YFU Switzerland

21.5 Wochen schon da und mir bleiben noch 21.5 Wochen

Nun habe ich schon oder erst die Hälfte meines Austauschjahres vorbei. Ich habe schon so viel erlebt und gelernt. Und trotzdem möchte ich von diesem Land noch so viel mehr sehen. Was sich aber schwieriger entpuppt als erwartet.

Was verschiedene Gründe hat. Es gibt nicht so klare Fahrpläne wie bei uns. So weiss man nicht wann die Busse fahren. Es ist generell gefährlicher, so dass man nicht unbedingt alleine weit reisen sollte. Auch macht es mir die Organisation nicht immer einfach, da man um Erlaubnis 8 Tage im Voraus fragen muss. Und so spontan wie die Ecuadorianer sind weiss man aber nicht 8 Tage im Voraus dass man was unternehmen wird.

Mit meinem Leben hier bin ich im gross und ganzen zufrieden, auch wenn es immer wieder Tage gibt wo ich denke ach wie schön wär es nun in der Schweiz da würde ich nun dies oder jenes machen.

Die Leute die mich kennen, wissen, dass ich es nicht ausstehen kann sehr viel Zeit zu Hause zu verbringen ohne Sachen zu unternehmen. Was hier aber die Lieblingsbeschäftigung der meisten Leute ist. Zu Hause sein und Filme schauen oder sich im Facebook zu beschäftigen. Um das zu verstärken: Es gibt hier kein Wort für Stubenhocker wie bei uns, dafür gibt es aber ein Wort das bei uns nicht existiert. Ein Wort welches eine Person beschreibt, die lieber Zeit mit den Freunden verbringt als mit der Familie und nie zu Hause ist. Naja wir Schweizer gehören wohl alle zu dieser Rasse. Hier wird den Kindern bei gebracht möglichst viel Zeit mit der Familie zu verbringen und möglichst viel zu Hause zu sein. Und nicht immer fort zu gehen. Im Gegensatz bei uns in der Schweiz wo die Eltern den Kindern schon von früh an lernen möglichst viel draussen Zeit zu verbringen. Und draussen zu spielen. Hier werden die Kinder lieber vor den Fernseher gesteckt, als dass sie draussen spielen.

Das ist von dem her für mich eher was Schwieriges an zu nehmen. Vor allem da ich nachmittags Schule habe, verbringt man halt den Morgen mir fernsehschauen. Aber dass die Familie hier so ne viel grössere Rolle spielt als bei uns hat auch viel Schönes dabei. Man kennt sich sehr gut unter der Familie, die Mutter ist wie ne Freundin man hat sehr viel Vertrauen zu ihr und kann ihr alles erzählen. Man kennt die Cousins der Cousins. Man kennt dir Grossmutter der Cousin. Man kennt viel mehr Leute der Verwandtschaft und sieht sie auch viel häufiger und pflegt diese Beziehungen, was bei uns ja nicht immer der Fall ist. Zum Beispiel ist es hier auch kein Problem die Filmnacht mit der 7 Jahre jüngeren Schwester und den Freunden zu machen. Im Gegenteil es ist ganz klar, dass die Schwester oder der Bruder auch dabei ist. Und dann darf die Kleine auch im gleichen Raum schlafen wie die grossen. Das finde ich so genial wenn Geschwister so mit einander umgehen.

 

Im Gross und Ganzen finde ich es eine geniale Erfahrung, die aber auch viele Schwierigkeiten und Missverständnisse gibt, durch die total unterschiedlichen Kulturen.

Und in einer Woche geht es mit YFU ans Meer.