YFU Switzerland

Herbst in Canton

Hallo zusammen ,

Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich so lange nicht geschrieben habe, aber es ist halt immer wieder etwas dazwischen gekommen und ich hatte einfach so viel zu tun! Dafür habe ich jetzt umso mehr zu erzählen/zu schreiben!

Der Oktober war ziemlich schwer für mich und ich hatte sehr Heimweh. Aber das ist „normal“. Der Grund dafür ist, dass man total im Alltag-Leben drin ist und nichts mehr wirklich „speziell“ ist… Dann ist es einfach wichtig durchzubeissen und sich abzulenken. Ich habe es probiert so gut wie es ging, und es klappte nach ein paar Fehlversuchen dann auch. Also ganz wichtig, wenn jemand ein Austauschjahr macht, Oktober ist ein harter Monat, aber es geht vorbei!

Zuerst möchte ich euch wieder von der Marching-Band erzähle, ich habe Sachen erlebt die ihr euch nicht mal in den verrücktesten Träume vorstellen könnt. Am 19. Oktober früh am Morgen fuhren wir mit dem Bus nach Indianapolis für eine Competition. Das war anstrengend, weil wir fast nicht geschlafen hatten, von Samstag auf Sonntag durchgefahren sind und am morgen um 5 Uhr ankamen. Ich habe mich ein wenig wie  am Morgenstraich an der Basler Fasnacht gefühlt. Wir schafften es auf den  6. Platz. Über das Stadium, wo der Wettbewerb stattgefunden hat und die Auftritte erzähle ich euch später. Am 3. November traten wir an einer Staaten-Meisterschaft in Detroit im Lions Football-Stadium auf. Das war wirklich ein tolles Erlebnis, weil ich einfach auch so stolz war in Detroit zu spielen, der Stadt des Souls. Hinzu kommt, dass ich meinen Bruder ein bisschen damit necken konnte, dass ich live auf dem Detroit-Lions Feld stand. Er ist ein grosser Football-Fan, verfolgt alle USA Spiele mit und kennt die Stadien sehr gut aus dem Fernsehen. Wir machten den ersten Platz und haben alle 3 Captions gewonnen. Captions ist die  höchste Punktzahl von gewissen Kategorien und zwar für die  Musik, das Aussehen und den Show Effekt. Das heisst wir erzielten in allen drei Bereichen die höchste Punktzahl und somit waren wir, die Plymouth-Canton Marching Band Sieger des Staates. Es war sensationell, da wir nach 3 Jahren endlich wieder die Besten waren und ich durfte daran teilnehmen und dazu beitragen! Darauf bin ich sehr stolz.

Und dann kam mein Geburtstag. Wir feierten schon drei Tage vorher, weil ich an meinem wirklichen Geburtstag keine Zeit hatte. Wir luden die Familie und noch eine Freundes-Familie ein und assen Schweizer Raclette! Es war so gut und so toll. Zum Dessert gab es eine Überraschung für mich und zwar eine Eiscrème-torte wo drauf stand „Happy Birthday Rhea“. Ich habe es sehr genossen und wir hatten wirklich Spass! Am Mittwoch, meinem wirklichen Geburtstag),reisten wir mit der MB (Marching Band) nach einem anstrengendem Schultag und einer langen Bandprobe endlich nach Indianapolis zu den Grand Nationals. Ich brachte 60 Cupcakes für „meinen Bus“ mit und wir assen alle auf. Meine Band-Freunde sangen Happy Birthday für mich. Es war sehr süss  und hat  mich wirklich gefreut. Am Donnerstag standen wir bereits um 6 Uhr auf und gingen anschliessend zur Probe bis um 17.00 Uhr am Abend. Danach fuhren wir zum Lucas Oil – Stadium, wo wir unsere Performance hatten. Das Lucas Oil – Stadium ist ein Football Stadion von den Indiana – Colts. Es ist eines der schönsten, grössten und besten Stadien und es war wirklich sehr speziell dort drin zu spielen! Am Freitag probten wir den ganzen Tag und gingen danach in eine Shopping-Mall in Indianapolis, oder auch Indy wie sie es hier nennen. Die Mall ist rund und als wir nach oben fuhren standen alle Eltern die auch hier waren rundherum und applaudierten als ob wir VIP’s wären. Es war einfach nur lustig! Am Samstag hatten wir um 13.00 Uhr unsere nächste Performance, weil wir es ins Halbfinal geschafft hatten. Die Show war super und wir gingen müde und erschöpft zurück zu unserem Hotel. Und dann hiess es warten. Warten auf das Ergebnis, ob wir im Finale sind oder nicht. Das war das Schlimmste und dann kamen endlich die Band Direktoren und wir standen ganz aufgeregt alle draussen in einem Kreis. Sie begannen zu reden. Sie redeten und redeten und redeten! Wir waren mit unseren Nerven schon am Ende und es war so mühsam und dann sagte er „Guys, you made finals!“ und wir jubelten und kreischten und weinten und umarmten uns. Es war wie in einem Film und es war einer meiner besten Momente im Leben. Auch bei dieser Competition war es  wieder ein toller Erfolg und  speziell,  weil wir es seit 3 Jahren nicht ins Finale geschafft hatten und es einfach nur schlimm für alle langjährigen Bandmitglieder war. Um 23.00 Uhr waren wir dann dran mit unserer aller, aller letzen Performance! Es war eine schreckliche Performance, weil wir nicht mehr so gut aufgetreten sind. Wahrscheinlich waren wir nach den vielen und langen Proben und Auftritten einfach müde. Trotzdem  haben wir es sehr genossen. Danach standen alle Bands auf dem Feld und es wurde bekannt gegeben, wer gewonnen hat. Wir machten den 12. Platz also letzter im Finale; aber wir sind 12. von über 75 Bands, was bedeutet, dass wir die zwölftbesten von ganz Amerika sind! Also können wir sehr stolz sein. Meine Marching Band-Zeit ist jetzt vorbei und ich sage tschüss mit einem lachendem und einem weinendem Auge.

Hier das Video als unser Direktor verkündet hat, dass wir im Finale sind: http://www.youtube.com/watch?v=4ypRbYE4II0

 

Jetzt zu dem Thema, das wahrscheinlich allen unter den Nägeln brennt und mich einfach nur nervt: Die Wahlen!

Eigentlich bin ich sehr interessiert an Politik, aber zu viel ist zu viel! Und die Wahlen dieses Jahr waren (laut einheimischen) nicht schön und auch nicht gut, weil Obama und Romney sich gegenseitig persönlich angegriffen haben und das ist sehr unprofessionell. Die Amerikaner waren sehr interessiert und es gab viele Diskussionen. Aber niemand sagt, für welche Partei er/sie wählt oder wählen würde, weil das einfach ein Tabu ist! Viele fragten auch mich, doch ich wich aus und antwortete einfach, dass ich es nicht wisse und  ich mich nicht aus kenne, denn Politik in der Schweiz gaaaanz anders sei.

 

Ah, dann war ja noch Thanksgiving am 23. November. Ich habe viel zu viel gegessen und ich kann keinen Truthahn mehr sehen. Aber es war sehr gut! Und es war auch einmal schön, einfach keine Schule zu haben und ein wenig freie Zeit zu geniessen und verschiedene Sachen anzusehen. Darüber vielleicht im nächsten Bericht. Wir haben in unserer Familie schon den Weihnachtsbaum, natürlich alles künstlich, aufgestellt. Es bedeutet also, dass Weihnachten vor der Tür steht und die ganze Adventszeit in Amerika soll ja bekanntlicherweise auch sehr speziell sein! Ich lasse mich überraschen.

1. Truthahn                                                      2. unser Weihnachtsbaum

3. erster Schnee im Garten (aussicht von meinem Fenster)

 

Liebe Grüsse und bis bald

Rhea