YFU Switzerland

Drei Jahreszeiten an einem Wochenende

Am Freitag den 28 Februar ging ich mit meiner neuen Schule auf einen so genannten Paseo. Wir fuhren morgens früh um 6 Uhr in der Schule los. Als ich es mir schon bequem gemacht habe mit zwei Freundinnen im Bus, kam der Direktor und meinte zu meinen Freudinnen, sie müssen in den anderen Bus des anderen Jahrganges, da es in diesem keinen Platz mehr hätte. Was mich natürlich ein wenig angegürkelt hatte, da ich ja noch nicht so viele Leute kannte. Naja dann war ich halt neben einen Jungen aus meiner Klasse gesessen was genial war da wir tolle Gespräche hatten, im Allgemeinen haben wir sowieso ständig die Plätze gewechselt so kam es gar nicht drauf an wo man sass.. Nach vier Stunden Fahrt kamen wir dann im Jungel an, wo es so richtig feucht und heiss war. Als erstes ging es dann mal Frühstücken, einen Teller Reis mit Poulet und so was aus Kochbananen. Weiter ging’s in einen kleinen Zoo, wo ich die Zeit vor allem mit einem deutschen Austauschschüler verbracht hatte. Schlussendlich konnte man noch Fotos mit einer Boa machen. Lust hatte ich schon, aber man musste dafür einen Dollar zahlen wofür ich  aber keine Lust hatte. Deshalb meinen Trick, ich meinte einfach, ne will ich nicht ich hätte Angst davor. Da aber ein Schulfreund unbedingt wollte dass ich ein Foto mache, meinte ich okay gut, aber nur wenn wir eins zusammen machen. Das hatte ich aber nur so gemacht, da mir im Vorhinein schon bewusst war, dass er zahlen wird.

Dann erst kam der spannende Teil unseres Ausflugs wir gingen zu den Cuevas de Jumandy.

Das ist eine Tropfsteinhöhle, die aber nicht kalt war, wie die welche man in der Schweiz kennt. In der Höhle floss ein grosser Bach und es hatte mehrere Wasserfälle. Da wir so viele Leute waren, und es nicht genügend Guides hatte, musste ich und meine Gruppe sehr lange warten.

Als wir nach einer Stunde warten endlich auch die Höhle betreten durften, mussten wir gerade zu Anfang den Fluss überqueren und wurden schon bis zu den Knien nass. So ging es dann auch weiter, mal mussten wir einen grossen Fluss durchqueren, mal enge Gassen passieren, Hügel erklimmen….

Einmal musste man auch noch durch das Wasser schwimmen, da es so tief war. Auch durften wir uns in einen Wasserfall setzen. Und das alles mit Kleidern und Schuhen. An einem Ort machten wir dann unsere Taschenlampen aus damit wir sehen konnten oder eben auch nicht sehen wie sich die Blinden fühlen, da es richtig stockfinster war. Da hörte man schon einiges Qnutschgeräusch. Nach dem wir  dann aus der Höhle heraus kamen, schupsten wir uns gegenseitig ins Schwimmbecken.

Das Schwimmbecken in das wir uns gegenseitig hinein geschupst haben

Das Schwimmbecken in das wir uns gegenseitig hinein geschupst haben

Da die Kleider ja sowieso schon nass waren wie die Schuhe auch, gingen wir direkt so baden. Nach einem Mittagessen um vier Uhr nachmittags mussten wir schon wieder zurück nach Quito.

Ja ich muss ich sagen, ich hatte noch nie im Leben eine so geniale Car fahrt. Das liegt aber nicht daran was für eine Strecke es war sondern mit welchen Leuten. In der Schweiz wäre das einfach unmöglich gewesen. Wie ticken nun mal anders als die Ecuadorianer.

Es hatte etwa 5 Paare die am küssen waren, allerdings war es nicht immer Freund und Freundin sondern es gab auch diese bei denen es nur ein einmaliges herum machen war. Was hier sehr kommun ist.  Der grösste Teil aber war am Tanzen, was sich allerdings noch schwieriger herausstellte als ich gedacht hatte, denn mit all den Kurven und Vollbremsungen die der Bus gemacht hatte, musste man sich immer an den Busstangen festhalten, damit man nicht umfällt. Der Rest der Leute, welche weder am Tanzen, noch mit jemandem am Küssen waren, genossen einfach das Kino.

Natürlich wie ihr mich schon kennen gelernt habt, hatte ich auch diese Reise nicht ohne Sturz überlebt. In der Höhle stürzte ich während ich im Bach lief in ein Loch, welches unter Wasser war, ich hatte mir dabei das Schienbein angeschlagen, so dass es nachher blau war und aufgeschürft.

 

Da Karneval war und wir deswegen Montag und Dienstag frei hatten, wollte ich mit meiner besten Freundin aus der alten Schule und ihrer Familie nach Cuenca gehen, was eine wundervolle Stadt Richtung Süden von Ecuador sein soll. Da aber wegen diesen Kurzferien alle Leute am Reisen waren, gab es keine Tickets mehr, so dass wir nicht mehr gehen konnten. So ging ich dann Samstag anstatt nach Cuenca, zu einem Geburtstagsfest. Es war der 18 einer Kollegin aus der Parallelklasse. Sie machte ein formelles Fest. So kamen wir alle in Abendkleid und Anzug daher getrottet. Am Fest wurde getanzt und gegessen. Für mich war es sehr speziell so in Abendkleid und Anzug nicht Walzer zu tanzen wie man es bei und in der Schweiz kennt, sondern Salsa, Meringue wie aber auch Reggaeton.

Da ich nun aber nicht wusste was ich den Rest dieser Tage machen will, lud mich ein Schulkolleg ein mit ihm und seinem Onkel und der Frau nach Baños zu gehen, was auch eine Stadt Richtung Süden ist. Leider hatte auch dies nicht funktioniert. So hatte ich an dem Wochenende meinen Rucksack zwei Mal gepackt für nichts. Da wir dann am Sonntagabend Besuch hatten und die davon mit bekamen, dass es nicht geklappt hat mit meinen Reisen meinten sie nur so, ach komm wir gehen Morgen nach Baños und kehren am selben Tag wieder zurück.

Ja das wurde dann auch gemacht, wir fuhren anstatt um 8 Uhr wie abgemacht erst um 10 Uhr los. Ecuadorianisch halt. Janu das war mir dann auch egal Hauptsache wir gingen. Auf dem Weg dorthin passierten wir an einem Unfall vorbei, eine Frau wurde angefahren und lag Ohnmächtig am Boden. Da einer dieser drei Jungs mit denen ich auf Reisen war, beim Rotkreuz ist und den Nothelfer hat, hielten wir an um erste Hilfe zu leisten. Durch diesen Zwischenfall und dem Stau kamen wir dann nachmittags um vier endlich auch noch an. Normalerweise dauert es drei Stunden bis dorthin. Wir verliessen Baños aber direkt wieder um den Pailón del Diablo anzuschauen. Das ist ein riesiger Wasserfall, wobei man sich auch noch hinter den Wasserfall stellen konnte, allerdings wurde man dabei sehr nass.

Beim Verlassen dieses Ortes traf ich dann auf eine Deutsche Austauschschülerin. Ja dann kam dann schon das nächste Hindernis, es hatte so viele Leute dort, dementsprechend auch sehr viel Stau. Es war schon sieben Uhr abends und wir hatten Hunger, da wir noch nicht einmal Mittagessen gegessen haben. Aber wir wollten erst einmal nach Baños zurück um dort zu Essen. Anstatt 20min wie es normalerweise dauert mit dem Auto, brauchten wir fast ganze zwei Stunden. So richtig am verhungern gingen wir dann en Seco de Pollo essen, einen Teller Reis mit Poulet an einer Sauce. Dabei bekamen wir schon die ersten Cariocas zu spüren. Das ist ein Karnevalschauem welcher herum gesprayt wird. Wenn das Zeugs dann schon ein wenig herum liegt verschwindet es von selber wieder, die Stelle ist dann einfach so richtig nass und verfärbt in verschiedenen Farben.

Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg nach Ambato, was schon näher bei Quito ist. Dort angekommen um 23 Uhr spielten wir noch ein wenig Karneval, aus dem Auto heraus, wir haben uns Cariocas gekauft um den Schaum aus den Fenstern zu sprühen.  Auch wir hatten ordentlich einkassiert.

Eigentlich wollten wir auch noch einen Karnevalsumzug anschauen, dafür waren wir aber zu spät. Der Umzug hätte um 19 Uhr angefangen aber wir waren erst um 23 Uhr dort. Deswegen habe ich leider hier trotz des Karnevals keinen einzigen Umzug gesehen.

Aber ich möchte euch noch ein wenig erzählen wie sonst Karneval gefeiert wird auch wenn ich nicht gross dabei war. Man spritzt hier mit diesem Schaum herum, dann aber auch mit Farben, Mehl, Eiern, Öl und eine Wasserschlacht gehört auch immer dazu. Von dem her für alle die einen Karneval hier erleben möchten, unbedingt alte Kleidung anziehen und Handy und all das Zeugs zu Hause lassen, denn man weiss nie mit welchen Sachen an den Kleidern und in den Haaren enden wirst.

Nun aber zurück zu meiner Reise, wir konnten dann in Ambato bei einem Onkel von einer dieser Jungs übernachten da es schon viel zu spät war nach Hause zu fahren, hier kann man wegen der Sicherheit nicht so gut durch die Nacht fahren. Am nächsten Morgen anstatt direkt nach Hause zu gehen, gingen wir noch auf den Cotopaxi, der grösste noch aktive Vulkan auf dieser Erde.

Heutzutage kann man mit dem Auto bis auf 4658 Meter hinauf fahren. Auf 4800 Meter befindet sie dann eine Schutzhütte wo man übernachten kann und von dort aus einen Aufstieg mit Reiseführer machen.  Oben angekommen mit dem Auto merkte man schon richtig wie es kalt wurde, aber der Schnee war auch nur noch 30 Meter von uns entfernt. Wir vier liefen ein wenig nach oben, haben es aber nicht einmal bis zur ersten Schutzhütte geschafft, erstens weil es so viele Leute waren, dann aber auch weil ich so eine schreckliche Erkältung hatte durch den Klimawechsel des Jungels und dem Hochland. Dadurch bekam ich in dieser Höhe kaum noch Luft. Auch hatte ich nur so leichte Halbtagsschuhe an, was es ein wenig komplizierter machte so einen hohen Berg zu besteigen, so beschlossen wir, als wir auf 4730 Meter waren umzukehren.

Ja damit hatte dann mein Wochenende wo ich drei verschiedene Jahreszeiten erlebt hatte auch schon wieder aufgehört. Am Freitag im Hochsommer, dann die folgenden Tagen im Frühling und am Dienstag auf dem Cotopaxi im kalten Winter mit Schnee. Könnt ihr euch das Vorstellen. Also ich konnte es mir nicht, aber in Ecuador ist das möglich.

Darauf folgte eine kurze Schulwoche und dann gestern hatte ich noch eine Ballettaufführung in einem Shoppingcenter. Und heute geht’s dann schon auf die nächste Reise mit YFU. Diesmal geht’s auf die Vulkanreise, die hier im Hochland von Ecuador ist.