YFU Switzerland

Freunde

Die Menschen hier sind sehr freundlich und die Mädchen aus meiner Klasse sind super cool! Langsam kann ich mich auch all diese indische Namen merken. Mit den Jungs habe ich nicht sehr engen Kontakt, da ich diesen auch nicht haben soll. Hier in Indien ist die Freundschaft zwischen den zwei Geschlechtern nicht sehr gut angesehen. Es könnte sofort etwas mehr bedeuten und man erfindet hier schnell Gerüchte, wenn man ein Mädchen ein bisschen zu lange alleine mit einem Jungen sieht. Um jegliches Drama zu vermeiden wurde mir von allen abgeraten nicht mehr als „Hallo“ mit den Jungs auszutauschen. Naja, mal sehen, ob ich mich daran halten werde…

In meiner Klasse sind wir 73 Schüler. Etwa 2/3 sind Jungs, diese sitzen rechts und eine Reihe Holzbänke sind für die Mädchen. Die Schulzimmer sind relativ klein, trotzdem hat es genug Platz. Die fixen Holzbänken und die schrägen kleine Holztische, an denen man zu dritt hockt, sind nicht sehr bequem. Wenn kein Lehrer in Sicht ist, spricht man dann schon mit den Jungs und ein paar Mädchen haben mir schon anvertraut, dass sie einen Freund haben oder in wem sie verliebt sind. Aber das ist ein grosses Geheimnis und niemand sollte davon erfahren. Eine Liebesbeziehung ist hier nicht allzu gut angesehen. Love marriages gibt es ausser in den grossen Metropolen wie Mumbai eher selten. Die meisten Mädchen, die ich kenne, werden wohl einen von ihren Eltern ausgesuchten Ehepartner heiraten. Und dabei spielt die Kastenfrage auch eine Rolle. Das Kastensystem ist in Indien zwar verboten, doch immer noch stark präsent. Die Ehe in Indien gilt als Symbiose, die der Lebensabsicherung dienen soll. Liebe, so sagt man, kommt mit den Jahren.

Auf dem Bild sieht man ein paar von meinen Freundinnen und ich in Schuluniform.

Bis Bald

Lucie

 

die ersten Tage

Heute ist mein fünfter Tag in Norwegen und in dieser Zeit ist so viel passiert! Am Donnerstag sind ich und Clara, aufgeregt auf alles was auf uns zu kommt, in Oslo gelandet. Am Flughafen wurden wir von YFU Volunteers und einigen Austauschschülern, die schon angekommen waren empfangen. Zusammen wurden wir dann in einem kleinen Bus nach Hønefoss gebracht, wo ein Arrival Camp statt fand. Die einstündige Reise führte durch wunderschöne Natur und kleine Dörfer wie Roa und Grindvoll. Noch hab ich den Grind von Norwegen zwar nicht voll, aber man muss sagen, die Norweger haben lustige Namen für ihre Ortschaften.

Als wir dann in Hønefoss (Was so viel wie “Hühnerwasserfall” bedeutet) ankamen, wurden uns unsere Zimmer gezeigt und wir verbrachten den Rest des Tages damit, auf die anderen Austauschschüler zu warten und zu essen. Auf einem kleinen Zeitplan, den wir am Anfang erhielten, waren nämlich vier Mahlzeiten eingetragen. Dies sorgte am Anfang ein bisschen für Verwirrung und man hatte das Gefühl, kaum hat man gegessen gibt es schon wieder essen. Lustigerweise hatte ich auch immer zu diesen Zeiten Hunger. Vielleicht gewöhnt man sich mit dem Flug über die norwegische Grenze automatisch an deren Essenszeiten. Diese sehen ungefähr so aus: Am Morgen, wenn man aufsteht isst man Frokost also Frühstück. Dieses ist ziemlich ähnlich wie unseres. Es gibt hauptsächlich Brot mit Konfitüre, Käse oder Schinken und dazu Kaffe, Tee, Milch oder Orangensaft. Dann gibt es um ca. 11/12 den Sogenannten Lunsj. Kommt von Lunch und ist eigentlich ein “Vorzmittag” Es gibt so gut wie das selbe wie zu Frokost. Brot mit Käse, Schinken oder ähnlichem. Das “Middag” und die eigentliche warme Mahlzeit des Tages kommt dann später um etwa vier oder fünf Uhr. Diese Mahlzeit besteht meistens aus Kartoffeln und Fisch oder Fleisch, kann aber auch etwas anderes sein 😉 So. Für uns wäre das vielleicht einfach ein frühes Znacht gewesen und dann wäre jetzt fertig. Aber nein, das war erst Zmittag! Damit es auch ein noch Znacht gibt, gibt es einfach nochmals Brot mit Käse oder Schinken. Dieses soggenannte Kvelsmaten “Abendessen” variiert zeitlich und wird je nach Hunger auch ausgelassen.

Gut, zurück nach Hønefoss. Nachdem am Donnerstag alle Austauschschüler ankamen, sprachen wir am Freitag über verschiedene Sachen wie Kulturschock und Gasfamilien. Hauptsächlich aber tauschten wir uns untereinander aus und lernten uns kennen. Am Samstag kamen dann unsere Gastfamilien um uns abzuholen. Davor war ich ziemlich aufgeregt! Sogar noch aufgeregter als ich am Abend vor der Abreise war! Es war ein ziemlich komisches Gefühl, eine Familie zu treffen, die man auf eine Art schon kennt, einem andererseits ganz fremd ist und man weiss, dass man ein Jahr bei ihr wohnen wird. Ich wurde von meinen Gasteltern Stine und Geir abgeholt. Torjus war bei den Grosseltern und kam am Abend zurück. Er ist seehehr herzig und sagt sehr gerne “ikke” was  “nicht” bedeutet. 😉 meine Gastschwester Synne war über das Wochenende bei ihrem Vater und wir holten sie am Sonntag dort ab. Sie und eine Freundin von ihr haben für mich Norwegisch Lektionen und eine Art kleines Übungsheft vorbereitet; sehr herzig!!  Der Ort, indem wir wohnen heisst Bøler und liegt direkt bei einem Wald mit vielen Seen. Am Sonnatgvormittag gingen wir auf einen Spaziergang durch den Wald zu einem dieser Seen um zu baden. Man müsste ja meinen, die Norweger seien gegenüber Kälte abgehärtet. Aber ich war tatsächlich die einzige, die den geschätzten 18°C kalten See nicht allzu kalt fand, und darin verweilen konnte 😉 Am Abend also nach dem Middag, gingen wir noch zum Oslofjord baden. Ich war also schon im norwegischen Meer 😉 , das erstaunlicherweise wärmer war als der See.

Heute war ich mit Stine in der Stadt, das erste mal richtig in Oslo, denn wir hatten ein Treffen auf meiner neuen Schule der Edvard Munch Videregående Skole. Sie macht einen sehr guten Eindruck und ich freue mich nächste Woche dort zu beginnen. Auch Oslo selbst gefällt mir bis jetzt sehr gut auch wenn ich noch nicht viel gesehen habe.

 

 

Die ersten Tage in Norwegen

Ich bin jetzt seit etwa 5 Tagen hier und seit ich am Donnerstag ins Flugzeug gestiegen bin, ist so viel passiert!

Am Donnerstag 11. August bin ich mit Anne, die auch in Norwegen ihr Austauschjahr macht, nach Oslo geflogen. Als wir dann in Oslo ankamen warteten schon die YFU-Volunteers und weitere Austauschschüler auf uns. Wir wurden dann alle zusammen in einen kleinen Bus gesteckt und nach Hønefoss gefahren. Dort fand unser kleines Willkommens-Camp statt. Das Camp war richtig lustig und es war schön die ganzen anderen Austauschschüler kennenzulernen und mit ihnen über das kommende Jahr zu reden.

Am Samstag wurden wir dann von unseren Familien abgeholt. Oh Gott war ich aufgeregt! Wir Austauschschüler sassen in dem einen Raum und die Familien in dem daneben. Dann wurden die Durchgangstüren geöffnet und da war sie…meine Familie für ein ganzes Jahr! Irgendwie lief es von Anfang an super mit ihnen. Ich hatte befürchtet wir hätten uns nichts zu sagen und hatte schon Angst vor einer schweigsamen Autofahrt, aber zum Glück war das nicht so. Eva-Cecilie, Jan Ludvig, meine Gasteltern und mein jüngerer Gastbruder Even haben mich an dem Tag abgeholt und sofort wie ein Familienmitglied bei sich aufgenommen. Ludvig, mein älterer Bruder ist noch in den Ferien mit seinen Freunden und kommt erst am Mittwoch wieder nach Hause. Ich freue mich schon darauf ihn kennenzulernen.

Mein neues Zuhause und mein Zimmer gefallen mir auch sehr! Das Haus liegt am Aussenrand von Oslo, oben auf einem kleinen Hügel und vom oberen Stock sieht man auf den Oslo-Fjord. Mit dem Fahrrad ist man in etwa 20 Minuten in der Stadt. Ich habe noch kein eigenes Fahrrad, aber sie schauen, ob sie vielleicht eins für mich auftreiben können. Gleich hinter dem Haus liegt ein grosser Wald, indem man schön spazieren kann. Am Sonntag waren wir dort Blaubeeren sammeln, eine typisch norwegische Beschäftigung:) Ausserdem kann man dort auch im See schwimmen, der ist jedoch wirklich eiskalt.

Ich habe jetzt noch eine Woche Ferien und dann fängt für mich die Schule an. Ich freu mich schon darauf meine neuen Klassenkameraden kennenzulernen.

Mit meinen Norwegischkentnissen hapert es noch ein bisschen, aber ich bin ja auch erst seit 2 Tagen in der Familie. Mit mir reden sie meistens noch Englisch, aber wenn sie norwegisch reden, merke ich schon jetzt, dass ich es besser verstehe als am Tag davor.

Hier ist noch immer alles ein wenig fremd für mich, aber ich bin mir sicher, dass ich mich in dieser Familie und in dieser Stadt sehr wohl fühlen werde!

Meine Schule

Am ersten Tag in der Schule musste ich einen Speech während der Morgenversammlung halten. Jeden Morgen stehen die ca. 850 Schüler, unterteilt in rechts Jungs und links Mädchen der Grösse nach geordnet im Schulhof. Alle stehen im selben Abstand in Reihen mit Händen auf dem Rücken. Während 15 min werden verschiedene Informationen preisgegeben, auch wird gebetet und die indische Nationalhymne wird gesungen. Hier wird stark auf Disziplin und Ordnung geachtet. Ich wurde schon ein paar Mal gefragt, ob man in der Schweiz auch eine solche tolle Disziplin hat.

Ich bin jetzt in der XI Science class. Das indische Schulsystem ist auch wieder anders. Fast alles ist hier ein bisschen anders. Es sind 12 Schuljahren und nach dem 10. muss man einen Stream wählen: Science (das Schwierigste), Commerce oder Humanities. YFU hat uns Austauschschüler angeraten Hummanities zu wählen. An meiner Schule wird jedoch nur Science oder Commerce angeboten und so bin ich in Science gelandet. Es ist wirklich anspruchsvoll. In Science habe ich jetzt folgende Fächer:

Chemistry (10 lektionen), Biology (9 Lektionen), Physics (9 Lektionen), English (7 L.), Physical Education (6 L.) (man kann zwischen P.E. oder Informatic oder Home science wählen), Arts (4 L. oder auch Music) und 1 Lektion Sport plus 1 Lektion Schwimmen.

Die Schule ist von Montag bis Samstag von 8:00 bis 11:30 und von 12:00 bis 13:45.

Ich finde Science nicht leicht, weil sie schon viel mehr Lektionen haben und daher ihr Wissen auch viel grösser ist. Ich muss wohl ein bisschen aufarbeiten. Doch ich mache mir um die Noten nicht grossen Druck, denn die sind mir egal.

Meine Chemie Lehrerin stresst ein bisschen aber ja… Ich glaube, sie denkt auch, dass unsere Schulbildung in Europa und ausserhalb von Indien nicht so super ist. Nur weil ich z.B. in The periodoc table of the elements nicht alle Elemente und deren atomic number auswendig weiss. Sie sagte auch: Weiss du, die indische Bildung ist weltweit hoch anerkannt und indische Ingenieure sind sehr gefragt, also haben wir ein gutes System.

Ich weiss noch nicht ganz, was ich vom indischen Schulsystem halten soll. Vor allem auch den Unterrichtsstil ist sehr anders. Es werden auch immer noch Schüler geschlagen, wenn sie zu spät kommen, zu laut sind oder ihre Bücher nicht dabei haben… Zu Anregen von Lernen, gibt es bei manchen Lehrern sogar eine Strafe, wenn man ungenügend bei einer Prüfung ist. Z.B. in Physics muss man 15 x das exam paper abschreiben, wenn man beim exam unter 8/25 Punkte erzielt.

 

Es gibt hier auch 3 Hostels (Internate) für die Schüler, die nicht in Jabalpur wohnen. Am Abend gibt es für Hosteller und auch für mich, da ich auf dem Campus wohne, die Möglichkeit von 15:00 bis 17:00 Sport zu machen. Badminton, Basketball, Cricket, Table Tennis, Fussball, Volleyball oder einfach herum spazieren und reden. Für die Hosteller ist von 17:30 bis 19:30 evening class obligatorisch. Zeit zum Hausaufgaben machen und aufkommende Unklarheiten zu fragen.

Mein gewöhnlicher Schulalltag sieht folgendermassen aus:

7:00 Aufstehen – Chai The – Dusche – Schuluniform – Schultasche packen

7:30 Frühstück in der Schulmensa

8:00 Morgenversammlung

8:20 Schule

11:30 Mittagessen in der Schulmensa

12:00 Schule

13:45 Schule endet

(14:00-15:00 Schwimmen, da ich im Schwimmteam bin)

15:30 Snacks in der Schulmensa

15:45 – 17:00 Sports

17:30 evening class

19:30 Ende der evening class

20:30 Abendessen

21:00 Zeit für mich (Internet, Tagebuch, TV (Bollywood serien), lesen oder einfach schlafen)

22:30 Schlafen

 

Meine Tagen sind unglaublich voll, doch glücklicherweise muss ich nicht immer ins schwimmen und evening class oder sports kann ich auch auslassen, wenn ich zu müde bin. Dann kann ich Zuhause sein oder Siesta machen.

Also langweilig wurde mir hier noch nie!

Der Start in mein Austauschjahr in den USA

Ich wusste, am 10. August ging es los, das Abenteuer! Ich hatte die letzten Wochen, bevor ich verreiste noch im Tessin in einem Sommerlager und dann zwei Wochen in Kroatien verbracht. Der Austausch nahte immer mehr und dohc wurde mir erst richtig bewusst, dass ich bald für ein Jahr die Schweiz verlassen werde, als die letzte Woche zu Hause anbrach…

Ich verbrachte diese Zeit vor allem damit, mein Koffer zu packen, meine Mutter erinnert mich stets daran, dass ich damit genug früh beginnen sollte – ich bin ihr sehr dankbar dafür, ich hätte sonst wahrscheinlich am Vorabend des Abfluges begonnen alles stürmisch in meinen Koffer zu packen…

Neben den Vorbereitungen habe ich viel Zeit mit meiner Familie, meinen Freundinnen und Jungwacht und Blauring verbracht. Ich habe jede Sekunde genutzt, um alle noch richtig geniessen zu können, bevor ich sie dann ein Jahr nicht mehr sehen kann.

Am 7. August habe ich Verwandte und Freunde zu einem  Abschlussapéro eingeladen. Jeder hat etwas zum Buffet beigetragen, so dass man eine grosse Auswahl an verschiedenen Köstlichkeiten hatte. Der Abend war sehr gemütlich und bleibt unvergesslich!

Am Mittwoch Morgen um 4:30 Uhr klingelte mein Wecker und wir machten uns bereit um zum Flughafen zu fahren. Ich musste mich bei Verantwortlichen von YFU melden, dass ich auch tatsächlich anwesend bin! Wir gingen zum check-in und danach hatten wir noch etwa eine Stunde Zeit um uns von Familie und Freundinnen zu verabschieden… Es war hart, sehr hart sogar, meine Liebsten alle weinen zu sehen. Sehr schwer fiel mir der Abschied von meiner kleinen Schwester! Als ich dann aber bei der Passkontrolle war und wir ins Flugzeug einstiegen, hätte ich mich wieder erholt und war gespannt auf den Flug und auf das erste Treffen mit meiner Gastfamilie.

Dazu kam es jedoch noch etwas länger nicht. Als ich nach dem Security Check mein Gepäck wieder einchecken wollte, sagte der Angestellte: girl to Detroit? Your flight is canceled! Ich konnte es ehrlich gesagt gar nicht glauben in diesem Moment, weil mir so etwas vorher noch nie passiert ist. Nach langem warten am Flughafen gingen wir in ein Hotel, assen Pizza und schliefen bis 8:00 Uhr morgens als uns ein Feueralarm weckte! Nach dem alle Hotelgäste evakuiert wurden und vor dem Hotel schon etliche Feuerwehrautos standen, erfuhr man, dass ein Hotelgast im Zimmer geraucht hat!

Wir machten uns wieder auf dem Weg zum Flughafen und waren fast am Ende der Security, als ich auf der United App mit Schrecken feststellte, dass mein nächster Flug wieder gestrichen wurde. Nach langem Suchen nach Notlösungen sollte ich zu einem von der Familie weiter entfernten Flughafen fliegen, mein Gastvater und mein Bruder fuhren los und durften nach einiger Zeit wieder umkehren und nach Hause fahren… Wie es kommen sollte wurde auch mein dritter Flug gestrichen!

Wir mussten noch auf andere Schüler warten, bis wir dann um 3:00 morgens das Hotel erreichten… Am anderen Tag konnte ich zum Glück dann endlich zu meiner Gastfamilie gelangen, und durfte den Flughafen Newark (,welcher ich nun in und auswendig kenne) hinter mir lassen…

Am Flughafen angekommen wurde ich herzlich in Empfang genommen und später gingen wir in einem typisch amerikanischen Restaurant essen, schmeckte super! Mir wurde das Haus und speziell mein Zimmer gezeigt, ich richtete mich etwas ein und ging dann bald schlafen – eine solch lange Reise macht müde, dafür werde ich sie nie mehr vergessen!