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Das Prom Wochenende

Prom – der Höhepunkt vieler Juniors und Seniors (Schüler in der 11. und 12. Klasse) im Highschooljahr.

„Corsages“, die Mädchen normalerweise am Handgelenk tragen an Prom.

Am Samstag, der 5. Mai 2018 war bei uns der grosse Tag. Viele der Mädchen an unserer Schule liessen sich schon am Tag davor die Nägel machen. Genauso angesagt war ein so genannter „Fake Tan“, ein Spray, der am ganzen Körper aufgetragen wird, um eine sommerliche Bräune vorzutäuschen. 

Das Prom Kleid wird oft schon Wochen oder gar Monate im Voraus gekauft und gespart wird dabei schon gar nicht. Kleider von hundert bis tausend US Dollar sind in den buntesten Farben und Variationen vertreten. Prom Kleider reichen normalerweise bis zum Boden und sind immer sehr festlich. Mein Kleid war bordeaux rot mit goldenen Stickereien am oberen Teil des Kleides. Vergleichsweise zu anderen Mädchen meiner Schule war ich echt spät dran, denn ich hab mein Kleid erst etwa einen Monat vor Prom gekauft.

Am Samstag Mittag ging das Styling für mich und meine Schwester los. Wir liessen uns die Haare kunstvoll zurück stecken und beeilten uns danach nach Hause zu kommen, um uns um das Make-up zu kümmern. 

Um ca. 15.30 Uhr begaben wir uns zu dem Park im Dorf, wo sich praktisch die ganze Schule versammelte um zu sehen und gesehen zu werden und um Fotos mit Freunden und Familien zu machen. Wohin ich nur schaute, sah ich meine Schulkameraden in den prächtisten Kleidern und Anzügen.

Die Meisten gehen mit einem Date (ein/e Partner/in) zur Prom, dann ist das Kleid mit der Krawatte oder Fliege des Partners abgestimmt, oder wie ich, mit einer Gruppe Freunden. 

Seniors und Juniors, die eine Begleitperson mitbringen möchten, die nicht zu unserer Schule geht, können dies tun, nachdem sie das entsprechende Formular dazu ausgefüllt haben. Jüngere Freunde oder Freundinnen, also unter 11. und 12. Klasse sind an der Prom nicht erlaubt.

Nach den Fotos im Park, teilte sich die Menge wieder in kleinere Gruppen auf, um in einem eher teuren Restaurant zu Abend zu Essen. Ich liess mir das Prom-Dinner mit meinen Freundinnen in ein Restaurant nahe Indianapolis schmecken. Es gab „Fried Chicken“, Kartoffel Stock, Mais und Bohnen.

Gegen 20.00 Uhr begaben wir uns zu dem Festsaal in Indianapolis, wo unsere Prom dieses Jahr statt fand. Der Ort variiert von Jahr zu Jahr. Letztes Jahr war die Prom zum Beispiel in der Bibliothek in Indianapolis zu Gast. 

An der Prom wird getanzt und man unterhält sich mit Freunden. Neben dem grossen Tanzraum gab es auch eine hübsche Terrasse, auf der man die warme Frühsommerluft geniessen konnte. Mir kam die Terrasse besonders nach den „fätzigen“ Liedern sehr gelegen, und im Gegensatz zu drinnen, herrschte draussen angenehme Stille, bei der man sich gut unterhalten konnte.

Als Höhepunkt des Abends wurde eine Prom-Queen, ein Prom-King, sowie eine Prom-Princess und einen Prom-Prince gekrönt, die aus den Nominierten ausgewählt wurden. Alle Juniors und Seniors konnten schon eine Weile vor Prom abstimmen wer nominiert werden soll und an Prom selber konnte man dann von den Nominierten noch einmal jemanden auswählen.

Um 23.00 Uhr war die Party in Indianapolis schon vorbei. Die Prom- Erfahrung damit aber noch nicht ganz. Nach der Prom geht es nämlich zu der Post Prom, deren Ort ebenfalls jedes Jahr variiert. 

Dieses Jahr wurde unserer Schule für diesen Anlass herausgeputzt.

Die hübschen Kleider wurden abgelegt, gegen Sporthosen und T-Shirt eingetauscht und nur noch die kunstvoll hergerichteten Frisuren der Mädchen erinnerte an den festlichen Anlass . Der Parkplatz vor der Schule war gegen Mitternacht wieder so überfüllt wie an einem normalen Wochentag.

Als wir die Schule betraten war diese kaum wieder zuerkennen. Das Thema von Post Prom war Cinco de

Post Prom

mayo, deswegen wurde die ganze Schule mexikanisch dekoriert. Wo einst mein Schliessfach stand, war nun alles abgedeckt mit schwarzen Tüchern und Lichterketten (siehe Bild rechts).

An der Post Prom erwartete uns eine grosse Auswahl von Spielen und Aktivitäten. Es gab einen Escape-Room, kleine Golf Carts, auf denen man eine Runde mitfahren konnte, ein Fahrrad rennen durch die Schulgänge, einen Film in dem sich die Lehrer und andere Angestellte unserer Schule zum Affen machten und viele mehr. 

Meine Gruppe hielt sich erst in dem „The Voice“ Raum auf, in dem Leute Karaoke sangen und später im „Deal or no Deal“-Raum. Überall verteilt konnte man durch die Spiele kleine Zettel gewinnen, auf die man seinen Namen schreiben konnte und sie dann für den Wettbewerb des Abends in einen Topf werfen konnte. Es gab einen Flachbild-Fernseher, einen kleinen Kühlschrank für den College Dorm, Konzert Tickets, Tickets zu einem Football Game, eine Apple Watch und vieles mehr zu gewinnen. Ich gewann dabei leider nichts. 

Aber auch als wir gegen 4.00 Uhr morgens müde ins Bett fielen war das „Prom-Experience“ wie es mir beschrieben wurde noch nicht ganz komplett. 

Am Sonntag standen wir nämlich, anstatt auszuschlafen, früh auf und begaben uns auf eine zweieinhalbstündige Autofahrt nach Kings Island, einem Freizeitpark in Ohio, unserem Nachbar Staat. Obwohl sich der Park so weit weg von unserem Dorf befindet, trafen wir auf viele andere Leute unserer Schule, weil es Tradition ist diesen Weg nach Prom auf sich nehmen. 

Achterbahnen, Ice Cream und Sonne war wohl nicht gerade das, was sich unser übermüdeter Körper nach einer Nacht wie Prom wünschte, aber das spielte uns keine Rolle. 

Am Montag machte dann Rund die Hälfte der Schüler meines Jahrganges blau und kamen nicht zur Schule. „Senior Skip day“, wird der Montag nach Prom genannt, denn es ist ziemlich beliebt unter Seniors diesen Schultag auszuschlafen statt die Schulbank zu drücken. Ich konnte leider nicht “ frei nehmen „, da mein Gastvater Vorsteher an der Schule ist und davon wohl nicht der grösste Fan wäre.

Obwohl ich mir erst nicht sicher war ob Prom wirklich mein Ding ist, muss ich jetzt rückblickend sagen, in Kombination mit Post Prom und Kings Island, war eines der besten Wochenende meines ganzen Austauschjahres.