YFU Switzerland

Ein Kommando nach dem anderen und dass soll Schule sein?

Noch heute Morgen, war ich sehr aufgeregt und fragte mich, wie wird wohl meine Schule sein, kann man sie vergleichen mit meiner Schule in der Schweiz, wie wird wohl meine Klasse sein, werde ich überhaupt etwas verstehen??????

Und schon ist der ganze Tag vorbei und ich kann schon viele von meinen Fragen abhacken. Das allererste, was mir aufgefallen ist, dass an dieser Schule Disziplin, Zucht und Ordnung herrscht. Naja eigentlich nur ausserhalb des Klassenzimmers. Im Klassenzimmer sieht das wieder ganz anders aus… Nun aber zum Anfang…

Um halb 12 habe ich Mittag gegessen, um mich danach in meine Uniform zu schmeissen, an die ich mich hoffentlich möglichst bald gewöhnen werde. Leider habe ich eine der nicht wirklich schönen Uniformen erhalten. Man sieht auf den ersten Blick, dass ich an eine Militärschule gehe, was hier aber nichts Ungewöhnliches ist. Nun stand ich wartend vor der Tür, da der Schulbus mich so zwischen 12:10 und 12:15 abholen kommen sollte. Ja genau ich werde jeden Tag vom Schulbus vor meiner Tür abgeholt und dort wieder abgesetzt. Als der Bus um 12:20 immer noch nicht gekommen ist, fing ich an Nervös zu werden, vor allem da ich alleine zu Hause war und mich so niemand zur Schule hätte fahren können. Zum Glück kam der Bus dann doch noch, allerdings mit grosser Verspätung um halb 1. In der Schule angekommen, lief ich einfach mal los, da ich keine Ahnung hatte wohin ich musste. Zum Glück hat mich dann aber ein Mädchen, aus dem gleichen Bus, mich angesprochen und mich begleitet. Auf dem Weg habe ich dann Marianita, die Koordinatorin von YFU angetroffen. Sie sprach daraufhin zwei Mädchen an, welche im gleichen Jahrgang sind, und verpasste ihnen zwei, gerade die Aufgabe uns an den richtigen Ort zu führen. Wir hatten ein grosses Treffen mit allen 4,5 und 6 Klassen in der Turnhalle, falls man das als Turnhalle bezeichnen kann. Es ist ein überdachter Platz, mehr nicht. Dort mussten wir dann in Reih und Glied stehen, wie es sich fürs Militär gehört. Jede Klasse bildete eine Gruppe, und all die neuen mussten eine eigene Gruppe bilden. Es hat sehr viele neue, wobei aber nur Mimi und ich „Ausländer“ sind, und die andere nur die Schule gewechselt haben. Nachdem der Direktor irgendwas erzählt hat, wo ich wirklich nichts verstanden habe, mussten wir alle unsere Militärhütlein Namens „Christina“ anziehen und die Nationalhymne singen. Da ich diese aber nicht kannte, stand ich blöd in der Gegend herum, und schaute einfach zu wie die Fahnen aufgezogen werden. Eine Ecuadorfahne in der Mitte und aussen zwei Fahnen mit dem Logo der Schule.

Nach einer gefühlten Stunde stehen, und nach etlichen Informationen, einer Kurzpredigt und einem Gebet, konnten die Schüler endlich abtreten. So dachte ich wenigstens. Aber leider nein, denn das galt nur für die Schüler, die schon lange an dieser Schule sind, wir die neuen mussten noch länger dort bleiben, um all die wichtigen Kommandos zu lernen. Diese Leute wollten uns, so glaube ich schon am ersten Tag schlauchen, denn sie verlangten von uns, dass wir um den Sportplatz herum rannten und das ganze drei Mal, weil wir die Kommandos nicht genug gut gemacht haben, und häufig zu leise gesprochen haben. Ich war dementsprechend sehr froh, dass wir nach einer gewissen Zeit nun auch endlich in unsere Klassen durften. In meiner Klasse sind wir drei neue Schüler, wobei die andern zwei einfach die Schule gewechselt haben.

Beim ersten umsehen in der Klasse musste ich feststellen, wie könnte es auch anders sein, ich bin die einzige mit hellen Haaren. Auch schien mir die Klasse viel grösser, als meine in der Schweiz und das auf einen viel kleineren Raum.  Es ist ein Raum, in dem 30 Stuhlbänke stehen. Jeder hat seinen eigenen Stuhl, an dem gerade noch eine Tischplatte befestigt ist. Als ich dann so auf meinem Platz sass, zählte ich mal wie viele Schüler überhaupt in meiner Klasse sind. Ich zählte 10 Mädchen und 16 Jungs. Was für mich wieder eine sehr grosse Umstellung ist, nach meiner Frauen Klasse in der Schweiz. Nach einer Vorstellungsrunde, naja ich konnte mir etwa sechs Namen merken, und zwar zwei Mal Nicole, einmal Fatima, David, Nicola und Rachel. Mal schauen wie lange es geht, bis ich alle auseinander halten kann und mit Namen benennen. Mit Uniform sehen alle so schrecklich ähnlich aus, vor allem die Jungs, die alle auch noch den gleichen Haarschnitt haben, da es von der Schule so vorgegeben ist. Das einzige was wir noch gemacht haben, ist ein Spiel gespielt und zwar, dass man sich durch die Klasse gezählt hat und immer beim Vielfachen einer bestimmten Zahl „BOOM“ sagen muss. Die, die es nicht gerafft haben, oder einen Fehler gemacht haben, mussten nach vorne und etwas aus ziehen, oder eine kleine Aufgabe machen. Dabei gab es ziemlich viele Lacher. Ich selber musste einmal meinen Hut abgeben, für den ich später noch eine Pirouette drehen musste, um ihn zurück zu erhalten und einmal noch Zum Geburtstag singen. Wobei mir aber ein Mitschüler half, der ein wenig Deutsch kann. Und schon war die erste Pause, die ich mit den zwei Schülerinnen verbrachte, die mich und Mimi anfangs an den richtigen Ort begleitet hatten.

Nach einer weiteren Schulstunde, wo uns die Geschichtslehrerin erklärt hatte, was wir in diesem Jahr bei ihr machen und was wir bei ihr für Material brauchen werden, war die Schule fertig und ich wurde um 6 Uhr abends wieder nach Hause gefahren.

Ja genau ich habe immer nur Nachmittags Schule, was für mich bedeutet, ein Jahr lang fast Ferien zu haben, da ich am Morgen immer so lange schlafen kann wie ich will. Und nachmittags von 13 Uhr bis etwa 17:30 in der Schule bin.  Ach und apropos Ferien, ich dachte ja die Schule hätte nun wirklich begonnen aber da war wohl nichts. Mein nächster Schultag ist erst nächsten Montag, also nochmals eine Woche mehr Ferien. Allerdings wüsste ich gerne, wieso das so ist.