YFU Switzerland

Erste Ski-Tour :)

Hallo Hallo 🙂

Ja, heute ging es an einen ersten kleinen Ski-Ausflug. Und damit das erste Mal, dass ich auf Lang-Lauf-Skis gestanden bin. Es war auch weniger ein Ausflug, Loipen befinden sich 5 min von unserem Haus weg, und es ging mehr darum, dass ich ein Bisschen ein GefĂŒhl fĂŒr die Skis bekomme. Kurzes Fazit: gefĂŒhlte 20 StĂŒrze und ein leicht schmerzendes Knie 😀 Ist aber alles nicht so tragisch, es ging grundsĂ€tzlich ganz gut nach Anlaufschwierigkeiten. Es ist schon etwas ganz anderes als Alpin-Ski zu fahren. Alpin-Ski heisst in norwegisch ĂŒbrigens „slalom“. Die Skis und die Schuhe haben Ulf und Kirsti fĂŒr mich gekauft. Ich war zwar etwas ĂŒberrascht, weil sie sind ziemlich teuer. Ich habe heute hauptsĂ€chlich den klassischen Stil probiert. Zu anderem komme ich sicher spĂ€ter noch 🙂

Kirsti und Ulf waren beide zeitweise nicht zu Hause. Ulf letzte Woche von Montag bis Mittwoch und Kirsti eine ganze Woche von Sonntag bis Sonntag. In der Zeit in der beide nicht hier waren hat Birtes alter Babysitter hier gewohnt. Er ist 20 Jahre alt und war selbst einmal AustauschschĂŒler in den USA. Am Dienstag ging er dann mit ihr ins Hallenbad und ich musste fĂŒr mich selbst kochen, was mir ganz gut gelungen ist 😉

Am Freitag und Samstag habe ich zwei Freunde im Internat besucht, dass etwa 6.5 km entfernt liegt. Und da alle Strassen und Trottoirs mit Eis bedeckt sind, ist das Fahrrad nicht die beste Alternative. Also was macht man? Man bastelt sich einen Mini-Schlitten zusammen, den man grossartig auf dem Eis benutzen kann. Das ganze nennt man dann ‚Spark‘. So habe ich also innert zwei Tagen 26 km mit dem Ding zurĂŒckgelegt.

An diesem Montag habe ich dann einen JĂ€gerkurs begonnen. Da Ulf der Lehrer ist, kann ich da gratis teilnehmen. Nach dem Abschluss des Kurses habe ich die Erlaubnis Kleintiere zu schiessen. FĂŒr Grosswild muss man einen praktischen Test abschliessen, bei dem man ein Ziel auf 100 m mit fĂŒnf SchĂŒssen fĂŒnf mal treffen muss. Ich habe diesen Test vor ein paar Wochen einfach mal so probiert und hĂ€tte ihn sogar bestanden. Diese Lizenz kann ich eventuell auch in der Schweiz gebrauchen, das muss ich aber erst noch abklĂ€ren. Aber schiesstechnisch ist gar nichts gelaufen. Die Schiessanlagen sind nach wie vor geschlossen bzw. der Betrieb wurde noch nicht wieder aufgenommen.

Das vermutlich grösste Erlebnis der letzten zwei Wochen kommt aber von ganz anderer Seite. Der fylkesrĂ„det (etwa Kantonsrat) von Troms hat vorgeschlagen, dass einzelne Schulen geschlossen werden sollen, verfĂŒgbare PlĂ€tze Media & Kommunikation, Design & Handwerk und Sport drastisch reduziert werden sollen und viele SchĂŒler der weitergehenden Schulen in Troms zukĂŒnftig nach TromsĂž gehen mĂŒssten. FĂŒr HĂžgtun wĂŒrde dies bedeuten, dass die Schule komplett geschlossen werden soll und die Design-SchĂŒler nĂ€chstes Schuljahr entweder die Linie wechseln oder nach TromsĂž gehen. Die aktuellen Media-SchĂŒler sind zwar nicht direkt betroffen, da sie die Schule hier abschliessen können, aber es wird keine neuen Klassen geben. In ganz Troms wĂŒrden die PlĂ€tze fĂŒr Media von 108 auf 30 reduziert.

Das ganze muss jedoch noch vom Fylke-Parlament abgesegnet werden in ca. 4 Wochen, doch bereits einen Tag nach Bekanntgabe des Plans haben Zeitungen geschrieben, dass die Reaktionen weit heftiger ausfielen als erwartet. Es wird SchĂŒler-Proteste geben. Ganz sicher in TromsĂž, vermutlich auch in anderen StĂ€dten. Der Plan dahinter ist ja grundsĂ€tzlich Geld zu sparen, aber niemand versteht wirklich warum die SchĂŒler darunter zu leiden haben. Denn diese werden mehr zahlen mĂŒssen um in TromsĂž wohnen zu können. Aber wo die ganzen SchĂŒler wohnen könnten, weiss auch noch niemand. Ein gewisser Groll richtet sich auch gegen den neuen Bildungs-Minister von Troms. Der FylkesrĂ„det regiert zwar seit 2011, aber der Bildungs-Minister ist neu, da sein VorgĂ€nger ins nationale Parlament gewĂ€hlt worden ist. Und dass er zur rechten HĂžyre-Partei gehört, hilft auch nicht, da sie wĂ€hrend dem Wahlkampf entgegen den Kritikern gesagt hat, dass es keine Zentralisierung geben wird. Und jetzt ist genau das der Fall. Als unser Rektor uns ĂŒber die ganze Geschichte aufgeklĂ€rt hat, war keine einzige Person anwesend, die das auch nur irgendwie positiv fĂ€nde. Es war sogar von Krieg die Rede. NĂ€chsten Donnerstag bis Freitag werden alle SchĂŒler in der Schule schlafen und Ideen und Projekte erarbeiten, die man verwenden kann. Eine Facebook-Gruppe erreichte nach nur einem Tag bereits 2’000 Mitglieder, um dagegen vorzugehen. Zeitungen sind sich bis jetzt einig, dass sich der FylkesrĂ„det damit ĂŒberhaupt keine Freunde gemacht hat. Eine schrieb sogar „Der FylkesrĂ„det muss gehen“. Es gibt noch viel mehr darĂŒber zu schreiben, aber das erspare ich euch jetzt mal.

Das wird also sicher noch mal spannend. Diesen Freitag war ich nochmal in Finnsnes einkaufen. Das war aber nicht besonders spektakulĂ€r 😀

Also bis zum nÀchsten Mal

Lg Paddy