YFU Switzerland

Regula, USA 1972/73

Wie bist du ins Austauschjahr gereist?

Die Eltern brachten mich mit dem Auto nach Kloten, von dort aus ging es weiter mit einem Charterflug. Wir durften einen Blick ins Cockpit werfen, was mich sehr beeindruckte und heute kaum mehr möglich sein dürfte….

Wie war der erste Empfang in deiner Gastfamilie?

Ich glaube, ich kam am 1. August in Hayward, 30km südlich von San Francisco, an. Die Gastfamilie hatte eine Schweizerfahne aufgehängt, ihr Hund Schatzi begrüsste mich (Die Gastmutter hatte Deutschen Hintergrund) und es gab Glace aus der Glacemaschine, die wir selber kurbeln mussten. Ich wurde sehr gut in die Gepflogenheiten der Gastfamilie eingeführt, durch meinen Gastvater. Vor mir lebten schon zahlreiche Austausch- Jugendliche bei dieser Familie.

Was war dein eindrücklichstes Erlebnis?

– Ich war erstaunt, wie schnell ich mich in dieser fremden Familie zu Hause fühlte.
– Ein Mit-austauschschüler aus den Philipinen, mit dem ich mich ab und zu traf, tauchte plötzlich unter, und ich hörte nie mehr etwas von ihm… Er hatte mir einmal erzählt, dass die Verhältnisse in seinem Land so seien, dass er sicher nicht zurückkehren wolle.
– Ich genoss den „ Sonderstatus“ im Junior-College. Endlich musste ich mich nicht für alles verantwortlich fühlen, ich durfte auch langsam sein… und erlaubte mir selber, nicht alle Aufgaben bis ins Detail zu erledigen…

Wie oft und auf welchem Weg hattest du Kontakt zu deiner leiblichen Familie während dem Austauschjahr?

Damals war noch Briefeschreiben üblich. Wahrscheinlich schrieb ich etwa einmal im Monat einen ausführlichen Brief. Je besser es mir ging, desto weniger oft schrieb ich, denn dann hatte ich ja keine Zeit.
Meine Eltern kamen mich besuchen, kurz bevor ich heim reiste.

Hast du noch Freunde aus dieser Zeit?

Zu einer Studienfreundin habe ich den Kontakt behalten und auch zu meiner Gastfamilie. Die Gasteltern besuchten mich 2mal hier, mittlerweile sind sie gestorben. Den intensivsten Austausch pflege ich mit einer „Gastschwägerin“. Wir berichteten uns gegenseitig über das Wachsen unserer Familien und das Aufwachsen der Kinder. Meine Tochter besuchte sie und ihr Sohn besuchte uns.

Wie hast du im Austauschjahr die Zeit verbracht? Hattest du ein spezielles Hobby oder Schulfach?

Auf dem Campusareal hatte es ein Schwimmbad, das benutzte ich regelmässig. Eine Weile kopierte ich ein Mitteilungsblatt für das College und verteilte es… so gab es etwas Taschengeld und ich lernte Leute kennen.

Ich machte mit bei den Familienaktivitäten, und auch im Skiclub. Witzig war es im Fach Italienisch. Es war interessant, mitzuerleben, was es heisst, erst als fast erwachsener Mensch, zum ersten Mal mit einer Fremdsprache konfrontiert zu werden… (und das war bei vielen der Mitstudenten so)

Welches nationale/internationale Thema hat dein Gastland während deines Austauschjahres besonders beschäftigt?

Politisch war ich nicht sehr interessiert… auch zu Hause nicht. Viele Fragen über mein Herkunftsland konnte ich kaum beantworten. Die Schwarz-Weiss-Thematik (Rassismus) beschäftigte mich sehr.

Hand aufs Herz: Hast du dich im Austauschjahr verliebt? Ins Land? Ins Essen? Oder eine Person? Was ist daraus geworden?

Ich liebte unser Haus auf Kelly-Hill, mit Aussicht auf die Bay von San Francisco. Als wir vor etwa 12 Jahren mit 2 von unseren Kindern meinen Gastvater besuchten, war alles noch genau so wunderbar, auch der Orangenbaum im Backyard war noch da, und wir konnen sonnenwarme Sommerorangen geniessen.

Wie hat das Austauschjahr dein heutiges Leben beeinflusst?

Ich habe eine grosse Sensibilität für Menschen die aus einem anderen Kulturkreis kommen. Ich erinnere mich genau, wie schwierig es ist, echt zu verstehen, was, wie, warum, wann gemacht wird, auch wenn die Amerikanische Kultur von der unseren nicht soo verschieden ist. Verstehen heisst nicht nur Worte verstehen.  Ich bin sehr aufmerksam, wenn Menschen einen anderen sprachlichen Hintergrund haben. Es ist schnell geschehen, einen Menschen als nicht ganz „zurechnungsfähig“ anzusehen, weil er die Sprache nicht gut beherrscht.

Hast du nach deiner Rückkehr als YFU-Volunteer gearbeitet?

Ich war an 2 Vorstellungsrunden für die Rekrutierung von Austauschschülern, habe aber dann den Kontakt zu YfU verloren. Als die eigenen Kinder grösser waren, haben wir uns als Gastfamilie zur Verfügung gestellt.

Wir hatten 2 Austausch- Mädchen während 1 Jahr (aus Südafrika und aus Estland) Einen Jungen aus der Slovakei für ein halbes Jahr und für 3 Monate einen Jungen aus USA.

Daniel, USA 1971/72

Wie bist du ins Austauschjahr gereist?

Wir waren damals etwa 25 Schülerinnen und -schüler aus Schweizer Gymnasien, die sich für ein Austauschjahr in den U.S.A. entscheiden hatten. Von Zürich flogen wir nach Paris, wo wir zusammen mit einer Gruppe aus Frankreich und den Benelux-Ländern in einem Charterflug weiterreisten nach Detroit. Dort wurden wir abgeholt und zuerst im Saginaw Valley College in der Nähe des damaligen YfU-Headquarters in Ann Arbor, Michigan einquartiert. Zwei Tagen wurden wir dort auf unser Jahr in einer amerikanischen Familie und an einer High School vorbereitet.

Wie war der erste Empfang in deiner Gastfamilie?

Meine Gastfamilie holte mich in Saginaw ab und wir fuhren mit dem Auto die rund fünf Stunden bis nach South Bend, Indiana. Unterwegs, beim obligaten Stopp in einem Drive-In Restaurant, ass ich bereits meinen ersten Big Mac mit French Fries. In South Bend angekommen, kam noch am gleichen Abend die ganze nähere Verwandtschaft zu Besuch, um den Boy aus Switzerland zu besichtigen. Ich fühlte mich sogleich gut aufgenommen und integriert.

Was war dein eindrücklichstes Erlebnis?

Beeindruckt hat mich die – wenn auch vielleicht manchmal etwas oberflächliche – Gastfreundschaft der Amerikaner. Als wir in Florida in den Ferien waren, erinnerte sich die Mutter plötzlich an eine ehemalige Kollegin, die sie seit der Schule nicht mehr gesehen hätte und die jetzt in Florida wohne. Man beschloss, spontan einen Besuch abzustatten. Die Kollegin hatte inzwischen selber eine Familie und diese war gerade im Begriff, in die Ferien zu verreisen. Das hinderte sie nicht daran, uns zum Essen und Übernachten einzuladen, und als sie am folgenden Tag abreisten, überreichte sie uns einfach den Hausschlüssel, “für den Fall “dass wir noch paar Tage bleiben möchten”!

Wie oft und auf welchem Weg hattest du Kontakt zu deiner leiblichen Familie während dem Austauschjahr?

Abgesehen von der Briefpost gab es damals nur das Telefon (fest installiert im Wohnzimmer). Alle zwei Monate telefonierten wir 3 bis 5 Minuten, wobei jedes Familienmitglied eine Minute Redezeit zu gute hatte. Man muss sich vorstellen: Ein Anruf Schweiz-Amerika kostete damals rund fünfzig Franken pro Minute – das würde etwa heutigen Fr. 200.- entsprechen!

Hast du noch Freunde aus dieser Zeit?

Ich pflege noch regelmässigen Kontakt mit den Angehörigen meiner Gastfamilie. Bei Reisen in die U.S.A. gehe ich sie auch besuchen. Daneben habe ich gelegentlichen Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen aus der High School.

Wie hast du im Austauschjahr die Zeit verbracht? Hattest du ein spezielles Hobby oder Schulfach?

Die Schule stand natürlich im Mittelpunkt, mit allen damit verbundenen Aktivitäten. Der Sport spielte eine sehr grosse Rolle. Aktiv machte ich mit im Cross Country und im Track Team. Basketball war die grosse Sache in Indiana – selbstverständlich begleiteten wir unser Schulteam an jedes Spiel.

Daneben pflegten wir regen Kontakt unter den Austauschschülern in der Gegend. Eine ausgezeichnete Gelegenheit, Leute nicht nur aus Europa, sondern auch aus Ländern Zentral- und Südamerikas, Australien, Japan und den Philippinen kennenzulernen.

Welches nationale/internationale Thema hat dein Gastland während deines Austauschjahres besonders beschäftigt?

1972 war ein Präsidentschaftswahljahr – eine ausgezeichnete Gelegenheit, diesen Vorgang im Land direkt mitzuerleben.

Das zentrale Thema des Landes war aber der Vietnamkrieg. Zahlreiche meiner Klassenkameraden mussten damit rechnen, nach Abschluss der High School für den Militärdienst eingezogen und möglicherweise nach Vietnam in den Krieg geschickt zu werden.

Hand aufs Herz: Hast du dich im Austauschjahr verliebt? Ins Land? Ins Essen? Oder eine Person? Was ist daraus geworden?

All oft the above.
Land und Leute mag ich auch heute noch sehr, die saftigen Steaks auch! Mein High School Sweetheart habe ich aus den Augen verloren …

Wie hat das Austauschjahr dein heutiges Leben beeinflusst?

Ich habe gelernt, andere Länder und deren Bevölkerung nicht einfach aus Büchern, Filmen oder als Tourist kennenzulernen. Erst wenn man mit den Leuten in einem fremden Land gelebt hat, kann man sie verstehen. Dabei soll man durchaus kritisch sein dürfen. Es hat mich aber auch selbstkritischer gemacht und sicher geholfen, dass ich selber weniger Vorurteile habe.

Hast du nach deiner Rückkehr als YFU-Volunteer gearbeitet? Wie lange? In welchen Positionen?

Zuerst war ich als School und Area Representative tätig. Anschliessend arbeitete ich während dem Studium im National Staff mit als Organisator von Orientation Weekends, Anlässen, Skilagern mit den ausländischen Exchange Students und als Herausgeber der Swiss YfU Press. Später war ich ein paar Jahre Mitglied und Chairman des Boards.

Ein Austauschjahr ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für einen jungen Menschen, seinen Horizont zu erweitern. Ich kann es allen bestens empfehlen.

Ewout, USA 1983/84

Sûrement que le départ dans ton année d’échange a été un grand événement: Comment es-tu entré/e dans dans cette aventure?

Some YFU students came into my class and invited all those interested in an exchange year to a formal presentation after school hours. John (Jean-Bernard Borruat) was the YFU-school responsible… and came 30 minutes late 🙂

Nevertheless, I was convinced and it did not take long to convince my parents either…

Comment s’est passé l’accueil dans ta famille (d’accueil)?

I guess my host family was a typical American family living in the Midwest. They were really caring (once in a while too much as they even listened to my phone conversations…)
My luck was that my host-father owned the biggest grocery store around and that my host-mother loved to cook. She managed to make 21 different breakfasts during my exchange year…

Quelle était ton aventure/ton expérience la plus impressionnante ?

Close to the end of my exchange year, my host family took me along on a 3 weeks trailer holiday. In Colorado I went for a walk and with the upcoming fog I got lost. Some 100 persons, dogs, helicopters searched for me. No food, no drinks, I spent the night outside (temperatures just above zero), I walked through bear and snake territory but I managed to find the civilized world again after some 24 hours. I made it on US national TV…

Combien de fois et de quelle manière avais-tu contact avec ta famille biologique pendant ton année d’échange?

The only way of communication was by letter (taking some 10 days to arrive in Switzerland) or by phone (costing more than 2 francs per minute). I probably wrote every 10-14 days and we called some 5-6 times during my exchange year.

As-tu encore des amis d’avant ton année d’échange?

Friends from before my exchange year? No, not really… But I still know a few persons I went to school with.

Comment as-tu passé ton temps pendant l’année d’échange ? Avais-tu un hobby spécial ou une branche scolaire spéciale?

I was member of the school yearbook team (which was actually a class we could take). With my camera I was following all sport and social events of the school and this enabled me to have a great social network.

Quel thème national/international ton pays d’accueil a-t-il spécialement abordé pendant l’année d’échange?

We were in the middle of the cold war years and a theme that many talked about was the possibility of a nuclear war.

I very well remember, Sunday night 20th November 1983… More than 100 million Americans watched the Premiere on TV “The Day After”, a movie about a nuclear war. All activity had stopped that evening and everyone I knew was watching it as the story was taking place and actually filmed in Kansas and Missouri.

Main sur le coeur: Est-ce que tu es tombé/e amoureux/euse de ton année d’échange? De ton pays d’accueil ? de la nourriture ? ou d’une personne ? Qu’est-ce qu’il en est devenu?

No love stories to tell… sorry! One or two flirts with fellow exchange students, but nothing more 😉
I did not feel in love with anything special; I would rather say I started appreciating certain things. Before I left for my exchange year, eating a cheese fondue was a real torture for me… During my stay, when asked about a typical Swiss meal, I answered of course “cheese fondue”. My host father managed to find a package of Swiss cheese fondue in Missouri and I had to eat it and pretend I liked it… In fact it tasted not that bad at all… Today I love cheese fondue (even though I will rather not eat the Gerber-ones).

Comment ton année d’échange a-t-elle influencée ta vie d’aujourd’hui?

Clearly my exchange year influenced and still influences my life today.

The way I deal with things, my behaviour, my curiosity, my positiveness, my willingness to change things for the better, all this and much more are the result of a great and very challenging exchange year in 1983/84. I met great persons and one of them became my best friend.

As-tu travaillé en tant que volontaire de YFU après ton retour ? Combien de temps ? à quel poste ?

I was involved in several activities between 1984 and 1990: I started as school responsible, and then I was responsible for French part of Canton Fribourg, and finally Regional Director French speaking part of Switzerland together with Chantal Weibel and Catherine Berset. From 2002 until 2008 I was part of the YFU Switzerland Board as Head of the finance committee and vice-president.