YFU Switzerland

Swimming

Als die Sportlehrerin gemerkt hat, dass ich schwimmen kann, hat sie mich kurzerhand ins Schwimmteam und in die competitions eingeschrieben. Also trainierten wir nach der Schule im Schulschwimmbad. Seither waren wir an verschiedenen Schulen für competitions und ich habe 10 Medaillen gewonnen. Beim der CBSE India West Zone Swimming competition habe ich mich mit silber in 200m bresht girls under 19 für CBSE National Swimming Competition qualifiziert. Meine Schule hat an der West Zone Competition drei Medaillen gewonnen, alle drei von mir. Stolz standen wir auf der Schulbühne als der Schuldirektor uns die Zertifikate gereicht hat und haben dann die Nationalhymme gesungen. Applaus und Gratulationen von allen Seiten zu meinen drei Medaillen. Ich habe noch nie in einem Sport so viele Medaillen gewonnen. Ich muss hier aber noch hinzufügen, dass das niveau ein bisschen tiefer ist, da in under 19 nicht mehr so viel Konkurrenz ist und viele Mädchen gar nie schwimmen gelernt haben.

Friendship day and Independence Day

Der 10. August wird in Indien als Freudschaftstag gefeiert. Alle wünschten sich „Happy Friendshipday“ und man tauschte farbige „friends“- Armbänder und Schokolade aus. Meine Handgelenke waren ganz voll und farbig. Am Abend hatten wir in unserem grossen Saal Tanzparty mit indischen Discosongs. Die Mädchen, wie auch die Jungs tanzten dabei super und schwangen ihre Hüften auf Bollywood art. Ein paar Lehrer tanzten auch mit und ich probierte so gut wie möglich die kreisenden Bewegungen nachzumachen.

Friendship day dance party

Independence Day on the 15 august

Ganz Zeremoniell wird es der Unabhängigkeitstag in der Schule gefeiert. Als die Ehrengäste ankamen, eröffneten wir die Feier mit einem straffen rechts-links Marsch und Musik. Dann folgten Reden von Schülern, Chairman, Schuldirektor, Theaterstücke, Lieder und Tänze. „Save the Girl Child“ war die Thematik von unserem Tanz. Wir trugen eine weisse Kurta, rote Leggins und eine rote Dupatta (Schaal). Ich bekam von allen Seiten Komplimente wie gut ich tanze. Die ganze Feier war schön.

An diesem gleichen Abend haben wir zuhause den Bollywood Film Baghi angeschaut. Bollywood ist einfach einzigartig, immer so viel Kitsch und Glimmer, Happy End und übertriebene Gesichtsausdrücke. Am Anfang kann es merkwürdig sein und man kritisiert alles was so künstlich und gestellt aussieht. Aber mittlerweile mag ich Bollywood sehr. Das Beste sind die 3-4 Tänze pro Film wie in einem Musical. Unter der Woche verfolgen wir am Abend drei TV sendungen. Meine Lieblingsserie heisst Isqubaaz.

 

Solo dance competition

Ich habe an einer Tanzvorstellung mitgemacht und habe die letzte Woche während der Schulzeit mit 13 anderen Mädchen einen indischen Tanz geprobt. Er stellt mit theatralischen Unterbrüchen die traurige immer noch zum Teil präsente Situation von Mädchen in Indien. Childmarriage, Abtreibung von weiblichen Föten, Schulbildung für Mädchen, Chancengleichheit und weiteres waren die Hauptelemente des Tanzes. Wir haben ihn an einem an unserer Schule stattfindenden Seminar vorgeführt.

Am letzten Freitag wurde ich dann gefragt, ob ich an der Solo Dance Competition mein Haus (Es gibt 4 Häuser an unserer Schule, die an verschiedenen Anlässen gegeneinander antreten.) vertreten kann. Die Solo Dance Competition hat am Samstag statt gefunden und in einem Tag musste ich also eine Choreographie aufgestellt. Am Ende des Tanzes habe ich ein Paar indische Schritte eingefügt, was alle zum Staunen und Johlen gebracht hat. Als Austauschschülerin geniesse ich hier an der Schule den gleichen Status als eine Superstar von Bolywood. Zu meiner grössten Überraschung habe ich den 2. Platz gemacht. Ich habe sie wohl mit meinen westlichen Tanzstil überzeugen können. Indischen Tanz ist sehr schön und sie haben ganz viele verschiedene Tanzstile.

 

Der nächstes grosse Event wird die Swimming Competition sein. Die Schwimmlehrerin hat mich einfach in unser Schwimmteam eingeschrieben. Nächste Woche muss ich also für meine Schule beim 50 m crowlen und bresht swimming antreten.

 

Am Sonntag werde ich mit meiner Gastfamilie, falls es nicht zu stark regnet, die berühmten Beraghat Wasserfälle besuchen. An Sonntagen gehen wir meistens raus entweder nach Jabalpur oder sonst wo. Das ist toll, denn so sehe ich auch anderes als nur meinen Schulcampus. Letzten Sonntag waren wir auf dem Kleidermarkt von Jabalpur und haben auch zwei Schwestern von meinen Gastvater besucht. Der Kleidermarkt und die Strassen von Jabalpur sind unglaublich. Farbenvoll, Schmutzvoll, Verkehrsvoll, Menschenvoll, Kühevoll einfach voll, voll, voller Sachen.

Beraghat

Strassenleben in Jabalpur

Farben von Indien

Strassenkühe spazieren gemütlich auf der Suche nach was essbarem.

 

Jetzt bin ich bald schon seit 3 Wochen in diesem kulturreichen Land. Ich bin froh hier zu sein und ich lerne jeden Tag vieles. Ich bin gespannt, was alles noch auf mich zukommen wird.

Sonnige Grüsse aus Jabalpur!! Lucie

Freunde

Die Menschen hier sind sehr freundlich und die Mädchen aus meiner Klasse sind super cool! Langsam kann ich mich auch all diese indische Namen merken. Mit den Jungs habe ich nicht sehr engen Kontakt, da ich diesen auch nicht haben soll. Hier in Indien ist die Freundschaft zwischen den zwei Geschlechtern nicht sehr gut angesehen. Es könnte sofort etwas mehr bedeuten und man erfindet hier schnell Gerüchte, wenn man ein Mädchen ein bisschen zu lange alleine mit einem Jungen sieht. Um jegliches Drama zu vermeiden wurde mir von allen abgeraten nicht mehr als „Hallo“ mit den Jungs auszutauschen. Naja, mal sehen, ob ich mich daran halten werde…

In meiner Klasse sind wir 73 Schüler. Etwa 2/3 sind Jungs, diese sitzen rechts und eine Reihe Holzbänke sind für die Mädchen. Die Schulzimmer sind relativ klein, trotzdem hat es genug Platz. Die fixen Holzbänken und die schrägen kleine Holztische, an denen man zu dritt hockt, sind nicht sehr bequem. Wenn kein Lehrer in Sicht ist, spricht man dann schon mit den Jungs und ein paar Mädchen haben mir schon anvertraut, dass sie einen Freund haben oder in wem sie verliebt sind. Aber das ist ein grosses Geheimnis und niemand sollte davon erfahren. Eine Liebesbeziehung ist hier nicht allzu gut angesehen. Love marriages gibt es ausser in den grossen Metropolen wie Mumbai eher selten. Die meisten Mädchen, die ich kenne, werden wohl einen von ihren Eltern ausgesuchten Ehepartner heiraten. Und dabei spielt die Kastenfrage auch eine Rolle. Das Kastensystem ist in Indien zwar verboten, doch immer noch stark präsent. Die Ehe in Indien gilt als Symbiose, die der Lebensabsicherung dienen soll. Liebe, so sagt man, kommt mit den Jahren.

Auf dem Bild sieht man ein paar von meinen Freundinnen und ich in Schuluniform.

Bis Bald

Lucie

 

Meine Schule

Am ersten Tag in der Schule musste ich einen Speech während der Morgenversammlung halten. Jeden Morgen stehen die ca. 850 Schüler, unterteilt in rechts Jungs und links Mädchen der Grösse nach geordnet im Schulhof. Alle stehen im selben Abstand in Reihen mit Händen auf dem Rücken. Während 15 min werden verschiedene Informationen preisgegeben, auch wird gebetet und die indische Nationalhymne wird gesungen. Hier wird stark auf Disziplin und Ordnung geachtet. Ich wurde schon ein paar Mal gefragt, ob man in der Schweiz auch eine solche tolle Disziplin hat.

Ich bin jetzt in der XI Science class. Das indische Schulsystem ist auch wieder anders. Fast alles ist hier ein bisschen anders. Es sind 12 Schuljahren und nach dem 10. muss man einen Stream wählen: Science (das Schwierigste), Commerce oder Humanities. YFU hat uns Austauschschüler angeraten Hummanities zu wählen. An meiner Schule wird jedoch nur Science oder Commerce angeboten und so bin ich in Science gelandet. Es ist wirklich anspruchsvoll. In Science habe ich jetzt folgende Fächer:

Chemistry (10 lektionen), Biology (9 Lektionen), Physics (9 Lektionen), English (7 L.), Physical Education (6 L.) (man kann zwischen P.E. oder Informatic oder Home science wählen), Arts (4 L. oder auch Music) und 1 Lektion Sport plus 1 Lektion Schwimmen.

Die Schule ist von Montag bis Samstag von 8:00 bis 11:30 und von 12:00 bis 13:45.

Ich finde Science nicht leicht, weil sie schon viel mehr Lektionen haben und daher ihr Wissen auch viel grösser ist. Ich muss wohl ein bisschen aufarbeiten. Doch ich mache mir um die Noten nicht grossen Druck, denn die sind mir egal.

Meine Chemie Lehrerin stresst ein bisschen aber ja… Ich glaube, sie denkt auch, dass unsere Schulbildung in Europa und ausserhalb von Indien nicht so super ist. Nur weil ich z.B. in The periodoc table of the elements nicht alle Elemente und deren atomic number auswendig weiss. Sie sagte auch: Weiss du, die indische Bildung ist weltweit hoch anerkannt und indische Ingenieure sind sehr gefragt, also haben wir ein gutes System.

Ich weiss noch nicht ganz, was ich vom indischen Schulsystem halten soll. Vor allem auch den Unterrichtsstil ist sehr anders. Es werden auch immer noch Schüler geschlagen, wenn sie zu spät kommen, zu laut sind oder ihre Bücher nicht dabei haben… Zu Anregen von Lernen, gibt es bei manchen Lehrern sogar eine Strafe, wenn man ungenügend bei einer Prüfung ist. Z.B. in Physics muss man 15 x das exam paper abschreiben, wenn man beim exam unter 8/25 Punkte erzielt.

 

Es gibt hier auch 3 Hostels (Internate) für die Schüler, die nicht in Jabalpur wohnen. Am Abend gibt es für Hosteller und auch für mich, da ich auf dem Campus wohne, die Möglichkeit von 15:00 bis 17:00 Sport zu machen. Badminton, Basketball, Cricket, Table Tennis, Fussball, Volleyball oder einfach herum spazieren und reden. Für die Hosteller ist von 17:30 bis 19:30 evening class obligatorisch. Zeit zum Hausaufgaben machen und aufkommende Unklarheiten zu fragen.

Mein gewöhnlicher Schulalltag sieht folgendermassen aus:

7:00 Aufstehen – Chai The – Dusche – Schuluniform – Schultasche packen

7:30 Frühstück in der Schulmensa

8:00 Morgenversammlung

8:20 Schule

11:30 Mittagessen in der Schulmensa

12:00 Schule

13:45 Schule endet

(14:00-15:00 Schwimmen, da ich im Schwimmteam bin)

15:30 Snacks in der Schulmensa

15:45 – 17:00 Sports

17:30 evening class

19:30 Ende der evening class

20:30 Abendessen

21:00 Zeit für mich (Internet, Tagebuch, TV (Bollywood serien), lesen oder einfach schlafen)

22:30 Schlafen

 

Meine Tagen sind unglaublich voll, doch glücklicherweise muss ich nicht immer ins schwimmen und evening class oder sports kann ich auch auslassen, wenn ich zu müde bin. Dann kann ich Zuhause sein oder Siesta machen.

Also langweilig wurde mir hier noch nie!

Meine Gastfamilie

Ich wohne hier auf dem Schulcampus von Gyan Ganga International School in Jabalpur, Madhya Pradesh. Wir wohnen in der Teacher’s Residence, welche aus kleinen Apartments für die Lehrer besteht.

Meine Gastfamilie ist wirklich SUPER!! Meine Gastmutter Neelu hat mich von der ersten Sekunde an, wie ihre eigene Tochter behandelt. Sie erklärt mir auch vieles über die indische Kultur. Sie ist Hindi Lehrerin an meiner Schule. Den Chai, den sie jeden Morgen und Abend zubereitet ist sehr köstlich. Überhaupt kocht sie sehr gut und das Essen in Indien ist wirklich sehr lecker. Man isst meistens Chappatti (Fladenbrot) mit verschiedene Gemüsesorten, Kartoffeln, Reis und Dal (Linsensuppe). Hier Zuhause wäscht sie nach ihrer Arbeit die Kleider, putzt täglich 2 mal das Haus und kocht am Abend. Das Bügeln von Kleidern, der Abwasch und das Putzen des Badezimmer sind die Aufgaben, die meinem Gastvater Jagdish überlassen sind. Er spricht nicht viel English. Meistens denkt er, dass ich ihn verstehe, wenn er langsam und mit grossen Gesten Hindi spricht. Ich muss ihn ab und zu enttäuschen, dass ich keinen blassen Schimmer davon habe, was er mir mitteilen will.

 

 

Mein Gastbruder Salaj ist eher das Gegenteil von hilfreich im Haushalt. Er und auch ich müssen nichts machen. Salaj ist immer voller Energie und kümmert sich um mich, obwohl ich die ältere Schwester bin. Er will immer wissen, was ich mache. Manchmal kann es auch ein bisschen anstrengend werden. Er hat mir aber Caram und Cricket beigebracht, seine Lieblingsspiele.

Da die Kultur so stark anders ist, gab es grosse Änderungen für mich. Doch ich gewöhne mich langsam daran und geniesse diese doch tolle Kultur immer mehr.

 

Die ersten Tagen in Indien

Namaste!

Indien ist einfach UNGLAUBLICH!!

Meine ersten Gedanken zu Indien, als ich mitte Juli aus dem Flugzeug stieg, waren: Woooow! Jetzt bin ich tatsächlich in Indien, das Land der Farben, verschiedenen Kulturen und einfach sooo viele Menschen.

Die Immigration im Flughafen wurde ein bisschen stressig, als ich gemerkt habe, dass ich meine blaue Tasche im Flugzeug vor lauter Aufregung vergessen habe. Oups… Ein paar herumstehende Angestellte und dann eine Stewardess konnten mir zum Glück helfen meine Tasche wieder zu bekommen. Erste Missverständnisse mit dem Immigration-Beamte als er mir Fragen zu meinen zukünftigen Klassenkameraden und Hindi stellte. Er wollte wohl ein bisschen plaudern. Doch ich verstand sein Englisch kaum. Das English der Inder ist geprägt von einem sehr straken Akzent and dem man sich erst mal gewöhnen muss. Man muss ihn dann auch übernehmen sonst verstehen einem die Inder nicht. Im Ausgang traf ich Vishav und Dinanath von YFU. Da die anderen Austauschschüler erst zwei Stunden später ankamen, musste ich mich ein bisschen geduldigen. Doch langweilig wurde mir nicht, denn vor dem Flughafen waren so viele Menschen. Es war interessant alle Ankünfte und Treffen zu beobachten. Hier ein Chai-Tea Verkäufer, der laut „ Masala chai, Masaaaala chaaai, Masaaala Chaai!“ rief. Dort ein paar Angestellte vom „Environment service“ mit Besen und Kehrschaufel ausgerüstet, um die Willkommen-Blumen-Blüten wieder aufzusammeln und den nicht sehr sauberen Flughafen zu putzen. Dann kam ein Sportler mit Gold-Medaille, der von einer ganzen Schaar von Menschen empfängt wurde. Die Willkommens-Zeremonien in Indien sind sehr schön.

 

Dann waren endlich auch die anderen da. Noch ein Paar mehr Schwierigkeiten gab es um unserem Bus zu finden. Der Buschauffeur war auch, wie wir zwei Tage später gemerkt haben, gar nicht lizensiert. Verfahren haben wir uns dann auch noch. Die drei nächsten Tagen verbrachten wir von YFU betreut in einem kleinen Apartment am Rande Delhis. Das Klima ist im Moment sehr schwül, da gerade Regenzeit ist. Es ist ca. 30 grad Celsius am Tag und kühlt in der Nacht auf 20 grad hinab. Wegen der hohen Feuchtigkeit fühlt es sich zum Teil noch heisser an. Die sonnigen Tagen werden ab und zu durch starken Regen unterbrochen.

 

Die drei Tagen in Delhi waren super! Wir sind dieses Jahr 8 Austauschschüler, davon sind 7 aus Deutschland. Ich bin die einzige Schweizerin. Vishav hat vor 2 Jahren ein Austauschjahr in Deutschland gemacht und ist deshalb Volunteer dieses Jahr. YFU Indien erklärten uns viele interessante Sachen über die indische Kultur.

Am ersten Tag fand unsere Begrüssungs-Zeremonie statt. Da wurde einem eine Blumengirlande um den Hals gehängt und ein roter Punkt auf die Stirn gemalt. Ausserdem bekamen wir eine runde Süssigkeit, die wirklich zu süss war, in den Mund gesteckt. Nach dem Regen haben wir sehr gestaunt über die komplett überschwemmten Strassen. Mit Rikschen wurden wir durch das fast kniehohe braune Wasser auf die andere Strassenseite gebracht.

Die Strassen sind grosses Spektakel in Indien. Hier läuft so vieles ab. Ausserdem ertönt ein fast kontinuierliches Hupkonzert. Manche Fahrzeuge haben auch Hup-Melodien. Jeder hupt und hupt, meistens grundlos.

Wir, als 8 weisse Jugendliche, zogen viele Blicke auf uns. Männliche starre Blicke können auch sehr unangenehm werden. Naja, als blondes Mädchen muss man sich daran gewöhnen und diese ignorieren.

 

Am dritten Tag besuchten wird Old Delhi. Wow! Es war einfach unglaublich und sehr spannend. Die Strassen waren voller Stoffen, Waren, Essen, Rikschas, Motorräder, Autos, Lärm und vor allem soooo viele Menschen. Wir waren einfach sprachlos. Wir entdeckten auch kleine Seitengassen voller verschiedenster Stoffe für Hochzeitskleider. In allen möglichen Farben leuchteten diese so verschiedenen und schön bestickten Stoffen. Wir besuchten auch eine paar grosse Denkmäler, den Red Fort und einen Sikh Tempel, den wir nicht betreten haben, weil es gerade an diesem Tag nicht möglich war. Wir wussten auch nicht genau wieso… Nach einem Zwischenstopp, um eine Spezialität zu vernaschen, fiel plötzlich Regen. Wenige Minuten später waren wir nass. Mit Rikschas fuhren wir bis zum Parking. Wir rannten durch das steigende Wasser bis zum Bus und waren bis auf die Haut vollkommen nass. Nass, nass, nass aber sehr lustig. In Bus trockneten wir langsam. Uns wurde aber nicht kalt, denn das Monsun Klima ist warm.

Anschliessend spazierten wir durch einen neu gebauten Hindu Tempel. Er war sehr gross mit fein bearbeiteten Steinwänden. Als wir auf den Ausgang zusteuerten, fiel zum zweiten Mal das ganze Wasser vom Himmel. Diesmal zogen wir unsere Schuhe aus, um in dem kniehohen Wasser zu rennen und den Bus zu finden. Wir müssen alle lachen und springen wie kleine Kinder spritzend herum. So viel Wasser überall!!

 

 

Am nächsten Tag ging es mit dem Zug nach Bhopal, wo zwei deutsche Austauschschülerinnen von ihren Gastfamilien abgeholt wurden. Vor dem Bahnhof und auf den Gleisen schliefen wartend ganz viele Menschen auf dem Boden. Der Zug sollte um 6:00 abfahren, doch hatte schlussendlich sicher mehr als eine halbe Stunde Verspätung. Hier in Indien ist man nicht so genau mit der Zeit. Wir sassen in dem AC-chair Wagon, was schon sehr viel Luxus bedeutet. Die Sitze waren jedoch zerfleddert und zum Teil kaputt. Man kann es gar nicht mit der 1. Klassen von europäischen Zügen vergleichen. Es sind halt indische Züge. Es war aber sehr toll, dass wir während der ganzen Fahrt mit Essen versorgt wurden. Nach ca. 10h Zugfahrt waren wir dann endlich in Bhopal, die Stadt der Seen. Wir wurden in der Schule sehr herzlich empfangen und ich verbrachte die Nacht im Girls Hostel, das Mädchen Internat. Die Mädchen waren sehr aufgeregt und boten mir alle ihre mitgebrachten Spezialitäten an. Sie haben mir auch Armbänder geschenkt. Ich fühlte mich sehr geehrt. 

 

Am Tag danach kamen Jakob und ich in Begleitung von Dinanath, einen YFU-Mitarbeiter in Jabalpur an. Wir wurden am Eingangstor meiner Schule vom Schuldirektor und von unseren Gastfamilien zeremoniell begrüsst. Meine Gastmutter hat mich dann sofort mitgenommen. Ohh… Mein neues Zuhause besteht aus zwei Zimmern und ein kleines Badezimmer. Es ist wirklich sehr klein.

 

Am Abend habe ich – Nein, eher – haben meine Gastmutter und mein 9-jähriger Gastbruder Salaj (zuhause Anshu genannt) meinen Koffer ausgepackt. Dann wurden meine Sachen eingeräumt. Meine ganze Privatsphäre war auf einem Schlag verschwunden.

Die ersten Tagen in dieser so unterschiedliche Kultur waren nicht leicht, aber ich gewöhe mich langsam daran und lerne jeden Tag neues. Indien ist einfach unglaublich!!