YFU Switzerland

Die andere Kultur

Sawadii ka!

In letzter Zeit habe ich viel über die thailändische Kultur gelernt. Also zum Beispiel über die Menschen, ihr Verhalten. Aber auch übers Essen und die Schule. Auch fand ein berühmtes buddhistisches Fest statt.

Essen:

Zum Essen möchte ich nur diese Bilder zeigen! 😉 (allgemeines kommt später noch)

Schule:

Ich bin jetzt über 4 Monate hier und drei davon war ich in der Schule. Ich weiss jetzt wie alles läuft und gehe gerne zur Schule.
Doch ich bin immer mehr froh, dass ich in der Schweiz zur Schule gehe! Das Thailändische Schulsystem ist für mich sehr unverständlich.
Die Schüler sitzen fast den ganzen Tag einfach an ihrem Platz. Der Lehrer steht vorne und schwatzt ihnen den Kopf voll. Oft kombiniert mit abschreiben von der Wandtafel. Viele Schüler schlafen im Unterricht. Das Abschreiben muss auch immer extrem schnell gehen, da der Lehrer schnell weiter will. Somit kann man während dem Abschreiben praktisch nicht nachdenken.
Es gibt auch so gut wie nie mündlichen Unterricht, also die Schüler werden nie etwas gefragt, sie hören einfach zu.
Wie schon in einem anderen Blog erwähnt, dauert die Schule von etwa 7:40 bis 16:00. Danach und/oder am Wochenende haben Thailänder extra Stunden, Nachhilfe. So wie ich das verstanden habe, nehmen sie da nochmals alles durch. Ich frage mich dann immer: Wieso geht ihr überhaupt zur Schule?!
Es ist ja nicht so dass Thailänder gerne lernen, das hassen sie genauso wie wir! 😉
Nach den 1 Monatigen Ferien kam im Englisch die Frage: Was hast du in den Ferien gemacht? Und was war die Antwort? I was studying!!! Mir fiehlen fast die Augen aus dem Kopf, als ich das hörte!! 😛 Sie gehen sogar noch in den Ferien lernen!! Sehr unverständlich für mich… :PDas Schlimme ist, oft bringt ihnen das viele Lernen gar nichts. Denn die Tests sind entwederextrem schwer oder einfach Kreuzchen setzten, sprich auswendig lernen.
Nach den Ferien (Richtig! NACH den Ferien!!) bekamen alle das Zeugnis. Die Noten sind von 0 bis 4. 4 ist die beste Note. Meine Gastschwester hatte oft 4er und 3er, nie unter 2, aber meine Gastmutter schaute nicht auf die hohen Noten sondern auf die tieferen. Sie meinte Jennie sei gut aber nicht sehr gut und sie müsse sehr gut sein um an eine gute Uni gehen zu können und um auswählen zu können ob sie Ärztin oder Zahnärztin werden will. Wahrscheinlich stand mir der Mund offen, als ich dies hörte. Nur 2 Möglichkeiten?? Und noch besser werden?? Für mich war das Zeugnis meiner Gastschwester sehr gut!!
Ich bin wirklich sehr froh in der Schweiz zur Schule gehen zu können und frei auswählen können was ich für einen Beruf will. Ich bin aber auch froh, dass ich erleben durfte, wie es in anderen Ländern ist. Und dass ich da nicht lernen muss! 😀

Gefühle/Emotionen:

Was ich so nach und nch bemerkt habe ist, dass Thailänder ihre Gefühle nicht zeigen, also sie zeigen nur die „positiven“ wie freude oder glücklich.
Wenn sie wütend sind, sagen sie es nicht, sie schreien nicht… Auch traurig sein zeigen sie nur wenn jemand stirbt, in dem sie schwarz oder weiss tragen.
Sie zeigen dies nicht, da sie das Gegenüber nicht verletzten oder in Verlegenheit bringen wollen. Sie sagen dann nicht direkt: Du machst mich wütend! sondern sagen es wenn überhaupt einem Freund, der sagte einem Freund und irgendwann erfährt man, dass man vielleicht vor 2 Wochen jemanden wütend gemacht hat. 😮 Die allerwenigsten Thais sagen ihre Meinung. Sie akzeptieren was ihre Eltern machen wollen. Oder was der Lehrer sagt stimmt, da gibt es keine Zweifel! 😛
Ich finde das sehr schlimm. Thais mögen es daher auch nicht wenn man diskutiert über etwas.
Also Beispiel: Jennie fragt mich, wieso ich den Koffer so packe und nicht so.
Ich antworte überrascht: Äm also ich mache das immer so.
Sie: Aber du musst das anderst machen!
Ich: Nein, ich finde das gut so.
Stille…
Hier hätte ich umpacken sollen und mich nicht dagegen sträuben.. Das ist sehr schwierig für mich. Ich versuche jetzt immer möglichst nett zu sagen wenn ich etwas anderst machen würde. Ich sage immer noch meine Meinung, auch wenn Thailänder das vielleicht nicht so machen! 😀

Buddhistisches Fest, „Loy Kratong“:

Dieses Fest ist immer im November an Vollmond (dieses Jahr am 17.). Es ist dem Wasser gewidmet. Man kauft oder bastelt selbst ein sogenanntes „Kratong“, welches man dann auf den Fluss setzt mit einem Wunsch für einem selbst und einem Dank oder einer Entschuldigung an das Wasser.

Ich hatte mit meiner Gastfamilie und Pii Ta und Pii Pong (hatte erfahren, dass er „Pong“ und nicht „Pom“ heisst!! 😛 ) selbst „Kratongs“ gebastelt. Das war super! 😀
Hier eine Anleitung, wie man in 10 Schritten ein „Kratong“ bastelt: 😉

  1. Die am Markt gekauften Bananenbaumblätter in gleich grosse Stücke reissen.
  2. Die Blätter falten
  3. Mit Bostitch zusammen heften
  4. Den erhaltenen „Blätterring“ mit Stecknadeln an das Holzrugeli (von einem Bananenbaum) heften
  5. Einen Blätterstreifen drumherum, zur Verschönerung
  6. Einen Kreis (in der Grösse des Holzrugeli) aus den Blättern zuschneiden
  7. Diesen Kreis auf das Holzrugeli legen
  8. Blumen (nach Wahl) mit Stecknadeln auf den Kreis heften
  9. Räucherstäbchen und eine Kerze darauf stecken
  10. „Kratong“ auf den Fluss setzten und sich etwas wünschen!

Dann gegen Abend sind wir in die Stadt gefahren. Dort sahen wir kurz einer kleinen Parade zu.

Dann gingen wir zum Fluss. Dort hatte es sehr viele Leute. Auf dem Markt kauften wir etwas zu Essen und warteten bis es dunkel wurde! 😉 Wir steckten auch noch die Räucherstäbchen auf unser „Kratong“ und eine Kerze.

Dann nahmen wir unser „Kratong“ und gingen wir die Böschung zum Fluss runter. Da zündeten wir die Kerze und die Räucherstäbchen an. Dann liessen wir unser „Kratong“ auf das Wasser gleiten und wünschten uns etwas.
Zum Fest gibt es einen Song, der eine englische Version hat:

Wieder auf der Böschung, kauften wir einen „Kom“. Das ist eine Art Lampignon oder Heissluftballon. Unter einem „Papiersack“ wird ein Feuer angezündet und dann steigt dieser mit der warmen Luft in den Himmel. Das war auch extrem schön! Vorallem wenn es viele Leute tun und dann mehrer in der Luft sind.

Dann liefen wir langsam wieder zurück. Auf dem Weg schauten wir uns noch die Gewinner-Kratongs an. Offenbar gab es einen Wettbewerb. Mein „Kratong“ hätte keine Chance gehabt! 😛

Alles Liebe aus Thailand! <3

Lily

PS: Dass ich lange Hosen an hatte, heisst nicht, dass es kalt war! Ich trug sie wegen den vielen Mücken!! 😛