YFU Switzerland

High School – was ist das nun schon wieder?

Es war einmal ein Mädchen, dessen grösster Traum es war einmal an eine High School zu gehen. Einige Jahre später war aus dem Mädchen ein Teenager geworden, der kurz davor stand, diesen Traum zu leben. Doch um ehrlich zu sein, an diesem Punkt wusste ich nicht zu viel darüber, wie es an einer High School tatsächlich sein würde. Nach einem Jahr hat sich das nun geändert und ich möchte mein neu gewonnenes Wissen mit euch teilen (an Diejenige, die nicht am Schulsystem interessiert sind: Überspringt einfach den nächsten Paragraf).

Das Schulsystem in den Staaten besteht aus drei Teilen: Elementary School, Middle School und High School. Einige Merkmale sind die gleichen für alle drei Schulen, zum Beispiel, dass die Kinder über den Mittag nicht nach Hause gehen. Entweder haben sie einen Lunch von zuhause dabei oder kaufen ihn in der schuleigenen Kantine. Die Schulen stellen auch Frühstück zur Verfügung und je nach familiären Einkommen können die Kosten (von einigen Dollar) vom Staat übernommen werden. Äusserst typisch für amerikanische Schulen sind ihre ausserschulischen Aktivitäten und die Maskottchen. Die Klubs variieren von komplett vergnüglichen wie zum Beispiel ein Frisbee- oder Musikclub über politische (an den höheren Schulen) wie zum Beispiel die Jungen Demokraten/Republikaner oder im allgemeinen die Schülervertretung, bis hin zu akademischen (Mathematikclub oder einen, der „akademische Challenges“ genannt wird) oder widerum andere, die auf Freiwilligenarbeit aufgebaut sind. Die Anzahl der Treffen sind so verschieden wie Clubs, manche einmal pro Monat, andere mehrmals pro Woche. Normalerweise sind diese dann nach der Schule, aber es hat auch solche, die während der Mittagspause abgehalten werden. Doch so verschieden diese auch sind, haben sie doch eine Gemeinsamkeit: Sie fördern den Zusammenhalt und die Identifizierung mit der Schule, was ebenfalls mit diversen Events (wie zum Beispiel Footballspielen) und einem Schulmaskottchen unterstützt wird. In meinem Falle ist es ein Falke, meine Geschwister haben eine Wespe (Middle School) und einen Hai (Elementary). Zum Thema Elementary School…
Die Elementary School ist sehr vergleichbar mit den Primarschulen in der Schweiz. In den Schulen meiner Stadt sind es fünf Jahre (es können ebenfalls sechs sein), in denen die Kinder hauptsächlich bei einer Lehrperson unterrichtet werden; der Unterrichtsplan ist alleine von der Schule festgelegt und die SuS (Schüler und Schülerinnen) haben keinerlei Wahlmöglichkeiten.
Dies ändert sich in der Middle School. Drei von den acht Fächern können von den SuS selber festgelegt werden (zwei wenn der- oder diejenige sich für Band entscheidet). Abgesehen von einem Fach bleibt der tägliche Stundenplan derselbe für das ganze Jahr. In dieser Schule haben sie nun auch zum ersten Mal die Möglichkeit, nach der Schule einer Sportart an der Schule nachzugehen. Diese sind allerdings noch nicht so intensiv wie wann sie dann etwas älter sind.
An der High School werden diese dann grossgeschrieben. Es scheint als ob jede/r zweite sich in einer Art und Weise sportlich betätigt. Diese sind dann nach der Schule, manche direkt, andere etwas später, je nach Platzangebot. Was für mich neu war, war die Tatsache, dass alle Sportarten jeweils eine Jahreszeit lang sind, das heisst, der Footballquarterback kann ebenfalls Basketball und Lacrosse spielen, da sich die Saisons (Herbst, Winter und Frühling) kaum überschneiden. Es gibt Vereine, die nicht mit der Schule verbunden sind und den Sport das ganze Jahr über betreiben, doch diese sind eher selten, was ein ziemlich grosser Unterschied zur Schweiz darstellt. Das Notensystem ist ebenfalls anders wie dasjenige, was ich mir von zuhause her gewohnt bin. Das Ganze ist auf einem Prozentsatz aufgebaut, was heisst, wenn man 48/50 Fragen richtig beantwortet, bekommt man eine 96. Dies wird dann umgewandelt in Buchstaben. Die ersten zehn Prozent Abzug resultieren in einem A, der höchsten Note in meiner Schule (andere haben noch ein plus oder minus angehängt, dieses zeigt ob man in der oberen oder unteren Hälfte ist (die 96 würde zum Beispiel eine A+ geben). Dieses System wird dann für alle die verschiedenen Klassen angewendet, dessen Angebot wesentlich grösser ist als das in der Schweiz. Die uns gewohnten Fächer wie Mathematik, Geschichte und Fremdfächer (an meiner Schule lediglich Spanisch und Französisch) werden genauso oft gewählt wie die exotischeren, zum Beispiel Automechanik, Töpfern, Kindererziehung, Tiermedizin oder Tanz. Die letzteren sind sogenannte „Electives“, solche, die man wählen kann, aber nicht absolviert haben muss, um die Schule abzuschliessen. Für die anderen gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. Nehmen wir zum Beispiel Mathematik: An meiner Schule muss man mindestens vier Mathematik „Credits“ haben. Diese bekommt man wenn man eine Klasse mit einem genügenden Notenschnitt abschliesst (60/D oder höher). Deren Schwierigkeitsgrad spielt allerdings keine Rolle, die Schüler können selber wählen wie fordernd ihr Unterricht sein soll (man sollte ebenfalls im Hinterkopf behalten, dass die SuS vom Level Sek B bis hin zur Kanti alle zur gleichen Schule gehen). Es gibt zwar einen Durchschnittspfad, den man wählen kann, aber es wesentlich mehr als vier Wahlmöglichkeiten. Dies ermöglicht es den SuS, die Fächer ihren Stärken und Schwächen anzupassen. Ebenfalls ist es wesentlich schwieriger, jemanden aufgrund derer Intelligenz in eine Schublade zu stecken, da es diese Ebenen nicht wirklich gibt und jeder in verschiedenen Klassen ist, was mir gefiel. Viele Fächer(wie zum Beispiel Englisch 3) gibt es dann in verschiedenen Levels, an meiner Schule namentlich CP (College Preparation, Collegevorbereitung), H (Honors, „Ehre“) oder AP (Advanced Placement, spezielle Platzierung, dessen „Credits“ normalerweise auch für das College gültig sind). Und wenn das Thema College gerade zur Sprache kommt…
Nach der High School geht es für die Meisten ans College, oder Universität, es werden hier beide Begriffe für dasselbe benutzt. Die nun frisch Erwachsenen bleiben dort von zwei (für Berufe wie zum Beispiel Techniker oder Krankenhauspersonal) bis hin zu acht oder mehr Jahren (für z.B. Arzt oder Anwalt) je nach Komplexität. Es gibt auch Leute, welche nicht ans College gehen und stattdessen eine Lehre anfangen, dies ist allerdings nicht die Norm. Diese lernen dann Berufe wie zum Beispiel Hausverkäufer oder Gefängniswärter.
Diese verschiedenen Schulen hören sich sehr theoretisch an, doch mithilfe von Hollywood kann man es sich noch etwas besser verbildlichen. Beispiele von Fernsehserien, die sich in diesen abspielen, sind (nach Reihenfolge): Die Simpson, Neds Ultimativer Schulwahnsinn, Kim Possible (was tatsächlich grossen Einfluss auf meine Entscheidung hatte, nach Amerika zu gehen) und The Big Bang Theory. Doch ich bin mir sicher, ihr habt nun genug Informatives gelesen und die Anderen fragen sich wohl schon, wann dieser Paragraph endlich aufhört (ich muss zugeben, ich dachte nicht, dass er so lange werden würde), daher wechsle ich nun zu meinen persönlichen Erlebnissen an meiner High School.

Wie ihr bereits in vorherigen Einträgen mit verfolgen konntet, ging ich im Herbst zu Homecoming, einem Ball. Im Frühling gab es nun einen zweiten, der, im Kontrast zum ersten, nur für die beiden älteren Jahrgänge war und noch ein grösseres Ereignis im amerikanischen Teenagerleben darstellt. Die Rede ist von Prom. Für viele ist dieses mit monatelangem Planen verbunden und es werden keine Mühen gescheut, an diesem Abend so blendend wie nur irgendwie möglich auszusehen, auch, wenn dies mit eher grösseren Kosten verbunden ist. Ich meinerseits fand mein Kleid (übrigens im genau gleichen Farbton wie dasjenige vom Herbst) im ersten Laden und die Änderungen (Anpassung der Länge) wurden vom Grosi übernommen; sie war gerade zu BesuchJ. Für Makeup und Frisur des grossen Abends konnte ich auf die gekonnten Hände meiner Gastmutter vertrauen, was ebenfalls eine Wiederholung des letzten Herbstes darstellte. Im späteren Nachmittag traf ich mich dann mit meinen Freundinnen in der nächsten Stadt, um dort die obligatorischen Fotos zu machen. Als wir dort zu einem Ende kamen, wartete eine riesige Überraschung auf uns: Die Eltern meiner Freundin hatten eine Limousine für uns organisiert!! Sie meinten, dass sie für uns (drei von den fünf waren Austauschschülerinnen) die Promnacht so amerikanisch wie möglich gestalten und ebenfalls ihre Tochter nicht in den Verkehr dieser Nacht schicken wollten. Ich war sprachlos und konnte mein Glück kaum fassen. Wir stiegen ein und der Chauffeur brachte uns zu einem italienischen Restaurant, bevor es dann zum Tanz selber ging. Wir tanzten zu schnelleren Songs wie „Cupid Shuffle“ (einer meiner Favoriten), „Party in the USA“, und langsameren wie „Perfect“. Die Zeit verging wie im Flug und kurz vor Mitternacht gingen wir zu einer Freundin nach Hause, assen viel zu viele Snacks, spielten in der dunklen Garage Bowling (mit Leuchtstäbchen) und starteten um etwa drei Uhr den Film „Baywatch“. Den beendeten wir allerdings nach einer halben Stunde, da nur noch zwei von uns wach waren. Alles in allem einer meiner besten Nächte meines Lebens (bis jetzt). Eine weitere äusserst amerikanische Erfahrung ist meine Spielzeit im Lacrosseteam der Schule. Da ich bereits in vorherigen Einträgen davon geschrieben habe, halte ich mich kurz. Mit dem frühen Start der Saison Ende Januar (wir trainierten draussen nach der Schule, am Anfang ziemlich tiefgefroren danach) endeten wir (das JV-Team) während den Frühlingsferien im April. Mir gefiel der Sport mit der Kombination aus Teamsport und Ausdauer sehr und ich hoffe, dass ich die Gelegenheit haben werde, es wieder auszuüben. Neben den Sportarten sind – wie bereits weiter oben erwähnt – die Clubs ein wichtiger Bestandteil. Während meines Jahres hier war ich in folgenden (in manchen aktiver als in anderen): Robotik, International Club, dem Buchclub, Musikclub und Mu Alpha Theta, einem Mathematikclub. Robotik war bei weitem meine Lieblingsgruppe, verbrachte ich doch wöchentlich mehrere Stunden mit ihnen und an Wettkampftagen sogar ganze Samstage. Ich liebte die Komplexität der Sache, wenn gleichzeitig jeder Neuling (wie zum Beispiel die Austauschschülerin) bereits beim ersten Mal mit anpacken kann. Obwohl ich nicht, wie ich zuerst dachte, als Progammierin, sondern als Konstrukteurin endete, packte mich diese neue Perspektive ebenfalls. Es braucht ebenso viel praktisches Denken wie Kreativität um einen guten Roboter zu entwickeln. Meinem Team geling dies so gut, dass wir uns zusammen mit einem zweiten Team von unserer Schule für die Staatsmeisterschaften qualifizierten. Dort waren die Resultate nicht mehr besonders herausragend, doch bereits die Möglichkeit, dort teilzunehmen und die anderen Roboter zu sehen, machten die Mühen mehr als wett. Zurückblickend hatten Robotik und die dazugehörenden Wissenschaften dahinter einen grossen Eindruck auf mich. Auch hier hoffe ich sehr, irgendwie wieder zu Programmieren oder Robotern zurückfinden zu können und ich werde die Freunde und die Roboter äusserst vermissen.

An diesem Zeitpunkt könnte ich noch einmal so viel schreiben um nur ansatzweise zu beschreiben, was ich in diesem Schuljahr alles erlebte. Ich bin wirklich dankbar, dass sich diese unglaubliche Gelegenheit für mich ergeben hat und werde wehmütig daran zurückdenken, wenn ich nach den Sommerferien die (hauptsächlich) vergnüglichen Fächer wieder gegen den Kantialltag eintauschen werde. Nun geniesse ich allerdings noch die einmalig langen Sommerferien (seit Ende Mai bis Mitte August), bevor es dann bereits wieder zurück in die Schweiz geht.

Bis (sehr) bald!
Eure Anita

 

P.S. Als Abschluss habe ich euch hier ein Bild von meinem letzten Töpferprojekt (natürlich habe ich mir diese Gelegenheit nicht durch die Hände rinnen lassen wollen). Es ist ein Teekrug, der nun gebrannt, glasiert (dunkelblau und leuchtend rot) und bereit ist, bei der Familie meiner besten Freundin ein neues Zuhause zu finden.

Endspurt und krönender Abschluss

Unified Track. Was sich erst für mich nur nach einer komischen Wortkombination angehört hatte, klingt in meinen Ohren nun ganz anders. Grob übersetzt bedeutet es “Vereintes Leichtathletik”, was dem Sinn dahinter schon recht nahe kommt.

Es geht bei dem Programm darum, Jugendliche mit Behinderungen in den normalen Alltag einzubinden. Sie gehen in die selbe Schule wie ich und werden so gut als möglich in den Regel Unterricht integriert. Sie werden aber auch in speziellen Klassen gefördert.

Es wird grossen Wert darauf gelegt, dass “special-need-kids”, wie sie hier genannt werden, die selben oder zumindest ähnliche Möglichkeiten haben wie andere Schüler. Aus diesem Gedanken heraus wurde Unified Track hervorgerufen. Es ist eine Möglichkeit für die „special-need-kids“ in einer Sportart integriert zu sein. Nebst den Coaches, gibt es auch so genannte “partners”, die nicht zu den special-need-kids gehören, sondern da sind, um sie zu unterstützen.

An Meetings (Wettkämpfen) werden dann die “Athletes” (Jugendliche mit Behinderung) und die “Partners” in den Disziplinen getrennt, um es so fair als möglich zu gestaten.

Dem Unified Track beizutreten war eine der besten Entscheidungen, die ich während meinem Austauschjahr getroffen habe. Von den “Special-Need-Kids” bekommt man so viel zurück.

Einmal hat ein Mädchen beim Einwärmen angefangen Schneeengel im Gras zu machen – Mitten im Gras, ohne Schnee und das ganze Team hat sich hingelegt und hat Schnee-Engel gemacht, als wäre es das natürlichste der Welt. Ich kann nicht in Worte fassen wie glücklich es mich machte ein Teil von Unified Track zu sein.

Auch der ABC-Countdown hat meine letzten sechsundzwanzig Tage an der High School sehr verschönert. Dabei konnten sich alle Seniors (12. Klässler), die die Schule dieses Jahr abgeschlossen haben, jeden Tag anders verkleiden. 

Das Thema nach dem man sich verkleidet, fing jeweils mit dem Buchstaben des Alphabets an, der gerade dran war.

Der erste Tag war A – Administration, dann sollte man sich wie jemanden aus einem Büro oder ein Lehrer verkleiden, der zweite Tag war B – Beach, da verkleidete man sich, als würde man gerade vom Strand kommen, und so weiter. Ich verkleidete mich an einigen der Tagen, jedoch lange nicht an allen, denn es ist erstaunlich anstrengend sich jeden Tag eine neue Verkleidung für das entsprechende Thema auszudenken und die Accessoires dazu zu besorgen.

In der letzten Schulwoche hatten wir am Montag, wegen dem nationalen Feiertag „Memorial day“, frei. Danach hatten wir an den letzten drei Schultagen Abschlussprüfungen. 

Am letzten Tag versammelten sich alle Seniors auf dem Parkplatz und anstatt die ersten zwei Lektionen zu besuchen, veranstalteten wir ein grosses Frühstück. 

Nach dem wir auch den siebten Final geschrieben hatten, gab es draussen auf dem Football Feld ein grosses Picknick für alle Seniors. Es gab Burgers, Potato Chips und Cookies. 

Danach wäre die Schule offiziell noch weiter gegangen, aber ausser einigen Ausnahmen, haben alle die Schule frühzeitig verlassen. 

Obwohl das Schuljahr an einem Donnerstag abgeschlossen wurde, mussten wir 12. Klässler am Freitag schon wieder eintrudeln, für die Hauptprobe von Graduation. 

Die Probe war lange, denn bei rund 380 Schülern ging das Aufrufen von Namen nicht wirklich schnell. 

Den Samstag verbrachte ich dann mit „open house“- Besuchen. Am Ende der High School Karriere haben

An unserem open house.

die Studenten oft ein riesiges Fest bei sich zuhause oder in einer Party Scheune oder so, wo Fotos ausgestellt werden und gegessen wird. Alle Freunde, Lieblingslehrer, Verwandte und Nachbaren werden zu diesen Festen eingeladen. 

Meine Gastschwester und ich hatten unser „open house“ schon vor einer Woche, was eine ziemlich gute Idee war, denn dieses Wochenende hatten so viele ihr „open house“, dass ich nicht einmal alle besuchen konnte, zu denen ich eingeladen war. 

Mit einer Freundin besuchte ich am Samstag elf „open houses“.

Am Sonntag morgen gab es in unserer Kirche eine kleine Verabschiedungsfeier der Seniors. 

Nach kurzem frisch machen zuhause, gingen wir zur Schule für die Graduation. 

Als wir bei der Schule ankamen, war da schon eine riesige Warteschlange, die sich um die ganze Schule schlängelte. Wir Schüler konnten zum Glück einfach beim Hintereingang reingehen. In der Nebenturnhalle wurden wir, wie am Freitag geprobt, in Reihen aufgestellt und marschierten in die Hauptturnhalle, wo die Feier stattfand, ein. 

Alle Mädchen trugen weiss und alle Jungs trugen grün, was zusammen unsere Schulfarben verkörpert. Die ganze Feier wurde gefilmt und konnte im Internet verfolgt werden. 

Zu Vorderst sassen die „Top 10 Percent“ Schüler und dann ging es alphabetisch der Reihe nach. Immer eine Reihe Mädchen, dann eine Reihe Jungs. 

Nach einigen Reden von Leuten der Schulkommission etc., hielten auch die beste Schülerin des Jahrgangs und der zweit beste Schüler eine Rede. 

Ein Junge und dann zwei Mädchen sangen danach je ein Lied. Dann ging es endlich mit der Diplom Vergabe los. Name um Name wurde von einem professionellen Sprecher aufgerufen, mussten auf der Bühne vom Direktor ihr Diplom entgegen nehmen, und schritten dann zurück zum Platz. 

Ich war furchtbar aufgeregt und da es zusätzlich noch so heiss wurde in der Turnhalle, musste ich mich zusammenreissen mich nicht zu übergeben. 

Die Diplomvergabe ging erstaunlich schnell vorbei.  Danach zündeten alle Schüler eine Kerze an und auf der gigantischen Leinwand wurden Fotos von allen Schülern gezeigt. 

Nach der Feier machte ich noch einige Erinnerungsbilder mit meinen Freunden. Es fühlt sich seltsam an über all das in der Vergangenheit zu sprechen, denn nun ist mein High School Jahr endgültig vorbei.

 

Austauschtreffen YFU Schweiz – YFU Austria

[Generously sponsored by Movetia]
 
Bern, am 22. Mai 2018
 
Wir, Elfriede Schachner, National Director von YFU Austria in Wien und Claudia Schrutek, Marketing und PR, verbrachten einen spannenden Tag bei unseren KollegInnen in Bern. Wir lernten das Schweizer Team persönlich kennen und tauschten uns in der Gruppe als auch in kleineren Teams mit den NDs Jerry Krattiger und seiner Nachfolgerin Sandra Alefsen und den anwesenden KollegInnen aus.
 
Der Austausch betraf die unterschiedlichen Bereiche: In- und Outbound News, das große Thema Volunteer Management/Strategie, Marketing/PR/Social Media und Finanzen/Fundraising.
 
Als YFU Austria machten wir eine Präsentation zur derzeitigen Lage in Österreich, wo stehen wir mit dem Gastfamilien Recruitment, mit den Volonteers, mit Marketing Konzepten und welche Probleme haben wir zu meistern, welche Schritte haben wir im Fundraising ausprobiert.
 
Durch den angeregten Austausch über die jeweiligen Herausforderungen und Ausgangsbedingungen sahen wir in einigen Bereichen große Übereinstimmungen in den Herausforderungen jetzt und in der Zukunft. In anderen Bereichen wie zB Visumsangelegenheiten würden wir gerne mit den Schweizer KollegInnen tauschen, da ist die Ausgangslage in der Schweiz sehr viel einfacher als bei uns. Wir sehen aber die zusätzliche Arbeit die in der mehrsprachigen Geschäftsstelle geleistet wird, um alle Unterlagen auch immer in eine zweite Sprache übersetzen zu müssen. In Österreich ist fast das gesamte Team seit 2017 ein neues, das in den letzten Monaten zusammen zu einem Team gefunden hat und den großen zeitlichen Rückstand, die alle bei ihrem Arbeitsbeginn vorgefunden haben, noch immer aufholen versucht. Die Schweizer KollegInnen verfügen alle über viele Jahre YFU Erfahrung.
 
Wir bedanken uns für das Vertrauen, Konzepte mit uns zu teilen. Wir konnten über Google AdWords unsere Erfahrungen weitergeben. Was wir uns – neben vielen wertvollen Gedanken und Anregungen mitnehmen: egal wie die jeweilige Ausgangslage in den beiden Ländern ist: alle geben ihre volle Energie und Engagement, um YFU und seine Werte zum Strahlen zu bringen.
 
Es hat in der Vergangenheit zwischen den beiden YFU Organisationen eine sehr gute Zusammenarbeit gegeben. Diese wollen wir auch weiterhin fortsetzen: mit zwei (relativ) neuen weiblichen National Directors – Frauenpower. Vor allem wollen wir verstärkt nach Synergien suchen, wo wir uns gegenseitig unterstützen können. Angesichts der knappen Personal- und Finanzressourcen eine wichtige Aufgabe, der wir in einem ersten Schritt bei diesem Treffen nachgekommen sind.
 
Danke für die geteilten Erfahrungen und Servus nach Bern.

Jag är så glad :) !

Hejsan svejsan!

Die letzten Wochen waren voller wunderschöner Erlebnissen, Reisen und Sommertage, das ich kaum glauben kann, das mein Austauschjahr jetzt tatsächlich bald vorbei sein wird. Ganz ehrlich – im Moment ist es einfach nur toll, und ich geniesse alles so gut ich kann. Und weil ich denke, da an diesem Zeitpunkt Bilder mehr sagen als Worte kommt jetzt eine kleine Bilderschwette!

Ps. Ich trage auf seeehr vielen Bildern die gleichen Sachen; das liegt aber nur daran, dass ich einen sehr begrenzten Sommerkleiderschrank habe. Ich wasche!!! Ahja, und ich schmuggle noch ein paar ältere Bilder ein, die ich irgendwie gerne noch zeigen möchte… Ha kul!

 

 

 

1. Weihnachten mit meiner Gastschwester Pernilla und meinem Gastbruder Petter

2. Beim Filmen unseres Schulprojektfilms in der Altstadt Stockholms

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Der letzte Spaziergang über das gefrorene Meer

4. Ein bitzeli posen darf man ja wenn man bei 6°C die Jacke auszieht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Jetzt ist das Eis schon Matsch!

 

 

 

 

7. Wunderschönes Stockholm nach einem (anderen) Konzert

6. Fancy posing vor fancy Spiegel in fancy Konzertkleidung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8. Frühstück vor Schlubeginn unter blühenden Kirschbäumen

9. Und obligates Selfie mit Celia dazu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11. Am gemütlichen Sommerabend-Grill-Geburtstag

10. Auf dem Weg zu gemütlichem Sommerabend-Grill-Geburtstag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12. Fischerdorf auf Gotland, über das lange 1.Mai-Wochenende

13. Flanieren durch die Strassen Visbys

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14. Jetzt sind wir Grossstadtkids

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16. Flohmi nr2

15. Flohmi mit Freundinnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17. Obacht! Jetzt kommt ganz viel vom Auslflug in die Studentenstadt Uppsala, gemeinsam mit den lieben YFU-Freundinnen Bertylle & Celia

18. Fika är alltid gott

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20. Erinnerungen an den Basler Theaterplatz

19. Touri-Föteli in Uppsalas Domkirche

 

 

 

 

21. Auch in Uppsala blühen Kirschbäume

22. Kirschbaumposing mit Celia

 

 

 

 

 

 

 

23. Gugus!

24. Tadaa!

 

 

 

 

 

 

 

25. Ein bisschen mehr ästhetisch im botanischen Garten

26. Für ein Mal sind wir gross

 

 

 

 

 

 

 

28. Årets första dopp
(Der erste Schwumm des Jahres, mit Schulfreundinnen in der nächsten Bucht der Schule)

27. Das war Uppsala!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja, das waren sie also, die fotografisch festgehaltenen Highlights der letzten Wochen. Ich entschuldige mich auch für die grässlichen-Mamma-Fotountertitel und hoffe, ihr habt den Einblick in mein Leben spannend gefunden. Jetzt geniesse ich meine Zeit hier noch zu Ende und dann bin ich ja auch schon bald daheim!

Alles liebe und bamsekram

Fina

Ps. Ich weiss, die Grafik ist schauderlich, aber besser will das Programm die Fotos nicht veröffentlichen. Zur Veranschaulichung deshalb nummerierte Bilder…

YFU Tschechien Skilager

[Generously sponsored by Movetia]
 
Am 29. Januar 2018 habe ich mich auf den Weg nach Tschechien gemacht. Meine gute Kollegin Kamila, die ich schon von anderen YFU Treffen her kannte, hat mich am Flughafen abgeholt. Was auch gut so war. Denn schon im Bus und in der U-Bahn wurde mir schlagartig bewusst, dass ich in einer anderen Welt bin. Wir Schweizerinnen und Schweizer denken häufig, wir seien sehr sprachbegabt wegen unserer vier Landessprachen. Aber in diesem Fall wurde mir schlaghaft bewusst, dass ich die tschechische Sprache nicht einmal ansatzweise verstehen kann. Schon alleine die Namen der Bushaltestellen konnte ich bei den Durchsagen nicht dem Schriftbild zuordnen, geschweige denn sie selber aussprechen. Durchsagen verstehen war auch absolut unmöglich – eine Situation, vor der ich schon länger nicht mehr stand. Mit meinen Kenntnissen in Deutsch, Englisch, Französisch, Latein und Grundkenntnissen Italienisch konnte ich bisher häufig bei neuen Sprachen einige Worte erschliessen und den groben Inhalt verstehen, aber hier: nichts, nada, niente. Kein Vorwissen und keine Chance, alleine etwas zu verstehen.
 
Am folgenden Tag sind Kamila und ich ins YFU Büro in Prag und die Austauschschüler kamen nach und nach. Mit einigen von ihnen sind wir mit dem Auto zu unserem Lagerhaus gefahren, die anderen kamen mit dem Zug. Das Haus war in Luka nad Jihlavou, ein kleines Dorf in Zentraltschechien, in der Nähe von Jihlava, aber ansonsten so ziemlich im Nirgendwo. Das Dorf hat einen Skilift und eine Skipiste – theoretisch wäre das Lager ja ein Skilager gewesen. Aber mangels Schnee aufgrund von Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt konnten wir leider nicht Ski fahren gehen. Ich als Schweizerin empfand das auch nicht als einen grossen Verlust, der Skilift war für meine Verhältnisse auf einem Mini-Hügel. Aber für die Austauschschüler war es sicherlich schade – für einige war das vielleicht die einzige Möglichkeit, jemals im Leben Ski zu fahren. Aber daran konnte man nichts ändern.
Der Ablauf des Lagers hat sich somit auch grundlegend verändert. Am Dienstag war nur die Anreise, am Mittwoch hatten wir den ganzen Tag die Orientierung – Lektionen im non-formellen Unterrichtsstil, am Donnerstagmorgen hatten wir ebenfalls noch eine Orientierung und am Nachmittag gab es einen Ausflug nach Jihlava ins Hallenbad und am Freitag einen Ausflug nach Jihlava, wo die Austauschschüler/-innen ein Video drehen mussten. Am Samstag war noch aufräumen und nach Hause fahren.
 
Von der Orientierung habe ich einiges gelernt: zum einen, wie andere YFU Organisationen ihre Orientierungen abhalten – anderer Inhalt, andere Sprache, anderer Stil. Am interessantesten fand ich, wie gut die Sessions am Englisch liefen. Meine Unterrichtserfahrung bis dahin war auf Deutsch immer so, dass einige Leute mitmachen konnten und andere spracheshalber nicht – meistens sind das in der Schweiz die Asiatischen Austauschschüler/-innen. Selbstverständlich nicht ausschliesslich, aber häufig, da sie zum einen fast nie Deutsch-Vorkenntnisse vor dem Austauschjahr erlernen und zum anderen eine schwierigere Ausgangslage haben als Leute mit indogermanischen Muttersprachen. Auf jeden Fall war das in dieser Orientierung überhaupt nicht der Fall – eine Thailänderin war sogar die aktivste in der Gruppe! Das hat mich persönlich sehr beeindruckt und zum Überdenken unserer eigenen Orientierungen in der Schweiz angeregt. Die Orientierung wurde allerdings direkt von einem Blatt aus ausgeführt, während wir in der Schweiz noch ein Training haben, wie man jetzt spezifisch die Sessions führen sollte. Das finde ich kritisch, ich denke nicht, dass alle und vor allem neue Freiwilligen direkt ohne Übung oder Training gute Sessions halten können. Ich hatte allerdings auch nicht die Möglichkeit das direkt zu beobachten, denn ich habe mit einer sehr erfahrenen Person geleitet.
 
Die Ausflüge nach Jihlava waren für mich sehr interessant – zu einen, wie es ist, in einem ländlichen Teil in Tschechien zu sein, zum anderen sind solche Ausflüge bei YFU in der Schweiz nicht alltäglich. Zum ersten Punkt: Ich fand vor allem die Züge sehr beeindruckend. In der Schweiz sind die Züge ja fast eine nationale Institution – ihre Pünktlichkeit wird vorausgesetzt und Modernität ist auch ein Anspruch. Der Zug in Tschechien war ganz anders: der Bahnhof in Luka nad Jihlavou sowie der in Jihlava waren beide sehr wenig ausgebaut und die Gleise mussten zu Fuss überschritten werden, um zum Zug zu gelangen. Gleichzeitig war es ein altes Zugmodell, das nur bedingt schnell fahren konnte und die Schienen eher holprig. Dafür fuhr der Zug durch schöne Gegenden mit viel Natur, aber andererseits auch leerstehenden Fabriken. Für mich als Geschichtsstudentin sehr interessant, die Überreste der Industrialisierung zu sehen. Die Ausflüge an sich waren auch bereichernd, denn zum einen konnte ich so wirklich ein Teil Tschechiens sehen, den ich sonst einfach verpasst hätte. Wie es so ist, an der Kasse zu stehen, nichts zu verstehen und auf eine Anzeige zu hoffen, wo man den Preis ablesen konnte – in Tschechischen Kronen wohlbemerkt und wie viel die umgerechnet wert sind, ist auch eine Frage für sich. Andererseits zeigte mir der Ausflug am Freitag auch auf, wie fest wir unsere Austauschschüler/-innen in unseren Lagern kontrollieren, bzw. wie wenig Freiraum wir ihnen geben. In Jihlava erhielten die Austauschschüler/-innen in Gruppen den Auftrag, ein Video zum Thema „Monsters in Jihlava“ zu drehen und hatten dafür den halben Morgen und den halben Nachmittag Zeit. Und das war es. Wir Freiwilligen haben uns dann anderweitig beschäftigt und die Austauschschüler/-innen haben wirklich super Filme gedreht. Und es hat alles gut geklappt. Das war so eine Lektion für mich, vielleicht sollten wir den Schüler/-innen mehr Vertrauen schenken und mehr Freiräume geben.
 
Meine Teilnahme am Lager in Tschechien hat mir persönlich sehr viel gebracht. Es hat mich wieder in eine Situation versetzt, in der ich nichts von der Sprache verstanden habe und ich denke, das ist von Zeit zu Zeit eine gute Erfahrung und relativiert die eigenen Fähigkeiten. Auch hat es meine Neugierde und Kreativität geweckt, denn ich habe in dieser einen Woche versucht, mir die Umwelt zu erschliessen und habe immerhin einige Worte durch meine Lateinkenntnisse erkennen können (domu = Haus, novy = neu, etc.). Es zeigt einem auch wieder schön auf, in welcher Situation sich die Austauschschüler/-innen befinden, was man einige Zeit nach dem Austausch vergisst, bzw. die Erinnerung verblasst. Zudem habe ich einige Inputs für das Schweizer YFU-System mitnehmen können: Ist unsere Sprachwahl in den Lagern okay? Ist es richtig, dass wir die Sprache (Deutsch) höher werten als den Inhalt, den wir in den Session zu vermitteln suchen? Auch habe ich erkennen können, wie YFU Schweiz und Tschechien anders aufgebaut sind – in der Schweiz ist sehr viel dezentral von Freiwilligen organisiert, in Tschechien übernimmt das Büro sehr viel mehr Arbeit. Welches System wirkt besser? Wie funktionieren die beiden Systeme in den jeweiligen Kontexten? Das sind einige der Fragen, die ich mir durch diese Erfahrung neu gestellt habe. Ausserdem freut es mich, dass Tschechien für mich nicht mehr länger nur ein Loch auf der Karte zwischen Deutschsprachigen Gebieten ist, sondern ein eigener Fleck auf der Welt, der mit eigenen Erfahrungen und einer neu gewonnen Achtung für mich nun viel mehr Bedeutung hat.