YFU Switzerland

Brrrrrrr

Nach meinem eigenen Austauschjahr entschied sich meine Familie, eine Austauschschülerin aus Venezuela bei uns zu Hause aufzunehmen. Meine Gastschwester Grecia wohnte während einem Jahr bei uns und besuchte die gleiche Kantonsschule wie ich.

Im Sommer wollten wir zusammen ein Open Air Kino in der Region besuchen. Es war einer dieser lauen Sommerabende, wo man den ganzen Abend draussen sitzen konnte ohne zu frieren.

So machten wir uns bereit fürs Kino, als mich meine Gastschwester fragte: “Wie kalt ist es denn draussen?” Als sie erfuhr, dass die Temperaturen an diesem schönen Sommerabend zwischen 23 und 25 Grad lagen verzog sie ihr Gesicht und verschwand in ihrem Zimmer.  Sie taucht erst Minuten später wieder auf – mit dem dicksten Pullover, den sie finden konnte. Offensichtlich war sie sich andere Temperaturskalen gewohnt.

Aktuell zeigt sich der Winter in weiten Teilen Europas von der kühlen Seite. So manch ein Austauschschüler kommt da ins Schlottern. Giorgi ist sich tiefe Temperaturen gewohnt. In seinem Heimatland Georgien kann es
im Winter schnell mal bis zu -32 Grad kalt werden. Trotzdem machen ihm die Temperaturen hier zu schaffen: “Grundsätzlich gefällt mir der Winter, denn dann kann man Skifahren. Aber momentan ist es fürs Skifahren fast zu kalt.” Doch Giorgi weiss sich zu helfen: “Ich ziehe viel an und bleibe lieber drin und geniesse ein echtes Schweizer Fondue.”

Auch Siiri aus Finnland bleibt in diesen Tagen cool: “As a Finn I shouldn’t complain. I’m just pleased that there is a real winter with snow and cold! Especially for winter sports, like skiing and ice skateing this winter has been awesome! I’m just lucky that i took my own winter clothes from Finland and by wearing them i’ve done pretty well these temperatures.”

Wie haltet ihr euch warm?

Urs, Australien 1988

Wie bist du ins Austauschjahr gereist?

Per Flugzeug, am 15.1. Ab Zürich via Frankfurt, Amsterdam, Dubai, Bangkok, Singapore, Melbourne nach Adelaide, wo wir am 17.1 ankamen. Meinen 17. Geburtstag am 16.1 verbrachte ich im Flugzeug und mit den diversen Zeitzonen dauerte er nur gerade 18 Stunden.

Wie war der erste Empfang in deiner Gastfamilie?

Wir hatten als erstes eine 2 tägige Arrival Orientation. Die Gastfamilien holten uns von dort ab. So hatte ich immerhin schon mal etwas nachgeschlafen. Ich erinnere mich nur noch an die Autofahrt von der Orientation zu unserem Haus, wo ich zwischen meinen beiden Gastgeschwistern eingezwängt auf der Rückbank sass.

Was war dein eindrücklichstes Erlebnis?

Es gibt kein einzelnes Erlebnis, das ganze Jahr hat immer wieder eindrückliches gezeigt. Die Ankunft im Land, in der Familie, der erste Schultag, die diversen Reisen, die Sprache, die Freunde, Diskussionen mit dem Gastvater über Politik, Feste mit anderen Austauschschülern. Eine der stärksten Erinnerungen ist der „Geruch“ Australiens. Nach 20 Jahren aus dem Flugzeug zu steigen und zu riechen, dass man „dort“ ist, ist unglaublich.

Wie oft und auf welchem Weg hattest du Kontakt zu deiner leiblichen Familie während dem Austauschjahr?

Da damals Telefonieren noch sehr teuer war, habe ich mit meiner Familie zu Hause nur an den 3 Geburtstagen jeweils ein paar Minuten telefoniert. Ansonsten habe ich während meines Austauschjahres so viele Briefe geschrieben wie vorher und nachher nie wieder.

Hast du noch Freunde aus dieser Zeit?

Ja, neben meiner Gastfamilie habe ich noch sehr engen Kontakt mit meinem Betreuer von YFU, meiner YFU Regional Director und deren Tochter, ein halbes dutzend andere Austauschschüler die mit mir in Adelaide waren und eine Hand voll Freunde aus Australien.

Wie hast du im Austauschjahr die Zeit verbracht? Hattest du ein spezielles Hobby oder Schulfach?

Ich habe relativ viel Sport gemacht: Rudern und Basketball gespielt. Ausserdem habe ich mit meinem Gastvater viel im Garten gearbeitet.

Welches nationale/internationale Thema hat dein Gastland während deines Austauschjahres besonders beschäftigt?

1988 hat Australien sein 200-Jahr-Jubliäum der westlichen Besiedelung gefeiert, weshalb es viele Festivitäten gab.

Hand aufs Herz: Hast du dich im Austauschjahr verliebt? Ins Land? Ins Essen? Oder eine Person? Was ist daraus geworden?

All of the above 🙂 Im Land war ich seither drei mal zum Reisen zurück. Vegemite lagert bei uns im Schrank, wird aber ausser von mir nicht gegessen. Mit bestimmten Personen habe ich heute per Facebook noch losen Kontakt.

Wie hat das Austauschjahr dein heutiges Leben beeinflusst?

Ich bin selbstständiger und selbstsicherer geworden. Ich habe gelernt, dass man vor 400 fremden Leuten stehen kann, ohne vor Panik im Boden zu versinken. Ich habe gelernt, dass es keine Rolle spielt, ob man eine Sprache fehlerfrei spricht, so lange man sich darin verständigen kann. All das hat mir geholfen in Ausbildung und Beruf. Ausserdem habe ich viele meiner heutigen Freunde sowie meine Frau indirekt durch das Austauschjahr kennengelernt. Das Austauschjahr und damit YFU haben 18 Jahre meines Lebens geprägt!

Hast du nach deiner Rückkehr als YFU-Volunteer gearbeitet? Wie lange? In welchen Positionen?

Ich habe nach meiner Rückkehr von 1988 bis 2005 in fast allen Positionen (ausser NEC und ND) als Volunteer gearbeitet und dabei sehr viel Spannendes gelernt und mit vielen tollen Leuten Kontakt gehabt.

National Conference 2012

The National Conference, YFU Switzerland’s membership assembly, took place in Meiringen on January 21, 2012 at the Kirchgemeindehaus and it was a big success! Originally it was planned on the Mägisalp, but due to bad weather and heavy winds, the National Conference had to be moved to Meiringen itself on very short notice. In total 45 persons, including YFU Switzerland’s board and many other active volunteers, attended the Conference.

The board and everyone attending the Conference bid farewell to Lili, whose 3rd and final board term ended on this occasion. Her commitment and dedication towards YFU Switzerland is highly appreciated and acknowledged. Claudio was elected as a new Board member. Welcome again Claudio to the wonderful world of YFU!

50 Years of YFU Switzerland was also a topic during the unofficial part of the Conference. Contributions of John, Daniel and Patricia made the audience laugh and curious at the same time about what is going to happen during this year! A big thank you to all of them!

In between the National Conference and the Dinner a small course around Meiringen was organised. Attendees had to take pictures of the letters “Y”, “F”, “U” and the numbers “5” and “0” at different spots in Meiringen and with different means (persons, material etc).

At the dinner Hans-Peter – the first YFU outbound student in 1962/63 – told us stories about his adventurous and interesting exchange experience. But he was not the only one from the early years of YFU Switzerland, who attended the event; also Ursula, exchange student in 1967/68 joined us.

The evening ended where every YFU evening in Meiringen ends: at the famous Alpenclub Sherlock with dessert and a lot of dancing and interesting talks!
On Sunday, before returning home, some visited the interesting Sherlock Holmes’ museum in the center of Meiringen.

An alle, welche die Schule hassen.

Ich am Feuer im finnischen Wald

Ein Austauschjahr ändert Meinungen: Die Schule verwandelt sich vom Arbeitsplatz zum Forum für soziales Geschehen: Viele verschiedene Leute lernt man dort kennen, erfährt von den Ereignissen in der Region, und wenn es doch mal langweilig ist, kann man Cartoons lesen (unter Bedingung, dass man sie in der Sprache der Einheimischen liest). Von Aufgaben keine Rede. Und lernen kann man trotzdem etwas, wenn man versteht, was gesagt wird, und sonst sind Sprachkurse angesagt.

Der Austauschstudent hat viele komische Beschäftigungen: Sich in drei Wochen einen vernünftigen Freundeskreis aufbauen, sich einer neuen Familie anpassen, sich an die Gebräuche der Einheimischen gewöhnen (Sauna, Salmiakki Bonbons, theoretisches Verbot auszugehen (vor 18), ständiges klingeln von Mobiltelefonen, neue Landschaft (schneeweiss, keine Berge, gefrorene Seen oder einen 20 stündigen Sonnentag, wunderschöne Wälder und Sonnenuntergänge, wie es verboten sein sollte) und probieren, eine neue Sprache zu verstehen.

Es ist manchmal schon ziemlich herausfordernd, all dies zu kombinieren, aber es ist dennoch sehr interessant. Und eins habe ich als Austauschstudent gelernt: Steh zu dir und hab nicht immer Angst, es könnte etwas schief gehen. Man bedauert meistens nicht was man gemacht hat, sondern genau das, was man nicht gemacht hat. Ich werde zwar wegen dieser Denkweise oft als ein Irrer angesehen, aber he, wen stört das schon?

Ich war schon an einem Filmfestival im Schloss der Stadt, in vielen verschiedenen Museen, zum ersten Mal auf einer Bowlingbahn und habe Elche, Hasen und Auerhähne gejagt. In den Lagern mit der Austauschorganisation hatten wir jede Menge Spass, speziell im Skilager in Lappland: Dort besuchten wir unter anderem auch eine Renntierzucht. Im Winter durfte ich dann für ein grosses Fest alte Tänze lernen. Das war auf der Spassskala kaum zu überbieten und dazu wird man noch gescheiter. Es gibt auch sonst noch lustige Sachen in Finnland, z.B. sich nach der Sauna nackt im Schnee wälzen oder bei 10° mit Schuhen, Badetuch und T Shirt den Schnee von der Strasse wegfegen (Bitte nicht ausprobieren wenn es windet), und noch vieles anderes.

Welcome to blogs.yfu.ch!

We celebrate YFU Switzerland’s 50th anniversary this year, and this blog will give us the opportunity to tell the history of YFU.

Ever since the departure of our first exchange student in 1962, YFU has offered learning opportunities for thousands of students, host families, school mates, volunteers.

Sure an exchange experience is an adventure with ups and downs and with many stories worth telling. What happened on your first day at school abroad? As a host family, what about the learning experience of and with your new family member? What are the stories behind your eye-openers as a volunteer?

On this blog, we will publish our stories in a lose series, together telling the history of YFU in stories. Tell us your story by sending an email to stories@yfu.ch!

This blog is also the place for you to find out about our anniversary activities. What’s going on during the National Conference 2012 on the Mägisalp? What’s up at the summer party and at the volunteer party in December? Check out blogs.yfu.ch regularly, and keep yourself updated about our activities around YFU Switzerland’s 50th anniversary.

Best wishes,
Benno

National Director
YFU Switzerland