YFU Switzerland

Meine „neue“ Schule

Ja nun endlich wo ich meine neue Schule schon in ein paar Tagen wieder verlassen darf komme ich dazu euch zu berichten wie diese Schule so ist. Bei denen, welchen bei meinem Schulbeschreib von meiner alten Schule schon den Kiefer runter gefallen ist, wie verschieden es ist von der Schweiz, dem wird nun erst recht den Kiefer runterfallen und die Augen aus den Augenhöhlen fallen.

Die erste Woche an meiner neuen Schule wollte ich einfach nur zurück an meine alte Schule. Es war sehr schwierig zum Anschluss zu finden und dazu habe ich meine Freunde von der Militärschule so richtig vermisst. Die erste Woche war ich zudem auch die einzige Austauschschülerin auf der Schule, weil der Rest auf einer Reise war. Aber im Allgemeinen sind wir so um die 12 Austauschschüler. In meiner Klasse waren wir drei nun sind wir nur noch zu zweit.

Das mal so als kleiner Einstieg.

Nun aber zum Schulsystem. Es ist eine normale private Schule mit einer über 100 Dollar. Die Schule beginnt morgens um 7:30 man muss aber schon um 7:15 hier sein. Allerdings hat es um diese Zeit in jeder Klasse erst um die 5 Personen. Die meisten kommen erst um 7:30 oder auch erst um 8 Uhr. Die Schule hört für alle Schüler um 13:30 auf, ausser für den letzen Jahrgang wo ich auch dazu gehöre, für uns hört es erst um 14:00 auf. Allerdings verlassen ich und meine Austauschkollegin, die von Frankreich kommt die Schule auch immer schon mit den Jüngeren.

Wir haben zuerst einen Block von 5 Schulstunden an 40 Minuten, dann 40 Minuten Pause und nochmals einen Block von 4 Schulstunden.

Allerdings von diesen 9 Stunden haben wir täglich etwa 2 Stunden Schule. Häufig kommen die Lehrer nicht, oder sie sitzen zwar ins Schulzimmer, machen aber nichts mit uns und lassen uns einfach sprechen oder das machen was wir wollen.

Wie ihr sieht wird an der Schule nicht viel gemacht, sie haben kaum Unterricht und das Schlimmste ist in Sport. Meistens machen die Frauen nichts während die Jungs Fussball spielen. Ansonsten wir Austauschschülerinnen können nichts machen im Sport, da der Sportlehrer alle hellhäutigen blondhaarigen nicht leiden kann und es uns gar nicht erlaubt mit zu machen.

Die Schule ist allgemein ziemlich bekannt unter der Bevölkerung als die Schule für die Dummen, oder Faulen. Es hat sehr viele Mitschüler, die schon viel zu alt sind für das letzte Gymnasium Jahr. Das liegt eventuell daran, dass alle die, welche schon mal wiederholen haben müssen, dann auf diese Schule wechseln, damit sie sicher nicht nochmals wiederholen müssen, denn hier kann man die Lehrer sehr gut bestechen, damit sie einem die Noten rauf tun. Auch hat es viele von denen, die von anderen Schulen wegen Drogen und Alkohol Problemen geschmissen wurden.

Was man aber sagen muss, die Leute in der Schule können super gut, singen, tanzen, schwatzen, streiten, sich abschlagen…..

Die meiste Zeit der Schule verbringen wir, sitzend auf dem Boden, in Gespräche vertieft mit oder ohne Lehrer. Oder die Jungs sind am singen und tanzen. Oder am gamen. Auch sehr viele bringen ihre Computers oder I-Pads mit um im Facebook zu verbringen oder um zu gamen.

Wenn ihr schon gedacht habt, dass die Leute an meiner alten Schule keinen Respekt vor den Lehrern hatten, dann wird euch das hier schocken. Montags haben wir eine Formation auf dem Schulhof. Anstatt pünktlich um 7:15 dort zu sein, kommen fast alle aus dem letzen Jahrgang zwischen 7:30 bis 8:00. Bei der Formation machen alle was sie wollen, niemand hört zu geschweige denn man singt bei der National und Schulhymne mit.

Während dem normalen Unterricht, wird der Raum verlassen und betreten so wie man will. Fast niemand fragt um Erlaubnis um den Raum verlassen zu dürfen. Man geht einfach. Man geht zur Toilette oder an die Bar essen, so wie man Lust hat. Die meiste Zeit verbringen wir ausserhalb des Schulzimmers, ohne das es jemand kümmert. Respekt vor den Lehrern gibt es sowieso nicht, aber auch die Lehrer haben keinen Respekt vor uns. Einige darf man duzen und sind eher Freunde als Autoritätspersonen. Wenn der Lehrer was sagt, was man machen muss, hört man ein riesen Gemotzte, „aber nein Lehrer, wir sind  so müde, aber nein sei nicht so gemein, aber nein das ist viel zu schwierig…..“ Und schlussendlich bekommt man keine Hausaufgaben, weil es den Lehrern zu dumm ist, sich durchzukämpfen, da sie sowieso wissen, dass die Schüler es nicht machen werden. Sie haben etwa einmal die Woche ein wenig Hausaufgaben.

Ja schockierend… und ich frage mich auch, wie sie in die Uni eintreten können, denn in der Schule sind sie nicht so die gescheitesten, sie können Fussballspielen und sonst in Sport sind sie eine der besten Schulen, aber auch kein Wunder, denn wenn wir keine Lehrer haben sind die Jungs am Fussballspielen, und das kommt sehr häufig vor.

 

Nun aber so ein wenig zu der Klasse. Wir sind um die 30 Personen aber nur etwa 12 Mädels. Im Kurs hat es zwei Behinderte, die aber gut involviert sind. Ein Mädchen mit einer einseitigen Lähmung und ein Junge mit Autismus. Ich verstehe mich in der Klasse mit der Austauschkollegin und mit 1 Mädel habe ich manchmal ein wenig Kontakt, spreche so ab und zu mal mit ihr. Der Rest der Mädchen kenn ich gar nicht, bei den einen weiss ich nach dieser Zeit die Namen immer noch nicht, aber nach 100 versuchen mit ihnen ein Gespräch zu beginnen ohne Rückmeldung zu bekommen, ist es einem einfach zu blöd wie Luft behandelt zu werden. So hab ich mich dann halt eher zu den Jungs gesellt, es sind zwar Grobiane und machen mit den Mädels was sie wollen, ob die Mädels wollen oder nicht, aber sie sind wenigstens Lustig und auch viel Sozialer, sie sprechen wenigstens mit einem und unternehmen was mit uns Austauschschülern im Gegensatz zu den Mädels. Deswegen verbringe ich meine Schultage mit meiner Freundin Chloé aus Frankreich und 3 Jungs mit denen ich mich sehr gut verstehe. Aber ein Tag an dem Chloé nicht zur Schule kommt und die zwei Austauschschülerinnen aus der Parallelklasse auch nicht, so ein Tag ist einfach der Horror, da es nichts zu tun gibt. Wir Austauschschüler können nichts machen an der Schule. Wollen wir eine Arbeit mit machen oder mit schreiben und  diese dann auch abgeben, sie werden es uns nicht zurück gegeben geschweige denn anschauen. So hat man mit der Zeit auch keine Lust mehr was zu machen für diese Schule. Darum habe ich begonnen in der Schule für die Schule in der Schweiz Sachen zu machen.

Und ich muss sagen ich bin froh, wenn ich anfangs Juni dann diese Schule verlassen kann und meine Zeit besser geniessen kann und einsetzen kann.