YFU Switzerland

Mid-Year Orientation und Geburtstagsfeier

Goeie dag almal

Es ist jetzt schon wieder eine ganze Weile her, seit ich meinen letzten Blog geschrieben habe. So Vieles habe ich seitdem erlebt. Nun sind nur noch drei Monate von meinem Austauschjahr übrig. Ich weiss wirklich nicht was ich davon halten soll. Es wird sehr hart werden mein Leben in Süd Afrika hinter mich zu lassen. Auch die Tatsache, dass ich dann in der Schule wieder alles geben und die Erwartungen erfüllen muss, ist nicht wirklich etwas auf was ich mich freue. Aber ich sehne mich auch danach meine Familie und Freunde wiederzusehen.

Abkühlen im Pool

Ende Januar fand die Mid-year Orientation statt, wo sich alle Austauschschüler wiedergetroffen haben. Das Wochenende verbrachten wir wieder in Pretoria, am selben Ort unserer ersten Orientation. Diesmal schliefen wir jedoch nicht in Zelten, sondern in umgebauten Pferdeställen. Ich habe das Wochenende unglaublich genossen. Wir alle verstehen uns so gut miteinander; ob Austauschschüler oder Teamer von Deutschland, Süd Amerika, Frankreich oder Skandinavien. Wir unterhielten uns lange und tiefsinnig, kühlten uns im Pool ab und genossen unsere Zeit zusammen. An den Abenden liessen wir Lateinamerikanische Musik laufen und die Austauschschüler von Chile, Brasilien und Argentinien zeigten uns wie man richtig tanzt.

Der Hindernisparcours

Aber es war nicht alles ein Zuckerschlecken. Der Besitzer des Grundstücks kam an einem Nachmittag zu uns, als wir gerade im Pool entspannten. Er zwang uns einen Hindernisparcours bewältigen. Wir mussten auf allen Vieren durch den Schlamm krabbeln und über hohe Hindernisse klettern während er uns mit einem Grinsen im Gesicht mit einem Wasserschlauch beschoss. Eines der Hindernisse hatte es besonders in sich: ein sechs Meter hohes Gerüst an dem man an einem Netz hochklettern musste. Ich hatte schon halb mit meinem Leben abgeschlossen, als ich mich am höchsten Punkt dieses Hindernisses mit aller Kraft festkrallte und mich panisch fragte, wie ich Bitteschön wieder nach unten klettern sollte. Gott sei Dank schafften wir es alle einigermassen heil ins Ziel.

Natürlich übertreibe ich hier auch ein wenig. Dass Wochenende war wirklich wunderschön und am Ende verabschiedeten wir uns nur sehr ungerne von einander. Bei manchen lief sogar die ein oder andere Träne. Wie wird dass bloss werden, wenn wir uns bei der End-Year Orientation von einander verabschieden müssen, wohlmöglich für immer?

Ich mit meinen Gastgeschwistern

Eine Woche später, an einem Montag, feierte ich meinen 17en Geburtstag. Da ich ja an diesem Tag zur Schule musste, hatte sich meine Gastfamilie etwas ganz Besonderes für das Wochenende vor meinem Geburtstag ausgedacht. Wir fuhren am Freitag zu einem Naturresort, dem “Voetpadkloof Resort”. Dort trafen wir auch die weitere Familie und Freunde meiner Gastfamilie. Nach etwa zwei Stunden Autofahrt bogen wir von der Autobahn ab und waren direkt in der Natur. Fast sofort tauchten die ersten Antilopen und Büffel auf. Auch im Resort selber liefen die Antilopen frei herum. Wir schauten sogar zwei Klippspringern direkt neben dem Pool beim Kämpfen zu

Am Sonntag gab es eine Überraschungsparty für mich. Dass kam für mich wirklich total unerwartet. Nachdem ich vom Schwimmen zurück kam, erwartete man mich mit Ballons, Geschenken und einem vielfältigem Buffet mit allerlei Südafrikanischen Spezialitäten. Dass war so lieb und ich habe mich riesig über die Überraschung gefreut. Eigentlich hätte ich schon eine Vorahnung haben sollen. Ich war aber so abgelenkt, dass ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte.

Mein eigentlichen Geburtstag war mehr oder weniger ein normaler Schultag. Jedoch befanden sich an meinem Schulsack ein halbes Duzend Ballons, welche meine Gastschwester dort befestigt hatte. Hier ist es nämlich üblich, an seinem Geburtstag beladen mit Ballons, Schärpen und Krönchen in der Schule zu erscheinen. Dass war für mich zunächst ein bisschen befremdlich, da man genauso gut “Hey Leute, ich habe heute Geburtstag” in der Gegend herum schreien könnte und jeder käme um einem zu gratulieren. Es war aber auf jeden Fall ein Erlebnis. So wusste jeder von meinem Geburtstag und ich bekam jede Menge Glückwünsche.

Mir wird immer bewusster, wie viel Glück ich mit meiner Gastfamilie habe. Die Hälfte der Austauschschüler haben mittlerweile aufgrund verschiedenster Probleme ihre Familie wechseln müssen. Ich bin so dankbar, dass mir diese Probleme erspart blieben. Bei der Orientation haben wir uns viel über die verschiedenen Gastfamilien unterhalten. Sich in der Familie wohl zu fühlen ist ein wahnsinnig wichtiger Teil für ein gutes Austauschjahr. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass die Gastfamilie dass Austauschjahr ausmacht. Das sind die Menschen, mit denen man die meiste Zeit verbringt. Schliesslich lebt man ja zusammen.

Ich bin bisher noch nicht gross auf Besonderheiten von Südafrika eingegangen. Es gibt eine Menge davon und ich habe noch nicht Vieles darüber geschrieben. Diese Eigenheiten sind für mich inzwischen normal und deshalb vergesse ich diese zu erwähnen. Dass wäre aber bestimmt ein interessantes Thema für meinen nächsten Blog.