YFU Switzerland

Besuch bei Verwandten (17. September)

你们好

 

Als ich mir diesen Sonntag (17. September) am Morgen gerade Gedanken machte, was ich durch den Tag tun könnte, rufte mich mein Gastbruder, dass wir ziemlich sofort in die “Hometown” gehen. Wir als Familie fuhren also eineinhalb Stunden mit dem Auto, ziemlich lange waren wir auf einer Autobahn. Am Anfang war noch alles dicht bebaut, doch nach kurzer Zeit sah man keine grossen Häuser mehr. Dafür gelegentlich Abschnitte von Eisenbahnbrücken der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tianjin-Peking, mit der ich vor gut einem Monat nach Tianjin fuhr. Jedenfalls wurde mir gegen Ende der Fahrt klar, dass ich das Wort “Hometown” nicht ganz verstanden hatte: Ich wusste die genaue Bedeutung nicht und dachte deshalb nicht an ein Heimatdorf, sondern mehr an eine Heimatstadt.

 

Im Haus eines Onkels in einem ländlichen Gebiet verbrachten wir dann einige Stunden. Als ich hereinkam, wurden mir sofort Früchte und getrocknete Kerne gebracht – als Gast verhungert man hier wirklich nicht! Später assen wir auch “Zmittag”. Es waren ziemlich viele Verwandte dort – Grosseltern, Tanten, Onkel, Kinder… Da es auf dem Land (noch) genügend Platz hat, sind die Häuser einstöckig. Um jedes Haus hat es eine Mauer, durch ein Tor kommt man in einen Innenhof, und von dort in die Wohnräume. Das besuchte Haus hat 4 Zimmer, die durch den Tag zum Leben gebraucht werden, in der Nacht dann aber zu Schlafzimmern werden. Im Innenhof hat es auch Platz für einen kleinen Garten, und rundherum (an der Mauer entlang) sind die sanitären Räume, bei diesem Haus auch ein kleiner Stall mit einigen Ziegen. Etwas später nahm mich ein anderer Onkel mit zu sich nach Hause, auch dort war die Einrichtung und Anordnung etwa ähnlich. Je nach Vermögen ist die Ausstattung etwas verschieden.

 

Blick in den Innenhof des Hauses des “ersten” Onkels, hinten rechts die Wohnräume

 

Mit dem “zweiten” Onkel ging ich dann zu einem nahen See. Ich sah keinen einzigen “Touri”, dafür waren viele Einheimische dort, einige fischten. Der Onkel probierte mir zu erklären, welche Techniken sie einsetzen – ziemlich jede erdenkliche Art. Einige fischten mit Netzen ganz kleine Fische heraus – ich verstand aber nicht, ob zum Essen oder grosssziehen gedacht. Mir gefiel diese Gegend sehr.

 

 

Was mir auffiel: Von den Strassen aus sah ich sehr viele Maisfelder. Sehr grosse, aber auch rund um die Häuser wird teilweise jeder Quadratmeter für Maispflanzen genutzt – seit dem Moment, als ich einen Kompost sah, gehe ich davon aus, dass es (mindestens) ein wichtiges Grundnahrungsmittel für die Landbewohner ist.

 

(falls man es nicht erkennt: Alle Kompostringe sind voll mit abgegessenen Maiskolben)

 

Dies war mein erster Ausflug aufs Land, und ich genoss es. Es ist in vielen Belangen komplett unterschiedlich zum Leben in der Stadt, aber genau gleich interessant. zum Beispiel kann man auf den Strassen laufen, ohne in dauernder Lebensgefahr zu schweben… Um den chinesischen Nationalfeiertag am 1. Oktober werde ich aber erneut einige Tage dort verbringen – ich freue mich darauf!

 

再见

Die erste Woche in Schweden

Hejsan!

Ich heisse Fina, bin fünfzehn Jahre alt und habe vor einer Woche mein Austauschjahr in Stockholm, Schweden, begonnen.

Nach langem hin und her bin ich nun endlich hier. So oft wurde mir gesagt, es klappt doch noch, so oft, es klappt leider vermutlich nicht. Das ich nun tatsächlich hier bin, habe ich immer noch nicht ganz realisiert, so schnell ging alles. Donnerstag Nachmittag erhielt ich den Anruf, dass nun Familie und Schule zugesagt haben, und Freitag Morgen sass ich schon im Flieger, an dem Abflugtermin, an den alle schon lang nicht mehr geglaubt haben. Da ich im September anstatt im August flug, war das Welcome Camp ganz klein und familiär, was mir aber gefallen hat. Ein weiterer Vorteil war, das gleichzeitig ein Camp für die schwedischen Austauschschüler, die ein Jahr vor uns den umgekehrten Weg gegangen sind, stattfand: sie gingen von Schweden in alle Welt, wir nun von aller Welt nach Schweden. So waren wir von Anfang an von Schwedisch umgeben und konnten beim “Internationalen Fika” und einer kleinen “Afterparty” von deren Erzählungen profitieren und das “auf Menschen zugehen” üben. Ich habe dieses Camp wirklich sehr genossen, und habe tolle Menschen aus Belgien, Argentinien, Finnland, Estland, Frankreich, Mexiko, Litauen, Deutschland und Österreich kennengelernt. 

Meine Gastfamilie hat nach meinem aufgelösten “Hur mår du?” bei der Begrüssung beschlossen, dass ich ja schon Schwedisch könne und sie deshalb kein Englisch mit mir sprechen werden. Unterdessen bin ich, trotz der konstanten Überforderung, ziemlich dankbar dafür, da ich so jetzt schon nach einer Woche merke, dass ich von Tag zu Tag besser werde. Ich verstehe meist, über was gesprochen wird, und hin und wieder sogar einen Witz, was mich dann immer wahnsinnig freut. Mit dem sprechen haperts aber noch ziemlich.

Ich fühle mich unterdessen wohl in meiner Gastfamilie, die aus Gasteltern, einer 18-jährigen Gastschwester und einem Gastbruder, der schon ausgezogen ist und den ich noch nicht kennengelernt habe, besteht. Sie leben in einem Einfamilienhaus in einer der angrenzenden Vorstädten von Stockholm. Mein erstes Wochenende verbrachte ich, typisch schwedisch, auf Grasö, einer idyllischen Insel. Dort pflückten wir Preiselbeeren (Lingon, und auf dem Bild seht ihr ein spezielles Lingonpflückgerät), badeten im 13° C kalten Wasser (Lufttemperatur: 13°C), gingen in die Sauna (Bastu) und hackten Holz. Die Natur hier ist so viel lebendiger als bei uns! In einer Woche habe ich schon drei Rehe, ein Feldhase (in der Nachbarschaft!), ein Adler, ein Nerz (sehr selten in Schweden!), zwei Schlangen und mehrfach Wildschwein- und Elchkot gesehen. Von meiner Gastvater lerne ich sehr viel über die Natur, was ich sehr spannend finde.

Ich gehe, wie Celia, in das Nordiska Musikgymnasiet. Morgen ist erst mein zweiter Schultag, aber die Schule hat eine total tolle Athmosphäre und ich freue mich richtig, denn morgen habe ich zum ersten Mal Enseble und werde so die musikalische Seite dieser Schule kennenlernen. Ich bin sehr zuversichtlich!

Varma hälsingar!

Fina

 

 

Short update (why are no posts coming?)

If you’re reading the heading and were an exchange student before I’m pretty sure that you will think I could tell you this before and probably you could, but I wouldn’t be sure if I would have listened to you prior my exchange year 🙂

For all my other readers; yes I’m still alive and my town is exactly as I imagined it. A rural small town where it seems like everybody knows each other, with all the cool (and unhealthy) fast-food chains like Taco Bell, Pizza Hut or Burger King and a culture like it would come directly from an American movie. I’m living here now for about a months and with every week I can more call this place my second home; with every week at school I’m getting known new students who eventually became new friends I’m hanging out at the weekends and I meet new people of the family. What consumes currently most of my time is a mixture of a huge amount of homework (even with 15,5 Credits) and two younger brothers who wanna play as long as they are awake. In fact, when I’m writing these lines I’m the last one who is not in bed already and I’m still trying to finish my homework.

Maybe I’ll have more time as the year going on, but for now, I can’t guarantee any new blog posts.

Mein erster Monat in China (9. August – 8. September)

大家好!

 

Ich bin bereits einen Monat in China, davon vier Wochen in meiner Gastfamilie – die Zeit geht extrem schnell vorbei. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass ich länger in China bin. Auch wenn ich nur einen kleinen Ausschnitt vom “chinesischen” Leben und der Umgebung gesehen habe, ist mein Kopf bereits ziemlich gefüllt mit Eindrücken. Zeit also für einen Rückblick.

 

In der Familie habe ich mich inzwischen eingelebt. Mein selbstständiger Bewegungsbereich rund um die Wohnung ist zwar ziemlich beschränkt, doch angesichts der Verantwortung, die meine Gasteltern tragen, kann ich das verstehen. Die Gastfamilie gibt sich aber Mühe, mir viele verschiedene Orte und Dinge zu zeigen. So waren wir vor drei Wochen (19.8) in der “Ancient City”. Ich bin nicht ganz sicher, ob es so hiess und ob es original oder nachgebaut ist, jedenfalls sind es alte, traditionelle Häuser, in denen kleine Läden sind, die allerlei verkaufen. Mein Gastvater schenkte mir dort einen Fächer, und wir assen verschiedene Süssigkeiten. Letzten Sonntag (3.9) gingen wir in einem Stadion etwas ausserhalb von Tianjin Kunstturnen schauen. Das weil im Moment in Tianjin die chinesischen Meisterschaften stattfinden. Es ist ein grosser, bedeutender Anlass, der jeweils alle vier Jahre stattfindet, wobei die Austragungsorte wechseln. Man kann alle möglichen Sportarten sehen. 

 

Auch mein Gastbruder nimmt mich mit, zusammen mit seinen Freunden spielten wir vor zwei Wochen (26.8.) Kartenspiele. Dazu mieteten sie einen kleinen Raum. Ich verstand zwar nichts, doch es war unterhaltsam. Diesen Freitag (9.9.) gingen wir, wieder mit seinen Freunden ins Kino. Zu meinem Glück war der Film auf englisch mit chinesischen Untertiteln. Allgemein ist es in grösseren Gruppen immer sehr laut.

 

Mein Gastbruder nimmt mich aber nicht nur mit in die Stadt, sondern hilft mir auch sonst in fast allen Belangen: Schule, Freizeit und vor allem mit der Sprache. Auch wenn es mit meinem Chinesisch manchmal für ganz einfache Gespräche reicht, wäre ich ohne seine Übersetzungen ziemlich verloren.

 

Der Gastvater übersetzt häufig mit seinem Handy Chinesisch auf Englisch, und ich probiere dann, auf Chinesisch zu antworten, es funktioniert aber nicht immer. Nach der Schule hilft er mir gelegentlich beim “Voci”-Lernen, in dem er die Schriftzeichen überprüft und korrigiert. Zu Hause schreibt er selber oft Schriftzeichen (Kalligrafie), und so legt er bei mir viel Wert auf korrekte, schöne Schriftzeichen.

 

Das Essen in der Familie ist sehr gut und abwechslungsreich. Fleisch, Gemüse, Früchte, Teigwaren, Suppen und viel Reis: Es gibt ziemlich alles. Im Gegensatz zum Essen in meiner Schweizer Familie sind die Gerichte fast nur chinesisch und viel weniger international. Zudem essen wir hier zwischendurch viele Früchte, aber nur selten irgendetwas Süsses.

 

In der Schule finde ich langsam Anschluss, nicht im Unterricht, dort beschäftige ich mich selber, sondern während der Mittagspause, wenn ich mit Mitschülern zusammen esse. Sie fragen mich jeweils aus, über die Schweiz, meine Familie und und und… Oft sind es auch eher komische Fragen, weshalb ich dann lachen muss.

 

Diese Aufzählung hier ist eigentlich noch nicht beendet, doch irgendwo muss ich einen Punkt setzen. Allgemein geschehen hier so viele kleine lustige Sachen, die die störenden Punkte für mich überwiegen.

 

再见

Sport, Sport und noch mal Sport

In einer Amerikanischen Highschool dreht sich alles um Sport. Das wurde mir schon ziemlich schnell bewusst. Das heisst nein, nicht nur um Sport. Es gibt auch leidenschaftliche Theaterleute, Fahnentänzer und Band-Mitglieder aber etwas haben sie alle gemeinsam: Jeder gibt alles. Kaum einer an meiner Schule ist nicht in irgend einem Club der Schule oder in einem Sportteam dabei.

Ein Footballgame an meiner Schule.

Jetzt gerade stehen Herbst-Sportarten auf dem Programm, welche bei uns Football, Tennis, Soccer, Cheerleading, Volleyball und Cross-country sind. Egal welche Sportart, wenn du dich dafür entscheidest Mitglied in dem Team zu sein, bedeutet das jeden Tag mindestens zwei Stunden Training irgendwann nach der Schule oder am Abend. Je nach Sportart, gibt es ausserdem eines bis vier “Games” oder “Meetings” pro Woche.

Warum die Jugendlichen hier in dem was sie machen so gepusht werden? Ganz einfach, weil jeder so gut sein will, dass er ein Stipendium von einem College bekommt, denn das lohnt sich hier ganz schön, wenn man beachtet, dass ein Jahr, je nach College bis zu 40’000 $ kostet. Vielleicht ist es auch einfach nur so weil man es nicht anders kennt. Jeder will gut sein in dem was er macht, das liegt in unserer Natur. Wieso also nicht an die physischen und psychischen Grenzen gehen?

In den meisten Sportarten gibt es ein Varsityteam und ein Juniorvarsityteam, kur jv. Das Varsity-team ist das bessere und representiert einfach gesagt die Schule. Für die Games von Varsity zahlt man Eintritt, während jv für Zuschauer, die meist nur aus Eltern und Freunden bestehen, gratis ist.

Ich fragte eine Mitschülerin, welche Sportart denn in den Staaten am meisten Zuschauer anlockt und sie meinte ohne zu zögern American Football und an zweiter stelle Basketball und dann wohl Baseball. Das zeichnet sich schon auf Highschool-Level deutlich ab. Man kann es  gut an dem Aufwand sehen, der betrieben wird für ein Basketball- und besonders für ein Footballgame.

Wenn die Footballmanschaft der Schule am Freitagabend ein Spiel zuhause hat, muss keiner meiner Mitschüler an der Highschool lange überlegen was wohl an diesem Abend auf dem Programm steht. Es geht dabei nicht nur um das Spiel, sondern viel mehr um das „Zusammen sein“.

Eine Freundin und ich an meinem ersten Footballgame (mit dem Moto USA).

Das Thema für den Fansektor der Highschool war an meinem ersten Footballgame USA und so sah ich schon von weitem meine Mitschüler in Blau-, Rot- und Weisstönen leuchten. Die Stimmung war schon vor dem Game bombastisch und die Cheerleader und Leute mit Megafons sorgten während dem gesamten Spiel dafür, dass dies auch so bleibt. Während der zwanzig-minütigen Halbzeitpause spielte eine riesige Band und Artisten vollführten eine bizarre Choreografie.

Die Regeln sind für mich momentan noch ein einziges Rätsel aber gewonnen hat meine Schule auf jeden Fall, so viel hab sogar ich verstanden.

Auch die weiteren Footballspiele, unter anderem mit den Studenten-Sektoren-Themen „Blackout“ (alle in schwarz gekleidet, wie der Name schon sagt), Hawaii (alle in blumigen Hemden, farbigen Röcke und was der Kleiderschrank noch so buntes hergibt) und Western (Latzhosen, karierte Hemden und Cowboystiefel) waren noch super aufregend, wenn auch ziemlich viel kälter. Wobei auch das mit der Kälte nicht so schlimm ist, da man eh während des gesamten Spieles keine Sekunde die Bänke als Sitzgelegenheit nutzt. Alle stehen auf den Bänken und schreien, tanzen und feuern die Spieler aus vollem Halse an.

Eines unserer Fussballspiele.

Selber spiele ich auch in einem Schulteam. Ich habe mich für den Herbst für Fussball („Soccer“ und nicht „Football“ in Amerika!) entschieden. Soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, würde ich einmal sagen, ich bin nicht die grösste Niete aber der rechte Fuss von Ibrahimovic besitze ich auch nicht.  Jeden Tag zwei Stunden Training nach der Schule haben mich gerade am Anfang der Saison abends nur noch ins Bett fallen lassen. Voralle weil mein Schulfach „weight lifting“, welches ich ebenfalls jeden Tag besuche, meine Anatomie noch zusätzlich beansprucht. Ehe ich mich versehen kann ist Ende September die Fussballsaison dann auch schon wieder vorbei und die Wintersportarten fangen an. Unter anderem beinhaltet dies Schwimmen, was mich sehr anspricht.

Auf der sportlichen Ebende ist in den Staaten auf jeden Fall für Unterhaltung gesorgt.