YFU Switzerland

11 Tage Amerika und mein erster Schultag

Hej Guys!

How’re y’all doin‘? (:

Ich bin jetzt also hier. Momentan sitze ich auf meinem Bett in meinem Zimmer und schreibe diesen Blog. Endlich. Inzwischen bin ich schon 11 Tage hier. Ich weiss nicht, ob ich finden soll, dass die Zeit schnell oder langsam vergangen ist… Es ist so viel passiert in den letzten Tagen!

Aber kommen wir erst mal zu der Reise. Ich habe in der Woche vor der Abreise noch letzte Dinge gekauft, gepackt, mich nochmals mit Freunden und Verwandten getroffen und dann bin ich am Samstag, 27.7.13 um 7.00 Uhr aufgestanden. Dann ging’s zum Flughafen und bald war dann der Moment da: Der grosse Abschied. Es gab ein bisschen Tränen und bevor ich mich versah war ich durch die Sicherheits- und Passkontrolle und wartete mit dem anderen Mädchen, das auch dann flog, an meinem Gate. Leider konnten wir nicht nebeneinander sitzen. Und dann flog ich, hinein in das grosse Abenteuer. Ich schaute mehrere Filme im Flugzeug und las auch mein Erinnerungsbuch. Es hat mich sehr gerĂĽhrt, danke an alle, die reingeschrieben haben! Nach mehreren Stunden Flug kamen wir in Washington D.C. an, wo uns eine Frau von YFU erwartete und uns zu unseren jeweiligen Gates fĂĽhrte. Dann konnte ich noch etwa 7 Stunden warten, mein Anschlussflug war noch ein bisschen verspätet. Dann ging’s auf nach Nashville in einem klitzekleinen Flugzeug (eine Reihe auf der einen Seite, zwei auf der anderen) mit nur einer Stewardess. Und dann sah ich sie das erste mal: Meine Gasteltern. Sie begrĂĽssten mich total sĂĽss mit einem Blumenstrauss und einem BegrĂĽssungsschild. Ich stieg dann schlaftrunken (inzwischen war ich 24 Stunden auf den Beinen und im Flugzeug habe ich nicht wirklich geschlafen) ins Auto und nach einer Stunde Autofahrt kamen wir an, bei meinem neuen Zuhause. Da es sehr dunkel war (Ortszeit ca. 24:00) konnte ich noch nicht so viel von der Umgebung sehen. Ich fiel todmĂĽde ins Bett und schlief sofort ein.

Ich lebe nun in einem wunderschönen Zimmer in einem Haus, dass ein bisschen abgelegen vom ganzen ‚Kuchen‘ ist. Es hat Wald im ‚RĂĽcken‘ des Hauses und davor hat es eine ziemlich grosse Rasenfläche mit einigen Bäumen. Relativ viele Autos stehen davor, 3 davon regelmässig im Gebrauch. Da mein Gastvater gerne an alten Autos rumwerkelt hat es auch einige alte Mustangs und solches Zeug (:. Es hat einen GemĂĽsegarten und eine Feuerstelle und momentan ist gerade ein Pool im Bau. Ich kann es kaum erwarten, ihn endlich benutzen zu können! Das Wetter hier ist ziemlich warm, aber auch vorallem eins: Mega schwĂĽl und stickig! Meist ist es bewölkt und die Sonne scheint selten direkt, aber es ist sehr warm und feucht draussen, dass sogar die Scheiben anlaufen! Ich muss sagen, ich bin richtig froh um die Air Conditioner, auch wenn es in einigen Räumen manchmal wirklich zum frieren kalt ist. (: In den letzten Tagen hat es auch immer wieder gewittert und zum Teil recht heftig geregnet. Es ist alles sehr verteilt und verstreut hier und man ist wirklich sehr vom Auto abhängig. Es gibt kaum Häuser die mehr als ein Stockwerk (Parterre) haben und die grossen, wichtigen Strassen haben 5 Spuren und die meisten Autos sind grösser und es hat viele ‚Trucks‘ (solche Autos die hinten noch eine Ladefläche haben).

In den letzten Tagen machte ich verschiedenes. Meine Gasteltern fuhren mit mir ein bisschen herum und zeigten mir die Umgebung und wir gingen einkaufen und solche Dinge. Wir hatten zweimal Besuch, einmal kamen meine beiden Gastgrossväter und einmal ein befreundetes Pärchen mit ihrem Hund und eine andere Freundin mit ihrer fĂĽnfjährigen Tochter. Wir schauten beide Male zusammen ein Film, einmal ‚Hunger Games‘ und einmal ‚August Rush‘, ein wirklich sehr empfehlenswerter Film! Es waren beides sehr schöne Abende. An einem anderen Tag ging ich mit meinem Hostdad ein bisschen shoppen und wir gingen auch zum einem Militärford, das hier ganz in der Nähe ist. Es ist ein riesiges Ford mit eigenem College, eigener Mall und eigenem Kino! Ich glaube, dort werden Soldaten ausgebildet (und sie leben dann auch gleich dort, mit ihren Familien) und auch dieser spezielle Trupp, der fĂĽr die Tötung von Bin Laden verantwortlich war wird dort ausgebildet, wenn ich das richtig verstanden habe. Es ist sowieso so dass es hier sehr viele Leute hat, die in der Army sind oder waren oder die Frau von jemandem sind, der in der Army ist. Auch mein Hostdad und mein Gastbruder waren in der Army. Man kriegt hier auch in vielen Läden Rabatt, wenn man in der Army war oder ist.

An den Tagen, wo meine Gasteltern arbeiten mussten, ging ich einmal mit meinem Gastbruder und seiner Freundin ins Kino und sonst waren wir auch mal zuhause und schauten Serien oder Filme. An den Abenden assen wir meist etwas zuhause und schauten dann Fernsehen zusammen. Am Mittag gingen wir häufig auswärts oder holten uns etwas, wobei wir auch an einigen Abenden etwas bestellten. ‚Typisch amerikanisch‘ halt. (: Einmal gingen meiner Gastmutter und ich mit dem schonmal erwähnten befreundeten Pärchen Kanu fahren. Das war sehr lustig! Wir gingen mich auch an der Schule anmelden und mich fĂĽr die verschiedenen Kursen einschreiben und ein anderes Mal gingen wir zum ‚Health Center‘, wo sie feststellten, dass ich noch 3 (!!) Impfungen machen muss um mich an der Schule anmelden zu können. Das war ein bisschen blöd, vor allem weil ich gedacht habe, dass ich alle Impfungen habe. Einmal gingen meine Gastmutter und ich zu ihrer Schwester, die in einem riesigem Haus wohnt und einen ebenso riesigen Pool hat, sogar mit Rutschbahn! Es waren noch andere Verwandte und Freunde da und es gab typisches BBQ. Wir badeten im Pool und gingen dann wieder heim. Ich kaufte mir dann auch noch eine SIM-Karte, die ich nun mit dem alten iPhone meiner Gastmutter benutzen kann.

Vorgestern, am Dienstag, war dann eine Orientation für die Freshmen an meiner Schule. Ich ging auch. Wir wurden von älteren Schülern ein bisschen rumgeführt und solches Zeug. Es war ein rechtes Durcheinander und ich habe jetzt nicht so mega profitiert von diesem Tag. (: Aber es gab ein Pep Rally, das ist so wie ein Anfeuerungsding, wo der Schulspirit angefacht wird. Die Cheerleader sind da aufgetreten und alle haben mitgegrölt und das war ziemlich cool. Gestern, am Mittwoch, war dann mein erster (Halb)Tag in der Schule. Ich musste um 5:15 aufstehen, das war ziemlich früh und um 6:15 holte mich dann der School Bus ab. Es waren ziemlich viele Kids da drin, alle jünger als ich (die in meinem Alter können alle selber Auto fahren) und es war ziemlich laut. Ich sprach ein bisschen mit meiner Sitznachbarin, aber nur ein bisschen. Wir kamen etwa um 7:10 bei der Schule an und dann suchte ich mein erstes Zimmer. Ich fand es ziemlich einfach, das war nicht so das Problem. Allerdings wusste ich dann nicht so recht, wohin sitzen und dann sass ich einfach irgendwo hin (macht Sinn, ;P). Ich traute mich irgendwie nicht, jemanden anzusprechen und so sass ich einfach ein bisschen in meinem Stuhl und wartete, bis der Unterrich begann. Die restlichen Stunden liefen ähnlich ab und da man nur 5 Minuten jeweils zum Wechseln hat, bin ich sowieso nicht so dazu gekommen, jemanden anzusprechen. Alle Stunden waren gestern nur 30 oder 20 Minuten, weil es ja nur ein Halbtag war. Nach der letzten Stunde gab es nochmals ein Pep Rally, diesmal mit allen Schülern. Das war ziemlich cool. Normalerweise hätte ich jeden Tag die gleichen 7 Stunden, alle 50 Minuten mit 5 Minuten Pause dazwischen und nach der 5. Stunde Mittag. Mein Stundenplan sieht so aus:

Englisch, Visual Art, Pre-Calculus (das ist ein bisschen schwerere Mathe, das wechsle ich vielleicht noch, weil es zu schwer ist), German, US History, Economy/Government, Drama

Ich kann bis jetzt noch nicht so viel sagen, aber der Deutsch und die Drama LeherIn scheinen sehr nett, der US History Lehrer sehr lustig und der Economy/Government Lehrer sehr interessant (also dass er interessanten Unterricht macht) zu sein. Heute hatte ich wieder keine Schule und morgen ist dann der erste ganze Tag.

Jaa… Ich muss jetzt einfach noch offener sein und mich trauen, Leute anzusprechen. Dann kommt das schon gut, hoffentlich! 🙂 Ich ĂĽberlege mir im Moment, ins Volleyball Team zu gehen, aber ich habe irgendwie Angst, dass ich ‚zu schlecht‘ bin oder so. Aber da muss ich morgen mal jemanden fragen. Ach ja, meinen Locker (Spind) muss ich auch noch suchen gehen. Keine Ahnung wo der ist… (: Allgemein kann ich sagen, dass ich gut hier angekommen bin und mich nach und nach einlebe, auch wenn ich meine Familie & Freunde also schon ein bisschen vermisse.

Dieser Beitrag ist jetzt ziemlich lang geworden… Ich sollte nächstes Mal definitiv mehr abkĂĽrzen oder eher einen nächsten Beitrag machen. (:

Also, see y’all!

 

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