YFU Switzerland

My first blog post – arrival and camp

Hey there.

Four days have passed since I’ve started my exchange year. I wanted to write a blog post before I leave but well, that didn’t happen. It just wasn’t as important as other things that I wanted to do before I left Switzerland for almost a year.

Now I live in Leighton Buzzard in a beautiful, cosy house, surrounded by trees and chirps of all kinds of birds. (more…)

Bald gehts los …

Bald ist es soweit. In Zwei Tagen fliege ich nach Kanada. Momentan bin ich noch sehr ruhig und überhaupt nicht nervös. Aber ich denke spätestens Morgen, werde ich aufgeregt sein. Es fühlt sich an als wäre das Austauschjahr noch soweit weg. Als würde es noch Zwei Monate dauern bis ich gehe und nicht nur Zwei Tage. Ich kann es kaum glauben das ich am Donnerstag fliegen werde…

Mein Koffer ist fast fertig gepackt. Obwohl mir meine Katze das packen erschwert hat. Ich glaube sie will nicht das ich weg gehe. Aufjedenfall hat sie mein Handgepäck blockiert ;). Es müssen nur noch ein paar kleine Dinge unternommen werden (z.B Geldwechseln gehen etc.) und dann bin ich bereit fürs Abenteuer. Meine Ankunftsfamile bekam ich letzten Freitag bestätigt.  Wir hatten schon Mail Kontakt und ich freue mich darauf sie kennenzulernen. Aber es könnte auch sein das ich im Verlauf vom heutigen Tag noch eine Gastfamile bekomme. Mal schauen wie es kommt ;). Ich bin wirklich gespannt was dieses Jahr alles auf mich zu kommen wird und freue mich darauf, dies hier mit euch zu teilen.

Liebe Grüsse

Rachele♡

Hemma igen!

Hallå hörni ni!

Ich bin nun seit zwei Wochen wieder daheim in der Schweiz. Die letzten Tage meines Austauschjahres waren erlebnisreich. Meine Schwester kam mich Ende Mai besuchen und ich durfte ihr meine schwedische Schule, meine neue Heimatstadt Stockholm und viele meiner Lieblingsorte zeigen wie auch sie mit meiner Gastfamilie bekannt machen. Auch wenn es irgendwie seltsam war, dass diese zwei Welten kollidierten, war es dennoch, als hätten meine Schwester und ich uns erst gestern gesehen. Mit vielen Blasen an den Füssen und mit heiseren Stimmen vom Plaudern verabschiedeten wir uns nach vier gemeinsamen Tagen, um uns einen Monat später wiederzusehen, daheim in der Schweiz, am Flughafen Zürich.

 

Am letzten Schultag

Die letzte Schulwoche war sehr emotional für mich. Ich weinte einige Male auf dem Weg zur Schule, weil es mich so traurig stimmte, das alles zum letzten Mal geschah. Meine Playlists waren gefüllt mit schwedischer Musik mit Texten wie: “Alles ist gerade viel zu gut”, “Lass mich ein bisschen länger hier verweilen” und “Alles Gute muss ein Mal ein Ende haben”. Andererseits war die letzte Woche aber auch sehr ereignisreich: viel Eis essen mit Freunden, schwimmen gehen, Proben fürs Abschlusskonzert, anfangen zusammen zu packen… Nach einem herrlichen Konzert am Donnerstag, wo uns Austauschschülern die Diplome übergeben wurden, feierten wir am Freitag den letzten Schultag. Die ganze Schule genoss ein gemeinsames Frühstück, danach spielten wir 2.-Klässler für die abschliessenden 3.-Klässler einen lustigen Sketch und danach der bekannte ‘utspring’ der ‘studenten’, wo die 3.-Klässler mit ihren Diplomen aus dem Schulhaus rennen, um den draussen mit Geschenken und Schildern bepackten Eltern stolz um den Hals zu fallen.

 

 

Nach dem James Bay Konzert hiess es Abschied nehmen von lieben Freundinnen

Danach verbrachte ich mindestens eineinhalb Stunden damit, mich von allen zu verabschieden, was natürlich nicht ganz tränenlos von statten ging. Am Abend fuhren dann die meisten der Schüler meiner Schule nach åkerberga zu einem Schulgspänli für eine abschliessende Party. Die meisten übernachteten, und als ich morgens aufwachte und alle diese lieben, schlafenden Menschen anschaute, wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass ich wohl viele nie mehr sehen werde. Die meisten schliessen nächsten Frühling das Gymnasium ab, und ob es mir reicht, sie davor noch zu besuchen, weiss ich schlicht nicht. Danach treibt es sie wohl in alle Richtungen…

 

 

 

Im Nachtzug

Nach dem letzten Schultag und einigen schönen Tagen in Stockholm mit meinen besten Freunden machten sich knapp 20 YFU-Austauschschüler auf zum letzten Abenteuer: die Lapplandsreise. Eine fast 20-stündige Zugfahrt brachte uns ins Land der Mitternachtssonne, dort, wo die Sonne zu dieser Zeit des Jahres nie untergeht, am äussersten Zipfel Schwedens. Die Natur war atemberaubend schön.

 

 

 

 

Lappland

Wir schwatzen viel, schliefen wenig (Mein Gastvater gab mir vor der Abreise den Tipp: “Geh dann aber brav ins Bett sobald die Sonne untergeht!” Haha, lustig lustig), wanderten, kochten, schwammen in eiskalten Gletscherseen und verloren komplett das Zeitgefühl. Diese wunderbare Zeit werde ich nicht so schnell vergessen.

 

 

 

 

 

Sonnenaufgang am Midsommar-Morgen, 03:00

Midsommar, das berühmte schwedische Fest bei dem der längste Tag des Jahres gefeiert wird, verbrachte ich wieder im selben Ferienhaus wie auch schon Ostern, nur diesmal ohne Schnee, aber mit denselben Freunden und Familien. Ich möchte ja meine Gastfamilie und ihre Freunde nicht schlecht darstellen, aber dass so viel getrunken wurde wie dort habe ich noch nie erlebt. Die schwedischen Schnapslieder, die vor jedem Shot gesungen werden müssen, kann ich noch heute auswendig, auch wenn ich damals nur meine Cola besungen habe. Jugendschutz wird in Schweden gross geschrieben. Nach einem langen Tag voller witziger Gruppenspiele tanzten alle gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden in einem kleinen Holzschuppen, dekoriert mit Lichterketten und schwedischen Flaggen-Girlanden.

 

An meinem allerletzten Tag kurvte ich mit meinem Gastvater mit dem Fahrrad durch ganz Stockholm und entdeckte tatsächlich noch neue, wunderschöne Orte. Danach grillten meine Gasteltern und ich daheim auf der Terrasse und liessen bei einer gemeinsamen Tasse Tee das Jahr nochmal passieren.

 

Mit dem Einsteigen ins Flugzeug am Flughafen Arlanda war mein Austauschjahr jedoch noch gar nicht vorbei! Bei Berlin erwarteten über 100 Volunteers knapp 400 Austauschschüler aus ganz Europa, das YES-Camp sollte vier Tage lang eine Brücke schaffen zwischen Abschied und Heimkommen. Und das tat es, auf ganz wundersame Weise. Alle diese jungen Leute waren voller Erlebnissen, voller Ideen und konnten nicht warten, das allen und jedem mitzuteilen. Wer einmal gemeinsam am Mittagstisch sass, behandelte einander danach plötzlich wie beste Freunde, und wenn man sich dann später auf dem riesigen Campus über den Weg lief, wurde sofort ein langes Gespräch geführt und vielleicht gemeinsam die Bar oder den Strand besucht. Begegnungen von Menschen die z.B. von Bulgarien nach Estland und von Spanien nach Irland gereist sind, zeigten plötzlich unerwartete Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen Europas auf. Und das gleichzeitig die WM stattfand, war einfach herrlich. Fans aller Herren Länder, egal ob es das Herkunfts- oder Gastland war, fieberten mit und gegen Abend hörte man Gejohle aus den Public-Viewings. Diese Tage waren magisch.

 

Nun bin ich also wieder daheim. Ich geniesse es wieder, im Rhein schwimmen zu gehen, mit dem Fahrrad blitzschnell von Ort zu Ort zu kommen und beim Abendessen richtig gutes Brot und richtig „rässen“ Käse zu essen. Ich bin gern wieder daheim, aber irgendwodurch muss ich doch zugeben, auch Schweden ist mein Daheim.

Danke, für dieses tolle Jahr.

Summer break

Seit fast vier Wochen ist die Schule nun schon vorbei. Mein Austauschjahr endete aber nicht mit der Schule. 

Ich geniesse meine letzten Wochen hier mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden in vollen Zügen. Wir haben viele „Family Dinners“ bei denen all meine Geschwister nach Hause kommen und wir im Garten Grillieren etc.

Schwer vorzustellen, dass es nur gerade elf Monate her ist, seit ich so  viele „erste Male“ in meinem Austauschjahr erlebte. Nun ist es schon Zeit viele Erlebnisse mit dem „letzten Mal“ Stempel zu versehen.

Wenigstens einige Dinge sind immer noch zu finden die ich zum ersten Mal mache. Zum Beispiel war ich in Chicago mit meiner Gastfamilie. Wir besuchten das „Field Museum“, welches mit einem Naturhistorischen Museum zu vergleichen ist. Das Naturhistorische Museum Bern hätte neben diesem gigantischen Gebäude aber alt ausgesehen. Ganze Skelette von Tieren aus der Eiszeit und der Zeit der Dinosaurier führten uns auf eine Tour durch die Vergangenheit. Mumien aus dem alten Ägypten lagen nach hunderten und tausenden von Jahren immer noch ruhig in ihren Särgen, die wir mit entzücktem Blick begutachten konnten. Die verschiedensten Tiere von der Region, aber auch von der ganzen U.S. und ganz Amerika konnten besichtigt werden. Auch wenn ich mir sicher bin, dass wir dort bestimmt den ganzen Tag hätten verbringen können, verliessen wir am späten Nachmittag das Museum. Den Rest der Zeit wollten wir in der Millionenstadt selbst verbringen. 

Wir besuchten die weltberühmte Bean, in der sich die fantastischen Gebäude rundum spiegeln und stoppten auch an einem Steg, so dass wir die Skyline noch einmal betrachte konnten. Am Abend spazierten wir auf dem Navy Pier, einem weitbekanntem Steg mit grossartiger Aussicht.  Bevor wir die lange Autofahrt nach Hause antraten, stärkten wir uns noch mit einer Chicago Pizza. Diese ist sehr typisch und einzigartig und ähnelt mehr einer ganzen Pizzatorte anstatt nur einer dünnen Scheibe Pizza. 
Ausserdem besuchte ich in der letzten Woche ein Openair Konzert von Imagine Dragons in Noblesville, Indiana. Tausende Fans tanzten und sangen unter freiem Himmel zu der beliebten Band, während es langsam dunkel wurde.  

Ein anderes Highlight der Sommerferien war das Baseballgame der Indians. Ich hatte noch nie zuvor ein Baseballgame in real life gesehen. Obwohl die Indians verloren, war der Tag super.

Da sich meine Zeit in den USA dem Ende zuneigt, werde ich keine weiteren Blogs mehr posten. Vielen herzlichen Dank an all meine Leser. 

Falls du selbst darüber nachdenkst ein Austauschjahr zu machen kann ich dir nur auf den Weg geben, dass du definitiv etwas verpasst, wenn du dich dagegen entscheidest. Denn, auch wenn dass jetzt etwas kitschig und klischeehaft klingt, ein Austauschjahr ist wirklich ein Leben in einem Jahr und nicht nur ein Jahr im Leben.

High School – was ist das nun schon wieder?

Es war einmal ein Mädchen, dessen grösster Traum es war einmal an eine High School zu gehen. Einige Jahre später war aus dem Mädchen ein Teenager geworden, der kurz davor stand, diesen Traum zu leben. Doch um ehrlich zu sein, an diesem Punkt wusste ich nicht zu viel darüber, wie es an einer High School tatsächlich sein würde. Nach einem Jahr hat sich das nun geändert und ich möchte mein neu gewonnenes Wissen mit euch teilen (an Diejenige, die nicht am Schulsystem interessiert sind: Überspringt einfach den nächsten Paragraf).

Das Schulsystem in den Staaten besteht aus drei Teilen: Elementary School, Middle School und High School. Einige Merkmale sind die gleichen für alle drei Schulen, zum Beispiel, dass die Kinder über den Mittag nicht nach Hause gehen. Entweder haben sie einen Lunch von zuhause dabei oder kaufen ihn in der schuleigenen Kantine. Die Schulen stellen auch Frühstück zur Verfügung und je nach familiären Einkommen können die Kosten (von einigen Dollar) vom Staat übernommen werden. Äusserst typisch für amerikanische Schulen sind ihre ausserschulischen Aktivitäten und die Maskottchen. Die Klubs variieren von komplett vergnüglichen wie zum Beispiel ein Frisbee- oder Musikclub über politische (an den höheren Schulen) wie zum Beispiel die Jungen Demokraten/Republikaner oder im allgemeinen die Schülervertretung, bis hin zu akademischen (Mathematikclub oder einen, der „akademische Challenges“ genannt wird) oder widerum andere, die auf Freiwilligenarbeit aufgebaut sind. Die Anzahl der Treffen sind so verschieden wie Clubs, manche einmal pro Monat, andere mehrmals pro Woche. Normalerweise sind diese dann nach der Schule, aber es hat auch solche, die während der Mittagspause abgehalten werden. Doch so verschieden diese auch sind, haben sie doch eine Gemeinsamkeit: Sie fördern den Zusammenhalt und die Identifizierung mit der Schule, was ebenfalls mit diversen Events (wie zum Beispiel Footballspielen) und einem Schulmaskottchen unterstützt wird. In meinem Falle ist es ein Falke, meine Geschwister haben eine Wespe (Middle School) und einen Hai (Elementary). Zum Thema Elementary School…
Die Elementary School ist sehr vergleichbar mit den Primarschulen in der Schweiz. In den Schulen meiner Stadt sind es fünf Jahre (es können ebenfalls sechs sein), in denen die Kinder hauptsächlich bei einer Lehrperson unterrichtet werden; der Unterrichtsplan ist alleine von der Schule festgelegt und die SuS (Schüler und Schülerinnen) haben keinerlei Wahlmöglichkeiten.
Dies ändert sich in der Middle School. Drei von den acht Fächern können von den SuS selber festgelegt werden (zwei wenn der- oder diejenige sich für Band entscheidet). Abgesehen von einem Fach bleibt der tägliche Stundenplan derselbe für das ganze Jahr. In dieser Schule haben sie nun auch zum ersten Mal die Möglichkeit, nach der Schule einer Sportart an der Schule nachzugehen. Diese sind allerdings noch nicht so intensiv wie wann sie dann etwas älter sind.
An der High School werden diese dann grossgeschrieben. Es scheint als ob jede/r zweite sich in einer Art und Weise sportlich betätigt. Diese sind dann nach der Schule, manche direkt, andere etwas später, je nach Platzangebot. Was für mich neu war, war die Tatsache, dass alle Sportarten jeweils eine Jahreszeit lang sind, das heisst, der Footballquarterback kann ebenfalls Basketball und Lacrosse spielen, da sich die Saisons (Herbst, Winter und Frühling) kaum überschneiden. Es gibt Vereine, die nicht mit der Schule verbunden sind und den Sport das ganze Jahr über betreiben, doch diese sind eher selten, was ein ziemlich grosser Unterschied zur Schweiz darstellt. Das Notensystem ist ebenfalls anders wie dasjenige, was ich mir von zuhause her gewohnt bin. Das Ganze ist auf einem Prozentsatz aufgebaut, was heisst, wenn man 48/50 Fragen richtig beantwortet, bekommt man eine 96. Dies wird dann umgewandelt in Buchstaben. Die ersten zehn Prozent Abzug resultieren in einem A, der höchsten Note in meiner Schule (andere haben noch ein plus oder minus angehängt, dieses zeigt ob man in der oberen oder unteren Hälfte ist (die 96 würde zum Beispiel eine A+ geben). Dieses System wird dann für alle die verschiedenen Klassen angewendet, dessen Angebot wesentlich grösser ist als das in der Schweiz. Die uns gewohnten Fächer wie Mathematik, Geschichte und Fremdfächer (an meiner Schule lediglich Spanisch und Französisch) werden genauso oft gewählt wie die exotischeren, zum Beispiel Automechanik, Töpfern, Kindererziehung, Tiermedizin oder Tanz. Die letzteren sind sogenannte „Electives“, solche, die man wählen kann, aber nicht absolviert haben muss, um die Schule abzuschliessen. Für die anderen gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. Nehmen wir zum Beispiel Mathematik: An meiner Schule muss man mindestens vier Mathematik „Credits“ haben. Diese bekommt man wenn man eine Klasse mit einem genügenden Notenschnitt abschliesst (60/D oder höher). Deren Schwierigkeitsgrad spielt allerdings keine Rolle, die Schüler können selber wählen wie fordernd ihr Unterricht sein soll (man sollte ebenfalls im Hinterkopf behalten, dass die SuS vom Level Sek B bis hin zur Kanti alle zur gleichen Schule gehen). Es gibt zwar einen Durchschnittspfad, den man wählen kann, aber es wesentlich mehr als vier Wahlmöglichkeiten. Dies ermöglicht es den SuS, die Fächer ihren Stärken und Schwächen anzupassen. Ebenfalls ist es wesentlich schwieriger, jemanden aufgrund derer Intelligenz in eine Schublade zu stecken, da es diese Ebenen nicht wirklich gibt und jeder in verschiedenen Klassen ist, was mir gefiel. Viele Fächer(wie zum Beispiel Englisch 3) gibt es dann in verschiedenen Levels, an meiner Schule namentlich CP (College Preparation, Collegevorbereitung), H (Honors, „Ehre“) oder AP (Advanced Placement, spezielle Platzierung, dessen „Credits“ normalerweise auch für das College gültig sind). Und wenn das Thema College gerade zur Sprache kommt…
Nach der High School geht es für die Meisten ans College, oder Universität, es werden hier beide Begriffe für dasselbe benutzt. Die nun frisch Erwachsenen bleiben dort von zwei (für Berufe wie zum Beispiel Techniker oder Krankenhauspersonal) bis hin zu acht oder mehr Jahren (für z.B. Arzt oder Anwalt) je nach Komplexität. Es gibt auch Leute, welche nicht ans College gehen und stattdessen eine Lehre anfangen, dies ist allerdings nicht die Norm. Diese lernen dann Berufe wie zum Beispiel Hausverkäufer oder Gefängniswärter.
Diese verschiedenen Schulen hören sich sehr theoretisch an, doch mithilfe von Hollywood kann man es sich noch etwas besser verbildlichen. Beispiele von Fernsehserien, die sich in diesen abspielen, sind (nach Reihenfolge): Die Simpson, Neds Ultimativer Schulwahnsinn, Kim Possible (was tatsächlich grossen Einfluss auf meine Entscheidung hatte, nach Amerika zu gehen) und The Big Bang Theory. Doch ich bin mir sicher, ihr habt nun genug Informatives gelesen und die Anderen fragen sich wohl schon, wann dieser Paragraph endlich aufhört (ich muss zugeben, ich dachte nicht, dass er so lange werden würde), daher wechsle ich nun zu meinen persönlichen Erlebnissen an meiner High School.

Wie ihr bereits in vorherigen Einträgen mit verfolgen konntet, ging ich im Herbst zu Homecoming, einem Ball. Im Frühling gab es nun einen zweiten, der, im Kontrast zum ersten, nur für die beiden älteren Jahrgänge war und noch ein grösseres Ereignis im amerikanischen Teenagerleben darstellt. Die Rede ist von Prom. Für viele ist dieses mit monatelangem Planen verbunden und es werden keine Mühen gescheut, an diesem Abend so blendend wie nur irgendwie möglich auszusehen, auch, wenn dies mit eher grösseren Kosten verbunden ist. Ich meinerseits fand mein Kleid (übrigens im genau gleichen Farbton wie dasjenige vom Herbst) im ersten Laden und die Änderungen (Anpassung der Länge) wurden vom Grosi übernommen; sie war gerade zu BesuchJ. Für Makeup und Frisur des grossen Abends konnte ich auf die gekonnten Hände meiner Gastmutter vertrauen, was ebenfalls eine Wiederholung des letzten Herbstes darstellte. Im späteren Nachmittag traf ich mich dann mit meinen Freundinnen in der nächsten Stadt, um dort die obligatorischen Fotos zu machen. Als wir dort zu einem Ende kamen, wartete eine riesige Überraschung auf uns: Die Eltern meiner Freundin hatten eine Limousine für uns organisiert!! Sie meinten, dass sie für uns (drei von den fünf waren Austauschschülerinnen) die Promnacht so amerikanisch wie möglich gestalten und ebenfalls ihre Tochter nicht in den Verkehr dieser Nacht schicken wollten. Ich war sprachlos und konnte mein Glück kaum fassen. Wir stiegen ein und der Chauffeur brachte uns zu einem italienischen Restaurant, bevor es dann zum Tanz selber ging. Wir tanzten zu schnelleren Songs wie „Cupid Shuffle“ (einer meiner Favoriten), „Party in the USA“, und langsameren wie „Perfect“. Die Zeit verging wie im Flug und kurz vor Mitternacht gingen wir zu einer Freundin nach Hause, assen viel zu viele Snacks, spielten in der dunklen Garage Bowling (mit Leuchtstäbchen) und starteten um etwa drei Uhr den Film „Baywatch“. Den beendeten wir allerdings nach einer halben Stunde, da nur noch zwei von uns wach waren. Alles in allem einer meiner besten Nächte meines Lebens (bis jetzt). Eine weitere äusserst amerikanische Erfahrung ist meine Spielzeit im Lacrosseteam der Schule. Da ich bereits in vorherigen Einträgen davon geschrieben habe, halte ich mich kurz. Mit dem frühen Start der Saison Ende Januar (wir trainierten draussen nach der Schule, am Anfang ziemlich tiefgefroren danach) endeten wir (das JV-Team) während den Frühlingsferien im April. Mir gefiel der Sport mit der Kombination aus Teamsport und Ausdauer sehr und ich hoffe, dass ich die Gelegenheit haben werde, es wieder auszuüben. Neben den Sportarten sind – wie bereits weiter oben erwähnt – die Clubs ein wichtiger Bestandteil. Während meines Jahres hier war ich in folgenden (in manchen aktiver als in anderen): Robotik, International Club, dem Buchclub, Musikclub und Mu Alpha Theta, einem Mathematikclub. Robotik war bei weitem meine Lieblingsgruppe, verbrachte ich doch wöchentlich mehrere Stunden mit ihnen und an Wettkampftagen sogar ganze Samstage. Ich liebte die Komplexität der Sache, wenn gleichzeitig jeder Neuling (wie zum Beispiel die Austauschschülerin) bereits beim ersten Mal mit anpacken kann. Obwohl ich nicht, wie ich zuerst dachte, als Progammierin, sondern als Konstrukteurin endete, packte mich diese neue Perspektive ebenfalls. Es braucht ebenso viel praktisches Denken wie Kreativität um einen guten Roboter zu entwickeln. Meinem Team geling dies so gut, dass wir uns zusammen mit einem zweiten Team von unserer Schule für die Staatsmeisterschaften qualifizierten. Dort waren die Resultate nicht mehr besonders herausragend, doch bereits die Möglichkeit, dort teilzunehmen und die anderen Roboter zu sehen, machten die Mühen mehr als wett. Zurückblickend hatten Robotik und die dazugehörenden Wissenschaften dahinter einen grossen Eindruck auf mich. Auch hier hoffe ich sehr, irgendwie wieder zu Programmieren oder Robotern zurückfinden zu können und ich werde die Freunde und die Roboter äusserst vermissen.

An diesem Zeitpunkt könnte ich noch einmal so viel schreiben um nur ansatzweise zu beschreiben, was ich in diesem Schuljahr alles erlebte. Ich bin wirklich dankbar, dass sich diese unglaubliche Gelegenheit für mich ergeben hat und werde wehmütig daran zurückdenken, wenn ich nach den Sommerferien die (hauptsächlich) vergnüglichen Fächer wieder gegen den Kantialltag eintauschen werde. Nun geniesse ich allerdings noch die einmalig langen Sommerferien (seit Ende Mai bis Mitte August), bevor es dann bereits wieder zurück in die Schweiz geht.

Bis (sehr) bald!
Eure Anita

 

P.S. Als Abschluss habe ich euch hier ein Bild von meinem letzten Töpferprojekt (natürlich habe ich mir diese Gelegenheit nicht durch die Hände rinnen lassen wollen). Es ist ein Teekrug, der nun gebrannt, glasiert (dunkelblau und leuchtend rot) und bereit ist, bei der Familie meiner besten Freundin ein neues Zuhause zu finden.