YFU Switzerland

Ein Wochenende in Michigan

Dass meine Schwester letztes Jahr ein Austauschjahr gemacht hatte kam mir für ein mal zu Gute. Ihre Gasteltern haben mich nämlich für ein Wochenende zu sich eingeladen. Ich folgte der Einladung natürlich noch so gerne und so ging es am Freitag nach der Schule für mich ab nach Michigan. Meine Gastmutter fuhr mich die Hälfte der Strecke und die Gastmutter von meiner Schwester gabelte mich dann auf und fuhr mich den Rest des Weges.

Insgesamt musste ich rund drei einhalb Stunden fahren, was mich dann doch ganz schön erschöpfte. Mit ausruhen war aber nichts – im Gegenteil. Einer ihrer Söhne und seine Freundin nahmen  mich mit in ein „haunted house“, übersetzt ein Spuk-Haus. Genau gesehen handelte es sich jedoch nicht nur um ein Haus, sondern um ein ziemlich ansehliches Gelände mit mehren Gebäuden, welches extra für Halloween eingerichtet wurde und als gewaltiges Touristenmagnet ganze Arbeit leistet. Der Parkplatz war jedenfalls mit Leuten vom ganzen Staat überfüllt als wir um ca. 21.30 dort eintrudelten. Einige der Parcours die wir machten waren tatsächlich ziemlich gruselig, denn vorallem die Schauspieler die als blutdrünstige Monster, halb lebendige Verunfallte und verwirrte Seelen hinter jeder Ecke hervorspringen sind nichts für schwache Nerven. Nachdem wir uns noch mit einem „elephant ear“ (ein riesiger Fladen frittierter Teig paniert mit Zucker und Zimt) gestärkt hatten, brachen wir wieder nach Hause auf.

Am nächsten Tag stand ich noch so gerne auf, als mich der Duft von gebratenem Speck und frischen Pancakes weckte. Mit ausgiebige Frühstück im Bauch ging es zu einem Shoppingcenter, wo wir einige Stunden verweilten. Nach dem Einkaufstrip schnapte ich mir Molly, ihren Hund und erkundete ein wenig die Gegend. Okaaay, zugegeben so weit bin ich nicht gekommen denn ihr Garten mit Seeanstoss war schon für sich selbst ziemlich sehenswert.

Am Abend stand dann ein echt wichtiges football game (um Verwirrungen vorzubeugen, wenn ich von football spreche meine ich immer american football und nicht unser Fussball, welches hier übrigens soccer genannt wird) zwischen Michigan und Michigan State an, welches wir uns im Rahen von gemütlichem Beisammensein bei Freunden zuhause anschauen wollten. Das Spiel war ziemlich interessant, auch wenn ich inoch lange nicht alle Regeln verstehe und mich mitlerweile langsam frage ob ich überhaupt je alle kennen werde. Football zu schauen und dabei zusammen zu essen und zu trinken ist eine beliebte Beschäftigung an Samstagabenden bei Amerikanern von klein bis gross.

Der Sonntag war mein persönliches Highlight. Wir brachen gegen Mittag nach zu south haven am Michigan lake, wo wir mit Verwandten zum Mittagessen verabredet waren.

Nach dem Essen schlenderten wir noch einwenig dem wunderschönen Strand entlang. Das muss man einfach einmal im Leben gesehen haben! Diese trügerische Weite von einem See, die einem vorgaukelt man stehe direkt vor einem Ozean. Denn bei seiner Fläche von 58.016 km² ist von Land  weit und Breit nichts zu sehen.

Am späteren Nachmittag durfte ich dann ganz hoch hinaus. Der Gastvater von meiner Schwester flog mich nämlich mit seinem Flugzeug zurück nach Indiana.

Ich war geflasht von dem Ausblick und wie flach alles zu sein schien. Bei den braunen Flecken welche überall zu sehen sind, handelt es sich übrigens um Maisfelder.

Die schnelle Transportmöglichkeit kam mir nicht nur wegen dem Ausblick gelegen. Am Abend feierten wir noch den Geburtstag von meiner (zumindest für ein Jahr) Cousine. So ging ein überaus gelungenes Wochenende zu Ende.