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Die aufregendste Schulwoche im Jahr

Die ersten Blätter verfärben sich langsam bunt, die Tiere beginnen sich allmählich einen Wintervorrat anzulegen und der Apfel-Bauer um die Ecke ist fleissiger denn je. Der Herbst ist gekommen und mit ihm homecoming. Die tollste Schulwoche im Jahr, wenn man die Schüler meiner Highschool fragt.

Ich versuche mal ganz kurz zu erklären was homecoming überhaupt ist, wobei euch Mr. Google in diesem Fall womöglich besser weiterhelfen könnte. Wie auch immer, homecoming wird in den meisten Highschools und Colleges hier im Rahmen eines Umzuges, American Football-Spieles und einem Ball gefeiert und diente ursprünglich zur Willkommenheissung von ehemaligen Spielern der Schule oder zur Ehrung von Spielern die wieder spielen.

Im Park vor dem homecoming dance

Über den Grund der Zeremonie wissen aber selbst die meisten Amerikaner nicht wirklich Bescheid.

Schon einige Tage vor dem Beginn der homecoming Woche wurden sämtliche Wände der Schule mit Informationsplakaten vollgepflastert, die über das Thema vom diesjährigen homecoming und die Verkleidungs-Themen informierten.

Unser diesjähriges Thema war „Movies“ (Filme). Dem entsprechend wurden auch die Themen für die Verkleidungstage festgelegt.

Am Montag war „verkleide dich als dein lieblings Sportler“ angesagt, am Dienstag sollte man sich nach einem Cartoon Charakter, also alles möglichst nicht passend und albern, verkleiden. Am Mittwoch war Western angesagt, am Donnerstag sollte man als sein lieblings Film Charakter  auftreten und am Freitag das grosse Finale: „Arabien Pride“.

Ich schätze das Thema vom Freitag bedarf einige Erklärungen. Jede Schule in den Staaten hat einen solchen Namen, wie bei uns „Arabiens“ der vor allem für die Sportler genutzt wird. Die Studenten unserer Highschool werden wie gesagt Arabiens genannt, unsere Schulfarben sind dunkel grün und weiss und unser Symbol ist der Araber (Pferd). Der Name kommt von der Strasse an der die Schule liegt: Arabien Drive. Also war das Ziel für den Freitag noch einmal kurz zusammengefasst, dass sich möglichst viele in den Farben der Schule kleiden.

Ich verkleidete mich nicht wirklich, da ich keine Zeit dafür hatte und am Montag und Mittwoch hatte ich ohnehin ein Fussballspiel, was bedeutete ich hatte die Sport Uniform zu tragen, was als Demonstration unseres Stolzes von den meisten Sportarten an Tagen von Spielen gemacht wird. Vorallem die Schüler des letzten Jahres verkleideten sich, aber auch einige Kostüme von Schülern aus anderen Jahrgängen stachen aus der Menge. Eine Meerjunfrau aus „little mermaid“ hier, ein zum verwechseln ähnlicher Horrorclown aus „It“ da, sogar einige Lehrer hauten mich mit ihren Verkleidungskünsten schier vom Hocker.

So erwartete mich zum Beispiel statt meiner grauhaarigen Lehrerin mit Brille eine Rockerbraut mit Lederhosen, Lederjacke und Ledercap, sowie überziehbaren Tattostrümpfen an den Armen  in meinem Weltkrieg II Klassenzimmer.

Das powderpuff game

Am Donnerstag Abend galt es dann für einige senior- und juniormädchen ernst. Es ging darum das traditionelle powderpuff zu spielen, das heisst die Mädchen des letzten (seniors) und zweit letzten Jahres (juniors) traten für einen Abend in die Schuhe der football player und spielten ein football game.

Mir wurde von Leuten aus meinem Fussballteam gesagt, ich solle mich am Freitag mit ganz vielen Süssigkeiten im Park mit dem Rest der Manschaft treffen.

Rund 70 „floats“ (Umzugswagen) standen dort für die Parade bereit. Jede Sportart der Highschool und Middleschool, sowie sämtliche Clubs der Schulen,  hatten einen Wagen mit dem sie durch die Strassen von Pendleton vom Park bis zur Schule fuhren und den Kindern, die schon sehnsüchtig jubelnd am Strassenrand warten, Süssigkeiten zuwarfen.

Die „float“ der juniors

Nach dem Umzug versammelten sich viele der Studenten, Eltern und andere Schaulustige  auf den Tribünen des Footballfeldes, wo das homecoming game ausgetragen wurde. Wie, trotz den ziemlich guten Gegnern, insgeheim von jedem erhofft, gewannen unsere Jungs das Spiel.
Glücklich aber müde von all den Eindrücken fiel ich abends ins Bett, damit ich schon einmal ein wenig Schlaf für den Samstag vorholen konnte, denn mit der Parade und dem Footballgame war homecoming noch lange nicht durch.

Die „student section“ am homecoming game

Samstags war nämlich der Ball, auf den ich mich ganz besonders gefreut habe. Gegen Mittag war ich mit Dani (Frau des Sohnes meiner Gasteltern) verabredet, damit sie mir die Haare machen konnte. Nachdem ich mich geschminkt hatte und mein Kleid sitzte brachte mich Amanda zum Park, wo ich mit Freunden verabredet war, um einige Fotos zu machen.

Mein homecoming Kleid

Viele der Jugendlichen gehen vor dem Ball essen und dies taten auch wir in einem prall gefüllten steakhouse im Nachbardorf.

Der Ball war, kombiniert mit einer Disco, ein ziemlicher Erfolg. Die Leute amüsierten sich prächtig, wenn auch zu sagen bleibt, dass mir manch einer zuraunte, Prom mache mehr Spass, da dann die jüngeren Schüler, das heisst Freshmen und Sophmore nicht mit von der Partie sein dürfen.

Der „dance“ wurde in der Hauptturnhalle der Schule abgehalten, was bedeutete um 11.00 p.m. wurde der Laden für alle Gäste dicht gemacht. Meine Gruppe machte sich danach auf zu einer meiner Begleiterinnen, um dort noch bis tief in die Nacht spiele zu spielen, zu plaudern und später dann erschöpft aber seelig lächelnd in die Betten zu sinken.