YFU Switzerland

Für die letzten 4 Monate einen totalen Neuanfang

Zuerst möchte ich euch noch berichten, was mir diese Woche passiert ist, bevor ich zum Thema komme über welches ich eigentlich sprechen will.

Diese Woche wurde ich fast überfallen also nein ich wurde überfallen mir wurde aber nichts gestohlen.  Als ich nach der Schule aus dem Bus gestiegen bin, um nach Hause zu laufen, überholten mich zwei junge Männer, da meinten sie: „gib uns einen Dollar“, sie wollten, dass ich Süssigkeiten von ihnen abkaufe. Da meinte ich nein… Da fingen sie an, „gib uns das Handy“ was sie mehrmals wiederholten, ich wollte mich umdrehen, um zu sehen was ich machen kann, dann realisierte ich, dass auch noch jemand hinter mir ist. Zum Glück kam aber gerade in dem Moment ein anderer Bus, ohne zu überlegen rannte ich auf den Bus wo ich dann auch in Sicherheit war. Das wäre das zweite Handy in 6 Monaten gewesen. Leider kommen auch solche Sachen hier vor aber es ist ja nicht das alltägliche.

Was nun aber meinen Neuanfang betrifft. Ich habe mich für die 4 letzen Monate nochmals entschlossen einen fast kompletten neuanfang zu machen. Ich habe die Familie und die Schule gewechselt. Wie das gekommen ist. Es war so, dass mir im Dezember meine Gastfamilie gesagt hat, dass sie wollen dass ich Familie wechsle, wegen Fragen von Finanzen und auch sonst noch so ein paar Kleinigkeiten. Ich konnte es mir allerdings nicht vorstellen, dass es nur deswegen sein sollte. Aber da die Ecuadorianer nicht immer so direkt sind, weiss ich bis jetzt noch nicht warum sie wollten dass ich wechsle. Da aber weder ich noch meine Koordinatorin eine neue Familie gesucht haben, war ich bis am 22.2 noch in dieser Familie geblieben. Da ich allerdings in meinen Ferien bevor ich nach Atuntaqui ging bei meiner Koordinatorin vorbei ging und meinte, dass ich eine Idee habe wohin ich wechseln könnte. Hätte ich das nicht gemacht würde ich bis jetzt noch in der anderen Familie sein. Aber ich habe meiner Koordinatorin, auch ganz klar gesagt, wenn ich Familie wechsle, dann wechsle ich auch die Schule, erstens weil in dieser Familie die Kinder am Morgen in der Schule sind, und zweitens da ich wegen der Schule am Nachmittag nichts unternehmen konnte.  Da ich aber wusste dass meine Koordinatorin nicht wollen würde, dass ich die Schule wechsle habe ich mich schon vorher auf Schulen suche gemacht, damit ich nur noch mit einem Vorschlag komme und sie dann nichts mehr dagegen einwenden kann.

Nach einigem hin und her habe ich es dann auch wirklich geschafft, dass ich Schule wechseln durfte ohne dass es sicher war dass ich zur neuen Familie gehen durfte.

Am Donnerstag 13.2 hatte die Schule wieder angefangen, leider konnte ich da nicht zur Schule gehen wegen einer Sache von YFU. So ging ich am Freitag vor zwei Wochen das letzte Mal bei mir in die Schule. Am Morgen berichtete ich schon meinem Taekwondo Lehrer, dass ich nicht mehr kommen werde da ich Schule wechsle. Dann auch an einem Freund mit dem ich viel trainiert habe. Es war ein eher trauriger Abschied, obwohl wir uns nicht gut kannten, haben wir einige Zeit im Training zusammen verbracht. Als wir da so vertieft im Gespräch sassen kam ein Kolleg mit einer Rose vorbei, da ja Valentinstag war. Da aber der andere Kolleg vom Taekwondo dabei war, hatte er sich nicht getraut mir die Rose zu geben. Es entstand eine ziemlich lustige Situation dabei. Da er meinte ja er wollte nur den Lehrer suchen…. Ahm… ja mit einer Rose in der Hand. Aber am Schlussendlich hat er mir sie dann doch gegeben wenn auch zwei Stunden später.  Gut dann kam die Formation und danach habe ich meine besten Freundinnen gerade auf die Seite genommen um es ihnen zu sagen. Wir haben natürlich glatt alle angefangen zu weinen. Wie könnte es auch anders sein. Verheult sind wir dann ins Schulzimmer womit wir uns natürlich komische Blicke eingefangen haben. Nach der ersten Pause musste ich es dann aber auch noch der ganzen Klasse sagen, es war einfach ein wenig blöd da ich den Grund fürs Schulwechseln nicht sagen konnte. Der Grund war ja wegen dem Familien Wechsel , da meine ehemalige Gastfamilie es dazumal noch nicht wusste, dass ich wechseln werde durfte es nicht an meine Gastschwester gelangen, bevor ich es ihr sage. Da die beste Freundin von ihr mit mir in der Klasse war konnte ich es noch nicht sagen. Dann kam eine Woche auf mich zu, wo ich noch bei meiner alten Familie wohnte aber schon an der neuen Schule war, diese Zeit war relativ komisch, da ich meine Gastschwester mit der ich so viel Zeit verbracht habe nur noch am Abend kurz sah, da ich aber so müde war, weil ich plötzlich um 5:45 aufstehen musste und nicht mehr dann wann ich wollte. Ging ich abends ziemlich schnell ins Bett. Die ersten zwei Tage in der neuen Schule war ich wirklich nicht sicher ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, denn der Anfang war sehr knorrig und ich habe meine Freunde sehr stark vermisst. Am darauf folgenden Wochenende habe ich dann auch Familie gewechselt und es wurde auch schon besser mit der Schule.

Über die Schule möchte ich euch dann noch in einem einzelnen Blog was berichten, da es das ziemliche Gegenteil ist von meiner alten Schule.

Aber nun zu meiner neuen Familie.

Ich wohne nun, an einem Ort wo ich fast alle wichtigen Orte laufend erreichen kann. Ins Shoppingcenter, Ballett und an einen Ort mit mehreren Busen sind es je 20 Minuten zu Fuss. Der nächste Ort wo ich einen Bus nehmen kann ist 8 Min entfernt. Das heisst ich muss jetzt ordentlich laufen im Gegensatz zu vorher wo der Bus vor meiner Haustür gefahren ist. Dafür wohne ich nun in einem schönen Conjunto (Wohngemeinschaft) das heisst man hat liebe Nachbarn, also bis jetzt kenne ich erst liebe. Dann hat es noch einen kleinen Park und ein Pool im Conjunto. Das Conjunto ist sehr klein nur mit 14 Häusern.

Meine neue Familie kenne ich schon sehr lange, es sind sehr gute Freunde von meiner Familie in der Schweiz. Der Vater ist Schweizer und die Mutter kommt aus Argentinien. Ich habe zwei kleine Geschwister 5 und 9 Jahre alt. Dazu habe ich für diesen Monat auch noch einen „Bruder“ ist ein jüngerer Mann 28J., wo für die Ferien von Argentinien nach Ecuador kam. Und für diesen Monat im Haus dieser Familie wohnt.

Trotz dass der Vater Schweizer ist spreche ich hier mehrheitlich Spanisch. Mit der Mutter spreche ich nur Spanisch, mit den Kindern Spanisch und Deutsch. Die Hausaufgaben mit dem 9 Jährigen mache ich allerdings immer auf Deutsch, da die Kinder an der Deutschen Schule sind.  Nur wenn ich alleine mit dem Vater bin spreche ich auf Schweizerdeutsch.

 

So weit so gut, denke ich, dass es gut war einen neuanfang zu machen. Es hat allerdings beides es hat Vor- und Nachteile.