YFU Switzerland

Meerschweinchen als Haustier oder zum Essen?

Da das Austauschjahr schon bald vorbei ist, und Chloe und ich das weitbekannte Cuy (Meerschweinchen) immer noch nicht gegessen haben. Gingen wir heute zusammen Cuy essen. Es hat hier, wo ich wohne in der Nähe einen Ort wo sehr viele Cuys verkauft werden. Wir haben zum Glück nur einen Teller für beide mit einem Viertel von einem Cuy gekauft. Der Teller kommt mit ein wenig Salat und Tomate, mit Kartoffeln an einer Erdnusssauce und dann obendrauf das Viertel Cuy.

Der Gedanke daran so ein Meerschwein zu essen ist schon ziemlich eklig, aber ich habe es trotzdem geschafft, denn ich wollte nicht zurück kehren ohne Cuy probiert zu haben.

Also aber ich muss sagen es war das erste Mal und auch das letzte Mal das ich Cuy gegessen habe, ich fand es ziemlich grauslig. Ein Fleisch kaum Geschmack, mehr Knochen und Knorpel als Fleisch, viel zu teuer (ganze 6 dollar). Und dazu ist der Geschmack komisch und vor allem kann man es kaum essen, da man das Fleisch richtig suchen muss, zwischen der Haut die ziemlich hart ist und man schlecht beissen kann und den Rippenknochen die direkt unter der Haut zum Vorschein kommen.

Aber diese Erfahrung war es wert.

 

Mein eigentliches Flugdatum wäre schon in 9 Tagen, und obwohl ich anfangs gedacht habe, nie und nimmer will ich länger in Ecuador bleiben. Vor allem wegen der Schweizerschule. Nun habe ich mich aber so krass in Land und Leute verliebt, dass ich es nicht übers Herz bekam daran zu denken schon so bald zu gehen. Zum Glück hat aber alles so geklappt, dass ich nun ganze 6 ein halb Wochen länger bleiben darf.

Vor eine Woche durfte ich nun hier auch die Schule verlassen, auch wenn ich teils froh darüber bin, bin ich auf die andere Seite ein wenig traurig, da obwohl ich meine zweite Schule nicht mochte, trotzdem ein paar wenige Leute in mein Herz geschlossen habe. Aber mein Leben hier will ich nicht verlassen, jeden Tag Ballett trainieren zu können, wird mir in der Schweiz so fehlen. Einfach die Zeit geniessen, ob das  mit meinen Gastgeschwister ist, oder mit meiner Gastmami Mate trinkend auf der Terrasse zu sitzen und uns dir Fingernägel zu machen. Innerhalt von 4 Stunden am Meer sein zu können. In 5 Stunden das Jungelfeeling zu erleben. Mit meinen Freunden unterwegs zu sein, all das will ich nicht zurück lassen müssen. Denn in der Schweiz wird es wieder ganz anders sein eine grosse Umgewöhnung, mit einem grossen Kulturschock. Aber trotzdem, freue ich mich aber auch wieder meine Familie und Freunde in der Schweiz zu sehen, den langsam merke ich schon, dass sie mir mit der Zeit fehlen, vor allem da ich denke eigentlich wäre ich ja in 10 Tagen schon zu Hause.

Ich glaube so im Allgemeinen gibt es im Austausch so viele auf und abs. Mal will man ums verecken nur noch nach Hause weil alles so komisch und anders ist als in seinem Land. Zuerst, weil man erst gerade fort ist, vermisst man stark die Familie uns seine Freunde und vor allem auch den geregelten Alltag den man hatte. Hat man dann aber mal seine Freunde gefunden und sich ein wenig an den komplett neuen Alltag gewöhnt, beginnt man endlich auch die schönen Sachen an dem Land zu sehen. Hat man das dann aber genug gesehen, sieht man nur noch die Sachen, die einem nicht  gefallen und schon wieder ist man in einem Tief. Bis man es dann schafft, sich ganz auf dieses Land ein zu lassen und lernt die Sachen anzunehmen, wie sie nun halt mal sind. In Ecuador heisst das ganz stark, dass man einfach gelassen sein soll, abwarten was kommt, denn voraus zu planen und alle versprechen ernst zu nehmen sollte und kann man nicht, man wird nur enttäuscht. Was zu planen mit Ecuadorianer ist super schwierig, da sie einem meistens einen Tag vorher zu oder absagen, so dass es dann aber kaum noch reicht was anders zu planen. Hat man sich aber daran gewöhnt und angefangen sich in das Land zu verlieben und einfach alles so hin zu nehmen zu können wie es nun halt ist, will man nicht mehr fort.