YFU Switzerland

Summer break

Seit fast vier Wochen ist die Schule nun schon vorbei. Mein Austauschjahr endete aber nicht mit der Schule. 

Ich geniesse meine letzten Wochen hier mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden in vollen Zügen. Wir haben viele „Family Dinners“ bei denen all meine Geschwister nach Hause kommen und wir im Garten Grillieren etc.

Schwer vorzustellen, dass es nur gerade elf Monate her ist, seit ich so  viele „erste Male“ in meinem Austauschjahr erlebte. Nun ist es schon Zeit viele Erlebnisse mit dem „letzten Mal“ Stempel zu versehen.

Wenigstens einige Dinge sind immer noch zu finden die ich zum ersten Mal mache. Zum Beispiel war ich in Chicago mit meiner Gastfamilie. Wir besuchten das „Field Museum“, welches mit einem Naturhistorischen Museum zu vergleichen ist. Das Naturhistorische Museum Bern hätte neben diesem gigantischen Gebäude aber alt ausgesehen. Ganze Skelette von Tieren aus der Eiszeit und der Zeit der Dinosaurier führten uns auf eine Tour durch die Vergangenheit. Mumien aus dem alten Ägypten lagen nach hunderten und tausenden von Jahren immer noch ruhig in ihren Särgen, die wir mit entzücktem Blick begutachten konnten. Die verschiedensten Tiere von der Region, aber auch von der ganzen U.S. und ganz Amerika konnten besichtigt werden. Auch wenn ich mir sicher bin, dass wir dort bestimmt den ganzen Tag hätten verbringen können, verliessen wir am späten Nachmittag das Museum. Den Rest der Zeit wollten wir in der Millionenstadt selbst verbringen. 

Wir besuchten die weltberühmte Bean, in der sich die fantastischen Gebäude rundum spiegeln und stoppten auch an einem Steg, so dass wir die Skyline noch einmal betrachte konnten. Am Abend spazierten wir auf dem Navy Pier, einem weitbekanntem Steg mit grossartiger Aussicht.  Bevor wir die lange Autofahrt nach Hause antraten, stärkten wir uns noch mit einer Chicago Pizza. Diese ist sehr typisch und einzigartig und ähnelt mehr einer ganzen Pizzatorte anstatt nur einer dünnen Scheibe Pizza. 
Ausserdem besuchte ich in der letzten Woche ein Openair Konzert von Imagine Dragons in Noblesville, Indiana. Tausende Fans tanzten und sangen unter freiem Himmel zu der beliebten Band, während es langsam dunkel wurde.  

Ein anderes Highlight der Sommerferien war das Baseballgame der Indians. Ich hatte noch nie zuvor ein Baseballgame in real life gesehen. Obwohl die Indians verloren, war der Tag super.

Da sich meine Zeit in den USA dem Ende zuneigt, werde ich keine weiteren Blogs mehr posten. Vielen herzlichen Dank an all meine Leser. 

Falls du selbst darüber nachdenkst ein Austauschjahr zu machen kann ich dir nur auf den Weg geben, dass du definitiv etwas verpasst, wenn du dich dagegen entscheidest. Denn, auch wenn dass jetzt etwas kitschig und klischeehaft klingt, ein Austauschjahr ist wirklich ein Leben in einem Jahr und nicht nur ein Jahr im Leben.

Endspurt und krönender Abschluss

Unified Track. Was sich erst für mich nur nach einer komischen Wortkombination angehört hatte, klingt in meinen Ohren nun ganz anders. Grob übersetzt bedeutet es „Vereintes Leichtathletik“, was dem Sinn dahinter schon recht nahe kommt.

Es geht bei dem Programm darum, Jugendliche mit Behinderungen in den normalen Alltag einzubinden. Sie gehen in die selbe Schule wie ich und werden so gut als möglich in den Regel Unterricht integriert. Sie werden aber auch in speziellen Klassen gefördert.

Es wird grossen Wert darauf gelegt, dass „special-need-kids“, wie sie hier genannt werden, die selben oder zumindest ähnliche Möglichkeiten haben wie andere Schüler. Aus diesem Gedanken heraus wurde Unified Track hervorgerufen. Es ist eine Möglichkeit für die „special-need-kids“ in einer Sportart integriert zu sein. Nebst den Coaches, gibt es auch so genannte „partners“, die nicht zu den special-need-kids gehören, sondern da sind, um sie zu unterstützen.

An Meetings (Wettkämpfen) werden dann die „Athletes“ (Jugendliche mit Behinderung) und die „Partners“ in den Disziplinen getrennt, um es so fair als möglich zu gestaten.

Dem Unified Track beizutreten war eine der besten Entscheidungen, die ich während meinem Austauschjahr getroffen habe. Von den „Special-Need-Kids“ bekommt man so viel zurück.

Einmal hat ein Mädchen beim Einwärmen angefangen Schneeengel im Gras zu machen – Mitten im Gras, ohne Schnee und das ganze Team hat sich hingelegt und hat Schnee-Engel gemacht, als wäre es das natürlichste der Welt. Ich kann nicht in Worte fassen wie glücklich es mich machte ein Teil von Unified Track zu sein.

Auch der ABC-Countdown hat meine letzten sechsundzwanzig Tage an der High School sehr verschönert. Dabei konnten sich alle Seniors (12. Klässler), die die Schule dieses Jahr abgeschlossen haben, jeden Tag anders verkleiden. 

Das Thema nach dem man sich verkleidet, fing jeweils mit dem Buchstaben des Alphabets an, der gerade dran war.

Der erste Tag war A – Administration, dann sollte man sich wie jemanden aus einem Büro oder ein Lehrer verkleiden, der zweite Tag war B – Beach, da verkleidete man sich, als würde man gerade vom Strand kommen, und so weiter. Ich verkleidete mich an einigen der Tagen, jedoch lange nicht an allen, denn es ist erstaunlich anstrengend sich jeden Tag eine neue Verkleidung für das entsprechende Thema auszudenken und die Accessoires dazu zu besorgen.

In der letzten Schulwoche hatten wir am Montag, wegen dem nationalen Feiertag „Memorial day“, frei. Danach hatten wir an den letzten drei Schultagen Abschlussprüfungen. 

Am letzten Tag versammelten sich alle Seniors auf dem Parkplatz und anstatt die ersten zwei Lektionen zu besuchen, veranstalteten wir ein grosses Frühstück. 

Nach dem wir auch den siebten Final geschrieben hatten, gab es draussen auf dem Football Feld ein grosses Picknick für alle Seniors. Es gab Burgers, Potato Chips und Cookies. 

Danach wäre die Schule offiziell noch weiter gegangen, aber ausser einigen Ausnahmen, haben alle die Schule frühzeitig verlassen. 

Obwohl das Schuljahr an einem Donnerstag abgeschlossen wurde, mussten wir 12. Klässler am Freitag schon wieder eintrudeln, für die Hauptprobe von Graduation. 

Die Probe war lange, denn bei rund 380 Schülern ging das Aufrufen von Namen nicht wirklich schnell. 

Den Samstag verbrachte ich dann mit „open house“- Besuchen. Am Ende der High School Karriere haben

An unserem open house.

die Studenten oft ein riesiges Fest bei sich zuhause oder in einer Party Scheune oder so, wo Fotos ausgestellt werden und gegessen wird. Alle Freunde, Lieblingslehrer, Verwandte und Nachbaren werden zu diesen Festen eingeladen. 

Meine Gastschwester und ich hatten unser „open house“ schon vor einer Woche, was eine ziemlich gute Idee war, denn dieses Wochenende hatten so viele ihr „open house“, dass ich nicht einmal alle besuchen konnte, zu denen ich eingeladen war. 

Mit einer Freundin besuchte ich am Samstag elf „open houses“.

Am Sonntag morgen gab es in unserer Kirche eine kleine Verabschiedungsfeier der Seniors. 

Nach kurzem frisch machen zuhause, gingen wir zur Schule für die Graduation. 

Als wir bei der Schule ankamen, war da schon eine riesige Warteschlange, die sich um die ganze Schule schlängelte. Wir Schüler konnten zum Glück einfach beim Hintereingang reingehen. In der Nebenturnhalle wurden wir, wie am Freitag geprobt, in Reihen aufgestellt und marschierten in die Hauptturnhalle, wo die Feier stattfand, ein. 

Alle Mädchen trugen weiss und alle Jungs trugen grün, was zusammen unsere Schulfarben verkörpert. Die ganze Feier wurde gefilmt und konnte im Internet verfolgt werden. 

Zu Vorderst sassen die „Top 10 Percent“ Schüler und dann ging es alphabetisch der Reihe nach. Immer eine Reihe Mädchen, dann eine Reihe Jungs. 

Nach einigen Reden von Leuten der Schulkommission etc., hielten auch die beste Schülerin des Jahrgangs und der zweit beste Schüler eine Rede. 

Ein Junge und dann zwei Mädchen sangen danach je ein Lied. Dann ging es endlich mit der Diplom Vergabe los. Name um Name wurde von einem professionellen Sprecher aufgerufen, mussten auf der Bühne vom Direktor ihr Diplom entgegen nehmen, und schritten dann zurück zum Platz. 

Ich war furchtbar aufgeregt und da es zusätzlich noch so heiss wurde in der Turnhalle, musste ich mich zusammenreissen mich nicht zu übergeben. 

Die Diplomvergabe ging erstaunlich schnell vorbei.  Danach zündeten alle Schüler eine Kerze an und auf der gigantischen Leinwand wurden Fotos von allen Schülern gezeigt. 

Nach der Feier machte ich noch einige Erinnerungsbilder mit meinen Freunden. Es fühlt sich seltsam an über all das in der Vergangenheit zu sprechen, denn nun ist mein High School Jahr endgültig vorbei.

 

Das Prom Wochenende

Prom – der Höhepunkt vieler Juniors und Seniors (Schüler in der 11. und 12. Klasse) im Highschooljahr.

„Corsages“, die Mädchen normalerweise am Handgelenk tragen an Prom.

Am Samstag, der 5. Mai 2018 war bei uns der grosse Tag. Viele der Mädchen an unserer Schule liessen sich schon am Tag davor die Nägel machen. Genauso angesagt war ein so genannter „Fake Tan“, ein Spray, der am ganzen Körper aufgetragen wird, um eine sommerliche Bräune vorzutäuschen. 

Das Prom Kleid wird oft schon Wochen oder gar Monate im Voraus gekauft und gespart wird dabei schon gar nicht. Kleider von hundert bis tausend US Dollar sind in den buntesten Farben und Variationen vertreten. Prom Kleider reichen normalerweise bis zum Boden und sind immer sehr festlich. Mein Kleid war bordeaux rot mit goldenen Stickereien am oberen Teil des Kleides. Vergleichsweise zu anderen Mädchen meiner Schule war ich echt spät dran, denn ich hab mein Kleid erst etwa einen Monat vor Prom gekauft.

Am Samstag Mittag ging das Styling für mich und meine Schwester los. Wir liessen uns die Haare kunstvoll zurück stecken und beeilten uns danach nach Hause zu kommen, um uns um das Make-up zu kümmern. 

Um ca. 15.30 Uhr begaben wir uns zu dem Park im Dorf, wo sich praktisch die ganze Schule versammelte um zu sehen und gesehen zu werden und um Fotos mit Freunden und Familien zu machen. Wohin ich nur schaute, sah ich meine Schulkameraden in den prächtisten Kleidern und Anzügen.

Die Meisten gehen mit einem Date (ein/e Partner/in) zur Prom, dann ist das Kleid mit der Krawatte oder Fliege des Partners abgestimmt, oder wie ich, mit einer Gruppe Freunden. 

Seniors und Juniors, die eine Begleitperson mitbringen möchten, die nicht zu unserer Schule geht, können dies tun, nachdem sie das entsprechende Formular dazu ausgefüllt haben. Jüngere Freunde oder Freundinnen, also unter 11. und 12. Klasse sind an der Prom nicht erlaubt.

Nach den Fotos im Park, teilte sich die Menge wieder in kleinere Gruppen auf, um in einem eher teuren Restaurant zu Abend zu Essen. Ich liess mir das Prom-Dinner mit meinen Freundinnen in ein Restaurant nahe Indianapolis schmecken. Es gab „Fried Chicken“, Kartoffel Stock, Mais und Bohnen.

Gegen 20.00 Uhr begaben wir uns zu dem Festsaal in Indianapolis, wo unsere Prom dieses Jahr statt fand. Der Ort variiert von Jahr zu Jahr. Letztes Jahr war die Prom zum Beispiel in der Bibliothek in Indianapolis zu Gast. 

An der Prom wird getanzt und man unterhält sich mit Freunden. Neben dem grossen Tanzraum gab es auch eine hübsche Terrasse, auf der man die warme Frühsommerluft geniessen konnte. Mir kam die Terrasse besonders nach den „fätzigen“ Liedern sehr gelegen, und im Gegensatz zu drinnen, herrschte draussen angenehme Stille, bei der man sich gut unterhalten konnte.

Als Höhepunkt des Abends wurde eine Prom-Queen, ein Prom-King, sowie eine Prom-Princess und einen Prom-Prince gekrönt, die aus den Nominierten ausgewählt wurden. Alle Juniors und Seniors konnten schon eine Weile vor Prom abstimmen wer nominiert werden soll und an Prom selber konnte man dann von den Nominierten noch einmal jemanden auswählen.

Um 23.00 Uhr war die Party in Indianapolis schon vorbei. Die Prom- Erfahrung damit aber noch nicht ganz. Nach der Prom geht es nämlich zu der Post Prom, deren Ort ebenfalls jedes Jahr variiert. 

Dieses Jahr wurde unserer Schule für diesen Anlass herausgeputzt.

Die hübschen Kleider wurden abgelegt, gegen Sporthosen und T-Shirt eingetauscht und nur noch die kunstvoll hergerichteten Frisuren der Mädchen erinnerte an den festlichen Anlass . Der Parkplatz vor der Schule war gegen Mitternacht wieder so überfüllt wie an einem normalen Wochentag.

Als wir die Schule betraten war diese kaum wieder zuerkennen. Das Thema von Post Prom war Cinco de

Post Prom

mayo, deswegen wurde die ganze Schule mexikanisch dekoriert. Wo einst mein Schliessfach stand, war nun alles abgedeckt mit schwarzen Tüchern und Lichterketten (siehe Bild rechts).

An der Post Prom erwartete uns eine grosse Auswahl von Spielen und Aktivitäten. Es gab einen Escape-Room, kleine Golf Carts, auf denen man eine Runde mitfahren konnte, ein Fahrrad rennen durch die Schulgänge, einen Film in dem sich die Lehrer und andere Angestellte unserer Schule zum Affen machten und viele mehr. 

Meine Gruppe hielt sich erst in dem „The Voice“ Raum auf, in dem Leute Karaoke sangen und später im „Deal or no Deal“-Raum. Überall verteilt konnte man durch die Spiele kleine Zettel gewinnen, auf die man seinen Namen schreiben konnte und sie dann für den Wettbewerb des Abends in einen Topf werfen konnte. Es gab einen Flachbild-Fernseher, einen kleinen Kühlschrank für den College Dorm, Konzert Tickets, Tickets zu einem Football Game, eine Apple Watch und vieles mehr zu gewinnen. Ich gewann dabei leider nichts. 

Aber auch als wir gegen 4.00 Uhr morgens müde ins Bett fielen war das „Prom-Experience“ wie es mir beschrieben wurde noch nicht ganz komplett. 

Am Sonntag standen wir nämlich, anstatt auszuschlafen, früh auf und begaben uns auf eine zweieinhalbstündige Autofahrt nach Kings Island, einem Freizeitpark in Ohio, unserem Nachbar Staat. Obwohl sich der Park so weit weg von unserem Dorf befindet, trafen wir auf viele andere Leute unserer Schule, weil es Tradition ist diesen Weg nach Prom auf sich nehmen. 

Achterbahnen, Ice Cream und Sonne war wohl nicht gerade das, was sich unser übermüdeter Körper nach einer Nacht wie Prom wünschte, aber das spielte uns keine Rolle. 

Am Montag machte dann Rund die Hälfte der Schüler meines Jahrganges blau und kamen nicht zur Schule. „Senior Skip day“, wird der Montag nach Prom genannt, denn es ist ziemlich beliebt unter Seniors diesen Schultag auszuschlafen statt die Schulbank zu drücken. Ich konnte leider nicht “ frei nehmen „, da mein Gastvater Vorsteher an der Schule ist und davon wohl nicht der grösste Fan wäre.

Obwohl ich mir erst nicht sicher war ob Prom wirklich mein Ding ist, muss ich jetzt rückblickend sagen, in Kombination mit Post Prom und Kings Island, war eines der besten Wochenende meines ganzen Austauschjahres.

National Student Walkout

Am Freitag, 20. April 2018 fand erneut  ein  National Student Walkout in den Vereinigten Staaten statt. Ich könnte an dieser Stelle nun versuchen die Bedeutung dieses Tages zu erklären, denke aber, die Leute, die diesen Artikel geschrieben haben, haben den Nagel voll und ganz auf den Kopf getroffen: 

„The National Student Walkout is a nationwide protest of our leaders’ failure to pass laws that protect us from gun violence. Mass shootings happen far too frequently in America, and we as a nation have become numb to seeing the news. After each one, the same cycle takes place: the media spend less than a week on the story, politicians offer their “thoughts and prayers,” and nothing ever changes. But after the horrific massacre at Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, young Americans are taking matters into their own hands. „ – Quelle:  https://act.indivisible.org/event/national-school-walkout/

Falls die Englischkenntnisse meiner Leser ein wenig eingerostet sind, hier eine Übersetzung mit einigen Anmerkungen zu dem kurzen Abschnitt den ich oben eingefügt habe: 

Der „ National Student Walkout“ ist ein nationaler Protest gegen die Leute an der Macht in Amerika, die unfähig sind ein strikteres Waffen Gesetz einzuführen, welches uns* vor Waffengewalt beschützt. Amokläufe  passieren viel zu oft in Amerika, und wir als eine Nation sind viel zu taub geworden gegenüber den Nachrichten von wiederholten Schiessereien an Schulen. 

Nach jedem Amoklauf fängt wieder der gleiche Teufelskreis an: Die Medien berichten weniger als eine Woche über eine erneute Schiesserei, Politiker bieten ihre „Gedanken und Gebete“ * an und nichts ändert sich jemals danach. Aber nach dem entsetzlichen Massaker in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, nehmen nehmen junge Amerikaner die Sache in ihre eigene Hände. 

*die Schüler, vor allem auf High School Level (9.-12. Klasse)

* Eine Andeutung auf ein ziemlich bekanntes Verhalten von Politikern und Mediensprechern nach Amokläufen. „Thoughts and prayers“, damit wollen sie sagen, dass sie mit den Gedanken ganz bei den Opfern und ihren Familien sind und auch für sie beten. 

Der National Student Walkout diesen Freitag, war dem Jahrestag des Amoklaufes gewidmet, welcher am 20. April 1999 in der Columbine High School passierte,  bei dem fünfzehn Personen ihr Leben liessen.

Vor allem nach dem Amoklauf in Florida haben viele Schüler angefangen zu handeln, haben angefangen auf den Strassen zu protestieren und die Leute auf Social Media über das Problem und Lösungen dazu aufzuklären. 

Foto: RJ Sangosti/Denver Post via Getty Images

Ich gehe zu einer Schule, an der der Protest vom Freitag auf Widerstand gestossen ist. Nicht nur von den Lehrern und der Direktion aus, sondern auch und vor allem von den Schülern aus. Ich kenne mehrere Leute von meiner Schule, die auf Social Media Dinge gepostet haben wie „Wenn du morgen an dem Protest teilnimmst, verschwinde aus meinem Leben!“  

Ein junger Mann von unserem Dorf hat es sogar soweit getrieben, dass er auf der Social Media Platform Snapchat gepostet hat: „ Ich werde jeden erschiessen, der an dem Protest morgen mitmacht.“ Als die Polizei ihn am Donnerstag festgenommen hat, sagte er nur, er habe es aus Spass gesagt. 

Indiana und vor allem die Umgebung in der ich zur Schule gehe ist sehr republikanisch, was oftmals auch heisst „Pro second Amendment “, das bedeutet für so viele Feuerwaffen im Umlauf wie möglich. 

So gut wie jede Familie meiner Freunde besitzt eine oder mehr Feuerwaffen, die die meisten von ihnen um keinen Preis abgeben würden und dies auch offen kommunizieren. Die meisten Teenager planen, sobald sie mündig werden, eine Feuerwaffe zu kaufen. Die Begründung dafür ist oftmals, um sich selber und die Familie zu schützen, um zu jagen oder einfach nur zum Spass. 

Viele der Schüler die sich gegen den Protest äusserten, fühlten sich angegriffen und interpretierten den Protest als einen Protest gegen ihr Recht Feuerwaffen zu besitzen. 

Ich selber wollte ganz bestimmt an dem Protest mitmachen, weil ich während meinem Austauschjahr nicht mit der Angst leben will, eines Tages nicht mehr von der Schule nach Hause zu kommen, weil ein ehemals gehänselter oder aus anderen Gründen wütender Schüler durchdreht und in meine Schule kommt, um uns alle zu erschiessen. 

An dem ersten nationalen Student Walkout dieses Jahr, am 14. März, konnte ich leider nicht mitmachen, weil unsere Schule zu dieser Zeit Ferien hatte. 

Also, habe ich mich um 09.55 am Freitag Morgen, aus Einzige in meiner Klasse, während dem Unterricht erhoben und habe das Klassenzimmer verlassen. Als stummer Protest gegen die Regierung, die nicht handelt und als respektvolle Geste gegenüber viel zu vielen jungen Menschen, die nie wieder lebendig aus einem Schulgebäude kamen. 

Im Hauptflur hab ich mich mit rund fünfundvierzig anderen Schülern getroffen. Es waren sehr traurige Minuten, viele weinten oder beteten für die Opfer. Es war aber auch Momente voller Kraft und Hoffnung. Ein Moment, daran glaube ich von ganzem Herzen, der etwas bewirken kann. 

Als es klingelte um das Klassenzimmer zu wechseln, bildete sich vor der Protestgruppe eine grosse Menge Schaulustiger. Einige Schüler tauchten mit Amerika oder Trump Fahnen auf,  um einen Gegenprotest zu starten, beschimpften oder belachten den Protest. 

An unserer Schule trauten sich leider nur eine kleine Minderheit aufzustehen und für das Recht  zu Leben zu kämpfen.

Von Freunden die in anderen Staaten zur Schule gingen, hörte ich, dass die grosse Mehrheit an dem Protest mitgemacht hat. 

Mahalo Hawaii

(Mahalo = Danke auf hawaiianisch)

Für Austauschschüler von YFU besteht jeweils die Möglichkeit sich für Trips anzumelden, die während des Austauschjahres stattfinden. Ich entschied mich für einen Trip nach Hawaii. Mit sechsunddreissig anderen Austauschschülern der ganzen Welt bekam ich also die einmalige Chance für eine Woche nach Hawaii zu gehen.

1.Tag: Die Reise nach Hawaii

Um 04.30 am Sonntag Morgen brachen meine Gastmutter und ich zum Flughafen auf. So früh am Morgen rechnete ich nicht mit vielen Leute in der Warteschlange für den Security-Check, besonders nachdem ich für die Floridareise so gut wie die einzige war, die dort anstand. Trotzdem wäre ich gerne früher dort gewesen. Ich gehöre zu der Art von Menschen die gerne schon zwanzig Minuten bevor der Zug kommt auf dem Bahnsteig steht, da könnt ihr euch ja vorstellen wie es mit Flugzeugen ist. 

Auf jeden Fall lag ich richtig mit meinem Gefühl, dass wir früher hätten aufbrechen sollen. Die Warteschlange war sehr lang. Es hätte mich nicht gewundert, wenn sich schon Schweissperlen auf meiner Stirn gebildet hätten, so nervös war ich, dass ich es nicht bei Zeiten aufs Flugzeug schaffe. 

Irgendwie hab ich es dann doch noch geschafft unter Druck das richtige Gate zu finden. Im kleinen Flughafen von Indianapolis ist das zum Glück nicht wirklich eine Hexerei. Leider musste das Flugzeug  noch vom Schnee befreit werden, bevor wir abheben konnten, was uns ein wenig Verspätung einbrockte. Glücklicherweise liess mich der Fensterplatz der bevorstehende Umsteigestress vergessen und ich starrte stundenlange nur aus dem kleinen Fenster auf die wunderschöne, sich stets verändernde Landschaft die sich unter mir ausstreckte.  In San Francisco stieg ich um und nach etwas über sechs weiteren Stunden Flug konnte ich die ersten Inseln von Hawaii, in Mitten des Pazifiks, am Horizont ausmachen.  

In Honolulu, Oahu angekommen wurden wir von einem Taxi abgeholt und konnten uns im Hotel einquartieren. Bis die anderen Austauschschüler alle eintrudelten, erkundete ich mit einer kleinen Gruppe bereits eingetroffenen Teilnehmern des Trips die Gegend in Honolulu und Waikiki Beach. 

2.Tag: Beach day in Waikiki 

Die sechs Stunden Zeitverschiebung machte sich nur leicht bemerkbar, indem wir alle morgens schon früh wach waren. Wenigstens hatten wir deswegen keine Mühe aus den Federn zu kommen. Wir verbrachten den Tag an dem Waikiki Strand direkt in Honolulu, an dem es von Touristen nur so wimmelte. Später gingen wir auf eine Catamaran (Segelboot) Tour. Mit dem Schiff fuhren wir der Küste entlang und liessen die eindrückliche Skyline von Honolulu auf uns wirken.

Abends verwöhnten wir uns mit Hawaii Pizza, natürlich mit Ananas direkt von Hawaii. 

3.Tag: Surfen und Polynesian Cultural Center 

Hawaii – Die Insel zum Surfen. Wäre ja lachhaft, wenn wir uns nicht auch selbst auf eines der Surfboards geschwingt hätten und denn beliebten Sport mal ausprobiert hätten. North Shore ist besonders berühmt berüchtigt für die guten Wellen fürs Surfen. Deswegen starteten wir dort unsere ersten Surflektionen. Die Wellen waren nicht all zu hoch, was mir fürs erste mal auf dem Board ganz recht war. 

Vor allem das Paddeln braucht einem mehr, als ich gedacht hätte, daher freute ich mich aufs entspannte Nachmittagsprogramm. Wir stoppten in einem kleinen Dörfchen um uns etwas zu Essen zu kaufen. Acai Bowls sind in Hawaii eine sehr bekannte und beliebte Malzeit, daher wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen und probierten dort das erste Mal eine Acai Bowl. Es handelte sich dabei um Yoghurt mit frischen Früchten, Honig und Knuspermüesli. Lecker.

Wir gingen in ein Polynesian Cultural Center. Hawaii gehört zu Polynesien, einer Region von Ozeanien. Da es in dem Kultur Zentrum aber um polynesische Kultur im Allgemeinen und nicht nur um die Kultur von Hawaii ging, hatten wir auch die Chance mehr über die Kultur von Neuseeland und anderen Inseln zu lernen. Durch Vorstellungen von originalen Tänzen und Musik wurden wir mit den Traditionen der polynesischen Leuten vertraut gemacht. 

4.Tag: Honolulu, Pali und Waimanalo beach 

Am Morgen des vierten Tages lernten wir noch etwas mehr über die Kultur Hawaiis. Wir besuchten den Iolani palace, in dem die letzte Königin Hawaiis gelebt hatte. Wir machten noch einige weiteren Stops in Honolulu, bei Statuen und Gebäuden, die man gesehen haben muss, wie zum Beispiel das Regierungsgebäude. Das Regierungsgebäude hat übrigens, als eines von wenigen, keine Kuppe, weil die hawaiianischen Leute die es bauten meinten, für sie sei der Himmel die Kuppe. 

Später ging es auf den Pali Look out. Eine wunderschöne Aussicht hatten wir von dem Berg aus über den Wald bis zum Meer. 

Einer der Höhepunkte der Reise, von mir ausgesehen, erwartete uns am Nachmittag. Wir gingen zum Waimanalo Beach, der Momentan als schönster Strand der Vereinigten Staaten bezeichnet wird. Diese Auszeichnung hat sich der fast menschenleere Strand mehr als verdient.

Weisser Sand, Palmen, und türkis blaues Wasser, in dem man etwas weiter vom Strand entfernt, kleine Inseln erkennen konnte.

5.Tag: Pearl Harbor und Ala Moana Shopping Mall

Der geschichtsträchtigste Hafen Amerikas durfte auf unserem Programm natürlich nicht fehlen. Am fünften Tag stand Pearl Harbor auf dem Programm. Wir besichtigten das Memorial der USSR Arizona, die am 7. Dezember 1941 im zweiten Weltkrieg  mit vielen anderen Schiffen von den Japanern versenken worden war.  Erst schauten wir ein Informationsvideo an, um mehr über den Hintergrund des Angriffes auf die amerikanische Flotte zu lernen und nahmen dann ein Schiff hinraus zu dem Memorial, welches in Mitten des Hafens quer über die unter Wasser liegende Arizona gebaut worden war.

Am Abend besuchten wir das Ala Moana Shopping Mall und assen in einem Bubba Gump Restaurant zu Abend. 

6.Tag: Diamond Head und Surfen

Der Zufall wollte es dass mein Geburtstag gerade auf die Tage in Hawaii fiel. Genauer gesagt auf den sechsten Tag. Noch vor dem Frühstück machten wir Yoga, um den Tag gemütlich einzuläuten. Dann ging es auf zum Diamond Head, einem erloschenen Vulkan, auf den wir hinauf wanderten. Das heisst, ich rannte mit einigen anderen Leuten, die Track & Field machen, bis zur Spitze. Auch wenn die Distanz nicht all zu weit war, waren wir wegen der Hitze und der Steigung total ausser Puste, als wir zuoberst ankamen. Dafür wurden wir mit einem wunderschönen Ausblick verwöhnt. 

Nach dem kleinen Lauf freuten wir uns besonders über eine Abkühlung im Meer, die wir vor und während dem Surfen vor dem Waikiki Beach bekamen. 

7.Tag: Schnorcheln und Lu’au

Auf diesen Tag hatte ich mich besonders gefreut. Schnorcheln in einem erloschenen Vulkan. Wieder einmal schauten wir einen Einführungsfilm bevor wir in das Natur Reservat durften. Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht hundert Prozent mit (wie an allen anderen Tagen). Das Wasser war ziemlich kalt und ein eisiger Wind kündete schon am Vormittag Regen an. Die wunderschöne Unterwasserwelt wurde dadurch aber nicht weniger schön. Fische in den buntesten Farben schwammen um mich herum und die verschiedensten Steine lagen am Meeresgrund.

Gegen Mittag begann es dann leider zu Regnen und wir machten uns auf den Weg zum Paradise Cove. Als wir dort ankamen schien bereits wieder die Sonne. Wir wurden in die Kunst des traditionellen Hula Tanzes eingeführt. Wir assen auch gleich dort zu Abend. Während wir uns die Bäuche voll schlugen, wurden unsere Augen und Ohren mit einer Show auf der Bühne beschäftigt gehalten. Und dann war es auch schon Zeit sich zu verabschieden. Im Bus auf dem Rückweg sangen wir alle die Hymne unseres Heimatlandes und die Lieder, die wir durch die Woche immer im Bus gesungen hatten. 

8.Tag. Heimreise nach Indiana

Am letzten Tag konnte ich gemütlich ausschlafen und meine Koffern packen, während andere schon viel früher für ihren Flug aufbrechen mussten. Ich hatte sogar noch Zeit mit einer kleinen Gruppe ein letztes Mal durch Honolulu zu spazieren, bevor wie uns auf den Weg zum Flughafen machen mussten. 

Ich flog von Honolulu direkt nach New York, was  ein Flug von etwas über neun Stunden war. Ich flog über Nacht, wobei ich wieder sechs Stunden vorwärts in der Zeit reiste und mir dadurch der Schlaf genommen wurde. In New York erwartete mich einen Haufen Schnee, weswegen mein Flugzeug nach Indianapolis zwei Stunden verspätet starten konnte. 

Nach einer langen Reise und einem langem Tag konnte ich mich fast vierundzwanzig Stunden später endlich ins Bett fallen lassen.

Florida, The Sunshine State

Eine kurze Anmerkung im Voraus: Die in diesem Blog beschriebenen Ereignisse liegen schon eine Weile zurück und ich hatte einfach noch keine Zeit um den Blog online zu stellen.

So lange hatte ich dem Tag entgegen gesehnt an dem ich mit der letztjährigen Gastfamilie meiner Schwester nach Orlando, Florida gehen werde. Besonders weil mir die letzten Wochen in denen ich meine Gastfamilie gewechselt habe, doch einiges abverlangten, sehnte ich mich nach einer Auszeit an der Wärme und abseits des Alltages in Indiana.

Ihre Gasteltern wollten ohnehin mit ihren Söhnen und vier dessen Freunde nach Orlando gehen – und luden mich ein, sie zu begleiten.

Zum Zeitpunkt meiner Zusage wusste ich noch nicht dass ich meine Gastfamilie wechseln werde und meine neue Gastfamilie, so gut wie jede Familie in meiner Umgebung hier, in den Frühlingsferien auch nach Florida reisen wird.

Als ich aus dem Flugzeug-Fenster die ersten Palmen erspähte, kam es mir vor als ob ich in einem anderen Film gelandet wäre:
Gerade noch war ich in Indiana bei Schnee abgeflogen und nach nur drei Stunden Flug kam es mir vor als sei ich in der Wüste von der Temperatur her.

Spät abends, oder schon eher früh morgens, kamen wir im Hotel an. Schon nachts sah das Ferien-Resort traumhaft aus. Am nächsten Morgen, als ich immer noch etwas schlaftrunken auf den Balkon trat, bestätigten sich meine erste Eindrücke. Riesige Flächen zum Golfen erstreckten sich auf dem Hotel-Gelände, genau so wie ungefähr sieben Pool-Anlagen und siebenundzwanzig Gebäude, die durch hübsche Gehwege verbunden waren.

Wir starteten die Ferien langsam, besorgten einige Dinge im Einkaufsladen und legten uns für den Rest des Nachmittages an den Pool. Bis wir irgendwann genug Sonne für den ersten Tag hatten und uns in einer Sportbar niederliessen, um ein Basketball Spiel zu schauen und um zu essen.

Am Sonntag gingen wir zu Sea World, einem Wasserpark mit einigen Achterbahnen, vielen Vorstellungen mit Tieren und weiterenAttraktionen. Wir besuchten eine Show mit Delfinen, eine mit Killerwalen, eine mit Seehunden und eine mit Haustieren. Alle Shows waren eindrücklich und die Tiere zogen uns mit ihrem ganz eigenen Charme in ihren Bann.

Am Montag erkundigte ich die Umgebung ein wenig und begegnete im Wald einem wilden Truthahn, ein eindrücklicher Vogel. Am Nachmittag gingen wir zu einem Park namens Aquatica, ein anderer Wasserpark, dieses Mal aber vor allem mit Wasserrutschbahnen.

Wir kannten uns nicht wirklich aus und starteten daher gleich mit der steilsten und schnellsten Rutschbahn. Aufrecht stand man in einer Kabine, die Arme gekreuzt auf der Brust, bis irgendwann eine Stimme rückwärts zählte und der Boden einem unter den Füssen weggezogen wurde. Nach einem steilen Fall in die
Rutsche raste man mit einem unglaublichen Tempo in die Tiefe. Ich war so geschockt dass ich den ganzen Weg nach unten vergass zu atmen.

Der Dienstag war der beste Tag: Wir gingen zu Discovery Cove, ein weiterer Freizeitpark. Die Wetterprognosen hatten schlechtes Wetter und sogar einen Tornado vorhergesagt, weshalb wir fast die einzigen Besucher dort waren. Nach einem Frühstück im Park fütterten wir exotische Vögel, liessen uns im „Lazy River“ (einem künstlich angelegtem Fluss) treiben und gingen in einem riesigen, ebenfalls künstlich angelegten Riff Schnorcheln. Die buntesten Fische schwammen um uns herum und auf dem Boden ruhten sich gigantische Rochen aus. Nach dem Schnorcheln gingen wir zum Schwimmen mit Delfinen.
Erst lernten wir den Delfin kennen, streichelten und fütterten ihn und dann bekamen wir die Chance uns an seinen Flossen festzuhalten und mit ihm durchs Wasser zu gleiten. Gerade als wir fertig waren, ist die dunkle Wolkendecke eingebrochen und es startete zu regnen wie aus Eimern. Der Himmel verdunkelte sich so stark, dass man meinen konnte es sei spät abends. Doch so schnell wie der Sturm aufzog, verschwand er auch wieder und wir konnten abends sogar noch einen Abstecher zum International Drive machen, einerStrasse an der die hellsten Leuchtreklamen, die meisten Hotels und die im wahrsten Sinne des Wortes schrägsten Gebäude stehen. Denn am International Drive gibt es sogar einige Gebäude die so gebaut worden waren, dass sie aussehen als würden sie auf dem Kopf stehen.

Am Mittwochmorgen nahmen wir Frauen uns dann einen halben Tag Zeit um uns im Florida Mall mit einigen Dingen neu einzudecken.  Nachdem wir uns am Pool noch einige Stunden ums Nachtanken von Vitamin D gekümmert hatten, machten wir uns am Nachmittag auf den Weg zu Disney Springs. Wie die Meisten von euch vermutlich wissen, liegt das weltberühmte Disney World in Orlando, Florida. Disney Springs sind ein Haufen Restaurants und Läden die ihr Geld mit den Disney World-Besuchern und anderen Touristen machen.

Für die Freizeitpärke lösten wir ein kombiniertes Ticket welches auch einen Besuch in Busch Gardens beinhaltete. Deswegen  machten wir uns am Donnerstag auf den Weg nach Tampa, wo Busch Gardens liegt. Von allen Aktivitäten die ich während unserem Aufenthalt in Florida erleben durfte, war Busch Garden der Park der mir am Wenigsten gefallen hat.

Es gab einen kleinen Zug mit dem man durchs Gehege von Nashörnern, Zebras und anderen afrikanischen Tieren tuckern konnte und einen Haufen anderer Tiere, was mir gut gefiel. Auch einige Achterbahnen gab es, die mir jedoch ziemlich alt vorkamen. Der Sicherheitsgurt der einen Bahn schnürte mir fast die Luft ab und war gleichzeitig an anderen Stellen so locker, das ich nicht sicher war ob ich diese Fahrt heil überstehe. Eine Bahn, so viel muss man dem Park lassen, fand ich jedoch genial. Es handelte sich um eine Bahn bei der man steil in die Luft gehoben wurde und dann mit einer enormen Geschwindigkeit senkrecht in die Tiefe raste. Als ich zu oberst abgekommen war und sich mein Sitz so drehte dass ich mit meinem Gesicht senkrecht den Boden in der Tiefe vor mir hatte, war ich mir schon fast sicher dass mein letztes Stündchen geschlagen hatte. Als sich die Bahn dann aber in Bewegung setzte gab es für mich keine Zweifel mehr, ich sah mich vor meinem geistigen Auge schon zerschmettert auf dem Asphalt liegen.

Am Freitag ging es dann für mich auch schon wieder nach Hause. Die anderen entschieden sich, einen Tag später nach Michigan zurückzufliegen. Ich jedoch musste nach Hause, da ich meine Sommersachen waschen und neu packen musste um bereit für Hawaii zu sein.

Random Lifestyle Update

Über sieben Monate meines Austauschjahres liegen nun schon hinter mir. Die ersten neun Wochen des zweiten Semsters sind nun schon vorüber und somit drei viertel des Schuljahres. Ab Heute habe ich zwei Wochen Frühlingsferien, wobei eigentlich sogar drei, da ich direkt nach den Ferien mit YFU nach Hawaii gehen werde.

Wie man an der Häufigkeit des Blog schreibens sehen kann, war ich in letzter Zeit stets ziemlich beschäftigt.

Die Track und Field Saison ist schon in vollem Gang und nach den Frühlingsferien haben wir schon die ersten „outdoor“ Wettkaempfe.

Das Wetter spielt wie gehabt verrückt. Mal schon Frühlingstemperaturen oder gar Sommertemperaturen, mal Schnee und Eis, mal wieder Regen. Es gab eine Periode, in der das nasse Wetter jedoch klar überwogen hat. Vorallem vor etwa zwei Wochen hatten wir so viel Regen, dass der Boden das viele Wasser nicht mehr aufnehmen konnte und sich ueberall auf den Feldern und in den Gärten und sogar in der Wäldern grosse Pfützen oder fast schon Teiche bildeten.

Wenn ich nicht gerade in der Schule war oder im Training habe ich in der letzten Zeit an einigen Fotografie-Wettbewerben mitgemacht, denn wie ich mitlerweile weiss, vergleichen sich die Amerikaner echt in allem. Auch sonst habe ich ab und zu mal etwas unternommen um der amerikanischer Kultur naeher zu kommen.

Unter anderem habe ich das „Indiana State Museum“ in Indianapolis besucht,

 

in dem man sich über die Tier und Pflanzenzenwelt Indianas, über Künstler von Indiana und über die Geschichte Indianas weiterbilden kann. Der Staat in dem ich gelandet bin hat übrigens eine sehr spannende Geschichte, da Indiana, wie der Name schon verrät, ein Hotspot war für die Höhepunkte aber auch die Tiefpunkte der indianischen Geschichte. (https://www.indianamuseum.org/visit)

Zum krönenden Abschluss der Schwimmsaison hatten wir diese Woche das Abschluss Banquet fürs Schwimmen, in dem noch einmal die besten Momente und Leistungen der Saison besprochen wurden und jedes einzelne Mitglied des Teams vorgestellt und geehrt wurde. Die Seniors, also die Jugendlichen, die dieses Jahr die High School abschliessen, bekamen ausserdem eine Decke, auf der unser Name, das Schullogo und „Class of 2018“ gestickt war und das Poster, welches die ganze Saison ueber in der Schwimmhalle aufgehängt war, auf dem wir grössenmässig fast 1:1 abgebildet sind.

Ich realisiere gerade, wie lange ich keinen Blog mehr geschrieben habe, denn ich habe noch nicht einmal von meinem Besuch einer Universität (umgangssprachlich „College“) erzählt.

Vor etwa einem Monat habe ich nämlich mit einer Freundin an eine Führung an der Taylor University in Upland, Indiana teilgenommen.

Wir wurden morgens von einer Sophmore (Studentin im 2. Jahr) empfangen, die uns ueber das ganze Schulgelände geführt hat. Sie hat uns die „dorms“ (Zimmer die sich die Studenten zum Wohnen teilen), die Mensa, die Bibliothek und die Aufenthaltsmöglichkeiten gezeigt. Es gab sogar einen „24/7-Raum“, der von den Studenten, wie schon der Name sagt, rund um die Uhr zum Lernen genutzt werden kann. Auch die Sportanlagen haben wir besichtigt, denn wie schon in der High School werden Sports auch im College grossgeschrieben. Sportanlagen sind, nebst den verschiedenen Komplexen fürs eigentliche Studieren und den Wohngebaeuden, die wohl meist dominierende Element auf dem Gelände.

Nach der Tour übers Gelände hatten wir einige Meetings mit verschiedenen Leuten in der Abteilung Business, weil das Mädchen welches mit mir kam sich fur dieses Studium interessiert.

Damit ihr euch etwas mehr vorstellen könnt unter meinen Beschreibungen hier einige Links zu Videos:

Weil Taylor University eine christliche Schule ist, hat sie eine Kapelle und eine Kirche auf dem Kampus, auf dem drei mal wöchentlich Gottesdienste stattfinden, die von den meisten Studenten und Professoren freiwillig besucht werden.

Am Tag meiner Führung besuchte ich einen dieser Gottesdienste, die wie mir später erklärt wurde, meist aus Gastsprechern und Musik zusammengestzt sind. Die Gastsprecher an dem Tag, an dem ich dort war, waren Kim und Corwin Anthony. Kim ist ziemlich bekannt, da sie einen sehr spannenden Lebenslauf hat und ihre Geschichte im Rahmen eines Buches erzählt hat. 

Hier findet ihr die Rede im Gottesdienst der Beiden in voller Länge, denn die meisten Gottesdienste in meiner Region werden jeweils aufgezeichnet und online gestellt.

Taylor University ist eine Privat Schule, was das Studieren dort noch teurer macht als an einem normalen College. 43 728 $ muss man pro Jahr bezahlen, wobei Buecher und teilweise auch das Essen noch nicht einberechnet ist.

Ball State University in Muncie, zu dem viele meiner Klassenkammeraden nach der High School gehen werden, ist ein public college und daher etwas billiger. Rund $ 23 940 muss man aber auch dort pro Jahr einberechnen und Ball State ist eines der günstigsten Colleges die man überhaupt finden kann hier in der Umgebung. Der Kampus ist ausserdem um einiges grösser als zum Beispiel der von Taylor University. Hier ein Link zu einer Karte die dies deutlich belegt.

Weil College hier so teuer ist, versuchen viele amerikanische Teenager ein möglichst gutes Stipendium zu ergattern, welches sie und ihre Familien zumindest teilweise von den hohen Kosten entlastet. Viele Familien verschulden sich wegen den teuren Ausbildungskosten ihrer Kinder. Viele meiner Freunde in der High School fangen mit der Suche nach dem best möglichen Stipendium schon im Junior year an oder spätestens am Anfang des letzten High School Jahres. Beim Kampf um ein gutes Stipendium spielen Noten und Vergleichteste eine entscheidende Rolle. Zudem muss man in Clubs und Sports zu den Besten zählen, damit ein Stipendium in Reichweite rückt.

Wechselhaftes Wetter und wechselnder Alltag

Ich dachte bis jetzt immer es heisst April, April macht was er will. Seit ich in Indiana lebe frage ich mich aber je länger je mehr, ob dieses Sprüchlein nicht für’s ganze Jahr in Indianapolis gelten sollte. Wir hatten im Januar von Schneestürmen, über Gewitter mit Blitz und Donner, über Nebel und sogar fast schon Frühlingstemperaturen, alles.  Wir hatten zwei „snow days“, das heisst wir mussten wegen zu schlechten Strassenbedingungen und zu kalten Temperaturen nicht zur Schule gehen. Leider müssen wir die zwei Tage, die wir verpassten wieder nachholen, in dem wir an Tagen an denen wir eigentlich frei hätten zur Schule gehen müssen. Manchmal haben wir aber auch 2-hour-delays, das heisst wir müssen zwei Stunden später zur Schule gehen und haben dafür nur dreissig minütige Lektionen statt fünfzig minütige. 

Vier Wochen des zweiten Semesters liegen nun schon hinter mir und ich habe mich an die neuen Fächer, Mitschüler und Lehrpersonen gewöhnt. Ausser Algebra und Französisch hab ich nämlich kein einziges Fach mehr gleich wie im ersten Semester. Creative Writing, Photography und U.S. Government geniesse ich besonders, aber auch in den andere Fächern fühle ich mich wohl und habe keine Schwierigkeiten mitzukommen.  In einer Lektion am Tag, von sieben, kann man jeweils „study hall“ wählen. Diese Stunde dient dann dazu Hausaufgaben zu erledigen und für Tests zu lernen. Dieses Semester habe ich mich für eine solche Lektion entschieden, bin aber ein „student assistant“, das ist die andere Möglichkeit in „study hall“. Man kann einer Lehrperson die man besonders gerne hat assistieren (wie ein Hilfslehrer).

Ausserdem hatte ich letzte Woche einen Ausflug von meiner Composition (Englisch)-Klasse aus. Wir sind mit dem Schulbus nach Indianapolis gefahren und haben uns dort ein Theaterstück angeschaut.

Die Schwimmsaison hat diese Woche mit den „Sectionals“ (eine Meisterschaft) für die meisten Schwimmerinnen unserer Schule geendet. Einige haben es durch die Meisterschaft bis in die „states“ geschafft. Das heisst sie treten bald gegen die Schwimmerinnen von ganz Indiana an.  Die „sectional week“ vom schwimmen war ganz anders als die bisherigen Monate im Schwimmteam. Die Trainings waren viel kürzer als sonst, damit die Schwimmer für die Meisterschaft ausgeruht waren. Wir verkleideten uns jeden Tag anders für in die Schule zu gehen. Einmal Hawaiian, einmal 80’s, einmal als ein Sportler einer anderen Sportart als Schwimmen, einmal trugen wir unsere „sectional shirts“, die wir extra für diesen Anlass machen liessen und am Freitag gingen wir mit Onesies  (einteilige Pyjamas) zur Schule.

Auch eine senior night hatten wir natürlich wie jede Sportart. Im Gegensatz zu der senior night für das Fussball Team hatten wir aber noch ein kleines Apèro nach dem Meeting.

Obwohl sich das Schwimmen vor allem in den ersten Wochen mehr wie ein „nicht ertrinken“ angefühlt hat als ein Schwimmen und mir manchmal das Training fast schon zum Hals heraus hing, werde ich es wohl sehr vermissen. 14.5 Stunden haben wir jede Woche zusammen im Pool verbracht fürs Training und in den Weihnachtsferien sogar das Doppelte. Wir machten einen Ausflug zusammen zu einem College-swim-meet, wir wurden Conference champions (eine andere Meisterschaft) und wir haben jedes einzelne Meeting gewonnen, wovon wir manchmal bis zu drei pro Woche hatten.

(zum Vergrössern klicken)

Matilde, meine Gastschwester von Dänemark, zeigt mir jedoch, dass man sich an einer High School auch anders beschäftigen kann. Sie interessiert sich mehr für Singen und Schauspielern und ist daher in Show-Choir involviert. Jeden Samstag hat sie einen Wettkampf und muss dafür um 5.30 Aufstehen. Je nach dem, wie weit sie kommen an dem Wettkampf ist sie nicht vor Mitternacht zuhause. Ausserdem spielt sie eine Nebenrolle im Musical, welches im Frühling aufgeführt wird. Sie hat sich gegen über 90 Schüler von der Pendleton Heights High School durchgesetzt, die mitmachen wollten und für das Musical vorgesprochen, vorgetanzt und vorgesungen haben.

Wer seine Zeit nicht so gerne mit Sport verbringt  und seine Begabungen eher musikalisch verankert hat, wird zumindest in unserer Schule in Theater und Chor mit offenen Armen empfangen.

 

Reisetagebuch von unserem Roadtrip durch die Nachbarstaaten

Mittwoch, 27.Dezember:

06.00 holte mich mein Wecker aus einem tiefen Ferienschlaf. Trotz der Müdigkeit war ich schnell auf den Beinen und stand abfahrtsbereit vor der Haustür. Meine Gastschwester und mein Gastvater waren bald schon bereit und wir machten uns auf den Weg.

Unser erster Stop, nach einer ungefähr drei stündigen Fahrt, war der Familienfriedhof von Vorfahren meiner Gastfamilie in Illinois. Bei minus 10° C hielten wir unsere Besichtigung kurz und nahmen bald schon wieder fahrt auf. Vom Auto aus konnte ich auf den umliegenden Feldern, mitten im Nirgendwo in Illinois Gestelle ausmachen, deren Form ich nicht definieren konnte. Mein Gastvater erklärte mir, dass es sich bei den Kranähnlichen Dingern um Erdölborstationen handelt, was auch die grossen Fässer, die rum standen, erklärte.

Nach einer Weile erreichten wir unser zweites Tagesziel: St.Louis in Missouri. St.Louis liegt fast noch auf der Grenze zu Illinois, daher mussten wir den Mississippi, der dort die natürliche Abtrennung zwischen den beiden Staaten bildet, per Brücke überqueren. Im Verlaufe des Morgens besuchten wir das City Museum, welches vor allem spezielle Architektur, Kunst und Spielplätze zu bieten hatte und mich, auf mein Alter zurückzuführen, nicht restlos überzeuge. Während das City Museum meine Ansprüche nicht erfüllen konnte, hat das old courthouse diese gar übertroffen. Der Eintritt ist gratis, was ziemlich erstaunlich ist, in Anbetracht dessen, was das alte Gebäude alles in sich verbirgt. Das Haus selber erzählt schon seine ganz eigene Geschichte aber damit nicht genug. Mit Galerien, Ausstellungen und Filmen wurde eindrücklich erklärt welche Rolle die Stadt St.Louis in der Zeit der Siedler spielte: Sie war DAS Tor für den Westen. Von hier aus begann die ganze Besiedlung des Westens. Genau dafür steht auch the Arch, das unübersehbare Monument, wegen welchem wir hauptsächlich die Stadt besucht haben. Mit seinen 192 Metern ist der Arch das grösste von Menschen erbaute Monument in den Staaten. Mit einem spezielle Gondelsystem wurden wir in 4 min in die Höhe gezogen. Die lange Wartezeit hat sich gelohnt. Eine gigantische Aussicht über die ganze Stadt erstreckte sich unter unseren Füssen. Durch die kleinen Fenster auf der linken Seite, konnte man den Mississippi in seiner vollen Pracht erblicken und auf der rechten Seite das „old courtouse“, die Hochhäuser und das Baseballstadion. All zu lange blieb uns jedoch nicht um zu verweilen, eine weitere rund vierstündige Autofahrt lag uns bevor, die wir jedoch für heute um 2 Stunden verkürzten und uns erstmal in einem Hotel niederliessen. Morgen ist auch noch ein Tag.

Donnerstag, 28.Dezember:

Früh morgens, noch halb im Schlaf, standen wir auf und machten uns auf den Weg nach Tenessee. Unser Ticket für Graceland in dem Elvis Presley begraben ist, war um 10.30 und so hatten wir gut Zeit uns bei IHOP (International house of pancakes) zu stärken. Obwohl wir unser Ticket schon hatten, mussten wir nach einem kurzen Einführungsfilm ziemlich lange draussen in der bitteren Kälte für den Shuttlebus anstehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir endlich in den Bus und wurden mit Ipad und Kopfhörern als Audioguide ausgestattet. Und da waren wir. Im Haus des Mannes der mehr CD’s verkauft hat als die Beatles und Michael Jackson zusammen. Per Audioguide gab uns auf der Tour durch seine Gemächer viele Hintergrundsinformationen über seine Familie und sein Leben, so dass ich am Ende des  Rundganges, als ich vor seinem Grab stand, schon fast das Gefühl hatte, ich stehe vor dem Grab eines Bekannten. Nach der Besichtigung seines Hauses ging es mit dem Bus zurück zu dem Museum, in welchem man so gut wie alles über Elvis Presley rausfinden konnte. Seine Outfits, seine Uniformen von der Zeit in der Armee, seine zahllosen Awards aber auch Dinge wie Spielsachen von seiner Tochter konnten bestaunt werden.

Es gab sogar eine eigene Halle mit Gegenständen und Zitaten von Leuten, deren Musik von ihm geprägt wurde und eine weitere Halle in der das Tonstudio in dem er seine ersten Songs aufgenommen hat, nachgebaut wurde.

Einer meiner persönlicher Höhepunkte waren seine Flugzeuge, die immer noch stolz, wie in den guten alten Tagen da standen.

Das grössere seiner zwei personalisierten Prachtmodelle, die Lisa Marie war luxuriös in mehrere Räume unterteilt, während das kleinere wohl eher für Kurzstrecken diente und ausser den etwas grosszügigeren Sitzen nicht viel mehr Komfort bot als ein normales Kleinflugzeug.

Von einem der Infobildschirmen erfuhr ich, dass Elvis sein Flugzeug manchmal ganz spontan für Kurztrips eingesetzt hat, wie zum Beispiel als er realisierte, das seine Tochter noch nie Schnee gesehen hat und er mit ihr nach Denver, Colorado, flog, wo Elvis sie kurz im Schnee spielen liess und dann den Rückflug wieder antrat.

Kaum aus den Geschichten der guten alten Zeiten aufgetaucht, tauchten wir schon gleich wieder in den neuen, modernen Teil von Memphis ein. Die  Pyramide aus Glas, die dem Louvre in Paris zum verwechseln ähnlich sieht, hat mit dem Inhalt so gar nichts gemeinsam. In dem markanten Gebäude befindet sich nicht etwa ein Museum, sondern ein Outdoor Sport laden. Nicht nur von aussen hat dieser ganz schön was zu bieten. Auch im Innern der Pyramide hat man keinen Aufwand gescheut. Riesige Bäume, Holzbrücken und Lichterketten machten die Produkte zum Kauf einladend. In der Mitte der Pyramide befindet sich einen Fahrstuhl, der übrigens der grösste Freistehende Fahrstuhl der Staaten ist. In der Spitze der Pyramide befindet sich eine Aussichtsplattform und ein gemütliches Restaurant, in dem wir uns verpflegten, während die untergehende Sonne die Skyline von Memphis langsam in ein zartes orange tauchte.  Nicht nur Downtown war von dem Aussichtspunkt gut zu sehen, sondern auch der Mississippi in seiner vollen Pracht. Bei dieser Aussicht fiel es uns schwer uns von unserem Tisch am Fenster loszureissen, doch eine weitere lange Autofahrt lag vor uns und so machten wir uns auf den Weg.

Spät abends kamen wir bei Henry und seiner Freundin in Kentucky an. Er ist einer meiner Vorgänger als Austauschschüler, dem es die Staaten so angetan haben, dass er von Afrika hier nach Kentucky gezogen ist, wo er sein Studium abgeschlossen hat.

Freitag, 29. Dezember

Wehmütig verliess ich das Bett heute morgen, denn der letzte Tag unseres Roadtrips stand schon bevor. Wir machten uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg Richtung Norden, Richtung Indiana, Richtung nach Hause.  Der letzte Stop auf unserer Reise war in Louisville, Kentucky bei einer Grotte, die in einen Funpark umfunktioniert wurde. Morgens erkundeten wir den Bikepark, der zu meiner Überraschung ziemlich gross war, wenn man beachtet, dass wir uns dort in einem Berg befanden. Zu unserer Enttäuschung waren jedoch nur noch kleine BMX-Fahrräder übrig und so liessen wir die unterirdische Bike-Halle bald hinter uns und machten uns bereit für unseres nächstes Abenteuer: Louisville mega cavern bietet nämlich unterirdische Ziplane-Touren an. Wer schon einmal im Seilpark war, weiss ungefähr was eine Zip lane ist, nur muss man sich vorstellen, dass diese Tour unterirdisch stattfand, was dem Ganzen irgendwie einen zusätzlichen Reiz verschaffte.Zwei Guides statteten uns erst mit Helmen und Klettergurten aus und erläuterten kurz die Regeln bevor es los ging. Während den nächsten 2.5 Stunden, die wir entweder an den Seilen, hoch über dem steinigen Boden, auf Plattformen oder von Seilstation zu Seilstation marschierend verbrachten, wichen uns die beiden Guides nicht von der Seite. Als eine der letzten Gruppen des Tages kamen wir von der Tour zurück und als wir aus der Grotte ins Freie traten, war die Sonne bereits vom Mond abgelöst worden.  Nach einem kurzen Zwischenstopp bei chick fil a, dem besten Fastfoodrestaurant überhaupt, machten wir uns endgülltig auf den Heimweg.

Dezember wie im amerikanischen Spielfilm

Es gibt gute Neuigkeiten. Ich kann „einmal ein NFL (National Football League) – Game besuchen“ von meiner Bucketliste streichen. Durch Freunde hatten wir nämlich die Möglichkeit ziemlich gute Plätze an dem Spiel zwischen den Indiana Colts und den Denver Broncos am Donnerstag den 14. Dezember zu ergattern. Das Spiel wurde im Luca’s Oil Stadium ausgetragen, welches mit seiner Sitzkapazität von rund 65’000, schon von dem Spiel abgesehen, ziemlich eindruecklich zu besuchen war.

Leider verloren die Colts so klar, dass sich viele der blau gekleidetene Coltsfans schon anfangs des vierten Viertels aus dem Staub machten. Wir blieben unserer Mannschaft treu bis zum bitteren Ende, was für meine Müdigkeit am nachsten Schultag vielleicht nicht unbedingt von Vorteil war.

Trotz der Niederlage war das Spiel zumindest für mich grossartig zu beobachten. Nicht einmal das Spiel an sich faszinierte mich am meisten, sondern die hunderten von Helfern die wie fleissige Bienen an der Seitenlinie auf und ab gingen, und das Spiel so gut als möglich unterstützten. Ausserdem wurden die Zuschauer anhand von Kamera-Spielen an der riesigen Leinwand in Stimmung gehalten. Es gab zum Beispiel das Kussspiel, bei dem man, wenn die Kamera auf einem gehalten wurde den Partner küssen musste oder das Lionking-game, bei dem nur die Eltern mit der Kamera eingefangen wurden,  die ihr Kind in die Höhe hielten wie Simba bei der Taufe in dem weltbekannten Disney Film.

Ein erfolgreiches erstes Schulsemester hat, mit dem Abschluss der „Finals“ in der letzten Woche vor den Ferien, geendet. „Finals“ werden die Abschlussprüfungen genannt, die 20% der allgemeinen Semsternote in jedem Fach ausmachen. Der ganze Schulstoff des Semesters, wird in jeweils 70 statt 45 min Lektionen getestet.

Nach den Abschlussprüfungen haben wir uns alle die Weihnachtsferien wohl verdient – würde man zumindest denken. Teilweise fallen meine Ferien dieses Jahr im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Zwei mal zwei Stunden Schwimmtraining am Tag sind angesagt.

Meine Gastschwester und ich, mit den Decken die uns unsere Gastmutter genäht hat, vor dem Weihnachtsbaum.

Zum Glück bin ich zumindest in der ersten Woche davon kaum betroffen, weil ich einen Teil der Ferien mit meiner Gastschwester und meinem Gastvater auf Reisen sein werde.

Am Weihnachtsmorgen wurde ich von einem guten Duft aus der Küche geweckt.

Mein Gastbruder und seine Frau kamen bald nach dem ich aufgewacht war schon  bei uns an und so konnten wir gleich mit dem feiern anfangen.

Wie es die Tradition vorschreibt, prüften wir erst unsere Weihnachtssocken auf deren Inhalt. Als Familienjüngste traf es mich alle Päckchen zu verteilen, was ganz schön dauerte, bei der Menge an Geschenken die unter dem Weihnachtsbaum lagen. Zu Matildes grosser Enttäuschung lagen die Kekse und die Milch, die sie für den Weihnachtsmann neben den Baum gestellt hat, unangetastet da. Dabei hatte sie doch von Freunden gehört das sei echt amerikanisch.

Nach der grossen Bescherung schlugen wir uns die Bäuche mit Biscuit & Gravy voll. Es blieb etwas Zeit für ein kurzes Nap, bevor wir uns zum Haus der Grosseltern begaben.

Der Weihnachtslunch aus Grossmutters Küche bestand aus einem grossen Schweinsbraten, Süsskartoffelgratin, Nudeln mit Poulet und anderen Köstlichkeiten, die ich grossteils schon von Thanksgiving kannte.

Nur was Meiländerli, Spitzbuben und Zimtsterne angeht, bin ich dieses Weihnachten leider leer ausgegangen.