YFU Switzerland

Letzte Zeit in Paraguay

IMG-20160330-WA0034 IMG_20160407_233926

Ja liebe Freunde, jetzt ist doch bereits der letzte Monat meines Austauschjahres angebrochen!

Unglaublich wie schnell die Zeit vergehen kann. Erstnoch hab ich zu Hause meinen Freunden von meinem Vorhaben erzählt und gedacht dass ein Jahr doch eigentlich richtig lange sei.

Das erste mal Paraguayischen Boden betreten, das erste mal von meiner Gastfamielie in den Arm genommen werden, das erste YFU Camp, wo ich all die anderen Austauschschüler kennenlernte. Der erste Schultag und das erste mal ins Volley, die ersten Freunde machen – einfach all diese vielen ersten Male. Der Stolz über jedes noch so kleine Wort, das du neu gelernt hast. Das überwältiSnapchat-1162910884192735257gende Gefühl wenn du das erste mal eine richtige Konversation auf spanisch führen kannst. Die Zeit vergeht rasend schnell, es kommen einige Tiefs aber tausend so viele Hochflüge, alles was du erlebst, erlebst du mit einer Intensität, die du zuvor noch nicht kanntest. Und dann bist du schon in der Hälfte angelangt. Das Mittejahr Camp, wo wir noch zwei weiter Freunde kennenlernten. Mit den anderen Austauschschülern plaudern und sehen, dass alle mehr oder weniger das gleiche durchgemacht haben, hie und da ein Problem mit Familie, Integration in der Schule und die anfähnglichen „struggles“ mit der Sprache, die viele Missverständnise geschafft aber auch viel zu lachen gab. Dann kommen die langen Ferien, reisen mit der Familie, was die Bindung nochmal viel stärker macht. Es gibt dir das Gefühl ein richtiger Part der Familie zu sein. Dann beginnt die Schule wieder und die Tage vergehen wie im Flug. die Wochenenden sind voll ausgefüllt mit Schülerturnieren, Freunde treffen und die Nacht durchtanzen. Die Volleyturniere beginnen wieder und ich sehe wieder all meine Freunde vom Club, man merkt wie viele Leute man kennengelernt hat und geht langsam in den Gedanken über all die tollen, unvergesslichen Erlebnisse.

IMG-20160424-WA0077 (1)Und schon treffen wir uns wieder mit allen Austauschschülern im letzten Camp.  Wenn man das hört, denkt man sich Moment mal, das LETZTE CAMP – ach du kacke!!!!! Jetzt leben wir doch echt schon seit knapp einem Jahr hier in unserer zweiten Heimat, Paraguay. Alle sind voll locker drauf und geniessen die gemeinsame Zeit, haben wir freie Zeit geht die Musik an, tanzen und geniessen die Sonne und den Pool. Wir sind alle kleine Latinos geworden in unseren Herzen, kleine Latinos die Grosses erleben. Als wir alle unsere Diplome erhalten überkommt uns ein spezielles gefühlt, wir sind Stolz auf uns und unsere Freundschaft, auf all das, das wir gemeistert haben.

Es verbleibt bisschen mehr zeit als ein Monat, wir haben uns zum Ziel gesetzt so viel wie möglich noch zu machen. Doch schon eine Woche später legt mich das Karma flach ins Bett. Das Dengue Fieber, über welches ich immer Witze gemacht hab hat mich erwischt. Hat mich zum Glück nicht krass getroffen, nur so wie ne Grippe, hatt aber meine Leber affektiert und kann jetzt seit 2 Wochen nichts machen. Tja mein letzter Monat existiert doch nicht aus so vielen Exzessen, wie ich mir das vorgestellt hab. hahah! Es gilt jetzt ausruhen und die letzten zwei Wochen fitt sein 🙂

Intercolegiales

Hoi Zäme

Die Schule hat schon längst wieder begonnen und um ehrlich zu sein hat sich mein Schulaltag im zweiten Semester sehr verändert. Nicht in den Materien oder Kamaraden, nein das ist alles noch ziemlich gleich, aber es ist keine Tortur mehr in die Schule zu gehen. Durch die Schülerturniere und den vielen gemeinsamen Trainings ist die Stimmung aufgelockert worden und fühle mich ganz gut in der Klasse und erleben viele lustige Momente zusammen.

Wie schon angetönt haben die „Intercolegial“ (Schülerturniere) angefangen, wo wir die Saint Anne’s School mit je einem Mädchenteam in Handball und Fussball und je einem Jungs Team in Fussball und Futsal vertreten. Das erste Intercolegial ist das ASA (American School of Asuncion), welches das grosse Highlight für alle ist. Im Fussball haben wir die Gruppenrunde leider nicht überstanden und im Handball unglücklicherweise im achtels Final im Penaltyschiessen ausgeschieden. Trotztem haben diese zwei Wochenende riesen Spass gemacht, mit vielen Emotionen.

Die Schüler haben einen unglaublichen Stolz auf ihre Schulen und kommen mit riesen Fanclubs, sogenannten „Hinchadas“ and die Mätche um Ihr Team anzufeuern und ne unglaubliche Stimmung herzustellen. Am Schluss des Turnieres wird auch die beste „Hinchada“ mit einem Titel geehrt. Es war richtig ne schöne Erfahrung, denn sowas hab ich in der Schweiz an keinem Schülerturnier erlebt.

!!!Dieses Wochenende geht es bereits weiter. Das Intercolegial der Götheschule wartet auf uns!!!IMG-20160227-WA0009[1]IMG-20160228-WA0030[1]

Argentienien & Uruguay

Hallo

Ist mal wieder zeit euch allen ein bisschen von meinen Abenteuer zu berichten.

Also wie ich ja schon erwähnt habe in meinem letzten Blog, bin ich ein Monat reisen gegangen mit meiner Familie. Das Auto vollgepackt mit Taschen, was zum knabbern auf der Reise und natürlich der Terere. Alles war bereit
zur   P1070680
abfahrt, nur das Wetter hat uns noch einige Stunden zuhause warten lassen. Draussen hat es in strömen geregnet und da werden hier die Strassen zu unbefahrbaren Flüssen. Auf der Fahrt haben wir Musik reingehauen un
d gemütlich Karten gespielt. Auf dem weg nach Buenos Aires übernachteten wir in einem Hotel, wo wir in der Lobby von einigen grossen
nachtaktiven Insekten empfangen wurden. Meine Schwester und ich hat es ein bisschen gegraust aber trotz allem gab es auch viel zu lachen. Am nächsten morgen setzten wir unsere Fahrt früh weiter und kamen dann nachmittags in Buenos Aires an. Da besuchten wir noch die 97 jährige Urgrossmutter und nisteten uns dann für einige Tage in der kleinen Wohnung meines Bruders ein. Mit meiner Schwester machte ich die nächsten Tage ein bisschen Sightseeing und Shopping. Mit unserem Bruder den wir aufgeladen haben ging es dann weiter nach Mar Azul.  Vom 23. Dez. bis am 3. Jan. hatten wir da ein Ferienhaus direkt am Strand gemietet. Sind jeden Tag an den Strand haben Volley gespielt, gebadet und einfach die gemeinsame zeit genossen. Weihnachten haben wir nicht traditionell gefeiert aber mit argentinischen Cousinen von meiner Mum, die zufälligerweise um die gleiche zeit gleich um die Ecke ein Haus gemietet hatten. Wir machten ein grosses Asado in unserem Garten, mit typischen argentinischen und paraguayischen Speisen. Um Mitternacht wurde angestossen und dann gingen wir alle an den Strand runter um ein grosses Feuer zu machen, P1080366wo wir dann bis zum Sonnenaufgang gefeiert haben.

Neujahr war ziemlich ähnlich einfach ruhiger, im kleinen Ramen mit den Grosseltern. Wir haben uns traditionell weiss gekleidet und um zwölf ins Meer gegangen, was der Legende nach Glück bringen soll, und uns vom da aus auch das Feuerwerk angeschaut haben. Am ersten Januar haben wir dann einen Ausflug zum nahegelegenen Leuchtturm gemacht.P1080274

Danach ging ich mit meiner Schwester weiter nach Uruguay zuerst zu einer Freundin, die sie von ihrem Austausch in Deutschland kennt und dann zu ihrer Tante. Habe Montevideo und Punta del Este kennengelernt und dann sind wir mit unserer Cousine nach Piriapolis an den Strand mit einigen ihrer Freundinnen. Hatten ne gemütliche Zeit mit viel Sonne und Strand.

Es waren wirklich unglaublich schöne Ferien mit der ganzen Familie, gemütlich aber amüsant.

Kaum kamen wir zurück starb der Grossvater und da lernte ich auch noch eine andere Fassade kennen. Da war dann Beerdigung und drei Tage Kirche angesagt. Die Familie ist nochmals viel mehr zusammengewachsen und der unheimlich starke Familienzusammenhalt kam da nochmals richtig zum Vorschein.

Dann hatten wir eigentlich noch ein Wochenende nach Encarnacion an den Carnaval geplant aber yfu hat uns die Erlaubnis wieder weggenommen. Wäre eine einmalige Chance gewesen aber thja haben wirs halt verpasst…! Oke eigentlich bin ich im Moment eh pleite, reisen ist halt schon teuer hahah. Aber auch ohne den Trip wussten wir uns zu amüsieren, mit Touri-Tour und Mädelsabend.

Es Grüessli us Para!!

Caacupe

Zum Tag der Jungfrau von Caacupe am 8. Dezember pilgern tausende Leute nach Caacupe um ihr dort zu danken. Viele starten von ihrem Haus aus und sind locker mal 11 Stunden unterwegs. Ich hab allerdings eine kleinere Strecke mit meinem Vater und einem Freund zurückgelegt. Für die letzten 17 km wurde die Strasse gesperrt, wo wir uns dann auch zu Fuss auf den Weg machten. Unglaublich viele kamen in Flip Flops daher, oder den hier so beliebten Crocs, ich hätte meine Laufschuhe dagegen nicht eintauschen möchten.

An den Strassenränder hatte es immer wieder Stände wo Essen und Trinken oder Massage offeriert wurde. Es war eine riesen Völkerwanderung, so weit du sehen konntest hatte es Leute. Auch viele Jugendliche waren darunter, was mich sehr erstaunt hat. Die Stimmung war ruhig und gemütlich. Unter dem freien Sternenhimmel zu laufen war wunderschön. Alles in allem waren wir etwa 3.5 Stunden unterwegs.

Als wir dann um Mitternacht bei der Kirche ankamen, war alles voller Menschen. Viele haben sich mittendrin auf den Boden gelegt um zu schlafen, und sich auszuruhen um bei der wichtigsten Messe früh morgens dabei sein zu können. Wir haben uns dort mit leckeren Empanadas und Asado gestärkt.

Am gleichen Abend war auch das Martin Garrix Konzert in Asuncion, an welches ich eigentlich schon lange geplant hatte zu gehen, schlussendlich hab ich mich dann aber für Caacupe entschieden. Und ich muss sagen „vale la pena“, denn das war etwas einmaliges, das ich erleben durfte und war wirklich eindrücklich, hab noch sie so was gesehen.

No Title

Heii

Viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Beitrag, und viel hab ich erlebt. Also der Sommer ist mittlerweile da und fast täglich zeigt das Thermometer um die 40 Grad Celsius an. Manchmal sind es auch nur so um die 35 Grad aber mit der grossen Luftfeuchtigkeit, fühlt es sich weitaus mehr an. Das Gefühl, wenn du im Bus fährst und du die Schweissperlen an deinen Beinen beobachten kannst, und du dich fragst wie es im Januar sein wird, der heissesten Zeit.

Meine knapp drei Monate Sommerferien haben begonnen. Jeden Morgen treffen sich viele Junge im Club um Volley zu spielen, danach gehen wir uns Sonnen und im Pool erfrischen.

Gestern war ich am „bañado“, einer Aufführung in einer sehr armen Zone Paraguays. Dort gehen meine Schwester und zwei Cousinen jeden Sonntag morgen freiwillig den Mädchen im alter von 2-6 Jahren Ballett unterrichten. Es war sehr berührend, die Kinder in ihrem Element zu sehen, glücklich und sorgenfrei. Zuerst spielten einige Musikgruppen und ein kleines Orchester, eine Theatergruppe, danach kamen die Tanzgruppen. Ballett, paraguayischer Volkstanz (mit langen Röcken, traditionell handgemacht; balancieren Körbe und Tontöpfen oder Glasflaschen auf ihren Köpfen; die Musik ist fröhlich und aufmunternd) und Modern Dance. Das ganze Dorf hat sich versammelt, um die Aufführung der Kinder zu sehen, der kleine Raum bot dafür nicht annähernd genug platz.

Ich ging an meine erste Hochzeit hier in Paraguay und generell die erste wieder seit langer Zeit. Die Schwester meiner Klassenkameradin hat geheiratet und meine ganze Klasse war eingeladen. Wir kamen ein bisschen spät an, alle waren bereits am Tanzen, verpassten also das Essen und den Balz. Es war eine super Nacht, wir tanzten fast „non stop“ bis die Hochzeit fertig war. Die paraguayische Band „Kchiporros“ trat auf, dessen Musik ich schon oft gehört aber noch nie live auftreten gesehen habe. Und auch an diesem Fest habe ich natürlich wieder neue Bekanntschaften gemacht.

Vergesse immer wieder, dass jetzt dann bald Weihnachten ist. Die geschmückten Weihnachtsbäume aus Plastik in den Shoppingcentern und die leuchtenden Sterne in meiner Strasse erinnern mich immer wieder aufs neue daran. Sonst gibt es aber kein Anzeichen, dass Weihnachten bald da ist. Eine Adventszeit, wie wir es zelebrieren, mit Adventskranz, Adventskalender und Weihnachtsgebäcken, existiert hier nicht. Ausserdem ist es Sommer hier, keine Rede von Kälte, Schnee und gemütliches zusammensitzen und sich auf Weihnachten freuen. Die Tage vergehen wie jede anderen zuvor, ohne spezielle Zelebration der Vorweihnachtszeit.

Weihnachten werde ich in Buenos Aires verbringen, und über Neujahr gehen wir nach Urugay, Montevideo und Punta del Este am Meer. Mehr dazu ein anderes Mal

Bis bald

 

 

Encarnacion

Springbreak!!!

Samstag bis Mittwoch haben wir keine Schule. Wir nutzten die Gelegenheit um Paraguay ein bisschen besser kennen zu lernen. Am Freitag in der Nacht fuhr ich mit einem Car der NSA („Nuestra Señora de Asuncion“) nach Encarnacion, das weiter südlich gelegen ist. Die Fahrt dauerte knapp sieben Stunden. In Encarnacion erwarteten mich bereits die Freundenfamilie meiner Eltern und gemeinsam fuhren wir noch 3/4 Stunden raus aus Encarnacion in ein hübsches kleines Hotel. Pool und alles wäre bereit gewesen, nur das Wetter hat nicht ganz mitgespielt.  Die ganze Woche 40+ Grad und wenn die Ferien beginnen wird es kalt und regnerisch – aber das bin ich mir ja schon von der Schweiz gewohnt hahah!

Am Nachmittag gingen wir in ein kleines Freilichtmuseum von Selecta, um zu sehen wie die Yerba Mate hergestellt wird. Yerba Mate ist der Tee womit man Paraguays Nationalgetränk „Terrere“ oder in heisser Form „Mate“ zubereitet. Der ganze Prozess kurz zusammengefasst: Pflücken der Blätter von den Bäumen, trocknen,  zerkleinern, lagern, (evtl. Geschmackshinzugabe), verpacken.

Den Abend haben wir gemütlich mit essen und Kartenspielen verbracht und eine weitere Familie ist auch noch dazugekommen. Meine Eltern und meine Schwester kamen erst in der Nacht an. Sie sind erst am Nachmitag losgefahren, da meine Schwester noch Tanzen hatte. Unterwegs sind ihnen zwei Räder kaputt gegangen, wegen einem Loch in der Strasse (was nicht selten vorkommt).

P1070068Am nächsten Morgen gingen wir die Jesuitischen Ruinen La Santísima Trinidad de Paraná besichtigen, die nicht weit vom Hotel gelegen sind. Sie gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. 1578 kamen die Jesuitischen Missionare um die Guaraníes zum Christentum überzuführen. Bis zum Schluss waren es 30 Missionen. Als die Missionare vertrieben wurden, kamen lokale reiche Landbesitzer und die Guaraníes endeten als Sklaven. Per Zufall war da gleich noch ein Konzert, mit der Musik, die die Indigenen Leute damals spielten. Die Ruinen imponieren einem, wenn man sich vorstellt, dass sie im 17. Jahrhundert gebaut wurden.

 

Am Montag zeigte sich dann doch noch die Sonne und wir gingen laufen auf einen kleinen Hügel mit wunderschöner Aussicht nach Argentinien, das am anderen Ufer des Río Paraná liegt. Und dann machten wir uns auch schon auf den Heimweg. Palmwälder, Bäume und Wiesen, kleine Höfe und grasende Kühe soweit das Auge reicht. Unterwegs machten wir noch kurz Halt bei der „besten“ Chiperia Paraguays – die köstlichen Chipas wollte ich mir ja nicht entgehen lassen.

P1070150                                        Die besten Chippas

Für eine bessere Bildung

"Queremos mejor educación!"

„Queremos mejor educación!“ – St. Anne’s School

Paraguay hat eine der schlechtesten Schulbildungen Südamerikas. Bislang wurde nicht viel dagegen unternommen, doch jetzt scheint eine neue, wichtige Zeit für Paraguay zu kommen. Das Volk beginnt sich zu wehren und setzt sich für eine bessere Schulbildung ein. Am Freitag vor einer Woche fand der erste offizielle gemeinsame Marsch von Öffentlichen- sowie Privatschulen statt. Das auch Schulen, welche den Schülern gute Bildung bieten können da teilnahmen war sehr wichtig. Denn dies sind leider hier in Paraguay zum heutigen Stand nur ein kleiner Bruchteil.

Zuerst haben sich alle Schulen auf einem grossen Platz versammelt und jeweils der Präsident (Schüler) der Schulen hat kurz eine Ansage gemacht, um alle Anwesenden noch mehr anzuspornen und deren Wichtigkeit aufzuzeigen. Danach marschierten wir, nach Schulen getrennt, durch Asuncion. Angeführt von einem mit Lautsprechern ausgerüstem Laster, folgten die „Delegationen“ der Schulen  mit Plakaten, Flaggen und Horne.

Auch die Universitäten haben gestreikt die letzten Tage, um gegen die Korruption in den Unis zu kämpfen. In diesem Bereich heben sie bereits einen kleinen Erfolg feiern können.

Macht weiter so und kämpft für eure Zukunft und die Zukunft Paraguays!!!

 

Höchste Erhebung Paraguays

Um drei Uhr nachts, begann unser Abenteuer. Mit drei Cars holten sie uns bei einem Einkaufszentrum ab. Circa vier Stunden dauerte die Fahrt, zuerst durch die Stadt und dann schlängelte sich   die Strasse durch die wunderschöne grüne Landschaft Paraguays. Viel von der Fahrt hab ich nicht mit bekommen, zu müde war ich. Als wir mit Verspätung am Fusse des Hügels „Tres Kandu“ (840 m) ankamen, gab es zuerst ein Frühstück mit Chippa, Sandwich und Saft. Gestärkt begann dann unser Marsch. Zuerst circa drei Kilometer einer Naturstrasse entlang und dann begann der Aufstieg durch den dick bewachsenen Wald. Etappen weise machten wir uns an den Aufstieg, der etwa zwei Stunden dauerte. Oben angekommen wurden wir mit einer traumhaften Aussicht belohnt. Wir verbrachten etwa eine Stunde da oben, weil bis alle ihre Fotos gemacht haben – das kann schon dauern.IMG_7872[1]

 

Der Abstieg dauerte dann jedoch länger, da die Kombination von Erde und lockerem Gestein doch vielen die sonst keine Erfahrung mit Bergen haben eher grössere Mühe bereitete. Schlussendlich hatten es aber alle heil nach unten geschafft, wo ein leckeres ‚asado‘ (BBQ) mit Brötchen, Sandwichen und Saft auf uns wartete. Den Weg zurück zu den Cars traten wir in der Abenddämmerung an, was eine wunderschöne und gelassene Stimmung mit sich brachte. Glücklich und erschöpft von einem super Tag liessen wir uns in den weichen Sitzen des Cars nieder.

zwei Monate Paraguay

Hallo Welt

Die Zeit verfliegt so schnell. Jetzt bin ich schon fast zwei Monate in Paraguay und habe unheimlich viele tolle Sachen erleben dürfen.

– Sport –

Unterdessen bin ich einem Club beigetreten, dem ‚Centenario‘. Denn Sport zu treiben, habe ich in den ersten Wochen schon vermisst. Im Centenario kannst du viele verschiedene Sportarten machen, wie z.b. Schwimmen, Tennis, Basketball, Fussball oder so wie ich Volleyball. Montags bis Freitags hat es immer Turniere, wo du in Mixt- oder reinen Frauen- oder Männerteams spielen kannst. Ich spiele in zwei Mixt und einem Frauenteam, was mir super gefällt, denn die Stimmung ist super und der Kampfgeist immer present. Aber so ein richtges Training mit Kraft, Ausdauer und Ballschule, wie ich es von der Schweiz kenne, existiert hier nicht. Zwei mal in der Woche haben wir Ballschule vor den Turnieren. Um meinen Körper und Muskeln trotzdem zu fordern, gehe ich, wenn es die Zeit erlaubt, ins ‚Funcional‘. Das ist ein Kraft- und Ausdauertraining draussen auf einem Fussballfeld, in einer Gruppe und einem Coach. Da habe ich viele tolle Leute kennen gelernt 😀

– Schule –

 Mein erster Schultag war speziell, denn es schien als ob niemand gewusst hatte, das ein Austauschschüler in die Klasse kommt, weder Schüler noch Lehrer. Die „St. Anne’s School“ ist eine der besten Schulen Paraguays, wo die Schüler einen internationalen Abschluss machen (IB Programm). Die Schule ist sehr teuer und daher stammen viele Schüler aus einer sehr reichen Familie, es hat aber auch solche von der höheren Mittelklasse, welche aber für die Bildung viel investieren möchten. Die Schule ist zweisprachig, Englisch und Spanisch, wobei aber der grösste Teil der Fächer auf englisch unterrichtet wird. Dies ist super für die Schüler, aber ich finde es ein bisschen schade, denn eigentlich bin ich ja hier her gekommen um Spanisch zu lernen. Naja dafür ist wahrscheinlich der Unterricht spannender.

– Kultur –

Fussball ist hier in Paraguay, sowie in ganz Südamerika DIE Sportart. Jeder gehört einem Club an und schaut die Spiele am Fernseher oder so wie ich das gerne mache, die Spiele live im Stadion zu sehen. Meistens gehört die ganze Familie dem gleichen Club an und geht oftmals gemeinsam an Spiele. Fast meine ganze Familie ist Cerro Porteño-Fan, was einer der grössten Fussballvereinen Paraguays ist.

Vor zwei Wochen fuhren wir aufs Land hinaus, wo wir ein zweites Haus haben, in der Natur, neben einem Bach. Wir waren 10 Personen. Meine Grosseltern, Eltern, meine Schwester und ihr Freund, ein Austauschschüler von Frankreich, der bei ihrem Freund wohnt, mein Cousin und zwei weitere Freunde und die Mutter des Einten. Die ganze Nacht haben wir Karten gespielt und am nächsten Morgen gingen wir in den Seilpark. Die Landschaft ist wunderschön, alles ist grün und Hügel mit Bäumen überwachsen – Traumhaft! Zurück beim Haus spielten wir Fussball und Volleyball, genossen ein „asado“ und gingen den Bach auf- und abwäts erkunden. Für die Paraguayer ist es Winter und zu kalt um zu baden, doch für einen Schweizer ist das ein traumhafter Sommer, und so liess ich mir die Chance auf ein erfrischendes Bad nicht nehmen!

Auch ging ich zu einem 15. Geburtstag – eine riiisen Party, könnt ihr euch gar nicht vorstellen!!! Wenn die Mädchen 15 werden, veranstalten sie eine riesen Party, die sehr kostspielig sind. Oft mieten sie auch ein Lokal ein, das so edel wie eine Hochzeit dekoriert wird. Jeder möchte das bessere Fest haben und verschenkt Geschenke wie Flip-Flops, Taschen und jede menge Süssigkeiten. An dem Geburtstag an welchem ich war, hatte es verschiedene Essens- und Getränkestände, DJ, Tanzfläche und „Mariachis“ (Mexikanische Musikanten). Alle sind edel gekleidet, die Jungs im Anzug und Lackschuhen, die Mädchen in Kleidern und High-Heels.

Die Leute lieben es Feste zu feiern. Alles was gefeiert werden kann, wird gefeiert! – so lautet in etwa das Motto. Am Tag der Freundschaft ging ich mit meiner Klasse an ein Fest. Am Tag der Kinder ging ich mit meiner Schule an die Schule „Primer Presidente“ (bei welcher wir jeden Donnerstag nach der Schule in ihrer Schule Lehrer der Primarstufen in verschiedensten Bereichen, wie Kunst, Sport, Musik oder Tanzen sind). Dort spielten wir Spiele mit den Kindern und am Ende des Tages bekamen alle ein Geschenk; die Spielsachen von Schülern unserer Schule, welche sie nicht mehr brauchen,  und ihnen eine riesen Freude bereiteten. Am Tag des Folklores hatten wir an unserer Schule ein Fest. Einige Schülerinnen haben den traditionellen Tanz aufgeführt, andere haben gesungen, die Hymnen Paraguays und unserer Schule wurden abgespielt und es gab jede menge traditioneller Speisen. Danach konnten wir typische Spiele spielen wie zum Beispiel Sackhüpfen oder Seilspringen. Und nicht zu vergessen das Stadtfest von Asuncion. Am Abend hatte es überall auf den Strassen im Zentrum Konzerte.

Paraguay

Am Flughafen wurde ich herzlich von meiner Familie begrüsst. Es war ein gutes und doch spezielles Gefühl zu wissen dass das deine Familie ist obwohl du sie eigentlich gar nicht kennst.

Südamerika ist eine andere Welt, wo die simpelsten Dinge von zu Hause wie zb. Busfahren zu einem Erlebnis werden, denn hier gibt es so gut wie keine Haltestellen (und wenn, dann ohne Namen). Du stellst dich also einfach an den Strassenrand und gibst dem Chauffeur ein Handzeichen wenn du mitfahren möchtest; wenn du Pech hast überholt er gerade einen anderen Bus, weil er zu langsam fährt und du kannst auf den nächsten Bus warten.

An meinem ersten Abend ging ich ans „Playback“ vom Colegio ‚Cristo Rey‘. Eine Tanzkompetition wo die verschiedenen Stufen gegeneinander antraten, es war ein riesen Event. Einige meiner Cousins und Cousinen haben da getanzt und ich trank mein erster Mate Tee mit meiner Tante. Mate ist im Prinzip das gleiche wie Terere, nur das Mate mit heissem und Terere mit kaltem Wasser aufgegossen wird, ausserdem ist die Kräuterzusammensetzung ein bisschen anders. Terere ist das „Nationalgetränk“ Paraguays. Man trinkt ihn gemeinschaftlich aus dem gleichen Becher.

Ebenfalls ein riesen Ereignis war der Papstbesuch. Die Strassen wurden hübsch geschmückt mit Fähnchen und Girlanden. Alle Leute waren draussen auf den Strassen um den Papst Franziskus zu empfangen, es bildete sich eine riesen Parade vom Flughafen bis ins Stadtinnern. Am Flughafen wurde er von Kinderchören, die die Nationalhymne in verschiedenen indigenen Sprachen sangen und einem paraguayischen Volkstanz empfangen. Es gab einen wunderschönen Altar aus Kürbis, Maiskolben und Kokosnüssen. Die Leute (so tat es auch ich) konnten ihren Nahmen auf eine Kokosnuss schreiben lassen, was ihnen Glück bringen soll.

Das Familienleben wird hier sehr stark gepflegt, die meisten Familien treffen sich jeden Sonntag, sowie auch meine, um gemeinsam „asado“ (BBQ), was super lecker ist, oder Pasta zu essen und beisammen zu sein. Meine Familie ist sehr gross und ich habe viele gleichaltrige Cousins und Cousinen, was super ist!