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Dezember wie im amerikanischen Spielfilm

Es gibt gute Neuigkeiten. Ich kann „einmal ein NFL (National Football League) – Game besuchen“ von meiner Bucketliste streichen. Durch Freunde hatten wir nämlich die Möglichkeit ziemlich gute Plätze an dem Spiel zwischen den Indiana Colts und den Denver Broncos am Donnerstag den 14. Dezember zu ergattern. Das Spiel wurde im Luca’s Oil Stadium ausgetragen, welches mit seiner Sitzkapazität von rund 65’000, schon von dem Spiel abgesehen, ziemlich eindruecklich zu besuchen war.

Leider verloren die Colts so klar, dass sich viele der blau gekleidetene Coltsfans schon anfangs des vierten Viertels aus dem Staub machten. Wir blieben unserer Mannschaft treu bis zum bitteren Ende, was für meine Müdigkeit am nachsten Schultag vielleicht nicht unbedingt von Vorteil war.

Trotz der Niederlage war das Spiel zumindest für mich grossartig zu beobachten. Nicht einmal das Spiel an sich faszinierte mich am meisten, sondern die hunderten von Helfern die wie fleissige Bienen an der Seitenlinie auf und ab gingen, und das Spiel so gut als möglich unterstützten. Ausserdem wurden die Zuschauer anhand von Kamera-Spielen an der riesigen Leinwand in Stimmung gehalten. Es gab zum Beispiel das Kussspiel, bei dem man, wenn die Kamera auf einem gehalten wurde den Partner küssen musste oder das Lionking-game, bei dem nur die Eltern mit der Kamera eingefangen wurden,  die ihr Kind in die Höhe hielten wie Simba bei der Taufe in dem weltbekannten Disney Film.

Ein erfolgreiches erstes Schulsemester hat, mit dem Abschluss der „Finals“ in der letzten Woche vor den Ferien, geendet. „Finals“ werden die Abschlussprüfungen genannt, die 20% der allgemeinen Semsternote in jedem Fach ausmachen. Der ganze Schulstoff des Semesters, wird in jeweils 70 statt 45 min Lektionen getestet.

Nach den Abschlussprüfungen haben wir uns alle die Weihnachtsferien wohl verdient – würde man zumindest denken. Teilweise fallen meine Ferien dieses Jahr im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Zwei mal zwei Stunden Schwimmtraining am Tag sind angesagt.

Meine Gastschwester und ich, mit den Decken die uns unsere Gastmutter genäht hat, vor dem Weihnachtsbaum.

Zum Glück bin ich zumindest in der ersten Woche davon kaum betroffen, weil ich einen Teil der Ferien mit meiner Gastschwester und meinem Gastvater auf Reisen sein werde.

Am Weihnachtsmorgen wurde ich von einem guten Duft aus der Küche geweckt.

Mein Gastbruder und seine Frau kamen bald nach dem ich aufgewacht war schon  bei uns an und so konnten wir gleich mit dem feiern anfangen.

Wie es die Tradition vorschreibt, prüften wir erst unsere Weihnachtssocken auf deren Inhalt. Als Familienjüngste traf es mich alle Päckchen zu verteilen, was ganz schön dauerte, bei der Menge an Geschenken die unter dem Weihnachtsbaum lagen. Zu Matildes grosser Enttäuschung lagen die Kekse und die Milch, die sie für den Weihnachtsmann neben den Baum gestellt hat, unangetastet da. Dabei hatte sie doch von Freunden gehört das sei echt amerikanisch.

Nach der grossen Bescherung schlugen wir uns die Bäuche mit Biscuit & Gravy voll. Es blieb etwas Zeit für ein kurzes Nap, bevor wir uns zum Haus der Grosseltern begaben.

Der Weihnachtslunch aus Grossmutters Küche bestand aus einem grossen Schweinsbraten, Süsskartoffelgratin, Nudeln mit Poulet und anderen Köstlichkeiten, die ich grossteils schon von Thanksgiving kannte.

Nur was Meiländerli, Spitzbuben und Zimtsterne angeht, bin ich dieses Weihnachten leider leer ausgegangen.