YFU Switzerland

Bonjour!

Bonjour!

Heute muss ich euch auf jeden Fall etwas über das Essen hier erzählen! Für Franzosen ist das nämlich sehr wichtig.
Also, vor 2 Wochen hatte meine ältere Gastschwester Geburtstag und gleichzeitig war auch noch die goldene Hochzeit meiner Gastgrosseltern. Zu diesem Anlass hatte meine Gastmutter eine Menge Leute eingeladen und ein grosses Essen vorbereitet. Ich war sehr beeindruckt!
Wir haben tatsächlich ungefähr von 18 Uhr bis 1 Uhr morgens gegessen und geredet.
Das Essen war allerdings auch sehr lecker, die Dekoration sehr schön und die Leute super freundlich!

Ansonsten hatte ich die letzten zwei Wochen Ferien und das habe ich sehr genossen. Ich habe Freunde getroffen, viele Ausflüge mit meiner Gastfamilie unternommen und die Bretagne so noch besser kennengelernt. Ich muss wirklich sagen, die Bretagne ist eine schöne Region. Auch gerade jetzt wo es langsam Winter wird: Es ist kälter, aber nicht zu kalt, und der Boden ist mit Blättern bedeckt.
  Jetzt hat aber die Schule wieder begonnen und manchmal ist diese hier schon ein wenig anstrengend…aber es ist ja schon bald Weihnachten also geht das schon. (okay nicht so bald, aber trotzdem)

Auch in meiner Gastfamilie fühle ich mich superwohl und ich habe fast nie Heimweh. Und  auch in der Französischen Sprache finde ich mich mittlerweile besser zurecht. Ich kann ohne Problem Gespräche führen und lese fast nur noch französische Bücher!

Und weil ich gerade gute Laune habe und dich gerne zum Lachen bringen würde, hier ein paar kurze Witze:

  • Ein Schneemann zu anderen:,, Riechst du auch Karotten? ’’
  • Ein Skelett geht in eine Bar und bestellt ein Bier und ein Wischmopp
  • Wieso legen Hühner Eier? -Wenn sie sie werfen würden, würden sie kaputtgehen
  • Was macht ein Mathematiker auf der Skipiste? – er rechnet mit Brüchen

Ich hoffe ich konnte dich zum Lachen bringen. Hier kommen jetzt noch ein paar Fotos

      

  

A bientôt,

Flois

Was so alles in Oktober passiert ist…

 

Mal wieder ein Hallo an alle! Es ist nun schon ein ganzer zweiter Monat vorbei und es gibt viel zu erzählen! Oktober war voller schöner und spannenden Tage, ich habe viel gelernt, das kann ich mit Sicherheit sagen. Ich hatte neben meinem ersten Thanksgiving, und Halloween, allerlei Programm in der Schule, denn ich habe ein paar neue Hobbys angefangen. Ich bin jetzt im Drama Club (Theater) und im Swim Team. Beides macht echt Spass, es sind super nette Leute da mit denen ich mich prima verstehe! Besonders toll finde ich den Drama Club, wir lernen jetzt schon unser Stück und im Februar werden wir zu einem Theater Festival gehen und mehrere Auftritte haben. Darauf freue ich mich jetzt schon!

 

Thanksgiving war schön, es gab allerlei zu Essen und die ganze Familie ist zusammen gekommen um zu feiern. Auf Halloween habe ich mich aber mehr gefreut. Ich habe wie es sich gehört meinen eigenen Kürbis geschnitzt und ich bin «Trick or Treating» mit meiner Gastschwester Rhyan an Halloween gegangen. Das war echt cool und ich habe eine riesige Tüte voller Süssem ohne Saurem nach Hause gebracht!

 

 

 

Mein Schulalltag ist inzwischen ganz normal für mich. Jeden Morgen gibt’s die Kanadische Hymne zu hören (ich kann sie inzwischen auswendig, etwas, was ich von der Schweizer Hymne nicht behaupten kann) und ich kann Happy Birthday auf Ojibwe singen. Und ich hab den Trick raus wie ich mein «Locker» (mein Spindschloss) einhändig öffnen kann. Eine sehr praktische Eigenschaft, das kann ich euch sagen ?

 

Ich fühle mich sehr wohl hier. Mein Leben hier ist auf viele Art und Weise sehr anders als zu Hause, aber ich habe mich jetzt schon sehr daran gewöhnt und es fühlt sich schon irgendwie normal an hier zu sein. November wird bestimmt schön, alle sind schon im Weihnachtsfieber, denn November ist so gut wie Dezember in Kanada. Der erste Weihnachtsbaum in der Strasse wurde gegenüber am 1. November aufgestellt!

 

Ich kann echt kaum glauben, dass es jetzt schon zwei volle Monate hier sind. Aber ich glaube die Ankunftsphase ist jetzt überstanden und ich lebe hier jetzt einfach mein kanadisches Leben!

 

Liebe Grüsse,

Elena

Herbstwetter

大家好!

 

Langsam wird es auch hier in China Winter, das Herbstwetter unterscheidet sich deutlich vom Wetter bei meiner Ankunft in China.

 

Während es im Sommer ziemlich heiss und feucht war, ist es nun eher kühl und vor allem trocken. An den wärmeren Tagen steigt die Temperatur am Nachmittag auf ungefähr 15 Grad, in der Nacht wird es dann aber ziemlich kühl. Seit einigen Wochen trage ich drinnen immer mindestens einen Pullover, damit ich warm habe. In der Wohnung der Familie, die erst ab Mitte November geheizt ist, trägt der Vater häufig sogar eine Jacke, weil es doch nicht gerade warm ist. Bei zwei Ausflügen am Abend zog ich jeweils fast die gesamte Skiausrüstung an, und war auch froh darum.

 

Punkto schlechter Luftqualität merke ich ehrlich gesagt nicht besonders viel. Teilweise riecht die Luft auf dem Schulheimweg nach verbrannter Kohle, zudem habe ich eine Wetterapp, die auch die Luftverschmutzung angibt. Ich weiss nicht, ob die angezeigten Daten der Luftschadstoffe wirklich stimmen, doch ich vertraue ihr, besonders wenn die Werte eher schlecht ausssehen. Ziemlich viele Leute, auch Schüler, tragen Masken, bisher benutzte ich aber noch keine.

 

再见

Ein Herbst voller Ereignisse

 

Indianapolis.

Zeitlich am weitesten zurück liegt der Ausflug nach Indianapolis, daher fange ich am Besten gleich damit an. Der Bruder meines Gastvaters und dessen Familie haben Matilde und mich in den Herbstferien spontan abgeholt und wir sind zusammen nach Indianapolis gefahren, wo wir erst die Stadt, das heisst unter anderem das Rathaus und das gigantische Memorial in der Mitte des Kreisels besichtigten und uns danach im Rock Café verpflegten. Später begaben wir uns in ein IMax – Kino (In 3D und mit einer gigantischen Leinwand), indem wir uns einen Film über Nationalpärke der USA angeschaut haben.

Auf dem Pumkin Patch.

In einem typischen Herbst in Indiana ist auch ein Besuch auf einem Pumpkin Patch ein absolutes Muss. Der Pumpkin Patch gehörte zu einer Farm, die nebst der Hauptattraktion; dem Kürbisfeld,  ausserdem Tiere zum Streicheln, einen Hay ride, was so viel ist wie eine Tour auf einem Wagen eines Traktors auf dem ein Haufen Heuballen liegen und einem Maislabyrinth zu bieten hatte.

Auf sportlicher Ebene bin ich vor einigen Wochen buchstäblich ins kalte Wasser gesprungen: Die Schwimmsaison hat gestartet und hält mich nach der Schule mit Training täglich beschäftigt und auch an Samstagen heisst es statt ausschlafen Training für die nächsten paar Monate.

Die Band in der Kirche.

Sonntags gehe ich normalerweise wie gehabt mit meinen Gasteltern in die Kirche. Der Gottesdienst besteht aus ca. 15 Minuten Musik, die von einer Band gespielt wird und etwa 30 min Predigt, die immer vier Sonntage das gleiche Thema behandelt und dann wechselt. Mit den Gottesdiensten, die ich in der Schweiz besucht habe, ist das hier jedoch nicht zu vergleichen. Es wird geklatscht und lauthals gelacht über Witze, die der Pfarrer nicht gerade sparsam in die Predigt einbaut.

Es gibt zwei Gottesdienste pro Sonntag und die Kirche ist meist an beiden fast vollständig ausgelastet (Die Kirche fasst gut 400 Leute).

Nach der Kirche gehen wir oft aus für “Dinner”, was eine Art Brunch ist, d.h. riesige Menüs mit Wurst, Ei, Pancakes, Waffeln, Fleisch, Toast und so weiter.

Einer der Höhepunkte der letzten Wochen für mich war, als ich mit einigen Freunden und meiner Gastfamilie ein Basketballspiel der Pacers besuchen konnte.

Das Basketballspiel der Pacers.

Es fand im Bankers Life Field House, dem Basketball Stadion in Indiana statt.

Zu unserem Vergnügen holten sich die Pacers, so nennt sich die Mannschaft von Indianapolis, nach einem harten und sehr ausgeglichen Spiel, durch den alles entscheidenden Korb in der letzten Minute, den Sieg.

Der Höhepunkt der letzten Wochen für meine Gasteltern, war wohl eher, als wir bei einer Freundin der Familie das Fleisch einer ganzen Sau abholen konnten, denn sie lieben, wie viele Amerikaner, Fleisch.

Speck einer Sau.

Ganz besonders der Anblick von Kilo Weise Speck liess ihnen wohl das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der Grossteil des Fleisches haben wir tiefgefroren und werden wir wohl immer mal wieder während dem Jahr verwerten.

Wer mit amerikanischer Kultur vertraut ist, bei dem klingeln die Alarmglocken schon beim Wort Oktober oder genauer 31. Oktober. Halloween. Für sämtliche Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene ein seit Wochen herbeigesehnter Tag.

Wenn ich morgens mit dem Bus zur Schule ging, konnte ich schon Tage vor dem eigentlichen Halloween in vielen Vorgärten, die in schauriges Licht getunkten Kreaturen begutachten.

Unglücklicherweise fiel Halloween dieses Jahr auf einen bitterkalten Dienstag, was aber kaum ein süssigkeitenhungriges Kind davon abhielt sich im passenden Kostüm durch die eisige Kälte zu kämpfen um “Trick or Treating” zu gehen. Als es dämmerte, lösten sich die kleinen Vampire, Skelette oder was den Kindern sonst noch so in den Sinn kam, wie Schatten aus den Häusern und machten sich auf den Weg von Tür zu Tür um auf die Worte “Trick or Treating” hin einen Haufen Süssigkeiten zu ergattern.

Matilde und ich entschieden uns kurzfristig uns unseren jüngeren Cousinen anzuschliessen und mit ihnen “Trick or Treating” machen zu gehen. Von Haus zu Haus gingen wir, bis unsere Finger beinahe tiefgefroren und unsere Beutel prall gefüllt mit Süssigkeiten waren.

Auch andere Jugendliche liessen es sich nicht nehmen der Tradition zu folgen, wobei die Älteren sich eher von Halloween Parties am Wochenende vorher begeistern liessen.

Nachdem meine Gastmutter schon am Samstag extra die Halloween- Verkleidungskiste vom Dachboden geholt hatte, gab es auch für Matilde und mich kein Zurück mehr und wir machten uns am Samstag vorher auf den Weg zu einer Halloween Party, die an einem Lagerfeuer in unserem Dorf statt fand. Nebst dem Feuer gab es auch einen Schuppen mit dröhnender Musik, grellem Licht, guten Snacks und lauter tanzenden Halloween-Kreaturen die sich vom  Halloween-Fieber mitreissen liessen.

(Die Bilder dieser Galerie sind vergrösserbar.)

Nach dem aufregenden Halloween Abend gönnte mir der Zufall einen Tag Pause und dann ging es auch schon mit dem nächsten grossen Event weiter: Die offizielle Fussball Abschlussfeier, auch “soccer banquet” genannt.

Alle Mitglieder des Mädchen Fussball Teams der Schule waren eigeladen inklusive Eltern, Geschwister und wer sonst noch so kommen wollte.

Für Verpflegung war gesorgt, indem von jeder Familie ein Gericht mitgenommen werden musste. Alle Gerichte zusammen ergaben ein ziemlich ansehnliches Buffet, an dem wir uns alle die Bäuche voll schlugen, bevor es mit dem offiziellen Programm weiter ging.

Es wurden Awards verliehen für die beste Spielerin, diejenige die sich am meisten Entwickelt hat und so weiter.

Meine Finger gruben schon langsam kleine Halbmonde in meine Handflächen, so fest presste ich meine Hände zusammen bei dem Gedanken an den nächsten Programmpunkt.

Alle Seniors, also Fussballspielerinnen im letzten Highschooljahr, sprachen, wie es die Tradition vorschreibt, im Rahmen von Reden über ihre Zeit im Team und so weiter.

Da ich in solchen Fällen als Senior registriert bin, musste ich also meine ganzen Englisch-Kenntnisse zu einer Rede zusammen basteln und diese dann auch noch vor versammelter Menge irgendwie rüber bringen. Dank vielem Üben im Voraus, war ich schlussendich aber ganz zufrieden mit meiner Rede.

Die Versammlung in der Turnhalle der Schule.

Dieses Jahr gab es ganz besonders Anlass zum feiern, weil wir die “Conference”, also die Meisterschaft unter allen High Schools der Umgebung, gewonnen haben.
Dies kam uns auch am nächsten Tag gleich noch einmal zu gute, denn zum Anlass der abgeschlossenen Herbstsportarten, versammelte sich am Freitag, statt der ersten Lektion Unterricht, die gesamte Schule in der Turnhalle und es wurde verkündet, welche Sportarten dieses Jahr besonders gut abgeschnitten haben.

Auch die besten Schüler wurden nach vorne gebeten und mit Auszeichnungen überhäuft.

Gestern sind wir in den  „Brown Country National Park“ gegangen, bei dessen Anblick ich vor lauter Staunen fast aus dem Autofenster gefallen bin. Denn ausser einer kleinen Tour um einen See, haben wir den Park weitgehend per Auto erkundet. Zumindest waren wir dann im Auto, wenn ich meinen Gastvater nicht gerade zum Anhalten überredet hatte, damit ich einige Bilder schiessen konnte.

(Die Bilder dieser Galerie sind vergrösserbar.)

Returnee

Hallo miteinander.

Es ist eine Weile her seit dem letzten Blog… Ich nahm mir schon lange einmal vor einen Blog übers Zurückkommen zu schreiben. Jetzt komme ich endlich dazu! Zum einen schreibe ich diesen letzten Blog, weil ich dies als einen guten Schluss empfand und zum anderen schon von vielen Returnees gehört habe, wie schwer das Einleben teils sein kann. 

Als erstes möchte ich nochmals zurückschauen und eintauchen zum Zeitpunkt des Abschiedes in der USA und dem Hallo in der Schweiz.

Es war der 8. Juli 2016 ein wunderschöner Sommertag in Georgetown, Indiana. Für mich war es der schlimmste Tag meines ganzen Austauschjahres. Ich musste früh aufstehen und zuerst eine kalte Dusche nehmen bevor ich recht wach wurde, da ich kam ein Auge zugebracht hatte in der Nacht. Morgenessen liess ich ausfallen da sich schon seit dem Aufstehen einen grossen Kloss in meinem Hals festsitzen hatte und mir übel wurde nur schon beim Gedanken an all die Emotionen, die mir in den nächsten 24 h bevorstehen werden. Ich packte meine letzten sieben Sachen und dann hiess es alle in das Auto und zu den Pursers (unseren Nachbarn) fahren und sie abholen. So machten wir uns alle zusammen auf zum Flughafen. Auf dem Weg schrieb ich noch die letzten Abschiedsbriefe, wären meine Schwester Maggie und Rachel sich schon in einen Wasserfall verwandelten und sich weinend festhielten. Beim Flughafen gaben wir mein Gepäck auf und suchten uns dann ein Kaffee um noch die letzten Minuten zusammen ab zu hocken. Dabei waren meine Gasteltern, Maggie meine Gastschwester, die drei Purser Schwestern und Jillian. Der Abschied erzähl ich jetzt nicht ins kleinste Detail, denn so wie ihr euch vorstellen könnt war es sehr traurig und viele Tränen flossen. Für mich war es ganz komisch, weil ich bis zum Moment als ich alleine im Flugzeug sas nicht war haben konnte, dass mein Austausch in den USA nun definitiv zu Ende ist. Doch als ich all die Abschiedsbriefe las und ich mich im Flugzeug über den Wolken befand brach ein riser Wasserfall aus mir und ich konnte meine Emotionen von Trauer und Freude kam mehr kontrollieren. Während dem Flug weinte ich mich in den Schlaf und wachte erst wieder auf als wir uns über Paris befanden. Ab da konnte ich kam mehr still sitzen. Ich wanderte tausendmal zum WC, hatte kribblige Beine und hatte eine unbeschreibliche, riesen Freude in mir. Als wir uns dan über der Schweiz befanden und ich Städte und Ortschaften erkennen konnte platzte ich fast vor Freude. Das Landen alleine kam mir länger vor als der ganze Flug den ich hinter mir hatte. Und dann kam der genialste Moment auf den ich die Stunde zuvor schon so kribbelig war. Ich lief durch den Ausgang und wurde im nächsten Moment fast umgeworfen von den wilden Umarmungen meiner zwei besten Kolleginnen und meiner Schwester. Wir waren komplett in Mitte des Ausganges und standen im Weg aller anderen Passagieren. Meine ganze Familie war versammelt und ich wurde zuerst durch ca. 15 Arme hindurchgeschleust. Es war ein krasser schwarz, weiss Effekt der Abschied und das Willkommen heissen.

Wie ihr euch vorstellen könnt war ich der Star Nummer eins für sicher eine Woche. Speziell meine Geschwister wichen kaum mehr von meiner Seite. Doch wie vieles ging auch das vorbei. Leider!

Nun kam die harte Zeit von der immer wieder viele Ex-Austauschschüler sprachen. Der berühmt, berüchtigte, umgekehrte Kulturschock. Könnt ihr euch vorstellen, dass ihr euch in eurem Heimatland plötzlich fremd und einfach komplett falsch am Platz fühlt? Ich konnte es mir nur schlecht vorstellen, bis ich ziemlich bald selbst darin steckte. Ich fing mich an aus dem Familienleben aus zu schliessen, weil ich merkte, dass es auch ohne mich weiter läuft und ich mein Platz irgendwie verloren hatte. Ich bin die Älteste von vier Kindern und während meinem Austauschjahr hat meine Schwester die Rolle als Älteste super übernommen. In meinem Freundeskreis merkten sie auch, dass es ohne mich geht. Meine dazumal beste Freundin suchte sich einen Ersatz während dem Jahr das ich abwesend war und konnte und wollte den logischerweise nicht einfach wieder abgeben. Zusätzlich kam noch das Heimweh nach meinem zweiten zuhause (Georgetown) dazu, was sehr komisch ist wenn du zu Hause bist und trotzdem noch Heimweh hast. Ihr könnt euch also vorstellen es nicht ganz einfach für mich gewesen in mein Alltagsleben zurück zu finden.

Am schwierigsten empfand ich, dass alle in einem gewissen Mass bereit waren die alte Rafaela wieder in den Kreis auf zu nehmen, nur war diese Rafaela nicht mehr vorhanden. Ich wurde reifer, änderte meine Sichten und Meinungen in gewissen Hinsichten und entscheidet auch Dinge bewusst anders zu machen, wie vor meinem Austausch. Doch mein Umfeld versuchte mich weiterhin zurück in den alten Rahmen zu drücken, in den ich nicht mehr passte. Ich weinte viel und versuchte meine Gefühle zu erklären, doch leider ist es nicht ganz einfach deinen Eltern, die dich über alles lieben zu erklären, dass du dich nicht mehr wohl fühlst in der Familie, weil du dich am falschen Platz fühlst.

Offensichtlich steckte ich ziemlich tief in meinem Kulturschock fest und mochte immer weniger über meine Gefühle und Probleme reden, da mich sowieso niemand verstand. Es war mittlerweile September und das Re-entry weekend von YFU stand vor der Tür. Es ist ein freiwilliges Wochenende mit anderen Returnees und ich musste mich ehrlich gesagt etwas zwinge um mich da an zu melden. Schlussendlich meldete ich mich doch an mit einer grossen Hoffnung: Endlich verstanden zu werden. 

Ihr glaubt es wahrscheinlich kaum…ich zu Beginn auch nicht. Ich wurde zum ersten Mal seit drei Monaten endlich wieder verstanden und fühlte mich etwas mehr zuhause. Mein grösster Tip! Geh ans Re-entry wenn du ein Returnee bist! Es ist so eine geniale Gelegenheit noch einmal komplett in das vergangene Jahr ein zu tauchen und mit anderen aus zu tausche bis zum” geht nicht mehr”. Das Beste ist du kannst schwärmen und die gleichen Geschichten immer nochmals erzählen, weil da immer jemand sein wird der dir gerne zuhört und genau gleich schwärmen wird von seinem Austausch.

Für mich ging es nach diesem Wochenende permanent Bergauf. Ich kämpfte um meinen neuen Platz in der Familie und entschied meinen Freundeskreis mit etwas anderen und neuen Leuten auf zu bauen. Ein reisen, grosses Danke an meine aller beste Freundin Julie! Sie hielt während meinem ganzen Austauschjahr und meinem mühsamen Kulturschock unsere Freundschaft an zwei feinen Fäden fest, die jetzt zu zwei dicken, starken Seilen heranwuchsen.

Danke fürs Lesen meines Bloges und vielleicht sieht man sich im Nächsten Re-entry:)