YFU Switzerland

Polnische Weihnachten


Cześć!

Als erstes wünsche ich euch allen ein schönes neues Jahr! Ich habe Silvester mit einigen Freunden verbracht und es bestand hauptsächlich aus Essen, Twister spielen und bis um 9 Uhr morgens aufbleiben. Wir hatten jedenfalls viel Spass! Aber der eigentliche Grund für diesen Blog ist Weihnachten, das wird in Polen nämlich etwas grösser gefeiert als ich es mir aus der Schweiz gewohnt bin und deshalb werde ich versuchen dass dieser Blog nicht allzu lang wird und ich euch trotzdem das Meiste erzählen kann.

Begonnen hat Weihnachten hier ja schon ungefähr eine Woche vorher, dann haben wir nämlich angefangen mit Kochen und Backen. Zwar haben meine Gasteltern das Kochen grösstenteils übernommen, aber ich war trotzdem die ganze Zeit über beschäftigt. Ich habe es sogar geschafft, Mailänderli, Spetzbuebe und Zemtstärne zu machen.

Zur polnischen Weihnacht gehören viele Traditionen, z.B. sollte es 12 bestimmte Gerichte geben ( ich könnte aber schwören dass wir um die 20 hatten), man isst kein Fleisch, mit dem Feiern wartet man bis der erste Stern am Himmel erscheint, man legt etwas Stroh unter das Tischtuch als Symbol der Krippe, ein Platz am Tisch wird freigehalten für einen unerwarteten Gast (es kommt aber eigentlich nie jemand) und vor dem Essen teilen alle Gäste Oblaten miteinander. Und das geht so: Jeder bekommt eine Oblate (so eine wie in der Kirche, nur etwas dünner, viereckig und mit einem Bild drauf, siehe Foto), dann geht man von Gast zu Gast, wünscht jedem frohe Weihnachten und man bricht gegenseitig etwas von der Oblate des anderen ab und isst es.

In Polen verbringt man die Feiertage mit vielen Verwandten, bei uns waren es dann schliesslich 15 Personen. Und alle brachten nicht nur Geschenke, sondern auch viel Essen. Irgendwie muss man ja die 12 Gerichte zusammenbekommen. Zu diesen gehören z.B. Barszcz (eine Rote-Beete Suppe, siehe Bild), Pierogi (eine Art Ravioli gefüllt mit Pilzen oder Sauerkraut), dazu Pilzsauce (übrigens aus den Pilzen die wir im Oktober gesammelt hatten), verschiedenen Fisch, Sauerkraut mit Pilzen, so etwas wie Spätzli mit Mohn etc. Ich weiss leider schon nicht mehr genau was es alles gab (es war viel zu viel), denn es gab auch noch andere Gerichte die nicht typisch sind, wie verschiedene Salate und Kroketten.

Nach diesem Essen machten wir dann erst mal einen Spaziergang mit dem Hund, irgendwie mussten wir ja Platz in unsere Mägen bekommen, denn die Nachspeise hatten wir ja noch vor uns. Wir kamen vom Spaziergang zurück und tadaaaahh, es gab Geschenke 😉 Hier in Poznań werden die Geschenke von eine Stern überbracht, wir hatten ihn aber leider verpasst…

Und nun zur Nachspeise. Das wichtigste sind der Mohnkuchen, Nusskuchen, Käsekuchen und Lebkuchen. von jedem gab es da ca. 2 verschiedene Varianten plus weiteres wie meine Schweizer Chrömli, Mohrenköpfe und selbst gemachte Schweizer Vermicelles. Und ja, ich habe viel zu viel gegessen, aber es hat sich gelohnt ^^

Die meisten Leute gehen an Weihnachten in die Mitternachtsmesse, aber wir haben es irgendwie ein wenig verpasst, deshalb schauten wir Shrek. Aber nein, das ist keine polnische Tradition. Und irgendwann sind wir natürlich auch schlafen gegangen. Am nächsten Morgen (oder besser gesagt Nachmittag) gab es Frühstück und das bestand eigentlich aus dem was wir schon am Vorabend gegessen hatten, nur dass jetzt noch Fleischgerichte dazukamen. Das Essen reichte noch für die ganze Woche…ich hatte also wirklich keinen Hunger. Irgendwie wird mir selbst erst jetzt bewusst dass die polnische Weihnacht vor allem aus Essen besteht 😉

Aber es waren wunderschöne Festtage und sie sind natürlich wie jedes Jahr viel zu schnell vorbei gewesen!

Pa Pa!