YFU Switzerland

mein neues zu Hause

Nun endlich komme ich dazu euch zu berichten wie meine ersten Tage hier bei der Gastfamilie waren.  Wie schon erwähnt wurde ich mit den anderen zwei Mädchen die auch in Sangolquí wohnen mit dem Auto in die Stadt gefahren.  Dort wurden wir von der Koordinatorin von dieser Stadt abgeholt, das hiess das ganze Gepäck in ein Auto verfrachten das viel zu klein war für das Gepäck von uns drei, so hatten wir für die nächste Strecke meinen schweren Koffer auf unseren Knien. Es war zum Glück weiterhin nicht schlimm, da ich ziemlich bald wieder abgeladen wurde bei meiner neuen Familie.  Als ich das Haus von aussen sah war ich erst mal überwältigt, ein grosses Haus in Gelbtönen, welches rund herum abgesperrt ist mit einer Mauer und einem Haag. Der Haag der zur Strasse zeigt ist sogar mit einem Elektrodraht versehen, was hier aber nichts ungewöhnliches ist. Und wenn es kein Elektrodraht hat, dann gibt es ganz viele Scherbenstücke, die mit Beton oder so was ähnlichem oben auf den Mauern befestigt wird. Draussen kam mir meine älteste Gastschwester entgegen (Johanna  31 Jahre). Sie ist sage und schreibe ein ganzer Kopf kleiner als ich. Kurz darauf kam auch noch Diana oder Dianita (30 Jahre) wie sie genannt wird nach draussen. Auch sie kommt mir nur knapp bis zum Mund. Ich wurde von beiden sehr herzlich empfangen.  Als wir dann durchs Gartentor gingen, kam uns Fifi der Hund der Familie entgegen gerannt, ein kleiner Hund mit dunkelbraunen Fell mit lappi Ohren. Ich werde euch sicher noch ein Foto von ihm zeigen. Erst hatte ich auch ein wenig schiss vor ihm wie vor allen Hunden. Nun habe ich mich aber schon sehr an ihn gewöhnt und in mein Herz geschlossen. Nach dem wir ins Haus getreten waren war ich das nächste Mal ziemlich verblüfft, erstens von der Haustüre, die ziemlich speziell aussieht aber eigentlich nur durch das, dass sie unnormal geöffnet wird für meine Verhältnisse. Auch von dem Inneren des Hauses war ich überwältigt, alles ist in einem schönen apricot gestrichen und mit sehr dunklen Holzmöbeln geschmückt, sie haben ein grosses Wohnzimmer zwar sehr niedrig aber schön eingerichtet. An der Decke hat es weise Vorsprünge, die zehn Zentimeter nach unten Ragen, der Rest der Decke ist orange gestrichen.  Wir gingen nun mit meinem Gepäck die Treppe hinauf, eine Treppe, die kein Treppengeländer hat. Wir liefen den Gang entlang zu meinem Zimmer in dem ich nun ein Jahr lang leben werde. Ich habe ein Zimmer mit unglaublicher Aussicht.

Nun habe ich auch noch meine jüngste Schwester gesehen. Also eigentlich ist sie die zweit jüngste, denn die jüngste Schwester, die 20 Jahre alt ist, ist in Argentinien am studieren. Im Dezember werde ich sie auch noch kennen lernen. Ja genau nun habe ich auch noch Marcita meine dritte Schwester kennen gelernt, mit der ich das Zimmer wie auch das Bett teile. Danach folgte eine kurze Führung durch das Haus. Im oberen Stock hat es 4 Schlafzimmer und zwei Badezimmer eines für uns Mädels und eines für die Eltern. Unten hat es noch ein Arbeitszimmer, nochmals eine kleines Bad aber nur mit WC. Wie erwähnt das grosse Wohnzimmer. Und natürlich die Küche mit eine sehr tiefen Küchenablage. Ich denke Ende dieses Jahres habe ich Rückenprobleme, da ich mich immer sehr bücken muss in dieser Küche. Denn die Ablage kommt mir gerade so hoch, dass ich perfekt drauf sitzen kann, also knapp unter mein Popo. Bevor ich überhaupt Zeit hatte auszupacken, ging ich mit zwei meiner Schwestern, die mich von Anfang an als ihre nächste „hermanita“  (= Schwesterchen) bezeichneten  nach Quito ins „La Ronda“ die historische Altstadt von Quito. Dort gingen wir dann für Johanna einen Verlobungsring suchen, da sie nächstes Jahr heiraten wird. Ihr Freund kommt von den USA und ich werde ihn im Oktober dann kennen lernen, wenn er zu uns nach Ecuador kommt. Danach gingen wir in einen anderen Teil der Stadt um dort Essen zu gehen. Schaut mal was ich in diesem riesigen Einkaufszentrum gefunden habe:

Am Abend gingen wir alle sehr früh schlafen. Am nächsten Morgen also Sonntagmorgen ging ich mit zwei meiner Schwestern in die Kirche, natürlich mit viel Verspätung, wie könnte es auch anders sein. Als wir zurück kamen, waren ein Cousin und ein Freund der Familie da. Wir gingen mit ihnen Auswärts essen. Als wir dann nach Hause kamen lernte ich endlich auch noch meine Gasteltern kennen, die noch fort waren. Wie könnte es auch anders sein, auch sie sind einen Kopf kleiner als ich. Sie haben mich herzlich willkommen geheissen und mir gesagt, ich solle mich wie zu Hause fühlen. An diesem Tag lief sonst allerdings nicht mehr viel. Der Montag war für mich ein sehr langweiliger Tag, da ich alleine mit der Gastschwester zu Hause war, die ein Selbststudium macht und von dem her keine Zeit hatte. Nur am Mittag hatten wir zusammen gekocht was ein ziemlich lustiges Unternehmen war, da wir uns ständig missverstanden haben. Wir kochten Spaghetti mir Tomaten Sauce und Brokkoli. Sie hatte mich so verstanden, dass ich den Brokkoli unter alles mischen will, was natürlich nicht meine Absicht war. Sie hatte mich nur komisch angeschaut und gefunden okay. Zum Glück konnten wir es aber noch rechtzeitig richtig stellen. Am Abend war ich dann froh, dass die anderen auch wieder nach Hause kam und ich nicht mehr ganz so alleine zu Hause war. Dienstags ging ich dann zum Glück mit meinen Gasteltern irgendwelche Sachen erledigen. Ich hatte keine Ahnung, wohin wir gehen werden und was wir tun. Naja ich bin einfach mal ins ungewisse mit ihnen los gegangen. Es war zwar nicht sehr spannend aber besser als den ganzen Tag ganz alleine zu Hause zu sein. Am Abend kochte ich mit der Mutter noch eine süsse Kürbissuppe. Dafür mussten wir aber zweimal einkaufen gehen. Da wir beim ersten Mal noch die Hälfte vergessen hatten. Es war das erste Mal in diesen Tagen, wo ich etwas zu Fuss machen konnte, sonst sind wir immer mit dem Auto unterwegs. Ich werde da noch so richtig faul, da ich bis jetzt noch nichts selber machen kann und immer auf meine Gasteltern oder Schwestern angewiesen bin, da es hier als Blondhaarige wie sie mich nennen und mit so wenig Spanisch Kenntnissen einfach noch zu gefährlich ist draussen herum zu laufen. Am Mittwoch war ich mit meinen Gasteltern in einen anderen Kanton gefahren,  wo die Familie früher gewohnt hatte, um dort die Mutter und die Grossmutter meines Gastvaters zu besuchen. Die Grossmutter ist schon 96 Jahre alt, blind und sehr schwach. Es war sehr eindrücklich und abwechslungsreich dorthin zu gehen, auch wenn die Grossmutter die ganze Zeit geweint hat und mich voll gequatscht hat, naja ich habe kein Wort verstanden, da sie auch keine Zähne mehr hat und sehr undeutlich gesprochen hat. Diese Leute wohnen sehr ärmlich und haben fast nichts, auch wohnen sie nicht in einer Stadt sondern ziemlich abgelegen, man kommt nur über eine Schotterstrasse zu ihnen. Es war ein kleines Haus nein man kann es eigentlich nicht als Haus bezeichnen sondern als drei aneinander gereihte Zimmer ein Bad, ein Zimmer zum schlafen und die Küche. Im Gemüsegarten von ihnen, haben wir dann Bohnen gepflückt, die wir dann zuhause gekocht haben.

Mal schauen ob in den nächsten Tagen noch Sachen auf mich zukommen, bei denen ich etwas machen kann, da ich im Moment viel zu Hause bin und noch nicht viel machen kann, da ich mich noch nicht auskenne und es als Ausländerin zu gefährlich ist an den nicht Touristischen Orten herum zu laufen. Von dem her erhoffe ich mir in den nächsten Tagen noch Sachen unternehmen zu können.