YFU Switzerland

An alle, welche die Schule hassen.

Ich am Feuer im finnischen Wald

Ein Austauschjahr ändert Meinungen: Die Schule verwandelt sich vom Arbeitsplatz zum Forum für soziales Geschehen: Viele verschiedene Leute lernt man dort kennen, erfährt von den Ereignissen in der Region, und wenn es doch mal langweilig ist, kann man Cartoons lesen (unter Bedingung, dass man sie in der Sprache der Einheimischen liest). Von Aufgaben keine Rede. Und lernen kann man trotzdem etwas, wenn man versteht, was gesagt wird, und sonst sind Sprachkurse angesagt.

Der Austauschstudent hat viele komische Beschäftigungen: Sich in drei Wochen einen vernünftigen Freundeskreis aufbauen, sich einer neuen Familie anpassen, sich an die Gebräuche der Einheimischen gewöhnen (Sauna, Salmiakki Bonbons, theoretisches Verbot auszugehen (vor 18), ständiges klingeln von Mobiltelefonen, neue Landschaft (schneeweiss, keine Berge, gefrorene Seen oder einen 20 stündigen Sonnentag, wunderschöne Wälder und Sonnenuntergänge, wie es verboten sein sollte) und probieren, eine neue Sprache zu verstehen.

Es ist manchmal schon ziemlich herausfordernd, all dies zu kombinieren, aber es ist dennoch sehr interessant. Und eins habe ich als Austauschstudent gelernt: Steh zu dir und hab nicht immer Angst, es könnte etwas schief gehen. Man bedauert meistens nicht was man gemacht hat, sondern genau das, was man nicht gemacht hat. Ich werde zwar wegen dieser Denkweise oft als ein Irrer angesehen, aber he, wen stört das schon?

Ich war schon an einem Filmfestival im Schloss der Stadt, in vielen verschiedenen Museen, zum ersten Mal auf einer Bowlingbahn und habe Elche, Hasen und Auerhähne gejagt. In den Lagern mit der Austauschorganisation hatten wir jede Menge Spass, speziell im Skilager in Lappland: Dort besuchten wir unter anderem auch eine Renntierzucht. Im Winter durfte ich dann für ein grosses Fest alte Tänze lernen. Das war auf der Spassskala kaum zu überbieten und dazu wird man noch gescheiter. Es gibt auch sonst noch lustige Sachen in Finnland, z.B. sich nach der Sauna nackt im Schnee wälzen oder bei 10° mit Schuhen, Badetuch und T Shirt den Schnee von der Strasse wegfegen (Bitte nicht ausprobieren wenn es windet), und noch vieles anderes.