YFU Switzerland

Gasfamilien Wechsel

Obwohl alle in meiner alten Gastfamilie super nett waren, und mich mit offenen Armen in Empfang genommen haben.  Musste ich nach den ersten 4 Wochen feststellen, dass ich mich einfach nicht wohlfühle in dieser Familie. Da ich sehr viel Zeit alleine zu Hause verbracht habe. Nichts anderes machen konnte als am Computer zu sein, was natürlich für das Spanisch lernen keinen Sinn macht. Auch musste ich alleine Mittagessen, da ja niemand zu Hause war, der auch schon um halb 12 essen musste. Ich fühlte mich eigentlich immer alleine, egal ob nun jemand zu Hause war oder nicht, denn wenn jemand zu Hause war, hatte der meistens auch keine Zeit für mich. Ich verbrachte eine Woche, in der ich eigentlich die ganze Zeit nur geweint hatte, da es mir so schlecht ging. Zum Glück aber hatte ich meine super tolle Mutter in der Schweiz, die mich dann über Skype aufgepäppelt hat.

Nach einem ersten Gespräch bei meiner Koordinatorin, hatte ich mit ihr abgemacht, dass wir beide auf Familiensuche gehen werden. Ich hatte eine aus meiner Klasse angefragt, bei der es möglich gewesen wäre zu wohnen. Aber ich selber hatte dann entschieden, dass ich lieber nicht bei ihr wohnen möchte, da wir dann 24h am Tag zusammen wären, was auf Dauer nicht unbedingt so gut herauskommen könnte.

Mögt ihr euch noch an das letzte Foto erinnern, mit 2 Freundinnen, die grössere Paola ist nun meine neue Gastschwester. Das kam so. Sonntags nach dem wir am Freitag im Kino waren, hatte ich ihr erzählt, dass ich gerne die Familie wechseln möchte. Sie meinte darauf, willst du zu mir kommen und bei mir wohen. Ich muss nur noch schnell meine Eltern fragen aber ich glaube dass sie ja sagen werden, da sie gestern schon darüber gesprochen haben, wie sie mir helfen können und ob ich nicht zu ihnen wohnen kommen will. Ohne dass sie etwas davon gewusst hatten.

Naja aber eine halbe Woche später hiess es dann, es ginge leider nicht, da der Cousin kommt um hier in Ecuador zu studieren. Da war ich natürlich sehr traurig darüber. Aber ich wartete erst mal ab. Diesen Samstag nun hatte ich dann das erste Treffen mit YFU. Das hiess Mimi aus Finnland, Laura aus Deutschland unsere Koordinatorin und ich.

Nach ein paar Formularen, die wir ausfüllen musste, rief sie dann auch gleich der Familie von Paola an. Und es hiess kein Problem ja klar darf sie zu uns kommen, der Cousin kommt nun trotzdem nicht. Die Koordinatorin ging dann auch noch am gleichen Tag vorbei, um zu sehen ob die Familie geeignet ist. Währenddessen, gingen wir 3 Austauschschülerinnen in ein Shoppingcenter wo wir assen, und uns später noch mit Schulfreundinnen von mir verabredet haben für das Kino. Allerdings habe ich nichts vom Film mit gekriegt, da es ein Actionfilm war, und ich diese nicht so besonders mag, genauso wie Laura. Dadurch haben wir einfach während dem ganzen Film zusammen gesprochen. Um 7 Uhr abends wurden wir dann von unserer Koordinatorin nach Hause gefahren, wobei sie mir sagte, dass ich am nächsten Morgen um halb 8 abgeholt werde und zur neuen Familie gebracht werde. Das hiess für mich, diesen Abend meiner Gastfamilie zu erzählen, dass ich umziehen werde und meine Koffer packen. Das spezielle dabei war noch, dass die Gastschwester, mit der ich das Zimmer geteilt habe nicht zu Hause war, sie kam erst morgens um 5 nach Hause. Und ich musste es ihr am Morgen im Bett erzählen. Die Familie war nicht besonders überrascht, da sie ja gesehen haben, dass ich die meiste Zeit traurig war. Sie freuten sich für mich, aber waren auch ein wenig traurig mir tschau sagen zu müssen.

Ja und am Sonntagmorgen, wurde ich dann überpünktlich um 7:25 Uhr abgeholt. Am Geburtstag meiner ätesten Gastschwester.

Meine neue Familie, die mich herzlich aufgenommen hat, besteht aus Vater und Mutter, Paola 16 Jahre alt, und zwei kleinen Brüdern 8 und 10 Jahre alt.

Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir dann nach Quito in eine Kirche. Ach ja dazu muss man noch sagen, wir waren ja schon 6 Leute in einem kleinen 5er Auto. Aber wir gingen dann noch eine Bekannte und ihren Sohn abholen. So fuhren wir zu 8 im 5er Auto nach Quito. Erinnert euch, das sind etwa 45 Minuten. Der Gottesdienst dauerte etwa 3h, war aber auch für mich, obwohl ich vieles nicht verstanden habe sehr interessant. Danach ging es nicht nach Hause, sondern den Grossvater und seine Freundin abholen, schon wieder zu 8 im Auto, was hier ja kein Problem ist. Wir fuhren zusammen ins Schwimmbad um dort  zu essen und natürlich baden. Allerdings ist es sehr unfair, da die Frauen so blöde Bademützen tragen müssen und die Männer nicht. Als dann das Schwimmbad um 5 Uhr geschlossen hat, gingen wir alle zusammen, zum Bruder meines Gastvaters. Ich war überwältigt von dem Haus, überall hingen alte Gemälde, oder alte Gegenstände, dazu waren die Räume im Haus sehr hoch gebaut, was ich hier sonst noch nie gesehen habe. Dazu kam noch, dass überall irgendwelche Musik Instrumente herum standen. Mein Gastonkel und mein Gastcousin spielten uns dann gerade ein paar Musikstücke vor, was unglaublich schön war.

Wir gingen aber relativ schnell nach Hause, da wir zu Hause noch vor hatten die Schlafzimmer auf den Kopf zu stellen. Paola hatte vorher ein grosses Bett in ihren Zimmer und die zwei Jungs zwei kleine in ihrem Schlafzimmer. Sie überliessen Paola und mir die zwei kleine Betten, damit wir beide ein eigenes Bett haben, die wir in unser Schlafzimmer transportiert haben und sie übernahmen das grosse Bett, welches sie nun teilen.

Als das alles erledigt war, konnten wir endlich todmüde ins Bett fallen.

 

Heute in der Schule kam aber noch der nächste Schreck. Meine Koordinatorin, kam wegen dem Schulbus. Dann stellte sich heraus, dass es noch nicht sicher ist, dass wir den Bus wechseln sollen, da der Cousin jetzt trotzdem kommt und ich vermutlich nur 2 Monate in der Familie bleiben kann. Ich dachte schon mit Schrecken, nein ich will das nicht, nicht noch Mals Familie wechseln. Jetzt ist es aber so, dass der Cousin vermutlich zu den Grosseltern gesteckt wird, damit ich nicht nochmals wechseln muss. Worüber ich natürlich sehr froh bin.

Später wird noch mehr folgen, wie sich nun mein Alltag verändert hat.