YFU Switzerland

Florida, The Sunshine State

Eine kurze Anmerkung im Voraus: Die in diesem Blog beschriebenen Ereignisse liegen schon eine Weile zurück und ich hatte einfach noch keine Zeit um den Blog online zu stellen.

So lange hatte ich dem Tag entgegen gesehnt an dem ich mit der letztjährigen Gastfamilie meiner Schwester nach Orlando, Florida gehen werde. Besonders weil mir die letzten Wochen in denen ich meine Gastfamilie gewechselt habe, doch einiges abverlangten, sehnte ich mich nach einer Auszeit an der Wärme und abseits des Alltages in Indiana.

Ihre Gasteltern wollten ohnehin mit ihren Söhnen und vier dessen Freunde nach Orlando gehen – und luden mich ein, sie zu begleiten.

Zum Zeitpunkt meiner Zusage wusste ich noch nicht dass ich meine Gastfamilie wechseln werde und meine neue Gastfamilie, so gut wie jede Familie in meiner Umgebung hier, in den Frühlingsferien auch nach Florida reisen wird.

Als ich aus dem Flugzeug-Fenster die ersten Palmen erspähte, kam es mir vor als ob ich in einem anderen Film gelandet wäre:
Gerade noch war ich in Indiana bei Schnee abgeflogen und nach nur drei Stunden Flug kam es mir vor als sei ich in der Wüste von der Temperatur her.

Spät abends, oder schon eher früh morgens, kamen wir im Hotel an. Schon nachts sah das Ferien-Resort traumhaft aus. Am nächsten Morgen, als ich immer noch etwas schlaftrunken auf den Balkon trat, bestätigten sich meine erste Eindrücke. Riesige Flächen zum Golfen erstreckten sich auf dem Hotel-Gelände, genau so wie ungefähr sieben Pool-Anlagen und siebenundzwanzig Gebäude, die durch hübsche Gehwege verbunden waren.

Wir starteten die Ferien langsam, besorgten einige Dinge im Einkaufsladen und legten uns für den Rest des Nachmittages an den Pool. Bis wir irgendwann genug Sonne für den ersten Tag hatten und uns in einer Sportbar niederliessen, um ein Basketball Spiel zu schauen und um zu essen.

Am Sonntag gingen wir zu Sea World, einem Wasserpark mit einigen Achterbahnen, vielen Vorstellungen mit Tieren und weiterenAttraktionen. Wir besuchten eine Show mit Delfinen, eine mit Killerwalen, eine mit Seehunden und eine mit Haustieren. Alle Shows waren eindrücklich und die Tiere zogen uns mit ihrem ganz eigenen Charme in ihren Bann.

Am Montag erkundigte ich die Umgebung ein wenig und begegnete im Wald einem wilden Truthahn, ein eindrücklicher Vogel. Am Nachmittag gingen wir zu einem Park namens Aquatica, ein anderer Wasserpark, dieses Mal aber vor allem mit Wasserrutschbahnen.

Wir kannten uns nicht wirklich aus und starteten daher gleich mit der steilsten und schnellsten Rutschbahn. Aufrecht stand man in einer Kabine, die Arme gekreuzt auf der Brust, bis irgendwann eine Stimme rückwärts zählte und der Boden einem unter den Füssen weggezogen wurde. Nach einem steilen Fall in die
Rutsche raste man mit einem unglaublichen Tempo in die Tiefe. Ich war so geschockt dass ich den ganzen Weg nach unten vergass zu atmen.

Der Dienstag war der beste Tag: Wir gingen zu Discovery Cove, ein weiterer Freizeitpark. Die Wetterprognosen hatten schlechtes Wetter und sogar einen Tornado vorhergesagt, weshalb wir fast die einzigen Besucher dort waren. Nach einem Frühstück im Park fütterten wir exotische Vögel, liessen uns im „Lazy River“ (einem künstlich angelegtem Fluss) treiben und gingen in einem riesigen, ebenfalls künstlich angelegten Riff Schnorcheln. Die buntesten Fische schwammen um uns herum und auf dem Boden ruhten sich gigantische Rochen aus. Nach dem Schnorcheln gingen wir zum Schwimmen mit Delfinen.
Erst lernten wir den Delfin kennen, streichelten und fütterten ihn und dann bekamen wir die Chance uns an seinen Flossen festzuhalten und mit ihm durchs Wasser zu gleiten. Gerade als wir fertig waren, ist die dunkle Wolkendecke eingebrochen und es startete zu regnen wie aus Eimern. Der Himmel verdunkelte sich so stark, dass man meinen konnte es sei spät abends. Doch so schnell wie der Sturm aufzog, verschwand er auch wieder und wir konnten abends sogar noch einen Abstecher zum International Drive machen, einerStrasse an der die hellsten Leuchtreklamen, die meisten Hotels und die im wahrsten Sinne des Wortes schrägsten Gebäude stehen. Denn am International Drive gibt es sogar einige Gebäude die so gebaut worden waren, dass sie aussehen als würden sie auf dem Kopf stehen.

Am Mittwochmorgen nahmen wir Frauen uns dann einen halben Tag Zeit um uns im Florida Mall mit einigen Dingen neu einzudecken.  Nachdem wir uns am Pool noch einige Stunden ums Nachtanken von Vitamin D gekümmert hatten, machten wir uns am Nachmittag auf den Weg zu Disney Springs. Wie die Meisten von euch vermutlich wissen, liegt das weltberühmte Disney World in Orlando, Florida. Disney Springs sind ein Haufen Restaurants und Läden die ihr Geld mit den Disney World-Besuchern und anderen Touristen machen.

Für die Freizeitpärke lösten wir ein kombiniertes Ticket welches auch einen Besuch in Busch Gardens beinhaltete. Deswegen  machten wir uns am Donnerstag auf den Weg nach Tampa, wo Busch Gardens liegt. Von allen Aktivitäten die ich während unserem Aufenthalt in Florida erleben durfte, war Busch Garden der Park der mir am Wenigsten gefallen hat.

Es gab einen kleinen Zug mit dem man durchs Gehege von Nashörnern, Zebras und anderen afrikanischen Tieren tuckern konnte und einen Haufen anderer Tiere, was mir gut gefiel. Auch einige Achterbahnen gab es, die mir jedoch ziemlich alt vorkamen. Der Sicherheitsgurt der einen Bahn schnürte mir fast die Luft ab und war gleichzeitig an anderen Stellen so locker, das ich nicht sicher war ob ich diese Fahrt heil überstehe. Eine Bahn, so viel muss man dem Park lassen, fand ich jedoch genial. Es handelte sich um eine Bahn bei der man steil in die Luft gehoben wurde und dann mit einer enormen Geschwindigkeit senkrecht in die Tiefe raste. Als ich zu oberst abgekommen war und sich mein Sitz so drehte dass ich mit meinem Gesicht senkrecht den Boden in der Tiefe vor mir hatte, war ich mir schon fast sicher dass mein letztes Stündchen geschlagen hatte. Als sich die Bahn dann aber in Bewegung setzte gab es für mich keine Zweifel mehr, ich sah mich vor meinem geistigen Auge schon zerschmettert auf dem Asphalt liegen.

Am Freitag ging es dann für mich auch schon wieder nach Hause. Die anderen entschieden sich, einen Tag später nach Michigan zurückzufliegen. Ich jedoch musste nach Hause, da ich meine Sommersachen waschen und neu packen musste um bereit für Hawaii zu sein.