YFU Switzerland

Meine letzten Tage als Austauschschülerin

Cześć!

Ich wusste gar nicht, dass die Zeit sooo schnell verfliegen kann! Das sollte verboten werden…es ist nämlich jetzt auch endlich bei mir angekommen, dass ich schon übermorgen abreise, vorher habe ich das immer ein bisschen verdrängt und deshalb auch alles vor mir hergeschoben z. B. Geschenke kaufen/basteln, Briefe schreiben und (das grösste aller Probleme) meinen Koffer packen. Natürlich wusste ich, dass ich irgendwann damit anfangen muss, aber zuvor musste mir eben klar werden, dass ich bald abreise und vor diesem Gedanken hatte ich einfach Angst. Ausserdem will ich meine letzten Tage hier nicht mit Kofferpacken verschwenden, sondern lieber mit Freunden und Familie verbringen.

festiwale

Aber jetzt mal zu dem, was ich in letzter Zeit so gemacht habe. Letzten Freitag wurde in Poznań der Sommeranfang gefeiert und am Fluss haben sich hunderte von Leuten getroffen und alle haben diese Laternen in den Himmel steigen lassen, es waren wirklich viele und es sah wunderschön aus. Danach bin ich noch an eine Geburtstagsfeier einer Freundin, allerdings musste ich zu Fuss zum Klub laufen, denn kein einziges Tram ist gefahren, da so viele Leute auf der Strasse waren. Am Samstag hatte meine Gastschwester ihre Ballettaufführung, danach haben wir grilliert und ich habe sogar schon Geschenke bekommen. Das beste war eine Eulen- Augenbinde =) (siehe Bild). Am Sonntag waren wir Abends bei den Nachbarn und da gab es nochmals Geschenke, ein Buch über Polen, ein Eulen- Buchzeichen (irgendwie schenken mir alle etwas mit Eulen^^) und Schweizer Schokolade:D

IMG_0977

Aber der beste Tag war eindeutig der Montag. Ich wollte mich eigentlich mit einer Freundin treffen um mit ihr an diesen Jahrmarkt zu gehen in der Altstadt, aber sie hat dann kurzfristig abgesagt. Zumindest hatte ich dann genug Zeit um andere Dinge zu erledigen, wie Geschenke kaufen usw. Ich bin dann von einem Laden zum nächsten gerannt und als ich zu Hause ankam war ich todmüde. Ich wollte eigentlich noch etwas schlafen vor dem Essen, aber nein, mein Gastbruder wollte einfach nicht alleine mit dem Hund spazieren gehen, da ging ich halt mit ihm. Ich war sogar so müde, dass ich mich nicht einmal gross beschwert habe. Als wir dann endlich wieder zu Hause waren, ging ich in die Küche und da standen plötzlich meine Freundinnen und riefen „Überraschung“! Ich war so gerührt, ich wusste nicht einmal mehr was sagen. Und sie haben sooo viel selbergemachtes polnisches Essen mitgebracht! Die Hälfte davon habe natürlich ich gegessen! Wir haben geredet, gespielt, gelacht, Fotos gemacht etc. Ich hatte wirklich nichts davon bemerkt, dass sie eine Überraschungsparty für mich planen, das war das beste Abschiedsgeschenk das sie mir geben konnten.

942039_521813987868062_1867163037_n

Ich reise zwar schon am Freitag ab, aber erst am Dienstag komme ich in der Schweiz an. Wie jedes Jahr treffen sich alle Austauschschüler von Europa in Europa für ein paar Tage in Berlin am YES Seminar und wenn das nicht bedeuten würde, dass mein Austauschjahr bald enden wird, würde ich mich sehr darauf freuen.

Ich bin sicher, dass mir der Abschied hier viel schwerer fallen wird, als in der Schweiz, weil ich weiss, dass es nie mehr so sein wird wie jetzt, auch wenn ich alle hier wieder besuchen komme. Und nicht nur für mich wird es schwierig, auch für meine Gastfamilie, seit ein paar Tagen hat mein Gastvater fast die ganze Zeit Tränen in den Augen und irgendwie hat er mich damit angesteckt. Und jetzt ist sogar noch das Wetter zum heulen, es regnet die ganze Zeit *_* Ich hoffe zumindest in der Schweiz ist das Wetter etwas besser!

 

Bis bald und pa pa!

 

Das letzte Treffen mit YFU

Cześć!

Mein Austauschjahr in Polen neigt sich (leider viel, viel zu schnell) dem Ende zu und deshalb trafen wir uns noch ein letztes Mal mit allen Austauschschülern:) Dieses Mal waren wir in Gdańsk (auf deutsch Danzig), eine wunderschöne Stadt am Meer im Norden von Polen.

DSC07760

Da einige Austauschschüler nicht so nah wohnen um die Reise dorthin mit dem Zug in einem  Tag zu bewältigen, kamen sie schon einen Tag früher und übernachteten bei einem anderen Austauschschüler, in der Nähe von Poznań. Mein Gastbruder und ich übernachteten dann auch dort, es war wirklich lustig, wir haben grilliert, viel geredet und sind, wenn man bedenkt, dass wir schon um 4 Uhr aufstehen mussten, viel zu spät schlafen gegangen. Allerdings hatte es schon so früh am Morgen 17 Grad, das hat uns ziemlich motiviert 😉

Die Fahrt nach Gdańsk dauerte nur 4 h und dort war es dann schon so unglaublich heiss, sodass ich zum ersten Mal in diesem Jahr meine Shorts anziehen konnte:) Nachdem wir das Hostel gefunden hatten, drehten 2 Volunteers von YFU einen Film mit uns (falls ich den Link finde, füge ich ihn später hinzu) und dann gingen wir etwas essen:)

DSC07565

Später fuhren wir dann in einen Park, wo wir Fotos machten und ein bisschen herumliefen. Danach ging es weiter nach Sopot, eine kleine Stadt am Meer mit dem längsten Holzsteg Europas. Wir gingen sofort an den Strand, liefen im Wasser herum (zum Baden war es eindeutig zu kalt^^), und sassen in der Sonne. Leider zogen schon 15 min später extrem schwarze Wolken auf und es fing stark an zu winden, sodass wir gezwungen waren, wieder zu gehen. Der Gewittersturm war so heftig, dass der Sand richtig weh tat auf der Haut, und kurze Zeit später fing es an zu regnen. Aber nicht nur ein bisschen, so richtig fest und das mehr als 30 min.

DSC07617

Wir rannten dann in das „schiefe Haus“ (siehe Bild) um abzuwarten, bis der Regen aufhört. Schon nach 3 min war alles überschwemmt, wir zogen dann halt die Schuhe aus und einige rannten draussen im Regen herum (nass waren wir so oder so). Etwas später liefen wir dann barfuss zum Bahnhof. Da gab es leider einen Stromausfall, deshalb warteten wir ziemlich lange auf den Zug, aber zumindest war es warm.

Zurück im Hostel,  zu dem wir auch barfuss liefen, obwohl uns alle komisch anschauten, hatten wir dann ein Seminarium und sprachen darüber, inwiefern wir uns verändert haben. Aber dann bekamen wir Hunger und gingen Pizza essen…um 24 Uhr abends^^ Natürlich bekamen wir wieder nicht allzu viel Schlaf, denn am Sonntag hatten wir schon früh am Morgen eine 6 stündige Führung durch Gdańsk, d.h. alle trotteten halb schlafend hinter dem Führer her. Später fuhren wir mit dem Schiff zur Westerplatte, dem Ort, an dem der 2. WK begonnen hatte und es war wirklich interessant.

DSC07666

Als wir dann auf das Schiff zurück nach Gdańsk warteten, standen neben uns ein paar deutsche Touristen, und anscheinend fanden sie es lustig, wie ich Glace ass, sie lachten jedenfalls darüber. Nur wussten sie nicht dass ich alles verstand. Als ich dann aber (als Rache) anfing mit den deutschen Austauschschülern auf Deutsch zu sprechen, fühlten sich die Touristen nicht mehr so wohl. Ihre Gesichter waren das Beste:)

248081_658024430891080_1713632691_n

Auch diesen Abend verbrachten wir mit Essen, viel Reden, Glace essen, Souvenirs kaufen und etwas in der Stadt herumlaufen. Am Montag hatten wir nochmals ein Seminarium, dann warteten wir in einem Café auf unseren Zug und um 16 Uhr waren wir schon wieder in Poznań. (Wir mussten aber noch zu Starbucks, es gibt gerade alle Frappucinos zum halben Preis:)

Das Wochenende war wirklich toll, auch wenn wir viel über Dinge gesprochen haben, über die wir eigentlich noch nicht nachdenken wollten. Aber das musste halt sein, und im Nachhinein bin ich froh, dass wir darüber gesprochen haben. Ausserdem komme ich schon voll in den Stress, mit Abschlussparty planen, Geschenke finden, alle Freunde treffen etc. Der Tag hat eindeutig zu wenig Stunden…falls ich nochmals ein Austauschjahr machen könnte, dann in der Nähe eines schwarzen Loches, da vergeht die Zeit ja bekanntermassen weniger schnell:)

 

Pa pa!

400682_658024837557706_1656845031_n

Besuch von meiner Familie

Cześć!

Wie ihr schon im Titel lesen könnt, habe ich letzte Woche Besuch aus der Schweiz bekommen. Davon will ich euch jetzt natürlich berichten ;D

Um ehrlich zu sein, ich wollte eigentlich nicht unbedingt, dass sie mich besuchen kommen. Erstens habe ich schon 8 Monate ohne sie überstanden, da machen 2-3 weitere auch keinen grossen Unterschied mehr, zweitens hatte ich keine Ahnung wie ich reagieren sollte.

DSC07103

Ich meine, wie verhält man sich wenn man seine Familie so lange Zeit nicht mehr gesehen hat…sagt man einfach „Hallo, schön euch mal wieder zu sehen, was gibt’s so neues aus der Schweiz“?

Andererseits war es auch toll, dass ich ihnen alles zeigen konnte und sie meine Gastfamilie kennen lernten konnten. Zum Glück spricht mein Vater Polnisch, da hatten wir schon mal mit der Kommunikation kein Problem. Nur für meine Schwester war es anfangs etwas langweilig, aber irgendwann haben dann sie und meine Gastschwester ihre Schüchternheit überwunden und angefangen auf English zu sprechen. Problem gelöst ;D

An den ersten beiden Tagen habe ich ihnen Poznań gezeigt und das Abendessen gab es dann anschliessend bei uns zu Hause. Am ersten Tag gab es typisch polnisches Essen, am zweiten typisch schweizerisches ;D Wir machten Fondue! Meine Eltern haben mir nämlich alles mitgebracht, was man für Fondue braucht, ausserdem viiiiiel Schokolade ;D Sie hatten einen ganzen Koffer mit Geschenken dabei, und am Schluss habe ich ihn dann mit Wintersachen gefüllt, die ich (hoffentlich) jetzt nicht mehr brauche, es war nämlich die erste Woche ohne Schnee!

DSC06871

Am Mittwoch und Donnerstag war ich mit meiner Klasse und einer Gruppe von französischen Austauschschülern auf einem Ausflug in Krakau, und wir haben wieder extrem viel angeschaut und extrem wenig geschlafen, wie immer. Wir fuhren mit dem Car doch statt den geplanten 6 h hatten wir schlussendlich 8, denn der Fahrer (ein Franzose) war eine Katastrophe…er hatte nämlich nicht nur keine Ahnung, wo Krakau überhaupt liegt, er hatte auch kein GPS, sondern nur eine Karte von Polen. Als wir uns dann schon in den ersten 30 min 4 mal verfahren haben, gab er es auf, die Autobahn zu suchen und fuhr den ganzen Weg bis nach Krakau auf kleinen Landstrassen! Da verfuhr er sich dann natürlich auch die ganze Zeit, da nicht alle 100 Meter angeschrieben stand, wo wir sind.

Das endete dann damit, dass er wirklich nicht mehr wusste wo wir sind. Glücklicherweise gibt es heutzutage ja Google Maps und Handys mit Internetverbindung, wir haben es also bis Krakau geschafft, nur sind wir davor mitten durch eine Grossstadt gefahren, wo wir natürlich im Stau standen. Es hat dann auch eine Weile gedauert, dem Fahrer zu erklären, dass diese Karte von Polen NICHT die Karte von Krakau ist, und dass er da drauf NICHT das Hotel suchen kann.  Aber immerhin hatten wir etwas zu lachen.

DSC06911

Auf dem Rückweg hatten wir die gleichen Probleme, wir fuhren wieder nicht auf der Autobahn, dieses Mal sogar durch 2 Grossstädte, in denen wir mindestens 2 h gestanden sind. Ausserdem waren wir immer hungrig, da Franzosen in den Cars nicht essen, und baten den Fahrer, bei einem McDonalds anzuhalten, da man da schnell etwas zu Essen bekommt. Wir fuhren dann an 5 McDonalds vorbei, schliesslich hielten wir dann auch an, aber an einer Raststätte mit einem kleinen Laden und nur einer Toilette *_* Wir kauften alle vorhandenen Sandwiches und warteten 40 min bis alle auf der Toilette waren. Glücklicherweise fragten wir dann noch den Verkäufer, ob es nicht eine Autobahn nach Poznań gibt. Die gab es wirklich und so haben wir es dann doch noch nach Hause geschafft, wenn auch etwas später als geplant.

Die restlichen Tage der Woche habe ich noch mit meiner Familie verbacht…wir waren im Zoo, Shoppen und an einer Art Militärfest, wo es  Vorführungen der polnischen Armee auf Pferden gab. Das war wirklich beeindruckend ;D Vieles hat so ausgeschaut, wie aus der Zeit des 2. WK, aber es gab auch neueres und älteres. Z.B. eine Pferdevorführung mit den typischen polnischen Kleidern aus dem 17. JH, aber auch das Mittelalter war vertreten. Und natürlich gab es viele Stände mit Essen^^ Meine Schwester und Gastschwester habe das natürlich ausgenutzt, wie oben auf dem Bild zu sehen ist ;D

DSC07157

Die letzte Woche war wirklich anstrengend, und die Kommenden werden auch so sein, denn ich habe im Mai nur 12 Tage Schule und deshalb habe ich unglaublich viel geplant. Z.B. gehe ich meine polnischen Grosseltern besuchen, bin bei so ungefähr der Hälfte der Klasse zu Hause eingeladen, habe Picknicks, Parties, Kinobesuche, Ausflüge, DVD- Abende und vieles mehr vor und irgendwann habe ich noch ein Seminar mit YFU. Ich habe schon jetzt praktisch alle Wochenenden verplant und fürchte, dass ich nicht für alles Zeit finde. Aber irgendwie schaffe ich das schon ;D

Pa pa

Ostern und śmigus-Dyngus

Cześć!

Zuerst einmal tut es mir leid, dass ich so lang nichts geschrieben habe, aber die Zeit ist hier so schnell verflogen, ich weiss gar nicht wo sie geblieben ist.

DSC06654

Aber ich werde euch natürlich jetzt ausführlich berichten, wie ich Ostern verbracht habe. Weil diese Zeit fast noch wichtiger ist als Weihnachten, wurde natürlich gross gefeiert. Von Donnerstag bis Dienstag hatten wir frei und natürlich haben wir die Zeit mit Vorbereitungen verbracht. Z.B. haben meine Gastschwester und ich Lämmer aus Butter geformt (was gar nicht so einfach ist wie es klingt).

Am Samstag haben wir die Lämmer dann in einen Korb gelegt, zusammen mit Fleisch, Eiern, Salz, Pfeffer, Brot und Kuchen und dann sind wir damit in die Kirche, wo der Pfarrer das Essen gesegnet hat.

DSC06668Wie immer an Festtagen in Polen gibt es unglaublich viel Essen…wir haben mit der ganzen Familie gefeiert und alle haben etwas mitgebracht. Es gab, glaube ich, sogar noch mehr Essen als an Weihnachten! Am Ostersonntag mussten wir dann alle schon um 9 Uhr bereit sein für das traditionelle Osterfrühstück mit der ganzen Verwandtschaft. Da gab es dann viiiiele Würste, Fleisch, Brot, Salate, Eier, Kuchen, Żurek (eine traditionelle, polnische Suppe, siehe Bild), Bigos (ein Sauerkrautgericht), Käse, Gemüse in Gelee und natürlich Schokolade 😀

DSC06677

Und gleich danach gab es Kaffee und Kuchen! Der traditionelle Osterkuchen in Polen heisst Mazurek und  besteht aus einem Mürbeteig mit Belag. Wir hatten z.B. einen mit Schokolade, Nüssen, und mit selbergemachtem Toffee. ->

Es gab natürlich auch noch anderes, wie Käsekuchen, Schokoladenkuchen und sogar einen gekochten Kuchen 😀 Um halb eins sind wir dann in die Kirche und etwas später fing das Essen nochmals von vorne. Am Abend das gleiche…wie ihr seht, ich habe ganz bestimmt nicht zu wenig gegessen, und jetzt, eine Woche später ist immer noch Essen übrig!

z13661638QDer Ostermontag hat damit begonnen, dass mein Gastvater mich durch Schnee ins Gesicht werfen aufgeweckt hat. In Polen machen nämlich alle eine grosse Wasserschlacht und da wir dieses Jahr so viel Schnee haben, war es eher eine Schneeballschlacht. Noch vor dem Frühstück wurde ich von meinem Gastbruder mit Wasser angespritzt, aber nach meiner Rache musste er sogar die Kleider wechseln gehen 😉 Nach dem Frühstück sind wir mit dem Hund spazieren gegangen und auf der Stasse haben wir die sogenannten „Żandary“ angetroffen. Diese Tradition gibt es nur bei uns im Quartier, einige Leute verkleiden sich z.B. als Polizist, Grossmutter, Pfarrer, Schornsteinfeger, Bär etc. und laufen durch die Strassen. Natürlich fürchten sich alle Kindern vor ihnen, da sie mit Wasser spritzen, Eiern werfen und einem mit einem Stock auf den Hintern schlagen…bringt aber anscheinend Glück 😀

Jetzt ist Ostern vorbei und langsam wird mir bewusst, dass ich nicht mehr so lang in Polen sein werde, wie ich noch vor ein paar Tagen gedacht habe. Und zu allem Übel haben wir immer noch Schnee! Heute ist der erste Tag seit langem, an dem ich die Sonne sehen kann und das weckt in mir die Hoffnung, dass bald der Frühling kommt, auch wenn es draussen noch sehr kalt ist.

Aber ich werde, schlechtes Wetter hin oder her, diese letzten Monate noch geniessen ;D

Pa Pa

BN2A0054

Die ganze Familie mit unseren YFU T-Shirts die wir vom Osterhasen bekommen haben 🙂 Meine Gastfamilie und ich sind die in orange 😀

Polnische Weihnachten


Cześć!

Als erstes wünsche ich euch allen ein schönes neues Jahr! Ich habe Silvester mit einigen Freunden verbracht und es bestand hauptsächlich aus Essen, Twister spielen und bis um 9 Uhr morgens aufbleiben. Wir hatten jedenfalls viel Spass! Aber der eigentliche Grund für diesen Blog ist Weihnachten, das wird in Polen nämlich etwas grösser gefeiert als ich es mir aus der Schweiz gewohnt bin und deshalb werde ich versuchen dass dieser Blog nicht allzu lang wird und ich euch trotzdem das Meiste erzählen kann.

Begonnen hat Weihnachten hier ja schon ungefähr eine Woche vorher, dann haben wir nämlich angefangen mit Kochen und Backen. Zwar haben meine Gasteltern das Kochen grösstenteils übernommen, aber ich war trotzdem die ganze Zeit über beschäftigt. Ich habe es sogar geschafft, Mailänderli, Spetzbuebe und Zemtstärne zu machen.

Zur polnischen Weihnacht gehören viele Traditionen, z.B. sollte es 12 bestimmte Gerichte geben ( ich könnte aber schwören dass wir um die 20 hatten), man isst kein Fleisch, mit dem Feiern wartet man bis der erste Stern am Himmel erscheint, man legt etwas Stroh unter das Tischtuch als Symbol der Krippe, ein Platz am Tisch wird freigehalten für einen unerwarteten Gast (es kommt aber eigentlich nie jemand) und vor dem Essen teilen alle Gäste Oblaten miteinander. Und das geht so: Jeder bekommt eine Oblate (so eine wie in der Kirche, nur etwas dünner, viereckig und mit einem Bild drauf, siehe Foto), dann geht man von Gast zu Gast, wünscht jedem frohe Weihnachten und man bricht gegenseitig etwas von der Oblate des anderen ab und isst es.

In Polen verbringt man die Feiertage mit vielen Verwandten, bei uns waren es dann schliesslich 15 Personen. Und alle brachten nicht nur Geschenke, sondern auch viel Essen. Irgendwie muss man ja die 12 Gerichte zusammenbekommen. Zu diesen gehören z.B. Barszcz (eine Rote-Beete Suppe, siehe Bild), Pierogi (eine Art Ravioli gefüllt mit Pilzen oder Sauerkraut), dazu Pilzsauce (übrigens aus den Pilzen die wir im Oktober gesammelt hatten), verschiedenen Fisch, Sauerkraut mit Pilzen, so etwas wie Spätzli mit Mohn etc. Ich weiss leider schon nicht mehr genau was es alles gab (es war viel zu viel), denn es gab auch noch andere Gerichte die nicht typisch sind, wie verschiedene Salate und Kroketten.

Nach diesem Essen machten wir dann erst mal einen Spaziergang mit dem Hund, irgendwie mussten wir ja Platz in unsere Mägen bekommen, denn die Nachspeise hatten wir ja noch vor uns. Wir kamen vom Spaziergang zurück und tadaaaahh, es gab Geschenke 😉 Hier in Poznań werden die Geschenke von eine Stern überbracht, wir hatten ihn aber leider verpasst…

Und nun zur Nachspeise. Das wichtigste sind der Mohnkuchen, Nusskuchen, Käsekuchen und Lebkuchen. von jedem gab es da ca. 2 verschiedene Varianten plus weiteres wie meine Schweizer Chrömli, Mohrenköpfe und selbst gemachte Schweizer Vermicelles. Und ja, ich habe viel zu viel gegessen, aber es hat sich gelohnt ^^

Die meisten Leute gehen an Weihnachten in die Mitternachtsmesse, aber wir haben es irgendwie ein wenig verpasst, deshalb schauten wir Shrek. Aber nein, das ist keine polnische Tradition. Und irgendwann sind wir natürlich auch schlafen gegangen. Am nächsten Morgen (oder besser gesagt Nachmittag) gab es Frühstück und das bestand eigentlich aus dem was wir schon am Vorabend gegessen hatten, nur dass jetzt noch Fleischgerichte dazukamen. Das Essen reichte noch für die ganze Woche…ich hatte also wirklich keinen Hunger. Irgendwie wird mir selbst erst jetzt bewusst dass die polnische Weihnacht vor allem aus Essen besteht 😉

Aber es waren wunderschöne Festtage und sie sind natürlich wie jedes Jahr viel zu schnell vorbei gewesen!

Pa Pa!

Kraków

Hello again…

Also ich habs ja sozusagen versprochen, dass ich euch vom YFU- Treffen in Krakau erzähle. Und das tue ich jetzt auch. Beim Treffen waren alle Austauschschüler, Gastgeschwister und 3 Volunteers dabei und wir hatten eine Menge Spass in diesen 3 Tagen.

Am Freitag Morgen standen mein Gastbruder und ich um 4 Uhr auf, damit wir rechtzeitig am Bahnhof waren, wo wir einen Teil der Austauschschüler trafen. Unsere Zugfahrt nach Krakau dauerte 7 h und wir hatten Glück, dass wir alle zusammen im gleichen Abteil sitzen konnten. (Ich sollte vielleicht erwähnen, dass die Züge in Polen alle so aussehen wie in Harry Potter, der ganze Zug besteht aus 6er Abteilen :D)

In Krakau trafen wir dann den Rest der Gruppe und als erstes hatten wir ein Seminar, das eigentlich nur aus Spielen bestand. Danach gingen wir die Altstadt anschauen (aber leider war es um 16 Uhr schon ziemlich dunkel) und dann Pizza essen. Am Abend hatten wir dann nochmals ein Seminar, irgendwann von 22 bis 23 Uhr und danach haben wir natürlich noch geredet…geredet…geredet. Ich weiss selbst nicht mehr genau wie lange, aber es wird wohl etwas um halb 2 gewesen sein. Eigentlich nicht sooo spät, aber wenn man bedenkt, dass wir um 5 Uhr schon wieder aufstehen mussten…naja, wir hatten halt bessere Dinge zu tun als zu schlafen 😉

Also, wie gesagt mussten wir am Samstag ziemlich früh wieder aufstehen, denn wir fuhren nach Oświęcim, besser bekannt unter Auschwitz. Ok, ehrlich gesagt wollte niemand  von uns dorthin, aber wir konnten nicht viel dagegen tun. Eigentlich weiss ich au nicht so genau was ich euch jetzt von Auschwitz erzählen soll, es ist schwierig sich das alles vorzustellen und irgendwie will ich auch gar nichts davon erzählen. Wir hatten eine Führung und haben uns einfach alles angeschaut und fuhren dann noch nach Birkenau, das liegt nur 10 min mit dem Bus entfernt. Es fühlte sich mehr an wie in einem Film.

Am Nachmittag waren wir dann alle ziemlich fertig, ob das an Auschwitz oder unserem Schlafmangel oder beidem lag, keine Ahnung, die Stimmung war jedenfalls etwas komisch. Wir sind dann noch ins Judenviertel in Krakau, aber da war es schon wieder so dunkel und wir wussten nicht was wir dort eigentlich genau machen sollten, deshalb sind wir ein bisschen herum gelaufen, haben Früchte gekauft und sind wieder ins Hostel zurück. Wir hatten dann um 21 Uhr wieder ein Seminar, bis um 23 Uhr oder so. jedenfalls haben wir wieder geredet bis um 3 Uhr morgens. Wir konnten bis um 7 schlafen, was aber natürlich nicht genug war.

Am Sonntag besichtigten wir das Schloss in Krakau, genannt Wawel. Und danach wollten wir eigentlich die älteste Universität von Polen anschauen, aber da es Sonntag war, war sie natürlich geschlossen *_* Das war aber nicht schlecht, denn so hatten wir Zeit für uns, und was macht man da? Genau, man geht in ein Café und redet 😉 Jedenfalls hatten wir nicht mehr viel Zeit zusammen, denn unser Zug fuhr schon um 15 Uhr ab. Das Wochenende war viel zu kurz gewesen, wir hätten uns noch so viel erzählen können, schliesslich hatten wir uns 2 Monate  lang nicht gesehen.

Jedenfalls hatten wir auf der Rückfahrt nicht so viel Glück mit Plätzen, deshalb machten wir es uns halt im Koffer- und Fahrradraum gemütlich so gut es ging. War leider nicht so leicht, denn da drin hatte es keine Heizung und die Temperatur lag bei ca. 10 Grad oder so. Aber 7 h später waren wir ja schon wieder zu Hause und zwar todmüde. Deshalb mussten mein Gastbruder und ich am Montag nicht in die Schule, hat sich also doch gelohnt, in den 3 Tagen nur so ca. 10 h zu schlafen 🙂

 

Pa Pa

P.S. auf den Bildern seht ihr a) die Markthalle von Krakau, b) den Fluss Wisła (Weichsel) und einen Teil von Krakau  und c) einen (kleinen) Teil des Schlosses.

 

Oktober&November

Cześć!

Mein letzter Eintrag ist schon eine Weile her und deshalb weiss ich nicht so genau was ich erzählen soll. Ich habe so viel erlebt und eigentlich ist alles spannend, aber ich muss mich wohl für einige Dinge entscheiden. Also, ich fange mal mit meinen Polnisch-Kenntnissen an…seit ich aus Frankreich zurück bin, habe ich versucht, so viel Polnisch wie möglich zu reden. In der Schule fällt mir das allerdings leichter als zu Hause. Mit meinen Mitschülern kann ich mich schon ein wenig unterhalten, aber leider habe ich noch nicht so viele Gesprächsthemen zur Auswahl, deshalb höre ich halt meistens nur zu. Dafür verstehe ich jetzt praktisch in allen Fächern (ausser Chemie und Physik, aber das liegt nicht an meinen Sprachproblemen) um was es so in etwa geht.

Am meisten Polnisch spreche ich mit meiner Gastschwester (und dem Hund). Sie will mir immer schwierige polnische Wörter beibringen und liegt schon vor Lachen am Boden bevor ich sie überhaupt ausgesprochen habe ( Natürlich musste sie dann auch probieren „Chochichästli“ zu sagen, ohne Erfolg *_*). Ich habe auch immer noch 4 zusätzliche Stunden Polnisch, aber ich lerne viel mehr wenn ich mit jemandem spreche als wenn ich Grammatik lerne.

Nun, was habe ich so gemacht? Ich war Pilze sammeln, das war voll lustig! Wir fuhren am Morgen los und es war extrem kalt. Es hatte unglaublich viel Nebel und ich hatte keine Ahnung  in welche Richtung wir gingen und wie wir den Weg zurück zum Auto finden sollten, aber irgendwie haben wir es dann doch geschafft. Meine Füsse waren zwar nach einer Viertelstunde schon völlig nass und kalt, aber der Wald war wunderschön und es machte wirklich Spass:D Wir machten natürlich auch Pausen um heissen Tee zu trinken und etwas zu essen. Irgendwann wurde der Nebel dann etwas lichter und ich habe die Gelegenheit genutzt und einige Fotos gemacht. Nach 4 h hatten wir dann einen grossen Korb mit essbaren Pilzen gesammelt und fuhren wieder heim.

Ich habe natürlich auch Halloween gefeiert. Die 2 anderen Austauschschülerinnen an meiner Schule sind aus den USA  und sie veranstalteten eine kleine Halloween- Party.Jede von uns brachte einen Kürbis, etwas zu essen und eine polnische Freundin mit 😉

Nun, wir hatten unglaublich viel Spass, ausserdem war uns ein Kürbis pro Person eindeutig zu wenig, deshalb gingen wir zusammen los und kauften nochmals einige Kürbisse und etwas zu essen.Danach schauten wir Simpsons und assen polnische Halloween Cookies. Es war wirklich unglaublich lustig! Mit meiner Gastschwester und ihrer Freundin bin ich dann noch von Haus zu Haus gezogen und habe nach „Süsses oder Saures“ gefragt. Es war eine gute Gelegenheit meine Nachbarschaft besser kennen zu lernen, und wir haben ziemlich viel Süsses gesammelt:D

Am 11. November war in Polen ein Feiertag, wegen dem Ende des 1. Weltkrieges. Und was gehört zu einem Feiertag in Polen? Gutes Essen! Diesmal gab es so riesige Gipfel mit Zuckerguss und einer Füllung. Die gibt’s anscheinend nur in Poznań, und nur ausgelesene Bäckereien mit einem Zertifikat dürfen die verkaufen. Sie sind auf jeden Fall unglaublich gut  😀 (Und grösser als es auf dem Bild aussieht) In der Schule haben wir am Freitag gefeiert, denn der 11. war leider ein Sonntag.

Wir mussten uns natürlich elegant( d.h. schwarzer Rock und weisse Blouse) anziehen. In der Aula gab es dann ein Theater und einige Schüler sangen und wir durften eine Stunde früher nach Hause.

Ausserdem habe ich natürlich viel mit Freunden gemacht wie shoppen, Kaffee trinken, Filme schauen, ich habe Gastverwandte besucht, ein Ballet gesehen und mit meiner Gastschwester gebacken. Aber ehrlich gesagt ist langsam der Alltag zurückgekehrt und ich bin irgendwie froh darum:)

Nächste Woche habe ich wieder ein YFU- Treffen in Krakau, da sehe ich endlich die anderen Austauschschüler wieder, darauf freue ich mich sehr! Ich werde euch dann natürlich auch berichten wie es war. 😀

Bis dann:D

 

Der Austausch im Austausch :D

Cześć!

Oder besser gesagt „Bonjour“, denn ich bin momentan in Frankreich! Wie es dazu kam? Nun ja, meine Klasse macht einen Austausch mit der Partnerschule hier in Saumur (siehe Bild unten) und da dachte ich mir, warum nicht? Zugegeben, ich war anfangs nicht ganz sicher ob ich mitgehen sollte, denn ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust Polen zu verlassen. Ich hatte gerade angefangen, manchmal auf Polnisch zu antworten und mit dem Verstehen hatte ich auch immer weniger Probleme. 

Deshalb fand ich es erst keine gute Idee genau in dieser Zeit für 10 Tage weg zu gehen um Französisch zu lernen. Das kann ich nämlich besser als Polnisch. Andererseits wollte ich ein Teil meiner neuen Klasse sein und mit ihnen gemeinsam Dinge erleben. Nach einigem hin und her in meinem Kopf habe ich mich schlussendlich doch für den Austausch entschieden.

Alle Schüler meiner Klasse hatten extrem Angst davor bei einer Gastfamilie zu wohnen und dann nur auf Französisch sprechen zu können. Die Gastfamilie war für mich ja nichts neues und vor dem Französischen hatte ich auch keine Angst. Aber die Reise bereitete mir einige Sorgen, denn wir fuhren mit dem Bus nach Frankreich und das dauerte 23 h. Ich konnte es nicht verstehen, denn das Flugzeug wäre nicht nur viel schneller und bequemer, es wäre auch billiger. Die längste Zeit die ich bisher in einem Car verbracht habe waren 3 h am Stück, und mir wurde schon nur übel bei dem Gedanken, mich einen Tag lang nicht gross bewegen zu können.

Wir fuhren dann um 18:00 abends los und nach 3 h war der erste Halt, an der Grenze zu Deutschland. Der nächste war dann kurz nach Mitternacht und danach wieder irgendwann um 5:00 morgens. Und ehrlich gesagt, mein Plan, möglichst viel von der Reise zu verschlafen ging überhaupt nicht auf. Es war schrecklich unbequem und ich bekam nicht mehr als 3 h Schlaf und diese nicht am Stück.

Aber ihr werdet es nicht glauben, es war trotz allem eine unglaublich tolle Fahrt und ich freue mich schon auf die Rückreise! Und ich kann jetzt auch verstehen warum wir den Car nahmen und nicht das Flugzeug, denn man hat einen ganzen Tag Zeit um mit Freunden zu reden und lachen, viel zu essen, Musik zu hören und es macht wirklich Spass! Wir haben unterwegs in Reims angehalten und die Kathedrale besichtigt, es wurde uns also nicht langweilig!

Ich würde euch gerne noch mehr von Frankreich selber erzählen aber ich glaube der Text wäre dann etwas zu lang J Aber ich muss sagen, Frankreich gefällt mir nicht annähernd so gut wie Polen und ich habe schon ein kleines bisschen Heimweh;)  Und meine Angst, Polnisch zu verlernen, ist auch unbegründet, denn die anderen Schüler sprechen weiterhin Polnisch und nicht Französisch. Ich spreche hier sogar mehr Polnisch als in Polen, denn meine Mitschüler sprechen noch nicht so gut Französisch, also fühle ich mich nicht so alleine mit meinen Sprachproblemen und Fehler fallen nicht so auf;)

Ich geniesse jetzt noch meine letzten Tage in Frankreich und dann geht es wieder ab nach Hause!

Pa!

Ein ereignisvoller September!

Cześć!

Seit meinem letzten Blogeintrag ist wieder eine Menge passiert, ich habe also viel zu erzählen! Beginnen möchte ich mit der Schule, genauer gesagt mit dem 1. Schultag. Ich bin mit einem recht komischen Gefühl aufgestanden, habe mich ordnungsgemäss gekleidet (eine weisse Blouse, Rock und Strümpfe) und bin mit dem Bus zur Schule gefahren. Zum Glück hat mich mein Gastbruder begleitet, sonst hätte ich den Weg wahrscheinlich nie gefunden. Ich war ziemlich aufgeregt meine Klasse kennen zu lernen, aber es waren alle unglaublich freundlich! Und obwohl ich erst 3 Wochen in die Schule gehe, kann ich jetzt schon sagen, dass ich wirklich eine tolle Klasse habe =)

Der erste Schultag ist in Polen etwas Spezielles, deshalb hat man auch noch keinen Unterricht, aber in die Schule muss man trotzdem. Ich hatte zuerst eine Art Klassenstunde mit dem Klassenlehrer und danach sind alle Schüler der 2. Klasse in der Aula zusammengekommen. Da wurde zuerst gesungen, die Polnische Hymne und ein anderes Lied, das natürlich alle ausser mir kannten, und danach gab es 3 Reden. Die waren aber glücklicherweise nicht so lang, denn ich habe nicht viel mehr als die Begrüssung verstanden.

Das Niveau ist sehr ähnlich wie in der Schweiz, es gibt nur mehr Prüfungen. Zum Glück ist man aber mit einer 2 noch genügend! Es gibt auch hier einige Dinge  an die ich mich zuerst gewöhnen muss, z. B. warum es keine Mittagspause gibt oder warum man immer aufsteht wenn der Lehrer ins Zimmer kommt. Man ist allgemein viel freundlicher den Lehrern gegenüber und hat mehr Respekt (auch wenn man den Lehrer nicht mag). Polnisch verstehe ich immer besser und meine Polnischlehrerin gibt mir sogar 4h Zusatzunterricht! Aber Sprechen fällt mir nach wie vor ziemlich schwer…Polnisch ist ja auch nicht ohne Grund die 7. schwerste Sprache der Welt =)

Ein weiters Ereignis war mein Geburtstag. Da hatte ich genauso wie bei der Schule keine Ahnung was mich genau erwartet, denn normalerweise feiert man in Polen den Namenstag. In Physik fingen aber plötzlich alle an „Sto lat“,die polnische Version von Happy Birthday, zu singen. Ich hatte Süssigkeiten mitgebracht und musste sie nun verteilen, in dem ich von Tisch zu Tisch ging und das beanspruchte fast die Hälfte der Lektion. Denn alle standen auf, umarmten mich und sagten nicht einfach nur „Alles Gute“ sondern hielten kleine Reden =) Das fand ich wirklich schön, mal davon abgesehen dass es ziemlich peinlich war im Zimmer umherzulaufen während dich alle anstarrten. Zu Hause gab es dann einen grossen Kuchen, und da mein Gastbruder am selben Tag Geburtstag hatte, durften wir die Kerzen zusammen ausblasen (auf dem Bild zu sehen). Das war wirklich lustig! Ich bekam natürlich auch Geschenke, diese bestanden zum Grössten Teil aus Schweizer Schokolade =) Mein Geburtstag war wirklich ein unglaublich schöner Tag und es ist schade, dass er schon vorbei ist!

Der September ist jetzt schon bald um und bisher war es einfach nur toll, mal sehen was der nächste Monat bringt!

 

Die zwei ersten Wochen

Hallo!

Seit meiner Ankunft in Poznan sind nun zwei Wochen vergangen, aber es kommt mir schon viel länger vor. Als ich am Montagmorgen ins Flugzeug nach München stieg, war ich eigentlich gar nicht so aufgeregt, aber während dem 2. Flug nach Poznan stieg meine Nervosität mit jeder Minute. Um mich herum hörte ich nur noch Polnisch und ich dachte: “ Oh Gott, und dass soll ich irgendwann verstehen?“

Tja, und dann kam ich an und wartete auf meinen Koffer. Und da war ich wirklich aufgeregt, denn meine Gastfamilie holte mich vom Flughafen ab und ich wusste, dass uns nur noch ein paar Meter und Wände trennten. Einerseits freute ich mich riesig, sie endlich kennen zu  lernen, aber ich hatte keine Ahnung was mich erwartet. Und dann war der Moment gekommen, wir umarmten und begrüssten uns und schon gings los nach Hause. Zu Fuss. Ich wusste gar nicht dass man soo nah am Flughafen wohnen kann. Aber glücklicherweise ist er klein und es fliegt nicht mal jede Stunde ein Flugzeug.

Natürlich gibt es Dinge, an die ich mich zuerst gewöhnen muss. Zum Beispiel habe ich erst nach 2 mal kalt Duschen bemerkt, dass in Polen das warme Wasser rechts ist und nicht links. Oder dass es hier normal ist, das „Mittagessen“ erst um 16 Uhr einzunehmen. Oder dass man die Schulbücher selber kaufen muss. Aber ich mag diese kleinen Unterschiede, denn so merkt man am Besten, wie sich die Länder unterscheiden.

Die anderen 8 Austauschschüler und ich besuchen täglich einen Sprachkurs, damit wir ein paar Grundlagen beherrschen. Denn wenn dann in einer Woche die Schule anfängt,wäre es gut, wenn wir uns wenigstens selber vorstellen könnten. Aber wir haben alle schnell bemerkt, dass Polnisch nicht ganz so einfach ist. Glücklicherweise verstehe ich schon recht viel, auch wenn mir die Aussprache  noch etwas zu schaffen macht.

Die Zeit nach dem Kurs und an den Wochenenden  verbringe ich grösstenteils mit den anderen Austauschschülern oder meiner Familie. Wir gehen shoppen, geniessen die schönen Plätze in der Stadt, oder sitzen einfach im Garten und haben Spass. Am Samstag haben wir einen Ausflug in die Hauptstadt, Warschau, gemacht. Die Fahrt mit dem Zug dauerte 3h, wir verschliefen sie jedoch grösstenteils. Denn am Morgen waren wir müde wegen dem akuten Schlafmangel und abends wegen dem vielen Herumlaufen. Aber wir hatten unglaublich viel Spass und es war ein schöner Tag.

Bis jetzt gefällt es mir wirklich gut hier in Poznan. Ich mag die Leute, die Stadt, die Sprache und der Schweiz habe ich noch nicht eine Sekunde nachgetrauert. Nächsten Monat werde ich euch dann von der Schule berichten. Da weiss ich nämlich selber auch noch nicht so genau, was auf mich zukommt. Werde ich schnell neue Freunde finden? Wie viele Male werde ich mich wohl verlaufen, bis ich das richtige Zimmer finde? Naja, die Antworten kenn ich jetzt noch nicht, aber bald =)

Liebe Grüsse Salome