YFU Switzerland

Was Kunst und Geschichts liebende und  Herzen höher schlagen lässt

Ein Gewächshaus auf dem Messegelände.

Letztes Wochenende hat Angela, eine Freundin der Familie, Matilde und mich eingeladen, um mit ihr und ihrer Familie an eine Kunstausstellung nach Indianapolis zu gehen. Die Messe war sehr eindrücklich, da an den meisten Ständen die Künstler auch gerade selber verkauften. Von Gemälden,  über Fotos bis zu Schmuck , Tanz und Musik war alles vertreten. Die Messe fand unter freiem Himmel, in so etwas wie einem riesigen Park statt. Genauer gesagt wird der Park aber als Garten bezeichnet und gehört zum Lilly House, einer 22-räumigen Villa, welche einmal J.K. Lilly Jr., einem berühmten Geschäftsmann, gehört hatte und heute als Kunstmuseum verwendet wird.

Die Küche im Lilly house.

Wir hatten die Möglichkeit das Haus zu besichtigen und wurden definitiv nicht enttäuscht.

Wenn wir nun schon bei vornehmen Häusern aus anderen Zeiten sind, wäre jetzt ein toller Zeitpunkt um euch von diesem Wochenende zu erzählen. Ich hatte nämlich am Samstag ein Meeting mit anderen Austauschschülern aus meiner Region und Leuten von YFU. Es ging vor allem darum sich über Probleme im Austauschjahr auszutauschen. Ich lernte Austauschschüler aus den unterschiedlichsten Ländern wie etwas Süd Korea, Thailand, Spanien und viele andere kennen und konnte mich mit ihnen austauschen.

YFU USA hat unser Treffen in einer Scheune neben der berühmten „Road 40“ organisiert und bot uns damit auch noch gerade einen Einblick in ein geschichtsträchtiges Gasthaus, welches direkt neben der Scheune steht und im 19. Jahrhundert im Gegenteil zu heutzutage weit und breit das einzige Haus an der „Country road“ war.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt was denn so besonders an der „road 40“ ist oder in dieser Zeit war. Sie geht durch den ganzen Staat Indiana und so weiter, aber das schaut ihr euch am besten gleich selber auf dieser Karte an. Mehr Infos findet ihr unter https://en.wikipedia.org/wiki/U.S._Route_40 .

Ein Plan von der Strasse, welcher im Gasthaus ausgestellt war.

Und das Haus von dem ich vorhin gesprochen habe, war logischerweise dann ziemlich beliebt für Reisende auf dieser Strasse, da sonst wieder ziemlich lange nichts mehr kam.

 

Besuch bei Verwandten (17. September)

你们好

 

Als ich mir diesen Sonntag (17. September) am Morgen gerade Gedanken machte, was ich durch den Tag tun könnte, rufte mich mein Gastbruder, dass wir ziemlich sofort in die “Hometown” gehen. Wir als Familie fuhren also eineinhalb Stunden mit dem Auto, ziemlich lange waren wir auf einer Autobahn. Am Anfang war noch alles dicht bebaut, doch nach kurzer Zeit sah man keine grossen Häuser mehr. Dafür gelegentlich Abschnitte von Eisenbahnbrücken der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tianjin-Peking, mit der ich vor gut einem Monat nach Tianjin fuhr. Jedenfalls wurde mir gegen Ende der Fahrt klar, dass ich das Wort “Hometown” nicht ganz verstanden hatte: Ich wusste die genaue Bedeutung nicht und dachte deshalb nicht an ein Heimatdorf, sondern mehr an eine Heimatstadt.

 

Im Haus eines Onkels in einem ländlichen Gebiet verbrachten wir dann einige Stunden. Als ich hereinkam, wurden mir sofort Früchte und getrocknete Kerne gebracht – als Gast verhungert man hier wirklich nicht! Später assen wir auch “Zmittag”. Es waren ziemlich viele Verwandte dort – Grosseltern, Tanten, Onkel, Kinder… Da es auf dem Land (noch) genügend Platz hat, sind die Häuser einstöckig. Um jedes Haus hat es eine Mauer, durch ein Tor kommt man in einen Innenhof, und von dort in die Wohnräume. Das besuchte Haus hat 4 Zimmer, die durch den Tag zum Leben gebraucht werden, in der Nacht dann aber zu Schlafzimmern werden. Im Innenhof hat es auch Platz für einen kleinen Garten, und rundherum (an der Mauer entlang) sind die sanitären Räume, bei diesem Haus auch ein kleiner Stall mit einigen Ziegen. Etwas später nahm mich ein anderer Onkel mit zu sich nach Hause, auch dort war die Einrichtung und Anordnung etwa ähnlich. Je nach Vermögen ist die Ausstattung etwas verschieden.

 

Blick in den Innenhof des Hauses des “ersten” Onkels, hinten rechts die Wohnräume

 

Mit dem “zweiten” Onkel ging ich dann zu einem nahen See. Ich sah keinen einzigen “Touri”, dafür waren viele Einheimische dort, einige fischten. Der Onkel probierte mir zu erklären, welche Techniken sie einsetzen – ziemlich jede erdenkliche Art. Einige fischten mit Netzen ganz kleine Fische heraus – ich verstand aber nicht, ob zum Essen oder grosssziehen gedacht. Mir gefiel diese Gegend sehr.

 

 

Was mir auffiel: Von den Strassen aus sah ich sehr viele Maisfelder. Sehr grosse, aber auch rund um die Häuser wird teilweise jeder Quadratmeter für Maispflanzen genutzt – seit dem Moment, als ich einen Kompost sah, gehe ich davon aus, dass es (mindestens) ein wichtiges Grundnahrungsmittel für die Landbewohner ist.

 

(falls man es nicht erkennt: Alle Kompostringe sind voll mit abgegessenen Maiskolben)

 

Dies war mein erster Ausflug aufs Land, und ich genoss es. Es ist in vielen Belangen komplett unterschiedlich zum Leben in der Stadt, aber genau gleich interessant. zum Beispiel kann man auf den Strassen laufen, ohne in dauernder Lebensgefahr zu schweben… Um den chinesischen Nationalfeiertag am 1. Oktober werde ich aber erneut einige Tage dort verbringen – ich freue mich darauf!

 

再见

Die erste Woche in Schweden

Hejsan!

Ich heisse Fina, bin fünfzehn Jahre alt und habe vor einer Woche mein Austauschjahr in Stockholm, Schweden, begonnen.

Nach langem hin und her bin ich nun endlich hier. So oft wurde mir gesagt, es klappt doch noch, so oft, es klappt leider vermutlich nicht. Das ich nun tatsächlich hier bin, habe ich immer noch nicht ganz realisiert, so schnell ging alles. Donnerstag Nachmittag erhielt ich den Anruf, dass nun Familie und Schule zugesagt haben, und Freitag Morgen sass ich schon im Flieger, an dem Abflugtermin, an den alle schon lang nicht mehr geglaubt haben. Da ich im September anstatt im August flug, war das Welcome Camp ganz klein und familiär, was mir aber gefallen hat. Ein weiterer Vorteil war, das gleichzeitig ein Camp für die schwedischen Austauschschüler, die ein Jahr vor uns den umgekehrten Weg gegangen sind, stattfand: sie gingen von Schweden in alle Welt, wir nun von aller Welt nach Schweden. So waren wir von Anfang an von Schwedisch umgeben und konnten beim “Internationalen Fika” und einer kleinen “Afterparty” von deren Erzählungen profitieren und das “auf Menschen zugehen” üben. Ich habe dieses Camp wirklich sehr genossen, und habe tolle Menschen aus Belgien, Argentinien, Finnland, Estland, Frankreich, Mexiko, Litauen, Deutschland und Österreich kennengelernt. 

Meine Gastfamilie hat nach meinem aufgelösten “Hur mår du?” bei der Begrüssung beschlossen, dass ich ja schon Schwedisch könne und sie deshalb kein Englisch mit mir sprechen werden. Unterdessen bin ich, trotz der konstanten Überforderung, ziemlich dankbar dafür, da ich so jetzt schon nach einer Woche merke, dass ich von Tag zu Tag besser werde. Ich verstehe meist, über was gesprochen wird, und hin und wieder sogar einen Witz, was mich dann immer wahnsinnig freut. Mit dem sprechen haperts aber noch ziemlich.

Ich fühle mich unterdessen wohl in meiner Gastfamilie, die aus Gasteltern, einer 18-jährigen Gastschwester und einem Gastbruder, der schon ausgezogen ist und den ich noch nicht kennengelernt habe, besteht. Sie leben in einem Einfamilienhaus in einer der angrenzenden Vorstädten von Stockholm. Mein erstes Wochenende verbrachte ich, typisch schwedisch, auf Grasö, einer idyllischen Insel. Dort pflückten wir Preiselbeeren (Lingon, und auf dem Bild seht ihr ein spezielles Lingonpflückgerät), badeten im 13° C kalten Wasser (Lufttemperatur: 13°C), gingen in die Sauna (Bastu) und hackten Holz. Die Natur hier ist so viel lebendiger als bei uns! In einer Woche habe ich schon drei Rehe, ein Feldhase (in der Nachbarschaft!), ein Adler, ein Nerz (sehr selten in Schweden!), zwei Schlangen und mehrfach Wildschwein- und Elchkot gesehen. Von meiner Gastvater lerne ich sehr viel über die Natur, was ich sehr spannend finde.

Ich gehe, wie Celia, in das Nordiska Musikgymnasiet. Morgen ist erst mein zweiter Schultag, aber die Schule hat eine total tolle Athmosphäre und ich freue mich richtig, denn morgen habe ich zum ersten Mal Enseble und werde so die musikalische Seite dieser Schule kennenlernen. Ich bin sehr zuversichtlich!

Varma hälsingar!

Fina

 

 

Short update (why are no posts coming?)

If you’re reading the heading and were an exchange student before I’m pretty sure that you will think I could tell you this before and probably you could, but I wouldn’t be sure if I would have listened to you prior my exchange year 🙂

For all my other readers; yes I’m still alive and my town is exactly as I imagined it. A rural small town where it seems like everybody knows each other, with all the cool (and unhealthy) fast-food chains like Taco Bell, Pizza Hut or Burger King and a culture like it would come directly from an American movie. I’m living here now for about a months and with every week I can more call this place my second home; with every week at school I’m getting known new students who eventually became new friends I’m hanging out at the weekends and I meet new people of the family. What consumes currently most of my time is a mixture of a huge amount of homework (even with 15,5 Credits) and two younger brothers who wanna play as long as they are awake. In fact, when I’m writing these lines I’m the last one who is not in bed already and I’m still trying to finish my homework.

Maybe I’ll have more time as the year going on, but for now, I can’t guarantee any new blog posts.

Mein erster Monat in China (9. August – 8. September)

大家好!

 

Ich bin bereits einen Monat in China, davon vier Wochen in meiner Gastfamilie – die Zeit geht extrem schnell vorbei. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass ich länger in China bin. Auch wenn ich nur einen kleinen Ausschnitt vom “chinesischen” Leben und der Umgebung gesehen habe, ist mein Kopf bereits ziemlich gefüllt mit Eindrücken. Zeit also für einen Rückblick.

 

In der Familie habe ich mich inzwischen eingelebt. Mein selbstständiger Bewegungsbereich rund um die Wohnung ist zwar ziemlich beschränkt, doch angesichts der Verantwortung, die meine Gasteltern tragen, kann ich das verstehen. Die Gastfamilie gibt sich aber Mühe, mir viele verschiedene Orte und Dinge zu zeigen. So waren wir vor drei Wochen (19.8) in der “Ancient City”. Ich bin nicht ganz sicher, ob es so hiess und ob es original oder nachgebaut ist, jedenfalls sind es alte, traditionelle Häuser, in denen kleine Läden sind, die allerlei verkaufen. Mein Gastvater schenkte mir dort einen Fächer, und wir assen verschiedene Süssigkeiten. Letzten Sonntag (3.9) gingen wir in einem Stadion etwas ausserhalb von Tianjin Kunstturnen schauen. Das weil im Moment in Tianjin die chinesischen Meisterschaften stattfinden. Es ist ein grosser, bedeutender Anlass, der jeweils alle vier Jahre stattfindet, wobei die Austragungsorte wechseln. Man kann alle möglichen Sportarten sehen. 

 

Auch mein Gastbruder nimmt mich mit, zusammen mit seinen Freunden spielten wir vor zwei Wochen (26.8.) Kartenspiele. Dazu mieteten sie einen kleinen Raum. Ich verstand zwar nichts, doch es war unterhaltsam. Diesen Freitag (9.9.) gingen wir, wieder mit seinen Freunden ins Kino. Zu meinem Glück war der Film auf englisch mit chinesischen Untertiteln. Allgemein ist es in grösseren Gruppen immer sehr laut.

 

Mein Gastbruder nimmt mich aber nicht nur mit in die Stadt, sondern hilft mir auch sonst in fast allen Belangen: Schule, Freizeit und vor allem mit der Sprache. Auch wenn es mit meinem Chinesisch manchmal für ganz einfache Gespräche reicht, wäre ich ohne seine Übersetzungen ziemlich verloren.

 

Der Gastvater übersetzt häufig mit seinem Handy Chinesisch auf Englisch, und ich probiere dann, auf Chinesisch zu antworten, es funktioniert aber nicht immer. Nach der Schule hilft er mir gelegentlich beim “Voci”-Lernen, in dem er die Schriftzeichen überprüft und korrigiert. Zu Hause schreibt er selber oft Schriftzeichen (Kalligrafie), und so legt er bei mir viel Wert auf korrekte, schöne Schriftzeichen.

 

Das Essen in der Familie ist sehr gut und abwechslungsreich. Fleisch, Gemüse, Früchte, Teigwaren, Suppen und viel Reis: Es gibt ziemlich alles. Im Gegensatz zum Essen in meiner Schweizer Familie sind die Gerichte fast nur chinesisch und viel weniger international. Zudem essen wir hier zwischendurch viele Früchte, aber nur selten irgendetwas Süsses.

 

In der Schule finde ich langsam Anschluss, nicht im Unterricht, dort beschäftige ich mich selber, sondern während der Mittagspause, wenn ich mit Mitschülern zusammen esse. Sie fragen mich jeweils aus, über die Schweiz, meine Familie und und und… Oft sind es auch eher komische Fragen, weshalb ich dann lachen muss.

 

Diese Aufzählung hier ist eigentlich noch nicht beendet, doch irgendwo muss ich einen Punkt setzen. Allgemein geschehen hier so viele kleine lustige Sachen, die die störenden Punkte für mich überwiegen.

 

再见