YFU Switzerland

Volunteer Exchange – LOOP – Workshop March 23-25th

[Generously sponsored by Movetia]
 
Von 23.-25. März 2018 nahmen die beiden Volunteers Sophia Ortner und Reka Laposi von YFU Austria an einem Workshop zum Thema LOOP (Learing Outcomes for YFU Orientation Programs) und Session Design in Langenthal teil, welcher von YFU Switzerland abgehalten wurde.

 

YFU-Erfahrung der beiden Volunteers
Reka Laposi ist seit 08/2015 Freiwillige für YFU Austria. Seitdem hat sie 5 Inbound-Seminare geteamt, sowie 4 Inbounds betreut (2 davon momentan). Sie hat Austauschtreffs und Messen abgehalten, Gastfamilien besucht, war zweimal als Praktikant im Büro in Wien (jew. 1 Woche) und ist seit 09/2017 Mitglied im Trainer-Team. Leitungserfahrung hat sie im Bereich Auswahlgespräche.

Sophia Ortner ist seit 09/2016 Freiwillige für YFU Austria. Seitdem hat sie 5 Seminare geteamt (3 Outbound und 2 Inbound), sowie 5 Inbounds betreut (die letzten 2 dieses Jahres seit 03/2018 nicht mehr da GF-Wechsel). Sie hat Austauschtreffs und Messen abgehalten, Gastfamilien besucht, war einmal als Praktikant im Büro in Wien (1 Woche). Leitungserfahrung hat sie im Bereich Auswahlgespräche, Infotreffs und Austauschtreffs.

 

Ablauf des Workshops

Nach Ankunft aller Teilnehmer am Freitag, 23.03. um ca. 19:00 am Bahnhof Langenthal ging die Gruppe ins Pfadiheim Langenthal, wo das Training abgehalten wurde.

Der erste Abend bestand aus einem gemeinsamen Abendessen (am ersten Abend nahm jeder Teilnehmer sein eigenes Essen mit, den Rest der Woche wurden wir vom Küchenteam bekocht) mit allgemeinem Kennenlernen und Kartenspielen.

Samstagmorgen begann die AG um 9 Uhr. In manchen AGs wurde die Gruppe in Advanced und Basic geteilt, da beide Freiwilligen aus Österreich am Advanced teilnahmen, wird in diesem Bericht nur dieser beschrieben. Die erste AG startete mit einer Simulation. Die Teilnehmer mussten von jedem anderen Teilnehmer ein Bonbon bekommen, und wenn sie von jedem eines hatte, erhielten sie ein Puzzleteil von den Trainern. Diese mussten sie dann gemeinsam zusammenbauen. Allerdings durfte die Bonbons nur dann ausgegeben werden, wenn eine ganz bestimmte (den anderen unbekannte) Handlung ausgeführt wurde. Dies erschwerte die Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Dabei ging es um Kommunikationstechniken, unterschiedliche Bedürfnisse der Teilnehmer einer Session, die Erfassung dieser Needs und das darauf Eingehen. Dieses Spiel diente nicht nur dem Zweck,

Inhalte zu veranschaulichen, sondern half auch wesentlich dabei, eine einheitlichere und geschlossenere Gruppe zu werden.
Danach fand am Vormittag noch eine weitere Simulation statt, bei der die Gruppe in drei Einheiten geteilt wurde:
Die erste Gruppe bekam einen Vortrag über Debriefings von Simulationen gehalten und schrieb anschließend einen Test darüber.
Die zweite Gruppe spielte ein Wahrnehmungsspiel in Zweiergruppen.
Der dritten Gruppe wurde gesagt, draußen zu warten. Da niemand mehr kam, setzten sie sich in die Wiese, redete über Sprachen und lernte gemeinsam, mit Grashalmen zu pfeifen. Anhand dieser drei Gruppen wurden die Konzepte von Formaler, Non-Formaler und Informaler Edukation gezeigt bzw. hautnah demonstriert. Dies wurde im anschließenden Debriefing und weiters noch am Nachmittag nachbesprochen. Besonders wurde dabei auf den Einfluss der Methodik auf die AG, die Zielgruppe und die Gruppendynamik eingegangen.

Am Nachmittag bzw. Abend fand eine letzte Simulation zum Thema Lerntypen statt. Dabei wurden die Teilnehmer in Gruppen zu je 3-4 eingeteilt, von denen jeweils einer nur fühlen, nur hören und nur sehen konnte (Bei den 4er-Gruppen gab es einen Beobachter). Nun erhielten die Freiwilligen den Auftrag, den anderen ihrer Gruppe etwas beizubringen, unter Berücksichtigung derer Einschränkungen. Wie absehbar war, erwies sich diese
Aufgabe als durchaus herausfordernd und zeigte den Teilnehmern ihre vermittlerischen Grenzen auf. Bei dieser Übung und der anschließenden Nachbesprechung ging es darum, AGs auf die Teilnehmer individuell anzupassen, auf individuelle Bedürfnisse innerhalb einer Gruppe einzugehen (d.h. nicht alle über einen Kamm zu scheren) und tangierte nebst den allgemeinen Lerntypen auch das Thema körperlicher/psychischer Beeinträchtigung.

Am Sonntagmorgen ging die AG zum Thema Lerntypen weiter. Besprochen wurden verschiedene Modelle zu diesem Thema, und dabei gingen die Trainer besonders auf deren Diversität, Vielfalt und Needs ein. Am Nachmittag bzw. kurz vor dem Mittagessen wurde dann konkret das LOOP-Manual thematisiert, und die Teilnehmer hatten Zeit, zu zweit zu jeweils 1-2 frei gewählten Objectives anhand der NAOMMIE-Methode (die zuvor erklärt wurde) eine Session zu planen. Die dabei entstandenen Schwierigkeiten wurden anschließend in der AG nachbesprochen, sowie der Umgang mit dem Manual. Damit endeten dann die Session und auch der Workshop selbst, danach wurde noch der Veranstaltungsort in Ordnung gebracht und aufgeräumt.

 

Nutzen und Gelerntes der beiden österreichischen Volunteers
Da auf österreichischen Seminaren die einzelnen Sessions meist bereits durchgeplant bzw. organisiert sind, hatten die beiden Freiwilligen bis dato noch keinen intensiven Kontakt mit Session Design. In dieser Hinsicht ist es auf jeden Fall hilfreich und äußerst informativ gewesen, vor allem, da die Informationen sehr strukturiert und von Grund auf weitergegeben wurden. Weiters hatten die Volunteers noch nie mit dem LOOP-Manual gearbeitet, was sich als eine sehr praktische und logische Methode erweist, um AGs zu planen, insbesondere unter Berücksichtigung der verschiedenen Zielgruppen. Die Informationen zu den verschiedenen Lerntypen waren sehr anschaulich vermittelt, was es einfach machte, sich in die Position der Teilnehmer einer AG hineinzuversetzen und diese Inhalte bei der Planung zukünftiger Sessions zu berücksichtigen.

 

Konkrete Anwendung in Österreich
Die beiden Freiwilligen besuchten diesen Workshop mit dem Ziel, die dort erlernten Methoden in Österreich zu verbreiten und auch selbst anzuwenden. Dies wird im Rahmen von Seminaren geschehen, wo sie die von den Schweizer Trainern vermittelten Methoden anwenden und weitergeben werden. Darüber hinaus sind Trainings geplant, um das Erlernte anderen Freiwilligen weiterzugeben.

 

Abschließendes Feedback
Der Workshop war sehr gut strukturiert und geplant. Die AGs vermittelten den Teilnehmern einen grundlegenden Eindruck von den Themen Session Design und LOOP. Die Trainer waren Experten auf ihrem Gebiet und konnten auch Fragen, die über den Inhalt der Session hinausgingen, beantworten, was von den Volunteers als sehr angenehm und absichernd empfunden wurde. Außerdem waren sie sehr bemüht, die Gruppe näher zusammenzubringen und eine einzigartige und effektive Arbeitsatmosphäre zu schaffen.