YFU Switzerland

Mahalo Hawaii

(Mahalo = Danke auf hawaiianisch)

Für Austauschschüler von YFU besteht jeweils die Möglichkeit sich für Trips anzumelden, die während des Austauschjahres stattfinden. Ich entschied mich für einen Trip nach Hawaii. Mit sechsunddreissig anderen Austauschschülern der ganzen Welt bekam ich also die einmalige Chance für eine Woche nach Hawaii zu gehen.

1.Tag: Die Reise nach Hawaii

Um 04.30 am Sonntag Morgen brachen meine Gastmutter und ich zum Flughafen auf. So früh am Morgen rechnete ich nicht mit vielen Leute in der Warteschlange für den Security-Check, besonders nachdem ich für die Floridareise so gut wie die einzige war, die dort anstand. Trotzdem wäre ich gerne früher dort gewesen. Ich gehöre zu der Art von Menschen die gerne schon zwanzig Minuten bevor der Zug kommt auf dem Bahnsteig steht, da könnt ihr euch ja vorstellen wie es mit Flugzeugen ist. 

Auf jeden Fall lag ich richtig mit meinem Gefühl, dass wir früher hätten aufbrechen sollen. Die Warteschlange war sehr lang. Es hätte mich nicht gewundert, wenn sich schon Schweissperlen auf meiner Stirn gebildet hätten, so nervös war ich, dass ich es nicht bei Zeiten aufs Flugzeug schaffe. 

Irgendwie hab ich es dann doch noch geschafft unter Druck das richtige Gate zu finden. Im kleinen Flughafen von Indianapolis ist das zum Glück nicht wirklich eine Hexerei. Leider musste das Flugzeug  noch vom Schnee befreit werden, bevor wir abheben konnten, was uns ein wenig Verspätung einbrockte. Glücklicherweise liess mich der Fensterplatz der bevorstehende Umsteigestress vergessen und ich starrte stundenlange nur aus dem kleinen Fenster auf die wunderschöne, sich stets verändernde Landschaft die sich unter mir ausstreckte.  In San Francisco stieg ich um und nach etwas über sechs weiteren Stunden Flug konnte ich die ersten Inseln von Hawaii, in Mitten des Pazifiks, am Horizont ausmachen.  

In Honolulu, Oahu angekommen wurden wir von einem Taxi abgeholt und konnten uns im Hotel einquartieren. Bis die anderen Austauschschüler alle eintrudelten, erkundete ich mit einer kleinen Gruppe bereits eingetroffenen Teilnehmern des Trips die Gegend in Honolulu und Waikiki Beach. 

2.Tag: Beach day in Waikiki 

Die sechs Stunden Zeitverschiebung machte sich nur leicht bemerkbar, indem wir alle morgens schon früh wach waren. Wenigstens hatten wir deswegen keine Mühe aus den Federn zu kommen. Wir verbrachten den Tag an dem Waikiki Strand direkt in Honolulu, an dem es von Touristen nur so wimmelte. Später gingen wir auf eine Catamaran (Segelboot) Tour. Mit dem Schiff fuhren wir der Küste entlang und liessen die eindrückliche Skyline von Honolulu auf uns wirken.

Abends verwöhnten wir uns mit Hawaii Pizza, natürlich mit Ananas direkt von Hawaii. 

3.Tag: Surfen und Polynesian Cultural Center 

Hawaii – Die Insel zum Surfen. Wäre ja lachhaft, wenn wir uns nicht auch selbst auf eines der Surfboards geschwingt hätten und denn beliebten Sport mal ausprobiert hätten. North Shore ist besonders berühmt berüchtigt für die guten Wellen fürs Surfen. Deswegen starteten wir dort unsere ersten Surflektionen. Die Wellen waren nicht all zu hoch, was mir fürs erste mal auf dem Board ganz recht war. 

Vor allem das Paddeln braucht einem mehr, als ich gedacht hätte, daher freute ich mich aufs entspannte Nachmittagsprogramm. Wir stoppten in einem kleinen Dörfchen um uns etwas zu Essen zu kaufen. Acai Bowls sind in Hawaii eine sehr bekannte und beliebte Malzeit, daher wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen und probierten dort das erste Mal eine Acai Bowl. Es handelte sich dabei um Yoghurt mit frischen Früchten, Honig und Knuspermüesli. Lecker.

Wir gingen in ein Polynesian Cultural Center. Hawaii gehört zu Polynesien, einer Region von Ozeanien. Da es in dem Kultur Zentrum aber um polynesische Kultur im Allgemeinen und nicht nur um die Kultur von Hawaii ging, hatten wir auch die Chance mehr über die Kultur von Neuseeland und anderen Inseln zu lernen. Durch Vorstellungen von originalen Tänzen und Musik wurden wir mit den Traditionen der polynesischen Leuten vertraut gemacht. 

4.Tag: Honolulu, Pali und Waimanalo beach 

Am Morgen des vierten Tages lernten wir noch etwas mehr über die Kultur Hawaiis. Wir besuchten den Iolani palace, in dem die letzte Königin Hawaiis gelebt hatte. Wir machten noch einige weiteren Stops in Honolulu, bei Statuen und Gebäuden, die man gesehen haben muss, wie zum Beispiel das Regierungsgebäude. Das Regierungsgebäude hat übrigens, als eines von wenigen, keine Kuppe, weil die hawaiianischen Leute die es bauten meinten, für sie sei der Himmel die Kuppe. 

Später ging es auf den Pali Look out. Eine wunderschöne Aussicht hatten wir von dem Berg aus über den Wald bis zum Meer. 

Einer der Höhepunkte der Reise, von mir ausgesehen, erwartete uns am Nachmittag. Wir gingen zum Waimanalo Beach, der Momentan als schönster Strand der Vereinigten Staaten bezeichnet wird. Diese Auszeichnung hat sich der fast menschenleere Strand mehr als verdient.

Weisser Sand, Palmen, und türkis blaues Wasser, in dem man etwas weiter vom Strand entfernt, kleine Inseln erkennen konnte.

5.Tag: Pearl Harbor und Ala Moana Shopping Mall

Der geschichtsträchtigste Hafen Amerikas durfte auf unserem Programm natürlich nicht fehlen. Am fünften Tag stand Pearl Harbor auf dem Programm. Wir besichtigten das Memorial der USSR Arizona, die am 7. Dezember 1941 im zweiten Weltkrieg  mit vielen anderen Schiffen von den Japanern versenken worden war.  Erst schauten wir ein Informationsvideo an, um mehr über den Hintergrund des Angriffes auf die amerikanische Flotte zu lernen und nahmen dann ein Schiff hinraus zu dem Memorial, welches in Mitten des Hafens quer über die unter Wasser liegende Arizona gebaut worden war.

Am Abend besuchten wir das Ala Moana Shopping Mall und assen in einem Bubba Gump Restaurant zu Abend. 

6.Tag: Diamond Head und Surfen

Der Zufall wollte es dass mein Geburtstag gerade auf die Tage in Hawaii fiel. Genauer gesagt auf den sechsten Tag. Noch vor dem Frühstück machten wir Yoga, um den Tag gemütlich einzuläuten. Dann ging es auf zum Diamond Head, einem erloschenen Vulkan, auf den wir hinauf wanderten. Das heisst, ich rannte mit einigen anderen Leuten, die Track & Field machen, bis zur Spitze. Auch wenn die Distanz nicht all zu weit war, waren wir wegen der Hitze und der Steigung total ausser Puste, als wir zuoberst ankamen. Dafür wurden wir mit einem wunderschönen Ausblick verwöhnt. 

Nach dem kleinen Lauf freuten wir uns besonders über eine Abkühlung im Meer, die wir vor und während dem Surfen vor dem Waikiki Beach bekamen. 

7.Tag: Schnorcheln und Lu’au

Auf diesen Tag hatte ich mich besonders gefreut. Schnorcheln in einem erloschenen Vulkan. Wieder einmal schauten wir einen Einführungsfilm bevor wir in das Natur Reservat durften. Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht hundert Prozent mit (wie an allen anderen Tagen). Das Wasser war ziemlich kalt und ein eisiger Wind kündete schon am Vormittag Regen an. Die wunderschöne Unterwasserwelt wurde dadurch aber nicht weniger schön. Fische in den buntesten Farben schwammen um mich herum und die verschiedensten Steine lagen am Meeresgrund.

Gegen Mittag begann es dann leider zu Regnen und wir machten uns auf den Weg zum Paradise Cove. Als wir dort ankamen schien bereits wieder die Sonne. Wir wurden in die Kunst des traditionellen Hula Tanzes eingeführt. Wir assen auch gleich dort zu Abend. Während wir uns die Bäuche voll schlugen, wurden unsere Augen und Ohren mit einer Show auf der Bühne beschäftigt gehalten. Und dann war es auch schon Zeit sich zu verabschieden. Im Bus auf dem Rückweg sangen wir alle die Hymne unseres Heimatlandes und die Lieder, die wir durch die Woche immer im Bus gesungen hatten. 

8.Tag. Heimreise nach Indiana

Am letzten Tag konnte ich gemütlich ausschlafen und meine Koffern packen, während andere schon viel früher für ihren Flug aufbrechen mussten. Ich hatte sogar noch Zeit mit einer kleinen Gruppe ein letztes Mal durch Honolulu zu spazieren, bevor wie uns auf den Weg zum Flughafen machen mussten. 

Ich flog von Honolulu direkt nach New York, was  ein Flug von etwas über neun Stunden war. Ich flog über Nacht, wobei ich wieder sechs Stunden vorwärts in der Zeit reiste und mir dadurch der Schlaf genommen wurde. In New York erwartete mich einen Haufen Schnee, weswegen mein Flugzeug nach Indianapolis zwei Stunden verspätet starten konnte. 

Nach einer langen Reise und einem langem Tag konnte ich mich fast vierundzwanzig Stunden später endlich ins Bett fallen lassen.