YFU Switzerland

Welcome to the United States (II)

Nach 4.5 Stunden Autofahrt kamen wir endlich in Ann Arbor an, der Stadt, in der ich für die nächsten 10-11 Monate leben werde. Wir fuhren an meiner zukünftigen Schule vorbei und ich konnte einen ersten Blick auf das – ziemlich grosse – Gelände werfen. Da ist das Schulhaus (inklusive Hallenbad), es gibt ein Footballfeld mit einer Laufbahn drum herum, ein kleines Footballstadium, 8 Tennisplätze, einen Fussballplatz, 2 Softballfelder und ein Baseballfeld. Für alle Sportarten, die angeboten werden, das passende Equipment.

Von der Schule aus waren es noch etwa 5 Minuten bis nach Hause. Das Haus ist aus roten Backsteinen gebaut und gefällt mir sehr. Wir haben dann erst mal mein Gepäck hineingebracht und in mein Zimmer gestellt. Meine Gastfamilie hatte das Zimmer extra neu gestrichen und Christmaslights an der Decke befestigt, es ist wunderschön! Anschliessend gab es eine kurze Tour durchs Haus, bei der sie mir das Wichtigste zeigten und da sich die beiden Koffer nicht von alleine leerten, fing ich danach an auszupacken. Am Abend gingen wir noch  zu den Cousins, die 2 Minuten von uns entfernt wohnen, und assen gemeinsam Pizza. Wieder zuhause sank ich erschöpft in mein Bett und schlief ein.

image1 (1)                                          image2 (1)

Am nächsten Tag ging ich zuerst mit meiner Gastschwester Allison einkaufen. Die Supermärkte hier in Amerika haben ungefähr das Selbe, nur ca. 10 verschiedene Sorten von allem. Wir deponierten das Essen zuhause und fuhren zusammen mit Julia(19), meiner anderen Gastschwester, zur Mall. Dort gibt es so tolle Läden wie z.B.: American Eagle Outfitters, Victorias Secret oder Pac Sun. Ich hab mir ein Paar neue Vans gekauft, die hier fast die Hälfte des Schweizer Preises sind. Was mich zuerst irritierte war, dass die Mehrwertsteuer nicht im Preis inbegriffen ist. Anders als in der Schweiz wird sie erst an der Kasse dazugerechnet, vermutlich weil nicht in jedem Staat der gleiche Satz gilt. Nach der Mall gingen wir zurück nach Hause und dann liefen wir mit Jim und Ellen „downtown“, um Julia zur Arbeit zu begleiten. Sie arbeitet in einer Eisdiele, Allison arbeitet bei Noodles & Company. In der Stadt wurden Allison und ich von ihrem Freund abgeholt und wir fuhren nach Hause und schauten noch eine Episode Criminal Minds.

Am Montag um 9 Uhr hatten wir ein Treffen mit meinem Counselor von der High School um meinen Stundenplan zu erstellen. (Meine Schule startet am 8. September) Zum ersten Mal sah ich das Schulhaus von innen und es sieht wirklich aus wie im Film. Breite Flure, links und rechts die grossen Schliessfächer. Ich konnte dann meine Fächer auswählen: Mathe A+B*, Englisch A+B, US Geschichte & Geographie A+B, Chemie A+B, Spanisch A+B,US Wirtschaft, Psychologie, Kunst, Klavier und Yoga. Das Schuljahr meiner High School ist in Trimester geteilt und ich habe jeweils 5 Lektionen pro Tag pro Trimester, das heisst jeden Tag die gleiche Reihenfolge für 12 Wochen. Jede Lektion dauert 72 Minuten. Es scheint ganz anders zu sein als in der Schweiz, doch ich freue mich trotzdem darauf. Am Nachmittag mussten wir nochmals zur Schule für die normale Registrierung. Wir mussten ein Foto machen, bekamen Bustickets, unsere Stundepläne und Schulbücher. Danach fuhren wir nach Hause um uns für den Ballettunterricht fertig zu machen. Allison tanzt 5x pro Woche und ich besuche die gleiche Klasse jeweils montags und mittwochs. Da ich in der Schweiz auch Ballett getanzt habe ist es für mich perfekt und ich verliere kein Jahr. Die Lehrerin ist ziemlich streng aber gleichzeitig auch sehr gut und ich werde weitermachen.

Am Dienstag hatte ich mein erstes Cross Country Training und am Mittwoch gleich das Nächste. Bei Cross Country geht es ums Rennen von längeren Distanzen, wir trainieren jeden Tag nach der Schule 2 Stunden und bereiten uns auf die 5km Rennen vor. Meine Ausdauer ist noch ziemlich schlecht, weshalb die ersten paar Trainings sehr anstrengend waren. Mittlerweile geht es schon besser, man macht ziemlich schnell Fortschritte. Das XC-Team ist echt nett und man wird kräftig angefeuert bei einem Rennen, das konnte ich dann auch am Donnerstag schon miterleben (auch wenn ich dort noch nicht mitgerannt bin). Da die XC-Teams von der Schule sind, rennt man an diesen Rennen gegen ganz viele andere High Schools aus der Umgebung, es ist echt toll.

Freitags hatten wir wieder Training und gingen danach gemeinsam Frühstücken. Am Nachmittag haben Allison und ich Cupcakes gebacken und am Abend wurde unsere Strasse gesperrt und wir haben mit der Nachbarschaft grilliert. Es gab ein Buffet, zu dem jeder etwas beitrug, Live-Musik, und ich lernte einige meiner Nachbarn kennen. Am Samstag war nicht sehr viel los, doch am Sonntag fuhren wir zu Freunden an einen See. Zum Abendessen gab es Lobster – schmeckte mir nicht wirklich -, Rippchen und viele andere Dinge. Danach machten wir noch eine kleine Bootsfahrt und dann ging es nach Hause. Der Montag war nicht mehr sehr aufregend, Training am Morgen und am Nachmittag einkaufen, am Abend kamen die Cousins und wir assen gemeinsam. Und dann musste ich mein Schulzeug richten, denn der 8. September wartete schon. Über meine ersten Schultage schreibe ich jedoch nicht mehr heute, ich hab momentan ziemlich viel um die Ohren.

* A+B bedeutet, dass man z.B. Mathe A im ersten Trimester hat und Mathe B im zweiten oder dritten. Oder Mathe A im zweiten und Mathe B im dritten. A kommt jedoch immer zwingend vor B.

Welcome to the United States (I)

Heute ist es 10 Tage her, seit ich in den USA angekommen bin. Ich war ziemlich beschäftigt, habe es jetzt aber endlich geschafft meinen ersten Eintrag zu schreiben. Doch am besten alles von Anfang an:

Am 27. Juni bekam ich meine lang ersehnte Gastfamilie: Host Mum & Dad und 2 Gastschwestern, 16 und 19. Mein neues Zuhause: Ann Arbor in Michigan. Ziemlich schnell kam dann auch schon die erste Mail und wir tauschten uns aus. Nach dem ersten Mal Skypen hatten wir dann praktisch jeden Tag Kontakt via Facebook und geskypt wurde auch noch einige Male.

Am Dienstag 25. August war es dann so weit! Am Flughafen verabschiedete ich mich von meiner Familie. Kurz und heftig flossen ein paar Tränen, doch es war noch gar nicht so richtig greifbar, dass ich sie ein ganzes Jahr lang nicht sehen würde.. Um 10:15 ging dann mein Flieger: Zürich (CH) – Newark (NJ) – Chicago (IL) – Traverse City (MI). Da meine Familie noch in den Ferien „Up North“ war, flog ich zuerst dorthin. Zusammen mit zwei anderen Familien hatten sie dort ein Haus am Lake Michigan gemietet.

Ich kam abends um 23:30 an und wurde herzlich in Empfang genommen, es war so toll sie endlich im realen Leben vor mir zu sehen! Wir nahmen mein Gepäck und fuhren zum Lakehouse. Alle anderen waren aufgeblieben um mich willkommen zu heissen! Ich ging dann aber relativ schnell schlafen, die lange Reise war doch ziemlich anstrengend.

Das Lakehouse „Up North“ – Up North bezeichnet ungefähr den nordwestlichen Teil von lower Michigan

Das Lakehouse „Up North“ – Up North bezeichnet ungefähr den nordwestlichen Teil von Lower Michigan

Ankunftsselfie: Allison, Jim, ich und Ellen

Ankunftsselfie mit meiner Gastfamilie: Allison, Jim, ich und Ellen

Die nächsten drei Tage vergingen schnell und es war immer etwas los. Wir gingen  Bowlen, schauten uns ein kleines Fischerdörfchen an und gingen im See baden. Im  Park Sleeping Bear Dunes hatte ich eine atemberaubende Aussicht auf den Lake  Michigan. Der ist so riesig, ich hab mich gefühlt wie am Meer! Einmal sind wir zu  einer kleinen Insel und zurück gekajakt, und wir haben Stand Up Paddleboards  gemietet. Am Abend haben wir ein Feuer gemacht und Smores gegessen. Smores  sind eine Art Sandwich, man hält Marshmellows übers Feuer und klemmt sie mit  Schokolade zwischen zwei Cracker.

Am Samstag gings dann endlich zu meinem richtigen neuen Zuhause. Die Autofahrt dauerte etwa 4.5 Stunden, unterwegs hielten wir an für Frühstück und Mittagessen. Wie die nächsten 6 Tage in Ann Arbor verliefen schreibe ich übermorgen im zweiten Teil.

Der Steg vor dem Lakehouse im Abendlicht

Der Steg vor dem Lakehouse im Abendlicht

Der Blick vom Lakehouse auf den See

Der Blick vom Lakehouse auf den See

"Lake" Michigan.. Das Foto entstand im Park Sleeping Bear Dunes

„Lake“ Michigan.. Das Foto entstand im Park Sleeping Bear Dunes