder zu sehen, der kleine Raum bot dafür nicht annähernd genug platz.

Ich ging an meine erste Hochzeit hier in Paraguay und generell die erste wieder seit langer Zeit. Die Schwester meiner Klassenkameradin hat geheiratet und meine ganze Klasse war eingeladen. Wir kamen ein bisschen spät an, alle waren bereits am Tanzen, verpassten also das Essen und den Balz. Es war eine super Nacht, wir tanzten fast „non stop“ bis die Hochzeit fertig war. Die paraguayische Band „Kchiporros“ trat auf, dessen Musik ich schon oft gehört aber noch nie live auftreten gesehen habe. Und auch an diesem Fest habe ich natürlich wieder neue Bekanntschaften gemacht.

Vergesse immer wieder, dass jetzt dann bald Weihnachten ist. Die geschmückten Weihnachtsbäume aus Plastik in den Shoppingcentern und die leuchtenden Sterne in meiner Strasse erinnern mich immer wieder aufs neue daran. Sonst gibt es aber kein Anzeichen, dass Weihnachten bald da ist. Eine Adventszeit, wie wir es zelebrieren, mit Adventskranz, Adventskalender und Weihnachtsgebäcken, existiert hier nicht. Ausserdem ist es Sommer hier, keine Rede von Kälte, Schnee und gemütliches zusammensitzen und sich auf Weihnachten freuen. Die Tage vergehen wie jede anderen zuvor, ohne spezielle Zelebration der Vorweihnachtszeit.

Weihnachten werde ich in Buenos Aires verbringen, und über Neujahr gehen wir nach Urugay, Montevideo und Punta del Este am Meer. Mehr dazu ein anderes Mal

Bis bald