YFU Switzerland

Familienwechsel, Weihnacht, und vieles mehr!

Hallo liebe Leute

Ich hoffe, ihr alle hattet einen guten Rutsch ins 2013! Ich bin super rüber gerutscht oder eher gewechselt. Ja, ich habe meine Gastfamilie gewechselt. Nach langem hin und her, ob ich nach Hause gehen soll und gleich alles aufgeben oder noch einmal durchbeissen und bis im Sommer 2013 durchhalten will, habe ich mich für Letzteres entschieden. Wer mich kennt weiss, dass ich nicht so schnell aufgebe und kämpfe bis sich etwas zum Besseren wendet! Das habe ich getan und tue ich immer noch, weil es ein sehr schwieriger Wechsel war. Aber ich möchte nicht mehr dazu sagen. Die Hauptsache ist, dass ich jetzt unglaublich glücklich bin!

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Mein neues Zuhause

Ich bin in eine Familie gekommen mit Zwillingen, sie heissen Amy und Jenna (beide 15). Ich kenne sie beinahe seit meinem ersten Tag in den USA, weil Amy und ich zusammen in der Drumline sind. Weil wir uns schon sehr gut kannten und wirklich Spass miteinander haben, ist der Wechsel sehr gut und hat sich echt gelohnt Meine Gastmutter -oder wie ich sage, my mom- heisst Angie und arbeitet als Kleiderverkäuferin und ist sonst zu Hause. Sie ist die Managerin der Familie und fährt jede von uns herum. Am Morgen stehen frische Waffeln, Pancakes oder Fotzelschnitten auf dem Tisch und es ist immer genau das da, was du gerade brauchst. Manchmal braucht man „nur“ eine Umarmung und auch dafür ist sie zuständig! Mein Gastvater Jim arbeitet im Bankensektor. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug in einer Band. Ich habe es sehr lustig mit ihm und eigentlich mit der ganzen Familie und sie sagen auch immer: „Wir haben noch nie so viel gelacht an jedem Tag“, weil halt einfach sehr witzige Sachen passieren! Ich gebe euch ein Beispiel:

Wir sassen in der Küche und begannen mit den Vorbereitungen für unser Weihnachts-Dinner. Ich bereitete den Salat zu, meine Mom schnitt Gurken, Peperoni und holte kleine Karotten aus dem Kühlschrank. Weil ich nicht wusste, was sie mit denen vor hat, fragte ich: „Was machst du mit denen?“, sie schaute mich lange an und sagte dann ganz langsam und laut: „Das sind K-A-R-O-T-T-E-N und wir stellen sie neben die…..“ „NEIN, wirklich!!!! Das sind Karotten?!“, antwortete ich mit weit aufgerissenen Augen und da fingen wir an zu lachen! Tränen liefen uns über die Wangen.Deshalb fangen wir an zu lachen jedes Mal wenn wir eine Karotte sehen!

Weihnachten:
Die Weihnacht liegt jetzt schon eine Weile zurück, aber sie ist immer noch sehr präsent, weil es mir sehr gut gefallen hat.
Am 21.12. hatten wir eine „Ugly-Sweater“-Party mit Freunden. Ihr fragt euch bestimmt, was das ist. Hier eine ganz kurze Beschreibung: Ihr kennt doch bestimmt diese alten, kratzigen, gestrickten Oma-Pullover, ja genau die! Jetzt müsst ihr euch diese einfach mit widerlichen Weihnachtsmustern vorstellen. Amy, Jenna und ich machten eigene. Ich hatte „Rudolph’s Red Nose Reindeer“ also pappte ich mir eine rote Nase und zwei Glubschaugen auf einen braunen Pullover und hatte zwei Hörner auf dem Kopf.
Am 24.12. gingen wir zuerst in die Kirche. Wie ein einem Wintermärchen hat es richtig fest angefangen zu schneien! Am Abend kamen alle Verwandte zu Besuch. Es war sehr viel los und ich habe viel gelacht, gegessen und mit den Kindern Verstecken gespielt. Nachdem alle gegangen sind, war ich sehr müde und sagte „Good Night“ aber dann schrie meine Mom „HAAALLLTTT STTTOOOPPP! Ich muss dir zuerst noch etwas geben!“ Sie kam nach unten gerast mit 3 gleich grossen Schachteln für uns drei MädelsWir öffneten sie und drinnen war ein wunderschöner und kuschliger Pyjama. Meiner hat Leoparden Muster! Ich habe zwar nicht kapiert, warum ich ein Pyjama oder auch PJ genannt, geschenkt bekomme und da haben sie mir erklärt, dass jede Weihnachten die „Kinder“ einen neuen Pyjama bekommen, um am nächsten Tag die Geschenke in einem schönen, neuen Pyjama zu öffnen. Weil ich dann plötzlich so aufgeregt war und eine unglaubliche Freude verspürte, legten wir zwei Weihnachts-Gutzi auf einen Teller, ein Glas Milch daneben und stellten es auf den Kamin.

Santa was here!

25.12. „Rhea, Santa Clause was here!“ Ich sprang gleich aus dem Bett und rannte nach unten. Da lagen ungefähr 20 verschiedene Päckli, jedes schöner als das andere! Wir setzten uns hin und öffneten sie der Reihe nach. Ich habe zwei University of Michigan T-Shirts bekommen, einen Pulli, zwei paar Hosen und ein Anhänger für mein Pandora-Armband. Aus der Schweiz bekam ich eine CD, ein Anhänger für mein Armband und eine ganz liebe Karte (Danke Mama). Dann assen wir ausgiebig Frühstück und haben einfach noch den Rest des Tages genossen.

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Unser Weihnachtsbaum

Jenna, Amy und Ich
Jenna (links), Amy (rechts) und ich in der Mitte

31.12. gingen wir zu einer Geburtstags-Party von einer Drumline-Freundin. Um 11.45 schalteten wir den Fernseher ein und schauten den berühmten „Ball Drop“ in New York. Und dann fing das neue Jahr auch schon an.

Ich startete mein Jahr mit einem 4-tägigen „Drumline-Camp“, wo wir unsere Show geprobt und geprobt haben. Ich spiele den Synthesizer und singe in der Show. Es ist der Hammer! Ich werde euch aber mehr darüber informieren, wenn wir Competitions haben.

Es hat auch einen Wechsel in der Schule gegeben und zwar mein Stundenplan, weil das neue Semester angefangen hat. Der erste Tag war sehr anstrengend, weil man viele Anweisungen kriegt und viele Formulare ausfüllen muss. Doch ich bin super gut in meinen neuen Klassen gestartet und es macht mir total viel Spass!

Wir ihr seht, läuft jetzt einfach alles super!
Bis bald und ganz liebe Grüsse,

Rhea

Drumline

Hallo Schweiz!
Fast dreiviertel meines Auslandaufenthalts in den USA ist vorbei und ich habe bereits das Datum meiner Rückreise erhalten: Ich weiss im Moment nicht, ob ich lieber lachen oder weinen soll. Es ist wohl von Beidem etwas. Ich fühle mich so wohl hier, dass ich mir schwer vorstellen kann, wie der Einstieg in der Schweiz wieder sein wird! Ein wichtiger Grund, dass ich mich so wohl in Amerika fühle ist u.a mein grosses Engagement in der Drumline, wo ich ganz gute Freundschaften geschlossen habe und wo ich im Moment auch sehr viel Zeit verbringe.
Montag 15.00 – 18.00 Uhr/ Mittwoch 15.00 – 18.00 Uhr/ Freitag 15.00 – 18.00 Uhr /Samstag 9.00 – 21.00 Uhr
Ja genau, das ist mein Stundenplan für die Drumline und das jede Woche. Die Drumline-Proben und die Competitions an schulfreien Tagen kommen noch hinzu! Wir proben unglaublich viel, gehen in so kleine Details und perfektionieren jede einzelne Note! Für alle, die sich nichts unter Drumline vorstellen können, hier die Definition http://www.pcmb.net/wdrum.html. Jede Drumline hat eine Show mit verschiedenen Songs. Diese Shows haben ein spezielles Thema. Unsere Show heisst „Ritual“ und es geht um Feueranbeter. Wir haben unter anderem den Song „Set Fire To The Rain“ von Adele und „Marimba Spiritual“ von Minoru Miki (bekanntes und sehr anspruchsvolles Marimba-Stück.)
Ich spiele Synthesizer im Front Ensemble. Also ich spiele viele verschiedene „Instrument-Sounds“ und bin die Grundlage für die Show. Synthesizers sind nicht wegzudenken! Und dann mache ich noch etwas ganz Spezielles und zwar singe ich live in der Show. Das gibt es praktisch nie! Alle Drumline-Formationen haben zwar ein Lied mit einem Singer in ihre Show eingebaut, aber das Lied wird von allen ab Band abgespielt. Das macht mir wirklich total viel Spass und ich fühle mich sehr geehrt, mit so tollen Musikern singen zu dürfen.
Jetzt zu den Competitions. Wir hatten jetzt schon über 6 Competitions in Michigan, die wir alle erfolgreich gewonnen haben. Am meisten Stolz sind wir, dass wir die States also im Staat Michigan gewonnen haben, denn das ist seit fünf Jahren nicht mehr geschehen!

MCGC States

MCGC States

Am Mittwoch fahren wir nach Dayton, Ohio an die WGI Nationals. Das ist der Event des Jahres für Drumlines, und wir haben uns seit dem ersten Tag der Proben darauf vorbereitet. Wir werden auf Luftmatratzen in einer Turnhalle schlafen. Achtung lest ganz genau: Mädchen und Jungs werden im selben Raum schlafen!!!! Unglaublich, hihihi, so unamerikanisch! Tagsüber proben wir und am Donnerstag haben wir Prelimes und dann hoffen wir ins Halbfinale und Finale zu kommen!
Und danach ist alles vorbei! Ich werde nie mehr in einer Drumline partizipieren und werde meine „zweite Familie“ nicht mehr jeden Tag sehen, ausser wenn wir Lunch essen. Dieser Gedanke macht mich sehr traurig und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Tränen in den Augen hatte als wir am Samstag die Show spielten,
Ich habe so unglaublich viel gelernt in der Drumline/Marching-Band und es hat mich sehr geprägt und viel zu meinem jetzigen ICH beigetragen. Ich hatte nicht nur rosige Zeiten hier aber meine Drumline-Familie war immer für mich da. Schliesslich habe ich der „Drumline“ auch zu verdanken, dass ich meine wunderbare zweite Gastfamilie gefunden habe und seit Dezember 2012 sehr glücklich bei ihnen bin. Ich weiss, all diese Worte wirken sehr schmalzig und kitschig, doch genau so hat es sich zugetragen. Ich spüre eine grosse Dankbarkeit! Meine Gefühle lassen sich gar nicht alle in Worte fassen. Ich werde jede einzelne Person vermissen hier und werde noch in 50 Jahren über diese Zeit in Canton Michigan sprechen. Mein größter Wunsch ist es, mit diesen Menschen in Kontakt zu bleiben auch wenn der „grosse Teich“ uns trennt. Wisst ihr was, ich bin zuversichtlich, dass mir dies gelingen wird. Denn meine wirklich engen Freunde kommen zu mir und sagen: „Ja, wir kommen dich besuchen“, und das sind nicht nur leere Amerikanisch-Schleim-Worte wie so viele immer sagen. Und nächsten Frühling werde ich hierher kommen und meine Plymouth-Canton Drumline anfeuern und stolz auf sie sein!

Ganz liebe Grüße und bis wirklisch schon ganz bald in der Schweiz!!
Rhea

Adventszeit

Hallo,

Ich hatte gerade Lust, wieder etwas zu schreiben!

Es wird jetzt langsam kälter und kälter und jedes bisschen Wasser friert ein. Der Wind ist richtig ätzend und er beisst richtig im Gesicht. Aber von Schnee… Weit und breit nichts in Sicht. Man muss sich richtig warm anziehen, aber nur draussen, weil drinnen ist es bestimmt 30 C (ja, ich übertreibe gern, aber es ist wirklich heiss) und man würde am liebsten in Shorts und T-Shirt herumlaufen… Deshalb habe ich jetzt gelernt mich in Schichten anzuziehen .Überhaupt habe ich ein paar neue Sachen gelernt im Schulalltag, die man einfach zuerst begreifen und realisieren muss hier in Amerika. Zum Beispiel habe ich gelernt, immer alle Hausaufgaben während den Pausen zu machen, dass man gar nichts mehr zu tun hat später. Oder, dass man sehr viele Fragen stellen soll, weil man dann schon 70% extra Punkte bekommt. Und dass man immer Eis in seine Wasserflasche tun sollte, weil das Wasser sonst warm und „laberig“ wird und das ist ekelhaft XD

Ich habe eine Varsity-Jacke bekommen, das sind die berühmten High School Jacken, die man immer in den Filmen sieht, ich bin richtig stolz! Ich habe wirklich das Gefühl, ich bin jetzt schon eine richtige Amerikanerin: ich gehe in Trainerhosen zur Schule, essen, einkaufen usw. (natürlich nicht die ganze Zeit, aber schon öfters). Ich kümmere mich überhaupt nicht, was die Anderen denken, weil es sowieso jedem stink-egal ist und es so viele Schüler sind, denen ich eh nur ein oder zwei Mal über den Weg laufe und dann NIE MEHR sehen werde.
Letzte Woche habe ich mich für den Hawaii-Trip angemeldet. Ich gehe vom 23.-30. März nach Honolulu mit verschiedenen YFU-Leuten von der ganzen Welt. Darauf freue ich mich sehr! Bis dahin bin ich noch sehr beschäftigt mit der Schule; ich mache jetzt in einem Musical mit. Die Proben starten im Januar und die Aufführungen sind Mitte März, da freue ich mich auch sehr.

Ich habe meinen neuen Stundenplan für das zweite Semester gewählt und zwar habe ich:

1. Radio/Journalismus (die Schule hat einen eigenen Radiosender)
2. Französisch 4 (damit ich nicht ganz alles vergesse)
3. Chor
4. US Geschichte (Pflichtfach…)
5. Drama & Speech
6. Parenting (da freue ich mich am meisten, ich berichte dann ein anderes Mal )

Also ihr seht, ich habe wieder viel zu tun und jetzt am Wochenende gehe ich noch die letzten Weihnachtseinkäufe machen, damit meine Familie dann rechtzeitig die Pakete in der Schweiz empfangen kann!

Bis bald und schöne Adventszeit!
Rhea

Herbst in Canton

Hallo zusammen ,

Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich so lange nicht geschrieben habe, aber es ist halt immer wieder etwas dazwischen gekommen und ich hatte einfach so viel zu tun! Dafür habe ich jetzt umso mehr zu erzählen/zu schreiben!

Der Oktober war ziemlich schwer für mich und ich hatte sehr Heimweh. Aber das ist „normal“. Der Grund dafür ist, dass man total im Alltag-Leben drin ist und nichts mehr wirklich „speziell“ ist… Dann ist es einfach wichtig durchzubeissen und sich abzulenken. Ich habe es probiert so gut wie es ging, und es klappte nach ein paar Fehlversuchen dann auch. Also ganz wichtig, wenn jemand ein Austauschjahr macht, Oktober ist ein harter Monat, aber es geht vorbei!

Zuerst möchte ich euch wieder von der Marching-Band erzähle, ich habe Sachen erlebt die ihr euch nicht mal in den verrücktesten Träume vorstellen könnt. Am 19. Oktober früh am Morgen fuhren wir mit dem Bus nach Indianapolis für eine Competition. Das war anstrengend, weil wir fast nicht geschlafen hatten, von Samstag auf Sonntag durchgefahren sind und am morgen um 5 Uhr ankamen. Ich habe mich ein wenig wie  am Morgenstraich an der Basler Fasnacht gefühlt. Wir schafften es auf den  6. Platz. Über das Stadium, wo der Wettbewerb stattgefunden hat und die Auftritte erzähle ich euch später. Am 3. November traten wir an einer Staaten-Meisterschaft in Detroit im Lions Football-Stadium auf. Das war wirklich ein tolles Erlebnis, weil ich einfach auch so stolz war in Detroit zu spielen, der Stadt des Souls. Hinzu kommt, dass ich meinen Bruder ein bisschen damit necken konnte, dass ich live auf dem Detroit-Lions Feld stand. Er ist ein grosser Football-Fan, verfolgt alle USA Spiele mit und kennt die Stadien sehr gut aus dem Fernsehen. Wir machten den ersten Platz und haben alle 3 Captions gewonnen. Captions ist die  höchste Punktzahl von gewissen Kategorien und zwar für die  Musik, das Aussehen und den Show Effekt. Das heisst wir erzielten in allen drei Bereichen die höchste Punktzahl und somit waren wir, die Plymouth-Canton Marching Band Sieger des Staates. Es war sensationell, da wir nach 3 Jahren endlich wieder die Besten waren und ich durfte daran teilnehmen und dazu beitragen! Darauf bin ich sehr stolz.

Und dann kam mein Geburtstag. Wir feierten schon drei Tage vorher, weil ich an meinem wirklichen Geburtstag keine Zeit hatte. Wir luden die Familie und noch eine Freundes-Familie ein und assen Schweizer Raclette! Es war so gut und so toll. Zum Dessert gab es eine Überraschung für mich und zwar eine Eiscrème-torte wo drauf stand „Happy Birthday Rhea“. Ich habe es sehr genossen und wir hatten wirklich Spass! Am Mittwoch, meinem wirklichen Geburtstag),reisten wir mit der MB (Marching Band) nach einem anstrengendem Schultag und einer langen Bandprobe endlich nach Indianapolis zu den Grand Nationals. Ich brachte 60 Cupcakes für „meinen Bus“ mit und wir assen alle auf. Meine Band-Freunde sangen Happy Birthday für mich. Es war sehr süss  und hat  mich wirklich gefreut. Am Donnerstag standen wir bereits um 6 Uhr auf und gingen anschliessend zur Probe bis um 17.00 Uhr am Abend. Danach fuhren wir zum Lucas Oil – Stadium, wo wir unsere Performance hatten. Das Lucas Oil – Stadium ist ein Football Stadion von den Indiana – Colts. Es ist eines der schönsten, grössten und besten Stadien und es war wirklich sehr speziell dort drin zu spielen! Am Freitag probten wir den ganzen Tag und gingen danach in eine Shopping-Mall in Indianapolis, oder auch Indy wie sie es hier nennen. Die Mall ist rund und als wir nach oben fuhren standen alle Eltern die auch hier waren rundherum und applaudierten als ob wir VIP’s wären. Es war einfach nur lustig! Am Samstag hatten wir um 13.00 Uhr unsere nächste Performance, weil wir es ins Halbfinal geschafft hatten. Die Show war super und wir gingen müde und erschöpft zurück zu unserem Hotel. Und dann hiess es warten. Warten auf das Ergebnis, ob wir im Finale sind oder nicht. Das war das Schlimmste und dann kamen endlich die Band Direktoren und wir standen ganz aufgeregt alle draussen in einem Kreis. Sie begannen zu reden. Sie redeten und redeten und redeten! Wir waren mit unseren Nerven schon am Ende und es war so mühsam und dann sagte er „Guys, you made finals!“ und wir jubelten und kreischten und weinten und umarmten uns. Es war wie in einem Film und es war einer meiner besten Momente im Leben. Auch bei dieser Competition war es  wieder ein toller Erfolg und  speziell,  weil wir es seit 3 Jahren nicht ins Finale geschafft hatten und es einfach nur schlimm für alle langjährigen Bandmitglieder war. Um 23.00 Uhr waren wir dann dran mit unserer aller, aller letzen Performance! Es war eine schreckliche Performance, weil wir nicht mehr so gut aufgetreten sind. Wahrscheinlich waren wir nach den vielen und langen Proben und Auftritten einfach müde. Trotzdem  haben wir es sehr genossen. Danach standen alle Bands auf dem Feld und es wurde bekannt gegeben, wer gewonnen hat. Wir machten den 12. Platz also letzter im Finale; aber wir sind 12. von über 75 Bands, was bedeutet, dass wir die zwölftbesten von ganz Amerika sind! Also können wir sehr stolz sein. Meine Marching Band-Zeit ist jetzt vorbei und ich sage tschüss mit einem lachendem und einem weinendem Auge.

Hier das Video als unser Direktor verkündet hat, dass wir im Finale sind: http://www.youtube.com/watch?v=4ypRbYE4II0

 

Jetzt zu dem Thema, das wahrscheinlich allen unter den Nägeln brennt und mich einfach nur nervt: Die Wahlen!

Eigentlich bin ich sehr interessiert an Politik, aber zu viel ist zu viel! Und die Wahlen dieses Jahr waren (laut einheimischen) nicht schön und auch nicht gut, weil Obama und Romney sich gegenseitig persönlich angegriffen haben und das ist sehr unprofessionell. Die Amerikaner waren sehr interessiert und es gab viele Diskussionen. Aber niemand sagt, für welche Partei er/sie wählt oder wählen würde, weil das einfach ein Tabu ist! Viele fragten auch mich, doch ich wich aus und antwortete einfach, dass ich es nicht wisse und  ich mich nicht aus kenne, denn Politik in der Schweiz gaaaanz anders sei.

 

Ah, dann war ja noch Thanksgiving am 23. November. Ich habe viel zu viel gegessen und ich kann keinen Truthahn mehr sehen. Aber es war sehr gut! Und es war auch einmal schön, einfach keine Schule zu haben und ein wenig freie Zeit zu geniessen und verschiedene Sachen anzusehen. Darüber vielleicht im nächsten Bericht. Wir haben in unserer Familie schon den Weihnachtsbaum, natürlich alles künstlich, aufgestellt. Es bedeutet also, dass Weihnachten vor der Tür steht und die ganze Adventszeit in Amerika soll ja bekanntlicherweise auch sehr speziell sein! Ich lasse mich überraschen.

1. Truthahn                                                      2. unser Weihnachtsbaum

3. erster Schnee im Garten (aussicht von meinem Fenster)

 

Liebe Grüsse und bis bald

Rhea

 

 

 

2 Monate!

Jetzt bin ich schon bald 2 Monate in Canton USA und es ist in der Zwischenzeit so viel passiert!

  • Besuch in Chicago
  • Schulstart
  • Homecoming
  • Marching Band – Competions

 

Besuch in Chicago:

Vom 31.8.-3.9.12 hatte ich die Gelegenheit, mit meiner Hostmom nach Chicago  zu reisen! Es war mega toll! Wir erlebten viel und mussten viel lachen! Wir haben in eineinhalb Tagen so ziemlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen, sind ziemlich rasch durch die Stadt „gerannt“ und sogar für Shopping hat es noch ein kleines bisschen gereicht. Hier ein paar Eindrücke:

  

  

 

Es war wirklich sehr toll und ich hoffe,wieder einmal Chicago zu besuchen!

 

Schulstart:

Am 4.9.12 hat endlich die Schule, die Highschool angefangen. Ich war am Anfang einfach nur verloren! Aber da die Amerikaner sehr nett und offen sind (sogar so früh am Morgen)und sie mir alle weitergeholfen haben, konnte ich mich doch zurechtfinden! Mein Stundenplan ist sehr locker und ich habe nicht gerade die schwersten Fächer gewählt:

1.Economics

  1. Public Speaking
  2. Choir
  3. Applied Voice
  4. Algebra II
  5. Music Theorie

 

Einzig schwer und kompliziert an dieser grossen Schule ist, andauernd die Schulhäuser zu wechseln, weil es mehrere sind und einfach so verwirrend ist. Aber mittlerweile weiss ich schon wie es funktioniert und es fühlt sich ganz normal und selbstverständlich an! Ein Schultag dauert von 7.13 bis um 2.10. Ich fahre mit dem Schulbus hin und habe auch da schon etwas herausgefunden: gehe ja nicht mit dem Bus ohne etwas zu tun, sei es Musik hören oder lesen (Achtung es ist stockdunkel!), weil du sonst einschläfst und dann ist der ganze Morgen sehr hart, weil man sooo müde ist! Aber ansonsten ist alles gut! Die Schule gefällt mir, die Lehrer und die Schüler sind sehr nett und geduldig und wie schon früher erwähnt, ist alles genau wie im Film. In der Mittagspause sitzen die Footballspieler und Cheerleaders immer zusammen und alle haben einen grossen Respekt vor ihnen. Die Musiker und die Genies sitzen auch zusammen. Alles wie im Film!

 

Homecoming:

Jedes Jahr ende September/anfangs Oktober findet ein Homecoming statt. Es ist wie eine Schulparty, die zu Beginn des neuen Schuljahres stattfindet. Alle Schülerinnen und Schüler dürfen daran teilnehmen,und es ist so richtig amerikanisch!

Es fängt schon bei der Vorbereitung an, wo man ein paar grundlegende Fragen beantworten muss: Gehst du alleine oder mit einem Date (mit einer männlichen oder weiblichen Begleitung)  hin? Hast du schon dein Kleid? Wenn nein, wie soll dein Kleid aussehen? Zu welcher Party gehst du? Mit welchen Freunden gehst du? Und so weiter. Ich ging ohne Date, mit vielen Freundinnen und mein Kleid, das ich vorher mit einer Schulkameradin ausgesucht und gekauft habe, war violett. Ich ging zu einer „Marching Band“- Party. Zuerst machten wir dort Fotos und haben zusammen Nachtessen gegessen. Danach sind wir zur Schule gefahren. Jeder Homecoming hat ein Thema und man schmückt dann die Schule in diesem Thema. Das Thema von Plymouth war „I’m on a boat“ aber eigentlich kümmert es keinen so wirklich… Es war sehr lustig und wir hatten es wirklich gut! Es ist einfach extrem schweissig und feucht gewesen und alle waren bachnass…

    

 

Marching Band – Competitions:

Das harte Training jeden Tag über zwei Monate und länger hat sich ausgezahlt! Wir hatten unsere ersten zwei Wettbewerbe: beim ersten Wettbewerb wurden wir nur mit dem 3. Platz vertröstet. Aber gestern, Samstag 6.10.12 haben wir die Band Of Americas – Regionals gewonnen! Es war unglaublich und ich bin so stolz! Ich habe noch nie etwas gewonnen und ich hatte noch nie eine Medaille um meinen Hals und wurde so geehrt. Und ich bin einfach überwältigt! Es war einfach nur grossartig! Und ich hoffe die nächsten Wettbewerbe werden auch gut ausgehen!

    

Ah, noch was zu meinem Englisch. Ich habe begonnen in Englisch zu denken und wenn ich etwas auf Deutsch schreiben muss, wie beispielsweise dieser Blogg, fällt es mir wirklich schwer, weil ich einfach eine andere Satzstellung und auch andere Worte gewohnt bin. Deutsch oder Schweizerdeutsch zu sprechen, kann ich sowieso vergessen! Toll nicht!

Ich melde mich bald wieder. Bis bald

Rhea

 

Viele Erlebnisse

Hallo

Die ersten zwei Wochen habe ich jetzt schon hinter mir und es fühlt sich an, als ob ich schon seit eh und je hier wäre! In diesen zwei Wochen ist sehr viel passiert und ich möchte mit euch diese tollen Erlebnisse teilen!

Schule. Am Samstag 11.8.12 ist mein Gastvater mit mir zur Schule gefahren, damit ich mir mal eine Vorstellung davon machen kann. Ich sage nur so viel: wenn man um das Schulgelände laufen will, braucht es wahrscheinlich eine gute halbe Stunde (wenn man schnell läuft)!

 

Bild 1: Ganzes Schulareal                                                    Bild 2: Plymouth High School (meine Schule)

Die Schule besteht aus drei High Schools: Plymouth, Canton und Salem. Ich bin in Plymouth. In allen Schulen zusammen sind ca. 6000 SchülerInnen. Es hat unteranderem zwei grosse Football Felder und 16 Tennisplätze. Tja, ich kann es bis jetzt noch gar nicht so richtig verdauen aber das wird dann sicher noch kommen.

Downtown Plymouth. Nach dem Schulbesuch sind wir nach Downtown Plymouth gefahren, oder DTP, wie sie hier sagen. Plymouth ist 15 Min. von Canton entfernt und ist ein richtig kleines süsses Städtchen. Mit einem Springbrunnen in der Mitte und vielen kleinen Lokalen. Ich war ganz bestimmt nicht das letzte Mal dort!

 

Marching-Band. Am Anfang war ich ein wenig skeptisch, weil es einfach etwas total Neues für mich war und natürlich auch weil ich einfach Angst vor dem ersten Tag hatte. Nervös und gespannt ging ich also am Montagmorgen in die Plymouth High School, wo ich den Direktor kennenlernte, der mich sehr offen und freundlich empfangen hat. Ich wurde herumgeführt und es wurden mir viele Leute  vorgestellt. Ich wurde in die Percussion- Gruppe (kurz PIT) eingeteilt, wo Xylophon, Vibraphon, Synthesizer, Basstrommel usw. gespielt wird. Ich spiele Vibraphon und Synthesizer und es macht mir total Spass!

 

Ich lerne viel Neues und kann Bekanntes wiederholen und verbessern. Ich musste so schnell wie möglich 2 Songs lernen, weil alle schon am proben sind seit Mitte Mai. Ich lernte das erste Lied in einem Tag, was die Instrukteure in Verwunderung setzte und daraufhin gaben sie mir gleich mein erstes Klaviersolo für das Lied „What A Wonderful World“. Wir übten eine Woche lang von 9 bis 9 sehr intensiv und kamen sehr gut voran. Am Abend hat es immer wieder Programm, wie z.B. Disco gegeben, wo erstaunlicherweise auch Jungs getanzt haben. Da kommt man natürlich schnell miteinander ins Gespräch. Überhaupt wird man von allen angesprochen und Leute sagen dir Hallo und wissen deinen Namen, obwohl du die noch nie gesehen hast! Und das ist wirklich einfach super! Ich habe eine Gruppe von Freunden gefunden, mit denen ich es sehr lustig habe und wir viel zusammen lachen können.

So das ist es jetzt erstmals. Ich schreibe in 2 Wochen wieder, wenn ich in Chicago bin!

Liebe Grüsse

Rhea

Die ersten Tage

Hallo

Nun bin ich tatsächlich in Amerika. Ich realisiere es noch nicht so richtig aber mit der Zeit wird es schon noch kommen.

Der Flug war sehr lang und anstrengend und ich war so froh, als ich meine Gasteltern endlich in die Arme schliessen konnte! Sie warteten mit einem Riesen grossen Plakat auf mich wo „Welcome to America Rhea!“ stand. Auf der Heimfahrt konnte ich nicht aufhören zu staunen und alles kam mir riesig vor! Zum Beispiel hat meine Gastmutter gesagt: „Schau hier ist die IKEA. Aber es ist nur eine kleine Ausgabe“ und ich dachte nur „Ehm unsere IKEA in Pratteln ist halb so gross“.

Am Abend hatte ich zum ersten Mal richtig amerikanisches Essen. Hmmmmmm es war so gut und ich verstehe jetzt,  wieso alle mit ein  bisschen mehr Speck auf den Hüften nach Hause kommen.

Also mein 1. Eindruck ist sehr gut und ich fühle mich sehr wohl hier! Nächste Woche ist Marching Band Camp und deshalb hört ihr wahrscheinlich erst übernächste Woche wieder von mir.

Bis bald! Liebe Grüsse

Rhea

 

Noch 8 Tage!!!

Hallo 🙂 

Ich heisse Rhea, bin 16 und wohne mit meiner Mutter Dominique und ihrem Freund Harald in Basel. Ich habe 2 Geschwister Till (25) und Anouk (28) die wohnen aber nicht mehr zu Hause. Ich gehe in die FMS Basel mit dem Schwerpunkt Musik/Tanz/Theater. Und so ist meine Freizeit auch mit sehr viel Musik gefüllt! Jetzt mache ich aber ein Jahr pause um viele tolle Abenteuer zu erleben ;).

In 8 Tagen geht es los ich reise in die USA bzw. nach Canton, Michigan!

Mit meinen Gasteltern (Ihre Kinder sind schon ausgezogen) habe ich schon seit dem 5. Mai Kontakt! Wir schreiben viel miteinander und skypen ab und zu. Ich habe es schon jetzt sehr gut mit ihnen und wir verstehen uns super! Sie wohnen in einem wunderschönen Haus das richtig Amerikanisch aussieht :).

So ich schreibe wieder sobald ich in Amerika bin, bis dahin wünsche ich euch einen schönen 1. August!

Liebe Grüsse

Rhea