YFU Switzerland

YFU Tschechien Skilager

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Am 29. Januar 2018 habe ich mich auf den Weg nach Tschechien gemacht. Meine gute Kollegin Kamila, die ich schon von anderen YFU Treffen her kannte, hat mich am Flughafen abgeholt. Was auch gut so war. Denn schon im Bus und in der U-Bahn wurde mir schlagartig bewusst, dass ich in einer anderen Welt bin. Wir Schweizerinnen und Schweizer denken häufig, wir seien sehr sprachbegabt wegen unserer vier Landessprachen. Aber in diesem Fall wurde mir schlaghaft bewusst, dass ich die tschechische Sprache nicht einmal ansatzweise verstehen kann. Schon alleine die Namen der Bushaltestellen konnte ich bei den Durchsagen nicht dem Schriftbild zuordnen, geschweige denn sie selber aussprechen. Durchsagen verstehen war auch absolut unmöglich – eine Situation, vor der ich schon länger nicht mehr stand. Mit meinen Kenntnissen in Deutsch, Englisch, Französisch, Latein und Grundkenntnissen Italienisch konnte ich bisher häufig bei neuen Sprachen einige Worte erschliessen und den groben Inhalt verstehen, aber hier: nichts, nada, niente. Kein Vorwissen und keine Chance, alleine etwas zu verstehen.
 
Am folgenden Tag sind Kamila und ich ins YFU Büro in Prag und die Austauschschüler kamen nach und nach. Mit einigen von ihnen sind wir mit dem Auto zu unserem Lagerhaus gefahren, die anderen kamen mit dem Zug. Das Haus war in Luka nad Jihlavou, ein kleines Dorf in Zentraltschechien, in der Nähe von Jihlava, aber ansonsten so ziemlich im Nirgendwo. Das Dorf hat einen Skilift und eine Skipiste – theoretisch wäre das Lager ja ein Skilager gewesen. Aber mangels Schnee aufgrund von Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt konnten wir leider nicht Ski fahren gehen. Ich als Schweizerin empfand das auch nicht als einen grossen Verlust, der Skilift war für meine Verhältnisse auf einem Mini-Hügel. Aber für die Austauschschüler war es sicherlich schade – für einige war das vielleicht die einzige Möglichkeit, jemals im Leben Ski zu fahren. Aber daran konnte man nichts ändern.
Der Ablauf des Lagers hat sich somit auch grundlegend verändert. Am Dienstag war nur die Anreise, am Mittwoch hatten wir den ganzen Tag die Orientierung – Lektionen im non-formellen Unterrichtsstil, am Donnerstagmorgen hatten wir ebenfalls noch eine Orientierung und am Nachmittag gab es einen Ausflug nach Jihlava ins Hallenbad und am Freitag einen Ausflug nach Jihlava, wo die Austauschschüler/-innen ein Video drehen mussten. Am Samstag war noch aufräumen und nach Hause fahren.
 
Von der Orientierung habe ich einiges gelernt: zum einen, wie andere YFU Organisationen ihre Orientierungen abhalten – anderer Inhalt, andere Sprache, anderer Stil. Am interessantesten fand ich, wie gut die Sessions am Englisch liefen. Meine Unterrichtserfahrung bis dahin war auf Deutsch immer so, dass einige Leute mitmachen konnten und andere spracheshalber nicht – meistens sind das in der Schweiz die Asiatischen Austauschschüler/-innen. Selbstverständlich nicht ausschliesslich, aber häufig, da sie zum einen fast nie Deutsch-Vorkenntnisse vor dem Austauschjahr erlernen und zum anderen eine schwierigere Ausgangslage haben als Leute mit indogermanischen Muttersprachen. Auf jeden Fall war das in dieser Orientierung überhaupt nicht der Fall – eine Thailänderin war sogar die aktivste in der Gruppe! Das hat mich persönlich sehr beeindruckt und zum Überdenken unserer eigenen Orientierungen in der Schweiz angeregt. Die Orientierung wurde allerdings direkt von einem Blatt aus ausgeführt, während wir in der Schweiz noch ein Training haben, wie man jetzt spezifisch die Sessions führen sollte. Das finde ich kritisch, ich denke nicht, dass alle und vor allem neue Freiwilligen direkt ohne Übung oder Training gute Sessions halten können. Ich hatte allerdings auch nicht die Möglichkeit das direkt zu beobachten, denn ich habe mit einer sehr erfahrenen Person geleitet.
 
Die Ausflüge nach Jihlava waren für mich sehr interessant – zu einen, wie es ist, in einem ländlichen Teil in Tschechien zu sein, zum anderen sind solche Ausflüge bei YFU in der Schweiz nicht alltäglich. Zum ersten Punkt: Ich fand vor allem die Züge sehr beeindruckend. In der Schweiz sind die Züge ja fast eine nationale Institution – ihre Pünktlichkeit wird vorausgesetzt und Modernität ist auch ein Anspruch. Der Zug in Tschechien war ganz anders: der Bahnhof in Luka nad Jihlavou sowie der in Jihlava waren beide sehr wenig ausgebaut und die Gleise mussten zu Fuss überschritten werden, um zum Zug zu gelangen. Gleichzeitig war es ein altes Zugmodell, das nur bedingt schnell fahren konnte und die Schienen eher holprig. Dafür fuhr der Zug durch schöne Gegenden mit viel Natur, aber andererseits auch leerstehenden Fabriken. Für mich als Geschichtsstudentin sehr interessant, die Überreste der Industrialisierung zu sehen. Die Ausflüge an sich waren auch bereichernd, denn zum einen konnte ich so wirklich ein Teil Tschechiens sehen, den ich sonst einfach verpasst hätte. Wie es so ist, an der Kasse zu stehen, nichts zu verstehen und auf eine Anzeige zu hoffen, wo man den Preis ablesen konnte – in Tschechischen Kronen wohlbemerkt und wie viel die umgerechnet wert sind, ist auch eine Frage für sich. Andererseits zeigte mir der Ausflug am Freitag auch auf, wie fest wir unsere Austauschschüler/-innen in unseren Lagern kontrollieren, bzw. wie wenig Freiraum wir ihnen geben. In Jihlava erhielten die Austauschschüler/-innen in Gruppen den Auftrag, ein Video zum Thema „Monsters in Jihlava“ zu drehen und hatten dafür den halben Morgen und den halben Nachmittag Zeit. Und das war es. Wir Freiwilligen haben uns dann anderweitig beschäftigt und die Austauschschüler/-innen haben wirklich super Filme gedreht. Und es hat alles gut geklappt. Das war so eine Lektion für mich, vielleicht sollten wir den Schüler/-innen mehr Vertrauen schenken und mehr Freiräume geben.
 
Meine Teilnahme am Lager in Tschechien hat mir persönlich sehr viel gebracht. Es hat mich wieder in eine Situation versetzt, in der ich nichts von der Sprache verstanden habe und ich denke, das ist von Zeit zu Zeit eine gute Erfahrung und relativiert die eigenen Fähigkeiten. Auch hat es meine Neugierde und Kreativität geweckt, denn ich habe in dieser einen Woche versucht, mir die Umwelt zu erschliessen und habe immerhin einige Worte durch meine Lateinkenntnisse erkennen können (domu = Haus, novy = neu, etc.). Es zeigt einem auch wieder schön auf, in welcher Situation sich die Austauschschüler/-innen befinden, was man einige Zeit nach dem Austausch vergisst, bzw. die Erinnerung verblasst. Zudem habe ich einige Inputs für das Schweizer YFU-System mitnehmen können: Ist unsere Sprachwahl in den Lagern okay? Ist es richtig, dass wir die Sprache (Deutsch) höher werten als den Inhalt, den wir in den Session zu vermitteln suchen? Auch habe ich erkennen können, wie YFU Schweiz und Tschechien anders aufgebaut sind – in der Schweiz ist sehr viel dezentral von Freiwilligen organisiert, in Tschechien übernimmt das Büro sehr viel mehr Arbeit. Welches System wirkt besser? Wie funktionieren die beiden Systeme in den jeweiligen Kontexten? Das sind einige der Fragen, die ich mir durch diese Erfahrung neu gestellt habe. Ausserdem freut es mich, dass Tschechien für mich nicht mehr länger nur ein Loch auf der Karte zwischen Deutschsprachigen Gebieten ist, sondern ein eigener Fleck auf der Welt, der mit eigenen Erfahrungen und einer neu gewonnen Achtung für mich nun viel mehr Bedeutung hat.

Das Prom Wochenende

Prom – der Höhepunkt vieler Juniors und Seniors (Schüler in der 11. und 12. Klasse) im Highschooljahr.

“Corsages”, die Mädchen normalerweise am Handgelenk tragen an Prom.

Am Samstag, der 5. Mai 2018 war bei uns der grosse Tag. Viele der Mädchen an unserer Schule liessen sich schon am Tag davor die Nägel machen. Genauso angesagt war ein so genannter “Fake Tan”, ein Spray, der am ganzen Körper aufgetragen wird, um eine sommerliche Bräune vorzutäuschen. 

Das Prom Kleid wird oft schon Wochen oder gar Monate im Voraus gekauft und gespart wird dabei schon gar nicht. Kleider von hundert bis tausend US Dollar sind in den buntesten Farben und Variationen vertreten. Prom Kleider reichen normalerweise bis zum Boden und sind immer sehr festlich. Mein Kleid war bordeaux rot mit goldenen Stickereien am oberen Teil des Kleides. Vergleichsweise zu anderen Mädchen meiner Schule war ich echt spät dran, denn ich hab mein Kleid erst etwa einen Monat vor Prom gekauft.

Am Samstag Mittag ging das Styling für mich und meine Schwester los. Wir liessen uns die Haare kunstvoll zurück stecken und beeilten uns danach nach Hause zu kommen, um uns um das Make-up zu kümmern. 

Um ca. 15.30 Uhr begaben wir uns zu dem Park im Dorf, wo sich praktisch die ganze Schule versammelte um zu sehen und gesehen zu werden und um Fotos mit Freunden und Familien zu machen. Wohin ich nur schaute, sah ich meine Schulkameraden in den prächtisten Kleidern und Anzügen.

Die Meisten gehen mit einem Date (ein/e Partner/in) zur Prom, dann ist das Kleid mit der Krawatte oder Fliege des Partners abgestimmt, oder wie ich, mit einer Gruppe Freunden. 

Seniors und Juniors, die eine Begleitperson mitbringen möchten, die nicht zu unserer Schule geht, können dies tun, nachdem sie das entsprechende Formular dazu ausgefüllt haben. Jüngere Freunde oder Freundinnen, also unter 11. und 12. Klasse sind an der Prom nicht erlaubt.

Nach den Fotos im Park, teilte sich die Menge wieder in kleinere Gruppen auf, um in einem eher teuren Restaurant zu Abend zu Essen. Ich liess mir das Prom-Dinner mit meinen Freundinnen in ein Restaurant nahe Indianapolis schmecken. Es gab “Fried Chicken”, Kartoffel Stock, Mais und Bohnen.

Gegen 20.00 Uhr begaben wir uns zu dem Festsaal in Indianapolis, wo unsere Prom dieses Jahr statt fand. Der Ort variiert von Jahr zu Jahr. Letztes Jahr war die Prom zum Beispiel in der Bibliothek in Indianapolis zu Gast. 

An der Prom wird getanzt und man unterhält sich mit Freunden. Neben dem grossen Tanzraum gab es auch eine hübsche Terrasse, auf der man die warme Frühsommerluft geniessen konnte. Mir kam die Terrasse besonders nach den “fätzigen” Liedern sehr gelegen, und im Gegensatz zu drinnen, herrschte draussen angenehme Stille, bei der man sich gut unterhalten konnte.

Als Höhepunkt des Abends wurde eine Prom-Queen, ein Prom-King, sowie eine Prom-Princess und einen Prom-Prince gekrönt, die aus den Nominierten ausgewählt wurden. Alle Juniors und Seniors konnten schon eine Weile vor Prom abstimmen wer nominiert werden soll und an Prom selber konnte man dann von den Nominierten noch einmal jemanden auswählen.

Um 23.00 Uhr war die Party in Indianapolis schon vorbei. Die Prom- Erfahrung damit aber noch nicht ganz. Nach der Prom geht es nämlich zu der Post Prom, deren Ort ebenfalls jedes Jahr variiert. 

Dieses Jahr wurde unserer Schule für diesen Anlass herausgeputzt.

Die hübschen Kleider wurden abgelegt, gegen Sporthosen und T-Shirt eingetauscht und nur noch die kunstvoll hergerichteten Frisuren der Mädchen erinnerte an den festlichen Anlass . Der Parkplatz vor der Schule war gegen Mitternacht wieder so überfüllt wie an einem normalen Wochentag.

Als wir die Schule betraten war diese kaum wieder zuerkennen. Das Thema von Post Prom war Cinco de

Post Prom

mayo, deswegen wurde die ganze Schule mexikanisch dekoriert. Wo einst mein Schliessfach stand, war nun alles abgedeckt mit schwarzen Tüchern und Lichterketten (siehe Bild rechts).

An der Post Prom erwartete uns eine grosse Auswahl von Spielen und Aktivitäten. Es gab einen Escape-Room, kleine Golf Carts, auf denen man eine Runde mitfahren konnte, ein Fahrrad rennen durch die Schulgänge, einen Film in dem sich die Lehrer und andere Angestellte unserer Schule zum Affen machten und viele mehr. 

Meine Gruppe hielt sich erst in dem “The Voice” Raum auf, in dem Leute Karaoke sangen und später im “Deal or no Deal”-Raum. Überall verteilt konnte man durch die Spiele kleine Zettel gewinnen, auf die man seinen Namen schreiben konnte und sie dann für den Wettbewerb des Abends in einen Topf werfen konnte. Es gab einen Flachbild-Fernseher, einen kleinen Kühlschrank für den College Dorm, Konzert Tickets, Tickets zu einem Football Game, eine Apple Watch und vieles mehr zu gewinnen. Ich gewann dabei leider nichts. 

Aber auch als wir gegen 4.00 Uhr morgens müde ins Bett fielen war das “Prom-Experience” wie es mir beschrieben wurde noch nicht ganz komplett. 

Am Sonntag standen wir nämlich, anstatt auszuschlafen, früh auf und begaben uns auf eine zweieinhalbstündige Autofahrt nach Kings Island, einem Freizeitpark in Ohio, unserem Nachbar Staat. Obwohl sich der Park so weit weg von unserem Dorf befindet, trafen wir auf viele andere Leute unserer Schule, weil es Tradition ist diesen Weg nach Prom auf sich nehmen. 

Achterbahnen, Ice Cream und Sonne war wohl nicht gerade das, was sich unser übermüdeter Körper nach einer Nacht wie Prom wünschte, aber das spielte uns keine Rolle. 

Am Montag machte dann Rund die Hälfte der Schüler meines Jahrganges blau und kamen nicht zur Schule. “Senior Skip day”, wird der Montag nach Prom genannt, denn es ist ziemlich beliebt unter Seniors diesen Schultag auszuschlafen statt die Schulbank zu drücken. Ich konnte leider nicht ” frei nehmen “, da mein Gastvater Vorsteher an der Schule ist und davon wohl nicht der grösste Fan wäre.

Obwohl ich mir erst nicht sicher war ob Prom wirklich mein Ding ist, muss ich jetzt rückblickend sagen, in Kombination mit Post Prom und Kings Island, war eines der besten Wochenende meines ganzen Austauschjahres.

How is it like to volunteer at the Ski Camp

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My name is Kamila, I’m the Outbound Coordinator from YFU Czech Republic and I have also been a volunteer for 4,5 years. Before my exchange, I was choosing between Germany and Switzerland – I decided for Germany, but Switzerland still stayed in my mind. Because of that, having the opportunity to go to Switzerland as a volunteer to the Ski Camp meant the world to me.
This year, it was the second time already for me. It was probably even more exciting than the first time, simply because I knew what I was getting into. I was looking forward to all the volunteers I knew, to the ones I didn´t, to all the exchange students, and especially to the memories and experiences I was going to get.
Don´t get me wrong – co-leading a camp of 60+ people isn´t easy. You are tired and exhausted most of the time, but it’s worth it!
 
It has to be said how generous it is from YFU Switzerland that we as volunteers can come two days prior the students and can practice teaching ski and snowboard and have some team-building together. Some people already know each other, some don´t and thanks to the 2 days, we can build a strong team. To me, this is really important, as being a volunteer isn´t just fun – it’s a responsibility. You have to be a friend, a role-model, an authority and an instructor all at the same time. It is not easy to find the balance between being nice and being an authority, but thankfully there are many experienced volunteers in YFU Switzerland who can show the new ones how it should be done.
 
And then the exchange students come! Everyone is looking forward to the next few days spent with each other. When you have so many students, it´s almost impossible to get to know everyone. Some of the names are especially hard to remember and as soon as they have their ski-clothing and helmets on, you have almost no chance recognizing them. We developed a good strategy to at least know their names: paper-tape combined with a marker and voila! Suddenly every one of the students and volunteers is recognizable. Needless to say that the students struggle with the same problem: 20+ volunteers and every day a new group leader. This often leads to funny situations in the morning where volunteers stay around and call names of their group-members and at the same time try to see if everyone has everything with them.
 
After the first two days I slowly started to recognizing faces and remembering names. The students on the other hand started to get tired and it was easier to make them go to bed. For me, the cure-few was always the hardest part of the volunteer work, because students simply don´t like going to bed early when they have the chance to talk to their friends. As a team member, you have different chores you divide with other volunteers everyday: curfew, wake up-call, lunch-watch, shopping for the volunteers, and so on. There is something for everybody.
 
And then there is the group-leading. I wouldn´t call it a war in the first place, but sometimes you have to be really quick to get the team you want – everyone should have a different group each day and you should go through different levels. Of course – there are some people who don´t like f. e. the “advanced” or the “bloody beginners”, but one should still try to do the whole range. The last day is the hardest – you have already had three groups and one is your favorite. It is hard to not try to take them again, but in the end, every group is amazing and this year, we all really had fun on the slopes.
 
My favorite part of every Ski Camp is the last evening and the awards. To explain it shortly: we as volunteers try to notice funny moments or thing students (an other volunteers) do and in the end, they get an award. It’s always a great surprise and so much fun. This year, something very special happened: I also got one – for being a part of the Swiss YFU! It was an unbelievable moment for me since I love Switzerland with all of my heart and being recognized as a volunteer for YFU Switzerland meant a lot to me. I am happy that thanks to the Ski camp, I did my mini-exchange and found many new friends. I was happy to be a part of it and I hope I can join again in the next years!
 
For all the volunteers out there, that didn´t go to the Ski Camp yet: do it!
 
Kind regards,
 
Kamila Müllerová
Outbound Cordinator – Volunteer
YFU Czech Republic

National Student Walkout

Am Freitag, 20. April 2018 fand erneut  ein  National Student Walkout in den Vereinigten Staaten statt. Ich könnte an dieser Stelle nun versuchen die Bedeutung dieses Tages zu erklären, denke aber, die Leute, die diesen Artikel geschrieben haben, haben den Nagel voll und ganz auf den Kopf getroffen: 

„The National Student Walkout is a nationwide protest of our leaders’ failure to pass laws that protect us from gun violence. Mass shootings happen far too frequently in America, and we as a nation have become numb to seeing the news. After each one, the same cycle takes place: the media spend less than a week on the story, politicians offer their “thoughts and prayers,” and nothing ever changes. But after the horrific massacre at Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, young Americans are taking matters into their own hands. „ – Quelle:  https://act.indivisible.org/event/national-school-walkout/

Falls die Englischkenntnisse meiner Leser ein wenig eingerostet sind, hier eine Übersetzung mit einigen Anmerkungen zu dem kurzen Abschnitt den ich oben eingefügt habe: 

Der „ National Student Walkout“ ist ein nationaler Protest gegen die Leute an der Macht in Amerika, die unfähig sind ein strikteres Waffen Gesetz einzuführen, welches uns* vor Waffengewalt beschützt. Amokläufe  passieren viel zu oft in Amerika, und wir als eine Nation sind viel zu taub geworden gegenüber den Nachrichten von wiederholten Schiessereien an Schulen. 

Nach jedem Amoklauf fängt wieder der gleiche Teufelskreis an: Die Medien berichten weniger als eine Woche über eine erneute Schiesserei, Politiker bieten ihre „Gedanken und Gebete“ * an und nichts ändert sich jemals danach. Aber nach dem entsetzlichen Massaker in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, nehmen nehmen junge Amerikaner die Sache in ihre eigene Hände. 

*die Schüler, vor allem auf High School Level (9.-12. Klasse)

* Eine Andeutung auf ein ziemlich bekanntes Verhalten von Politikern und Mediensprechern nach Amokläufen. „Thoughts and prayers“, damit wollen sie sagen, dass sie mit den Gedanken ganz bei den Opfern und ihren Familien sind und auch für sie beten. 

Der National Student Walkout diesen Freitag, war dem Jahrestag des Amoklaufes gewidmet, welcher am 20. April 1999 in der Columbine High School passierte,  bei dem fünfzehn Personen ihr Leben liessen.

Vor allem nach dem Amoklauf in Florida haben viele Schüler angefangen zu handeln, haben angefangen auf den Strassen zu protestieren und die Leute auf Social Media über das Problem und Lösungen dazu aufzuklären. 

Foto: RJ Sangosti/Denver Post via Getty Images

Ich gehe zu einer Schule, an der der Protest vom Freitag auf Widerstand gestossen ist. Nicht nur von den Lehrern und der Direktion aus, sondern auch und vor allem von den Schülern aus. Ich kenne mehrere Leute von meiner Schule, die auf Social Media Dinge gepostet haben wie „Wenn du morgen an dem Protest teilnimmst, verschwinde aus meinem Leben!“  

Ein junger Mann von unserem Dorf hat es sogar soweit getrieben, dass er auf der Social Media Platform Snapchat gepostet hat: „ Ich werde jeden erschiessen, der an dem Protest morgen mitmacht.“ Als die Polizei ihn am Donnerstag festgenommen hat, sagte er nur, er habe es aus Spass gesagt. 

Indiana und vor allem die Umgebung in der ich zur Schule gehe ist sehr republikanisch, was oftmals auch heisst „Pro second Amendment “, das bedeutet für so viele Feuerwaffen im Umlauf wie möglich. 

So gut wie jede Familie meiner Freunde besitzt eine oder mehr Feuerwaffen, die die meisten von ihnen um keinen Preis abgeben würden und dies auch offen kommunizieren. Die meisten Teenager planen, sobald sie mündig werden, eine Feuerwaffe zu kaufen. Die Begründung dafür ist oftmals, um sich selber und die Familie zu schützen, um zu jagen oder einfach nur zum Spass. 

Viele der Schüler die sich gegen den Protest äusserten, fühlten sich angegriffen und interpretierten den Protest als einen Protest gegen ihr Recht Feuerwaffen zu besitzen. 

Ich selber wollte ganz bestimmt an dem Protest mitmachen, weil ich während meinem Austauschjahr nicht mit der Angst leben will, eines Tages nicht mehr von der Schule nach Hause zu kommen, weil ein ehemals gehänselter oder aus anderen Gründen wütender Schüler durchdreht und in meine Schule kommt, um uns alle zu erschiessen. 

An dem ersten nationalen Student Walkout dieses Jahr, am 14. März, konnte ich leider nicht mitmachen, weil unsere Schule zu dieser Zeit Ferien hatte. 

Also, habe ich mich um 09.55 am Freitag Morgen, aus Einzige in meiner Klasse, während dem Unterricht erhoben und habe das Klassenzimmer verlassen. Als stummer Protest gegen die Regierung, die nicht handelt und als respektvolle Geste gegenüber viel zu vielen jungen Menschen, die nie wieder lebendig aus einem Schulgebäude kamen. 

Im Hauptflur hab ich mich mit rund fünfundvierzig anderen Schülern getroffen. Es waren sehr traurige Minuten, viele weinten oder beteten für die Opfer. Es war aber auch Momente voller Kraft und Hoffnung. Ein Moment, daran glaube ich von ganzem Herzen, der etwas bewirken kann. 

Als es klingelte um das Klassenzimmer zu wechseln, bildete sich vor der Protestgruppe eine grosse Menge Schaulustiger. Einige Schüler tauchten mit Amerika oder Trump Fahnen auf,  um einen Gegenprotest zu starten, beschimpften oder belachten den Protest. 

An unserer Schule trauten sich leider nur eine kleine Minderheit aufzustehen und für das Recht  zu Leben zu kämpfen.

Von Freunden die in anderen Staaten zur Schule gingen, hörte ich, dass die grosse Mehrheit an dem Protest mitgemacht hat. 

PIC-NIC à LUCENS avec YFU.CH le 8 Avril 2017

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Bonjour,
Il y a un an déjà, nous étions à LUCENS à l’invitation de nos partenaires et amis d’YFU Suisse que je remercie par la présente, et à qui je renouvelle mes amitiés. Pendant cette journée, les parents d’accueil, les jeunes d’échange, et tous les bénévoles se sont retrouvé pour un grand PIC-NIC. Parmi les animations prévues pendant la journée, Marine, Dominik et moi étions en charge de préparer un atelier « Coloured Glasses » appelé « le cercle de la société ». Le public cible était un groupe de jeunes de plus de 17 ans.
Je ne sais, amis lecteur, si vous savez ce qu’est « Coloured Glasses [CG] ». Ce sont des animations destiné à l’éducation interculturelle et de citoyenneté mondiale. Un peu partout, à travers l’Europe, des jeunes (et des moins jeunes !) ont suivi une formation d’animateur pour dispenser des ateliers aux étudiants, dans les écoles, collèges, lycée et club de jeunesse. Ceci, à fin de permettre à d’autres jeunes d’observer leurs propres attitudes envers d’autres cultures et de mieux appréhender des sujets comme la culture et l’identité culturelle, la communication interculturelle, les stéréotypes, les préjugés, les droits de l’homme, la discrimination et les inégalités.
L’atelier que nous avons animé, était le suivant ; chaque jeune recevait une carte de rôle. Chacun des participants devait imaginer la vie, l’histoire, l’enfance, et toutes les caractéristiques réelles ou imaginaires de la personne brièvement décrite sur la carte. Ensuite, ils se mettaient en demi-cercle. Un animateur faisait alors une déclaration. S’ils approuvaient celle-ci, les participants étaient invité à faire un pas en avant… ou en arrière s’ils la réprouvaient. L’objectif n’était évidemment pas d’arriver au centre, mais bien de prendre conscience des interprétations individuelles et des stéréotypes que chacun de nous possède et projette inconsciemment sur des personnes ou des groupes sociaux culturels.
Au niveau émotionnel, ceux qui faisait un pas en avant étaient à la foi content d’avancer et triste pour les autres, et ceux qui n’avançaient pas ou qui reculaient était mal à l’aise, troublés voire récalcitrants.
Après un temps de débriefing, ou chacun a pu réendosser sa propre personnalité, nous avons échangé sur les discriminations et les inégalités, existants ou préexistants ainsi que sur les émotions, la perception et le regard que nous portons sur les autres.
Cette journée a aussi été ponctuée par un grand pic-nic (on dit « pique-nique » chez nous, en France !). Au programme, BBQ / saucisses / grillades. Et surtout, bonne ambiance, partage, échanges et sourires.
Je suis conscient que ce type de rencontre n’est pas toujours possible au niveau national ailleurs en Europe, et ce, pour des raisons d’organisation, de coût, ou de disponibilité. Néanmoins, il devrait être possible d’imaginer cela au niveau des régions en Europe. Je veux saluer ce côté positif et chaleureux de ces réunions de bénévoles, dans les organisations YFU, et particulièrement chez nos amis Suisses.
L’invitation offerte fait partie d’un échange de bonnes pratiques. Celles-ci ne doivent pas être faites uniquement pour des raisons administratives, d’organisation, ou de gestion. Autour d’un moment convivial, les échanges entre familles d’accueil et de départ, de bénévoles jeunes ou moins jeunes, sont nécessaires et utile pour sauvegarder, et faire avancer les valeurs d’YFU au niveau Européen et mondial. Je constate aussi que les problématiques rencontrées par les jeunes d’échange sont les mêmes un peu partout, au-delà des différences individuelles ou culturelles.
Concernant les bénévoles, la mobilité est un point essentiel au niveau des organisations. C’est de l’huile dans les rouages de la gestion humaine. Se raconter des histoires vraies et partager un morceau de saucisse grillée permet ensuite, de travailler ensemble plus fraternellement. C’est un moyen pour tisser des liens profonds qui dépasseront les aléas du quotidien. D’ailleurs, j’encourage les volontaires YFU à s’inviter dans un pique-nique organisé chez leurs voisins. En prévenant un peu à l’avance, je suis certain que vous serez bien accueillis.
Pour beaucoup, la Suisse est un petit pays qui n’est pas dans l’Union Européenne bien qu’étant situé au milieu (sic !), et ils ne sont pas tous banquiers (re-sic !)… Tout comme les Français ne sont pas tous « râleur », que les Italiens ne parlent pas tous avec les mains, et que les Allemands ne roulent pas tous en BMW… En bref, si nous voulons un monde plus convivial et plus fraternel, au-delà des lois, règlements et autres conventions ou contrat, il faut prendre du temps pour partager une bière et une grillade.
Je remercie tous les organisateurs, les bénévoles, et les familles qui ont fait de cette journée à LUCENS, un grand moment de convivialité.